KZ Auschwitz

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Einfahrtsgebäude ins KZ Auschwitz-Birkenau kurz nach der Befreiung 1945
Karte des SS-Interessengebiets

Als KZ Auschwitz wird ein Komplex von deutschen Konzentrationslagern und einem Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus im besetzten Polen am Westrand der Stadt Auschwitz (polnisch Oświęcim) bezeichnet.

Noch vorhandene Teile der Konzentrationslager in Oświęcim sind heute staatliches polnisches Museum bzw. Gedenkstätte. Seit dem 27. Juni 2007 trägt das KZ Auschwitz-Birkenau als UNESCO-Weltkulturerbe die Bezeichnung „Auschwitz-Birkenau – deutsches nationalsozialistisches Konzentrations- und Vernichtungslager“. Damit soll die deutsche Verantwortlichkeit für den im heutigen Polen befindlichen Lagerkomplex verdeutlicht werden. Es handelte sich um die räumlich größte Ansammlung von Konzentrationslagern im Deutschen Reich, in der zwischen 1940 und 1945 über 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden (siehe Opferzahlen der Konzentrationslager Auschwitz). Dieser Komplex gliedert sich in drei große Lager und etwa 40 kleinere Nebenlager auf, die nicht alle von der SS zur gleichen Zeit genutzt wurden. Die Errichtung des Lagers war von dem Reichsführer der SS Himmler am 27. März 1940 angeordnet worden.[1]

Zwischen dem 17. Januar und dem 23. Januar 1945 wurden noch etwa 60.000 Häftlinge von der SS "evakuiert" und in Todesmärschen nach Westen getrieben. Am 27. Januar 1945 wurden die verbliebenen Häftlinge durch sowjetische Truppen (322. Infanteriedivision der I. Ukrainischen Front) befreit. Von den vorgefundenen lebenden Gefangenen – die Angaben reichen z. B. im Lager Monowitz von 600 bis 850 Personen – starben trotz medizinischer Hilfe 200 in den Folgetagen an Entkräftung.

Inhaltsverzeichnis

Zugehörige Konzentrationslager

Stammlager Auschwitz I

Eingangstor des KZ Auschwitz I

Das deutsche Konzentrationslager Auschwitz I war das erste Konzentrationslager am Ort und diente als Verwaltungszentrum des gesamten Lagerkomplexes (das war die Bedeutung für das Wort Stammlager).

Es entstand zunächst in einer ehemaligen polnischen Kaserne. Der erste Häftlingstransport kam am 20. Mai 1940 an.

Ursprünglich war das KZ Auschwitz wegen seiner „günstigen verkehrstechnischen Lage“ als Quarantäne- und Durchgangslager für verhaftete polnische Staatsangehörige aus dem neu gebildeten Oberschlesien geplant, die als Zwangsarbeiter weiter nach Deutschland verschleppt werden sollten. Die SS übernahm später Reparaturaufträge für die Wehrmacht und vermietete „ihre“ Häftlinge an Privatunternehmen, die sie als Zwangsarbeiter in zahlreichen Nebenlagern und Außenkommandos in der räumlichen Nähe einsetzten. An der Planung war auch der Vorstand der I.G. Farben, beteiligt, der einen geeigneten Standort für die Buna-Produktion und den dafür erforderlichen Rohstoffen Wasser, Kalk, Salz und Kohle suchte.

Bereits im März 1941 ordnete Himmler eine Vergrößerung des Lagers an. Im Oktober begann der Bau des Vernichtungslagers Auschwitz II–Birkenau. Auch für dessen Verwaltung war es als "Stammlager" weiter zuständig.

Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II)

Das Torgebäude vom KZ A.-Birkenau heute

Das Konzentrationslager A – Birkenau (oder Auschwitz II) fungierte als Vernichtungslager, in dem ungefähr eine Million Menschen, vor allem Juden, Sinti und Roma aus Polen und ganz Europa, ermordet wurden.

Am 26. September 1941 erhielt Höß von Himmler den Befehl, ein zusätzliches Arbeitslager für zunächst 100.000 russische Kriegsgefangene zu bauen. Daraus wurde 1942 das Vernichtungslager. Im ersten Halbjahr 1943 gingen die vier Krematorien in Betrieb, die im Untergeschoss die Gaskammern enthielten.

Teile des 170 Hektar umfassenden Vernichtungslagers wurden Lagerblöcke (A, B, C etc) genannt und dienten nach einander zeitweise verschiedenen Opfergruppen als Haftort ("Familienlager" für Häftlinge aus Theresienstadt, den Opfern der Deportationen aus Ungarn, das Frauenlager (Block B I ) oder der besonderen Verfolgung von so genannten "Zigeunern".)

KZ Auschwitz-Monowitz (Auschwitz III)

IG Farben, Werke Monowitz, 1941

Das Konzentrationslager A – Monowitz (oder Auschwitz III) diente vor allem als KZ für Zwangsarbeiter. Es war zeitweise ebenfalls Stammlager. Es wurde auf Initiative und Kosten eines Industrieunternehmens zusammen mit Fabrikationsstätten ab 1941 in dem Nachbarort errichtet und am 28. Oktober 1942 eröffnet.

Außenlager

In der Region gab es etwa 50 Nebenlager der Konzentrationslager Auschwitz I und III . Sie dienten den Hauptlagern als Sammel- oder Arbeitslager.

Gedenkstätte, Mahnmale, Museen

Neben verschiedenen Mahnmalen befindet sich auf dem Gelände der Hauptlager Auschwitz I und II heute eine polnische Gedenkstätte, das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau, in dem auch historisch geforscht wird..

In der Stadt Oświęcim befindet sich das Jüdische Zentrum Oświęcim/Auschwitz als Gedenkort und als Museum der ehemaligen jüdischen Kultur der Region.

Geographische Lage

Die Reste der verschiedenen Konzentrationslager befinden sich in Südpolen bei Oświęcim. Das Stammlager Auschwitz (später A I) wurde am Westrand der Stadt Oświęcim in und bei einer ehemaligen polnischen Kaserne errichtet. Oświęcim und die darum befindlichen Gedenkorte liegen etwa 60 km westlich von Kraków (dt. Krakau), südlich von Katowice (dt. Kattowitz) und nördlich von Bielsko-Biała.

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurde 1941 drei Kilometer entfernt nordwestlich vom Stammlager Auschwitz I neu gebaut. Namensgebender Ort ist Brzezinka.

Das Konzentrationslager Monowitz im Ort Monowice (dt: Monowitz), auch Konzentrationslager Auschwitz III war ein Konzentrationslager im Sinne eines Arbeitslagers für verschiedene Industrieansiedlungen im direkten Anschluss. Es lag 6 km östlich vom Stammlager Auschwitz I auf dem Gelände der Buna-Werke der IG Farben AG.

Die Außen- bzw. Nebenlager der Konzentrationslager Auschwitz I und III befanden sich zum Teil im weiteren Umkreis, auch außerhalb des Landkreises, in dem durch die Flüsse Soła und Weichsel umgrenzbaren etwa 40 Quadratkilometer großen „Interessengebiet KL Auschwitz“ der SS-Hauptverwaltung.

Einzelnachweise

  1. Deutsche Welle: Der Zweite Weltkrieg im Überblick, abgefragt am 26. März 2009

Weblinks

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