Pasching

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Hauptseite
Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in Oberösterreich. Für den österreichischen Musical-Darsteller siehe Martin Pasching.
Wappen Karte
Wappen von Pasching
Pasching (Österreich)
DEC
Pasching
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Oberösterreich
Politischer Bezirk Linz-Land (LL)
Fläche 12,48 km²
Koordinaten 48° 16′ N, 14° 12′ O48.25888888888914.202777777778295Koordinaten: 48° 15′ 32″ N, 14° 12′ 10″ O
Höhe 295 m ü. A.
Einwohner 6529 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 523 Einwohner je km²
Postleitzahl 4061
Vorwahlen 07221, 07229
Gemeindekennziffer 4 10 17
AT312
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Leondinger Straße 10
4061 Pasching
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Peter Mair (SPÖ)
Gemeinderat (2003)
(31 Mitglieder)
18 SPÖ, 8 ÖVP,
3 Grüne, 1 FPÖ, 1 Liste Kainz
Lage der Marktgemeinde Pasching
Pasching, gotische Pfarrkirche
Pasching, gotische Pfarrkirche

Pasching ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Linz-Land im Zentralraum mit 7055 Einwohnern. Der zuständige Gerichtsbezirk ist Traun. Die Gemeinde Pasching ist ein wirtschaftliches Zentrum des Bezirkes Linz-Land geworden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Pasching liegt auf 295 m Höhe im oberösterreichischen Zentralraum, am Südwestrand von Linz. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 5,8 km, von West nach Ost 4,6 km. Die Gesamtfläche beträgt 12,5 km². 5,6 % der Fläche sind bewaldet, 74,4 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

[Bearbeiten] Ortsteile

Ortsteile der Gemeinde sind: Aistenthal, Langholzfeld, Pasching, Thurnharting, Wagram.

[Bearbeiten] Wappen

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: In Grün ein goldener Schrägslinksbalken, darin ein schwarzes Eisenbahngleis, begleitet oben von einem silbernen Ochsenhorn mit Grind und Ohren, unten von einer rot-silber gespaltenen Scheibe. Die Gemeindefarben sind Grün-Gelb.

  • Der grüne Hintergrund symbolisiert sowohl die Landwirtschaft als auch die Aufbautätigkeit der Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg.
  • Der golden/gelbe Schräglinksbalken mit Eisenbahnlinie symbolisiert die Pferdeeisenbahn, die früher durch Pasching führte, und die heutige Westbahn.
  • Das Ochsenhorn stellt die vermutlich schon in prä-römischer Zeit benutzte „Ochsenstraße“ dar, die später Teil des Donaulimes war.
  • Die gespaltene rot-silberne Scheibe ist ein Ausschnitt aus dem Wappen der „Aczpekh“, einem im 14. Jahrhundert in den Ortschaften Aistenthal und Thurnharting angesiedelten Ritter- und Pflegergeschlecht.

[Bearbeiten] Geschichte

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Die Gemeindeteile Langholzfeld und Wagram wurden zwischen 1950 und 1965 zumeist von Heimatvertriebenen (aus Batschka, Banat, Siebenbürgen sowie Böhmen und Mähren) besiedelt.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 31 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2003 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 18 SPÖ – stellt den Bürgermeister
  • 8 ÖVP
  • 3 Grüne
  • 1 FPÖ
  • 1 Liste Kainz (früher SPÖ, trat mit eigener Liste gegen Ex-Bürgermeister Fritz Böhm an)

[Bearbeiten] Bürgermeister

Bürgermeister ist Peter Mair (SPÖ). Er wurde in der Stichwahl am 8. Juli 2007 mit 58 % der Stimmen gegen Franz Eßbichl (ÖVP) gewählt[1]. In der Wahl vom 1. Juli 2007 hatte er zwar die relative, nicht aber die absolute Mehrheit erringen können.

