Mindanao
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Mindanao ist sowohl die zweitgrößte Insel der Philippinen als auch deren südlichste Inselgruppe.
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[Bearbeiten] Geographie
Die Insel bzw. die Inselgruppe Mindanao liegt zwischen der Sulusee im Westen und der Philippinischen See im Osten. Gemeinsam mit den beiden nördlicher gelegenen Inselgruppen Visayas und Luzón bildet Mindanao den Inselstaat der Philippinen.
[Bearbeiten] Insel Mindanao
Die Insel Mindanao ist mit einer Fläche von 95.581 km² nach Luzón die zweitgrößte Insel der Philippinen. Zusammen verfügen diese beiden Hauptinseln über etwa 2/3 der gesamten Landfläche der Philippinen und beherbergen über 70 % der Bevölkerung. Allein Mindanao hat über 14 Millionen Einwohner. Hauptstadt und größte Stadt auf Mindanao ist Davao City – rein flächenmäßig soll dies sogar die größte Stadt der Erde sein. Die höchste Erhebung der Insel ist der südlich von Davao City gelegene Mount Apo, mit 2.954 m Höhe der höchste Berg des Landes. Auf Mindanao befindet sich der Mount Sumagaya.
[Bearbeiten] Inselgruppe Mindanao
Zur Inselgruppe gehören folgende Inseln und Inselgruppen:
- Mindanao (Hauptinsel)
- Sulu-Archipel (Basilan, Jolo, Tawi-Tawi)
- Camiguin
- Dinagat
- Siargao
- Samal Island
- Sarangani Inseln.
[Bearbeiten] Provinzen
Mindanao ist in fünf Regionen aufgeteilt, diese wiederum in Provinzen:
- Region IX (Zamboanga Peninsula): Zamboanga del Norte, Zamboanga del Sur, Zamboanga Sibugay
- Region X (Northern Mindanao): Camiguin, Misamis Occidental, Misamis Oriental, Bukidnon, Lanao del Norte
- Region XI (Davao Region): Compostela Valley, Davao del Norte, Davao del Sur, Davao Oriental
- Region XII (SOCCSKSARGEN): South Cotabato, Cotabato, Sultan Kudarat, Sarangani
- Region XIII (Caraga): Agusan del Norte, Agusan del Sur, Dinagat Islands, Surigao del Norte, Surigao del Sur
- Die oben nichtgenannten Provinzen Maguindanao, Shariff Kabunsuan und Lanao del Sur zählen zur Region ARMM (Autonomous Region in Muslim Mindanao), welche 1989 neugebildet wurde und der darüber hinaus auch die noch südlicher liegenden Inselprovinzen Basilan, Sulu und Tawi-Tawi angehören.
[Bearbeiten] Geschichte
1976 wurden in Butuan City im Stadtteil Libertad 600 Jahre alte Reste der Balanghai, große hochseetüchtige Boote, gefunden. Nach weiteren archäologischen Ausgrabungen wurden auch die Umrisse einer vorkolonialen Hafenanlage, Skelette und wertvolle Grabbeigaben entdeckt, die die Vermutung zu bestätigen scheinen, dass Butuan die älteste befestigte Siedlung auf den Philippinen ist.
Der Islam auf den Philippinen kam im 14. Jahrhundert in Mindanao an und verbreitete sich in südliche Teil der Insel. Das Sultanat von Sulu wurde 1450 gegründet und bestand bis ins frühe 20. Jahrhundert. Das Sultanat von Maguindanao hatte um 1690 seine Hochzeit.
Insgesamt ist die Geschichte Mindanaos wie die des gesamten Archipels der Philippinen wechselhaft und von Konflikten und Kolonisation geprägt. Nach Jahrhunderten Spanischer Herrschaft fiel die Insel an die USA. Mindanao selbst war zu dieser Zeit noch vergleichsweise dünn besiedelt, jedoch war die Region durch ihre Naturschätze wirtschaftlich von höchstem Interesse. Um die Kontrolle über die zu dieser Zeit bestehenden Sultanate Sulu und Maguindanao zu erlangen fängte eines langen Konfliktes um Landrechte und Bodenschätzewurde an und gab es der De-facto-Enteignung der örtlichen Bevölkerung. Obendrein wurde jegliche Landvergabe durch die herrschenden Sultane von der Zentralregierung in Manila für nichtig erklärt.
In den 1950er-Jahren wurde die systematische Einwanderung christlicher Siedler nach Mindanao durch die philippinische Zentralregierung in Manila gefördert. Die muslimischen Einwohner wurden damit in ihren angestammten Gebieten zur Minderheit. Die Muslime leben vornehmlich im Süden der Insel und dort treten auch immer wieder Rebellen in Erscheinung (Siehe: Konflikt auf den Südphilippinen). Die MNLF (Moro National Liberation Front) setzt sich für einen autonomen Moslemstaat ein, der aus den Inseln Mindanao, Palawan, Basilan und dem Sulu-Archipel bestehen soll. Obwohl am 2. September 1996 bereits einmal ein Friedensabkommen zwischen dem damaligen Präsidenten Ramos und den Rebellenführern geschlossen wurde, flammen immer wieder Unruhen auf. Die MILF (Moro Islamic Liberation Front) und Abu Sayyaf machen durch terroristische Taten, beispielsweise durch die Entführung ausländischer Touristen auf der Insel Jolo im Jahre 2000, auf sich aufmerksam.
[Bearbeiten] Sprache
Auf Mindanao werden Cebuano, Chabacano, Tausug, Maguindanao, Bisaya und Hiligaynon gesprochen.
[Bearbeiten] Religionen
Ca. 63% der Bewohner Mindanaos sind Christen, 59% katholisch und 4 % protestantisch, ca. 32% sind Muslime. Damit hat Mindanao landesweit den größten Anteil an islamischen Gläubigen, die vornehmlich im Süden der Insel leben. Die restlichen fünf Prozent gehören dem Animismus oder anderen Religionen an.
Im Süden der Insel wurde Anfang der siebziger Jahre eine kleine Wildbeuterhorde, die Tasaday, im Regenwald als neuentdeckter Steinzeitstamm ausgegeben, eine Annahme die sich später als falsch erwies.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Wie in weiten Teilen des südostasiatischen Archipels wird auch auf Mindanao Reis angebaut, trotzdem deckt die Eigenproduktion nicht den wachsenden Verbrauch der Bevölkerung. Außerdem werden Weizen, Kaffee, Zuckerrohr und Baumwolle angebaut. Die Früchte Mango, Kokosnuss, Bananen, Ananas und Papaya spielen landwirtschaftlich ebenfalls ein Rolle, ebenso der eßbare Eibisch. Des Weiteren gibt es Gummibaumplantagen, Okra, Camote und die Abaca-Pflanze, eine Bananenart aus deren Fasern „Manilahanf“ gewonnen wird.
Wirtschaftlich bedeutender sind die, teilweise noch unerschlossenen, Bodenschätze; beispielsweise sind die Philippinen Asiens wichtigster Goldproduzent. Außer Gold kommen auf Mindanao auch die Metalle Kupfer, Aluminium, Nickel, Mangan, Eisenerz, Chromeisenerz, Silber und Cobalt vor. Nichtmetallische Bodenschätze sind Lehm, Steine, Sand, Kalkstein, Salz, Kies, Basalt, Andesite, Quarz, Guano, und auch Opale.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Auf der großen Insel Mindanao gibt es eine ganze Reihe touristisch interessanter Orte z. B. Wasserfälle wie die Cotabato Falls, Maria Christina Falls (Twin Falls), Lumakot Waterfalls oder die Cathedral Falls. Oder in der Provinz Zamboanga del Norte gibt es an der Sinipang Bucht viele schöne Strände und für Unterwasserfreunde zahlreiche Korallen. Auch in anderen Provinzen gibt es berühmte Strände wie z. B. Apo Beach, Talomo Beach, Mabua Beach, Tandag Beach oder Tanbis Beach. Ebenfalls einen Besuch wert sind die drei größten Seen der Insel der Lake Lanao, der Lake Mainit und Lake Sebu. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Bukagan Hügel, das Fort Santiago, die Macahambus Höhle, die Aguinaldo Perlenzuchtfarm, die Atlas-Minen, die Firma Dole, die Santos-Fischteiche und der eiserne Berg. Für Wanderfreunde ist eine viertägige Besteigung des Mount Apo sicher eine schöne Herausforderung. Weiterhin sehenswert ist die nördlich gelegene Insel Camiguin mit ihren vier Vulkanen.
[Bearbeiten] Siehe auch
Zamboanga Peninsula: Zamboanga del Norte | Zamboanga del Sur | Zamboanga Sibugay
Northern Mindanao: Bukidnon | Camiguin | Lanao del Norte | Misamis Occidental | Misamis Oriental
Davao Region: Compostela Valley | Davao del Norte | Davao del Sur | Davao Oriental
SOCCSKSARGEN: Cotabato | Sarangani | South Cotabato | Sultan Kudarat
Caraga: Agusan del Norte | Agusan del Sur | Dinagat Islands | Surigao del Norte | Surigao del Sur
ARMM: Basilan | Lanao del Sur | Maguindanao | Sulu | Tawi-Tawi | historisch: Shariff Kabunsuan
7.5438888888889124.94055555556Koordinaten: 7° 33′ N, 124° 56′ O

