Regen (Fluss)

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Regen
Daten
Lage Deutschland
Gewässerkennzahl 152
Länge 169 km (mit Schwarzem Regen)dep1
Quelle Bayerischer Wald
49° 9′ 33″ N, 12° 49′ 55″ O49.15916666666712.831944444444381
Quellhöhe 381 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-QUELLE_fehlt (553 m S.Regen, 580 m W.Regen)
Mündung Donau49.02361111111112.107777777778325Koordinaten: 49° 1′ 25″ N, 12° 6′ 28″ O
49° 1′ 25″ N, 12° 6′ 28″ O49.02361111111112.107777777778325
Mündungshöhe 325 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehlt
Höhenunterschied 56 m
Flusssystem Donau
Einzugsgebiet 2953 km²
Abflussmenge MQ: 37,8 m³/s am Pegel Marienthal (87,8 % des gesamten Einzugsgebietes)dep1
Rechte Nebenflüsse Chamb
Linke Nebenflüsse Aitnach, Perlbach, Teisnach
Durchflossene Stauseen Trinkwassertalsperre Frauenau, Regener See, Höllensteinsee, Blaibacher See
Großstädte Regensburg
Kleinstädte Cham, Regen, Roding, Zwiesel, Viechtach, Bad Kötzting

Der Regen (tschechisch Řezná) ist ein 169 km langer Fluss in Ostbayern und Tschechien.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Name

Die Germanen nannten den Fluss Regana. Von den Römern wurde die Bezeichnung leicht abgewandelt übernommen; sie nannten ihn Reganum und Reganus. Im 11. Jahrhundert wurde der Fluss Regin geschrieben.

Über die genaue Bedeutung und Herkunft des Namens gibt es verschiedene Theorien. Mehrere Orte haben einen Bezug zum Flussnamen. So wurde die Stadt Regen nach dem Fluss benannt. Regen als Bestandteil des Ortsnamens haben Regendorf, Regenhütte, Regenpeilstein, Regenstauf und Weißenregen. Dagegen ist der Ortsname Regensburg nur indirekt an den Namen des Flusses angelehnt, da er vom lateinischen Namen Castra Regina (Lager am Regen) abgeleitet ist.

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Quellflüsse

Der Große Regen (Řezná) entspringt am Osthang des Pancíř (Panzer, 1214 m) bei der Siedlung Zadní Pancíř im Böhmerwald und fließt in südwestlicher Richtung über Železná Ruda und Alžbětín bei Bayerisch Eisenstein auf deutsches Staatsgebiet. Die Quelle des Kleinen Regen (Malá Řezná) befindet sich am nordöstlichen Fuße des Großen Rachel am Medvědí hora im Roklanský les (Rachelwald) einen Kilometer von der Bayerischen Grenze entfernt in Tschechien. Der Kleine Regen verläuft nach Nordwesten und durchläuft die Trinkwassertalsperre Frauenau.

In Zwiesel entsteht durch Zusammenfluss von Großem Regen und Kleinem Regen der Schwarze Regen. Zwischen Regen und Viechtach durchfließt er eine abgelegene Landschaft, die gerne als „Bayrisch Kanada“ bezeichnet wird. Hier liegen die beiden Wildwasserabschnitte Bärenloch und Altriegel (Gumpenrieder Schwall), die bei Kanufahrern beliebt sind, aber auch bereits mehrere Todesopfer forderten. Für die beiden Abschnitte ist Erfahrung und Wildwasser-Ausrüstung erforderlich, im Bärenloch sind Rettungsweste und Helm Pflicht[1]. Nach Viechtach durchfließt der Schwarze Regen die beiden Stauseen Höllensteinsee und Blaibacher See.

Der Weiße Regen entspringt dem Kleinen Arbersee.

Der Fluss trägt den Namen Regen ab dem Zusammenfluss des Weißen Regen und Schwarzen Regen bei Pulling zwischen Bad Kötzting und Blaibach, unmittelbar unterhalb der Staumauer des Blaibacher Sees. Bei den Einheimischen werden jedoch die Quellflüsse umgangssprachlich alle als der Regen bezeichnet.

Karte vom Verlauf des Flusses

[Bearbeiten] Fischvorkommen

Der Regen ist sehr fischreich. Allein im Gebiet des Schwarzen Regens kommen folgende Arten vor: Europäischer Aal, Döbel, Europäische Äsche, Bachforelle, Bachsaibling, Barbe, Flussbarsch, Bachschmerle, Brachse, Elritze, Gründling, Güster, Hasel, Hecht, Huchen, Karpfen, Groppe, Ukelei, Moderlieschen, Nase, Regenbogenforelle, Rotauge, Rotfeder, Quappe, Schleie, Schneider, Wels, Zander. Die größte Besonderheit ist der Huchen.

[Bearbeiten] Landschaften

Auf seinem Weg durchfließt der Regen mehrere Landschaften:

[Bearbeiten] Regensenke

Von Zwiesel bis Chammünster durchfließt der (Schwarze) Regen die Regensenke, die den Hinteren Bayrischen Wald im Nordosten vom Vorderen Bayrischen Wald und dem Falkensteiner Vorwald im Südwesten trennt. Der Verlauf des Regens wird, auch nach der Regensenke, immer wieder vom Pfahl beeinflusst.

[Bearbeiten] Naturschutzgebiet Regentalaue

Die Regentalaue bei Pösing während einer der regelmäßigen Hochwasser

In der Cham-Further Senke zwischen Cham und Pösing weitet sich das Flusstal stark, der Fluss mäandert in weiten Schleifen. Hier soll das neue Naturschutzgebiet Regentalaue zwischen Cham und Pösing entstehen.[2]. Das geplante Schutzgebiet wird mit ca 1.480 ha das mit Abstand größte Naturschutzgebiet in der Oberpfalz. Das erste, 10 ha große Schutzgebiet wurde 1974 ausgewiesen, das Kerngebiet des Naturschutzgroßprojektes Regentalaue umfasst 1.776 ha.[3] Die Auenlandschaft mit Erlen- und Weidengesäumten Stillgewässer wie Teichen und Altwässer ist ein wichtiges Rückzugsgebiet für Wiesenbrüter. Hier können Uferschnepfe, Bekassine und Großer Brachvogel in ihrem Brutbiotop beobachtet werden, aber auch Zugvögel wie Kampfläufer, Dunkler Wasserläufer, Grünschenkel oder Singschwäne bei ihrem Durchzug.
Weitere bedeutsame Vorkommen gibt es an Biber, Schwarzhalstaucher, Wachtelkönig, Rotschenkel, Löffler, Blaukehlchen, Eisvogel, Moorfrosch, Laubfrosch und Gelbbauchunke. Auch für Vegetation (z.B. Kleinseggen, Binsen) und seltene Insekten ist das Naturschutzgebiet ein wichtiger Standort.

In Cham-Untertraubenbach gibt es eine Beobachtungsstation mit Aussichtsturm.

[Bearbeiten] Regental

Der Regen bei Roding

Ab Roding durchfließt der Regen eine breite Talsohle, die den Falkensteiner Forst von der Bodenwöhrer Senke trennt. Ab Stefling verengt sich das Tal zunehmend, und knickt bei Marienthal nach Süden ab. In dem engen Talabschnitt bis Hirschling mit seinen steilen Hängen mäandert der Fluss kaum noch. Ab Hirschling bis Regensburg weitet sich das Tal wieder.

Das Regental ist ein sehr warmes Tal, in das aus dem Donauraum zahlreiche wärmeliebende Pflanzen einwandern konnten. Abgesehen von den Tallagen gibt es auch warme Hänge, die auf Granit-Grus Trockenrasen und warme Kiefernwälder tragen. Dazu kommen warme Schluchtwälder bei der Burg Stefling und der Burgruine Stockenfels.

Zum Regental gehören folgende Vegetationsbereiche:

  • Das strömende Wasser
  • Die Altwässer und Anlandungsbecken
  • Die feuchten Ufer und die Auwälder
  • Die Trockenrasen und Trockenhänge
  • Die Silbergrasfluren
  • Die Wälder (Kiefer- und Mischwälder und warme Schluchtwälder)

[Bearbeiten] Mündung

Der Regen in Regensburg

In Regensburg mündet der Regen in die Donau. Nur auf die letzten 440 m wird der Regen durch die Berufsschifffahrt genutzt und ist als Bundeswasserstraße ausgewiesen, allerdings ohne eine eigene Flussstrecke: Von der Donau zweigt bei der Autobahnbrücke A 93 der Europakanal ab, der gut 2 km später in den Regen mündet. Der Abschnitt des Regens von dieser Kanaleinmündung bis zum Zusammenfluss mit dem nördlichen Donauarm oberhalb der Regensburger Nibelungenbrücke zählt als Bundeswasserstraße Regen, wird aber nur von der amtlichen Flusskilometrierung der Donau erfasst (km 2379,24 bis 2378,82)[4].

[Bearbeiten] Nebenflüsse

Eine Auflistung der Regenzuflüsse (Zuflüsse in Quellflüsse des Regens oberhalb Pullig sind extra vermerkt):


Panorama: Der Fluss Regen bei Lappersdorf


[Bearbeiten] Wirtschaft

Das Wasser des Regens wird für die Trinkwasserversorgung und zur Energiegewinnung genutzt. Noch heute sind die Mühlen am Regen zahlreich, obwohl etliche nicht mehr in Betrieb sind und teilweise verfallen. Nach wie vor ist die Holzverarbeitung und Papierherstellung ein wichtiger Wirtschaftszweig.

[Bearbeiten] Das Triften

Seit dem Mittelalter wurde der Regen für die Flößerei genutzt. Ab 1847 war der Fluss bis Zwiesel floßbar. In den Wäldern um Zwiesel entstanden sogenannte „Schwellen“, in denen das Wasser der Zuflüsse aufgestaut wurde. Auch der Kleine Arbersee wurde ab 1885 als Stausee benutzt. Oberhalb Zwiesels wurden die Blöcher an der Triftsperre Fällenrechen gesammelt, sortiert und dann weiter flussabwärts gedriftet. Am meisten gefürchtet war das „Bärnloch“, eine etwa vier Kilometer lange Strecke oberhalb von Teisnach, die mit Felsblöcken übersät war. Dort verhakten sich regelmäßig die Stämme zu Hunderten und mussten erst wieder freigemacht werden. Die Flößerei bis Regensburg und Cham fand durch den Bau des Höllensteinsees 1926 ihr Ende. Bis Ende der 1950er Jahre dauerte die Trift, zuletzt besonders aus dem Zwieseler Gebiet bis zur Papierfabrik Teisnach.

[Bearbeiten] Tourismus

Eine zunehmende Bedeutung erlangt der Tourismus am Regen. Die Region um Nittenau ist Naherholungsgebiet von Regensburg, der Regen ist bekannt als einer der schönsten Bootswanderflüsse Deutschlands und bietet eine gute Infrastruktur für Kanufahrer. Für Wanderer und Radfahrer besteht ein ausgebautes Wegenetz.

[Bearbeiten] Literatur

  • Franz Bogner: Der Regen. Ein Luftbildporträt vom Arber bis Regensburg. Pustet, Regensburg 2007, ISBN 978-3791720548 (Bildband).
  • Bärbel Kleindorfer-Marx (Hrsg.): Der Regen. Kultur und Natur am Fluss. Buch & Kunstverlag Oberpfalz, Amberg 1996, ISBN 3924350566.

[Bearbeiten] Quellen

  1. VO LRA Regen vom 24.07.2007 Nr. 33-641-4
  2. http://www.regierung.oberpfalz.bayern.de/aktuell/presse/pressemitteilung-1853.htm
  3. http://www.bfn.de/0203_regentalaue.html.
  4. Nummerierung der Bundeswasserstraßen auf nokis.org (PDF)
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