Die Neuwahl war notwendig geworden, nachdem der frühere Bürgermeister Fritz Böhm (SPÖ) am 5. April 2007 nach 17 Jahren aufgrund einer Affäre um sein Gehalt vom Amt zurück getreten war[2]. Interimistischer Bürgermeister von April bis Juli war Werner Ebenbichler (SPÖ).

Vizebürgermeister
  • Werner Ebenbichler (SPÖ)
  • Maximilian Pieringer (SPÖ)
  • Franz Eßbichl (ÖVP)

[Bearbeiten] Gemeindevorstand

  • Werner Ebenbichler (Vizebürgermeister und Fraktionsobmann, SPÖ)
  • Franz Essbichl (Vizebürgermeister, ÖVP)
  • Peter Mair (Bürgermeister, SPÖ)
  • Max Pieringer (Vizebürgermeister, SPÖ)
  • Peter Rabeder (Gemeindevorstand, SPÖ)
  • Hannes te Best (Gemeindevorstand und Fraktionsobmann, ÖVP)
  • Franz Waltenberger (Gemeindevorstand, SPÖ)

[Bearbeiten] Wahlen

Die Bürgermeisterwahl 2007 endete wie folgt:

  • Peter Mair (SPÖ): 1395 Stimmen
  • Franz Eßbichl (ÖVP): 790 Stimmen
  • Franz Kainz (KAINZ): 730 Stimmen
  • Brigitte Zettl (FPÖ): 126 Stimmen

Da Peter Mair zwar die erste Wahl gewonnen hatte, jedoch nicht die vorgeschriebene absolute Mehrheit erreichte, musste eine Stichwahl eine Woche später abgehalten werden.

  • Peter Mair (SPÖ): 58 %
  • Franz Eßbichl (ÖVP): 42 %

[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 942
1880 1023
1890 1118
1900 1082
1910 1110
1923 1203
1934 1408
1939 1372
1951 1700
1961 4748
1971 6081
1981 6325
1991 6062
2001 6123
2007 7055

Der sprunghafte Anstieg der Bevölkerung zwischen 1951 und 1971 ist insbesondere der Ansiedelung von Heimatvertriebenen (Batschka, Banat, Siebenbürgen, Böhmen und Mähren) in den Gemeindeteilen Langholzfeld und Wagram im Süden der Gemeinde zu erklären. Seit damals hält sich die Einwohnerzahl relativ konstant bei knapp über 6000.

[Bearbeiten] Verkehr

Pasching liegt verkehrsgünstig an den westlichen Ausfahrtsstraßen der Landeshauptstadt Linz. Durch das Gemeindegebiet führen etwa die Wiener Straße B 1 und die Kremstal Straße B 139, in der näheren Umgebung befinden sich die Autobahnen A 1 und A 25 mit guter Anbindung an das Paschinger Straßennetz. Auch der Flughafen Linz befindet sich nur wenige Kilometer vom Paschinger Ortszentrum entfernt. Durch die Westbahn und die Linzer Lokalbahn kann Pasching mit Zügen erreicht werden. Auch Linienbusse der Unternehmen Linz AG (Linien 43, 15, 17), Wilhelm Welser Verkehrsbetriebe Traun, Wilia und Postbus erschließen das Gemeindegebiet.

Der enorme Anstieg an Verkaufsflächen der Gewerbebetriebe brachte auch einen ebenso großen Anstieg des Verkehrsaufkommens, weshalb die meist nur einspurig ausgebauten Straßen zu den Einkaufszonen tagsüber oft überlastet sind und mittlerweile zu einem massiven Problem für Pasching geworden sind. Insbesondere die einspurige Kremstal Straße B 139, die als „Einkaufsmeile“ eine Vielzahl an Geschäften und Einkaufszentren beherbergt, leidet unter einem untragbar hohen Verkehrsaufkommen. Für diese Straße wurde daher eine Umfahrung zwischen dem Weingartshof in Leonding und dem Ritzlhof in Ansfelden geplant. Diese ist teilweise bereits umgesetzt. Die erste Teiletappe auf Paschinger Gebiet der sogenannten B 139 neu ist bereits in Betrieb. Diese führt derzeit auf Paschinger Gemeindegebiet aber nur von der Wiener Straße bis zum sogenannten Flughafenkreisverkehr, mit Anschluss an das dortige Gewerbegebiet. Eine Weiterführung bis zum Weingartshof in Leonding (Baulos Doppl II) ist geplant, wurde vom Paschinger Gemeinderat und den zuständigen Behörden auf Landesebene aber noch nicht endgültig genehmigt.

