Polia serratilinea

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Polia serratilinea

Polia serratilinea

Systematik
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Überfamilie: Noctuoidea
Familie: Eulenfalter (Noctuidae)
Unterfamilie: Hadeninae
Gattung: Polia
Art: Polia serratilinea
Wissenschaftlicher Name
Polia serratilinea
(Ochsenheimer, 1816)

Polia serratilinea ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flügelspannweite der in Mitteleuropa vorkommenden Falter beträgt 37 bis 45 Millimeter. Asiatische Exemplare können Flügelspannweiten bis zu 60 Millimeter erreichen.[1] Die ziemlich eintönige Grundfärbung der Vorderflügeloberseite variiert regional von hellgrau bis zu dunkel braungrau. Ring- und Nierenmakel heben sich nur undeutlich ab, sind meist grau gefüllt und zuweilen mit einem kleinen dunklen Fleck in der Mitte versehen. Zapfenmakel sind ebenfalls sehr undeutlich. Die Querlinien sind dunkelbraun und stark gezackt. Die Hinterflügeloberseite ist zeichnungslos graubraun.

Ei, Raupe, Puppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ei hat eine halbkugelige Form und eine stark abgeflachte Basis. Es hat eine hell rötliche Farbe und ist mit vielen gewellten Längsrippen überzogen. Ausgewachsene Raupen sind rötlich braun bis graubraun gefärbt und dunkelbraun marmoriert. Die Puppe ist rotbraun und mit zwei Spitzen am schaufelförmigen Kremaster versehen.[2]

Ähnliche Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Birken-Blättereule (Polia hepatica), die Hauhechel-Blättereule (Polia bombycina) sowie die Waldstauden-Blättereule (Polia nebulosa) unterscheiden sich alle durch dunkle Flecken in der Submarginalregion der Vorderflügel.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polia serratilinea ist in Mitteleuropa lückenhaft verbreitet, in erster Linie in Alpennähe. Sie kommt auch im Osten Russlands bis zum Ural vor. Die asiatischen Populationen sind in mehrere Unterarten aufgeteilt, deren Lebensraum bis ins Hochgebirge reicht. Die Art lebt bevorzugt in offenen Graslandschaften und Steppen sowie an felsigen Berghängen.

Unterarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der in Mitteleuropa vorkommenden Nominatform Polia serratilinea serratilinea sind fünf weitere Unterarten bekannt:[1]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polia serratilinea bildet eine Generation pro Jahr. Die nachtaktiven Falter fliegen je nach der Höhenlage des Vorkommens zwischen Mai und August und besuchen künstliche Lichtquellen. Die Raupen ernähren sich von verschiedenen krautigen Pflanzen, bevorzugt von den Blüten des Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) oder von Kuhschellen-Arten (Pulsatilla).[3] Tagsüber halten sie sich unter Moos versteckt auf. Sie überwintern und verpuppen sich im Frühjahr des folgenden Jahres in der Erde.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hermann Hacker, László Ronkay & Márton Hreblay: Noctuidae Europaeae Volume 4, Hadeninae I, Entomological Press, Søro 2002, ISBN 87-89430-07-7, S. 52–54
  2. Schmetterlinge und ihre Ökologie
  3. Walter Forster, Theodor A. Wohlfahrt: Die Schmetterlinge Mitteleuropas. Band 4: Eulen. (Noctuidae). Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1971, ISBN 3-440-03752-5, S. 68.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Polia serratilinea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien