Illyrische Sprache
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| Illyrisch (†) | ||
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| Zeitraum | ca. 2000 v. Chr. - 600 n. Chr. | |
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Ehemals gesprochen in |
Illyrien (westlicher Teil der Balkanhalbinsel) | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: |
- |
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| ISO 639-2: |
ine (sonstige Indogermanische Sprachen) |
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| ISO 639-3: |
xil |
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Die illyrische Sprache wurde in der Antike vom Volk der Illyrer gesprochen und war ein eigenständiger Zweig der indogermanischen Sprachen. Das Verbreitungsgebiet deckte sich größtenteils mit der historischen Region Illyrien, die Messapier in Apulien (im heutigen Italien) sprachen ebenfalls einen illyrischen Dialekt. Entfernt verwandt mit dem Illyrischen ist das Venetische, dessen Zuordnung innerhalb der indogermanischen Sprachen allerdings unsicher ist.
Das Illyrische ist nur spärlich überliefert und kaum erforscht. Man kennt lediglich wenige Einzelwörter, sowie einige Orts- und Personennamen, die vornehmlich auf Grab- oder Gebäudeinschriften überliefert sind. Die Einzelwörter kennt man aus griechischen und römischen Quellen, so zum Beispiel sabaia (bierartiges Getränk), sybina (Jagdspieß), mantia (Maulbeere), rhinos (Nebel, Wolken), brisa (Gefäß mit Trauben gefüllt), tertigio (Händler) und Bosona (laufendes Wasser). Auch viele Orts- und Personennamen sind über griechische und römische Quellen überliefert, so zum Beispiel die Königin Teuta, die Könige Agron, Genthios, Glaukias, Bardyllis und Monunios und illyrische Orte wie Amantia, Lychnidos, Byllis, Ulpiana und andere.
Bis heute ist es umstritten, ob und in welchem Umfang die albanische Sprache mit dem Illyrischen zusammenhängt. Ein solcher Zusammenhang wurde bereits von Johann Georg von Hahn in dessen 1845 erschienenen Buch Albanesische Studien angenommen. Mehr dazu, siehe Hauptartikel: Albanische Sprache
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Spuren
Die Illyrische Sprache hat kaum schriftliche Spuren hinterlassen und ist deswegen besonders spärlich überliefert. Es ist bisher noch kein ganzer illyrischer Satz gefunden worden; deswegen sind die einzigen Quellen eine Handvoll von Wörtern, wo in griechischen und römischen Quellen überliefert worden sind. Ausserdem sind mehrere Personennamen überliefert.
Über die illyrische Grammatik ist praktisch gar nichts bekannt; nur dass die indo-europäischen Fälle erhalten gewesen sind ist sicher.
Wortauswahl (aus Quellen überliefert)
- brisa ("Traube")
- rhinos ("Nebel")
- sabaia ("eine Art Bier")
- sybina ("Jagdspeer")
- bosona ("fliessendes Wasser")[1] [2]
Geschichte
Die illyrischen Dialekte entstanden erstmals wohl um das 2. Jahrtausend v. Chr., vielleicht um 1300 v. Chr., als die mykenischen Zentren in Griechenland zusammenfielen. Die Sprache entwickelte sich ziemlich autochthon in ihren Regionen (Illyrien). Seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. gründeten Griechen einzelne Kolonien auf dem Gebiet der Illyrer (z. Bsp. Dyrrachium, Apollonia oder Lissus), ab diesem Jahrhundert beeinflusste die Altgriechische Sprache die Illyrische im Wortschatz. Vom 3. Jahrhundert v. Chr. begann die Eroberung der illyrischen Gebiete durch die Römer, erstmals unter Caesar (Illyrisch-Römischer Krieg). Die Illyrische Sprache lehnte von da an viele lateinische Wörter , aber wurde nie vollständig romanisiert. Ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. siedelten sich Slawen und Awaren aus dem nördlichen Balkan im Gebiet der Illyrer an. Die Illyrer übernahmen einige Wörter der slawischen Sprachen. Der Großteil der Einwanderer plünderte und beutete die illyrischen Städte aus, die nördlichen Illyrer (im heutigen Kroatien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Montenegro) assimilierten sich an die fremde Kultur völlig. Im südlichen Illyrien überlebten einige Stämme die Umwälzungen, indem sie sich ins albanische Hochland zurückgezogen.
Literatur
- Hans Krahe, Die Sprache der Illyrer, 2 Bände, 1955 u. 1964
- Anton Mayer, Die Sprache der alten Illyrier, 2 Bände, 1957 u. 1959
- Ivan Duridanov, Thrakisch, Dakisch, Illyrisch, in: Handbuch der Südosteuropa-Linguistik, hrsg. v. Uwe Hinrichs, 1999 (ISBN 3-447-03939-6), S. 733-759
- The Cambridge encyclopedia of the World's ancient languages, ed. by Roger D. Woodard, 4. Aufl., 2005 (ISBN 0-521-56256-2), S. 12f