Ebenfalls soll die Linzer Straßenbahn vom Linzer Hauptbahnhof über Leonding und Pasching weiter nach Traun verlängert werden. Mit der Errichtung des ersten Abschnittes bis an die Paschinger Gemeindegrenze könnte bereits 2008 oder 2009 begonnen werden.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Aufgrund der Nähe zur Landeshauptstadt Linz und der verkehrsgünstigen Lage im Zentralraum haben sich vieler Betriebe des Handels, Gewerbes und der Kleinindustrie in Pasching angesiedelt. Insbesondere entlang der Wiener Straße (B 1) und Kremstal Straße (B 139) entstanden so neue Gewerbegebiete.

In den 1990er wurde die Kremstal Straße zur „Einkaufsmeile“. Innerhalb weniger Kilometer wurden hier drei Einkaufszentren und eine Vielzahl weiterer Geschäfte errichtet. Das größte Einkaufszentrum, die PlusCity, liegt auf Paschinger Gemeindegebiet. Sie entstand aus dem „Plus Kaufland“ und gehört zu den größten Einkaufszentren in Österreich.

Insgesamt bestehen in Pasching 800 Unternehmen mit insgesamt 3700 Mitarbeitern (2006). Ein Unternehmen in Pasching zählt mit mehr als 200 Mitarbeitern als Großunternehmen, 7 Betriebe verfügen über mehr als 100 Mitarbeiter.

[Bearbeiten] Medien

Druckzentrum der Oberösterreichischen Nachrichten

Die Oberösterreichischen Nachrichten betreiben ein Druckzentrum in Pasching.


[Bearbeiten] Religion

In Pasching befinden sich zwei römisch-katholische Kirchen, die Pfarrkirche Pasching und die Pfarrkirche Langholzfeld.

Von den 6123 Einwohnern bekennen sich 4275 zum katholischen, 564 zum evangelischen Glauben. 232 Bürger bekennen sich zum Islam, 114 sind christlich-orthodox, 111 von anderen Glaubensrichtungen, 76 unbekannt. Die 751 Bürger ohne Glaubensbekenntnis stellen die zweitgrößte Gruppe dar.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

  • "Heilig-Kreuz-Kirche": auch Pfarrkirche Langholzfeld, 1967 geweiht
  • Pfarrkirche Pasching: gotisch

[Bearbeiten] Kultur

  • Kinocenter: Pasching verfügt über ein Kinocenter (Hollywood Megaplex).

[Bearbeiten] Sport

Die Fußballmannschaft des 1946 gegründeten ASKÖ Pasching stieg 2002 in die Fußball-Bundesliga auf. Der Club feierte auch international Erfolge: 2003 erreichte die Mannschaft im UI-Cup nach einem beeindruckenden 4:0-Heimsieg über Werder Bremen im Semifinale sogar das Finale, wo sie dann nur knapp am FC Schalke 04 scheiterte. Mit dem 3. Platz am Ende der Bundesligasaison 2003/04 erreichte die Mannschaft einen UEFA-Cup-Platz. In der 2. Qualifikationsrunde schieden die Paschinger nur aufgrund der Auswärtstorregel gegen Zenit St. Petersburg aus. Mit Ende der Saison 2006/07 wandert der Bundesligaverein allerdings nach Klagenfurt ab, wo er nun als SK Austria Kärnten spielt.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten] Quellen

  1. http://www.nachrichten.at/regional/569302
  2. Bürgermeister Böhm tritt zurück, ooe.orf.at, 5. April 2007

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Pasching – Bilder, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen