Sachsdorf

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Sachsdorf
Gemeinde Klipphausen
Koordinaten: 51° 4′ N, 13° 32′ OKoordinaten: 51° 4′ 6″ N, 13° 32′ 13″ O
Höhe: 250 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Postleitzahl: 01665
Vorwahl: 03521
Karte
Lage der Gemarkung Sachsdorf in Klipphausen
„Saxdorff“ auf einer Karte des Kirchenkreises Dresden vom 18. Jahrhundert
Sachsdorf und seine Nachbarorte auf einer Karte aus dem 19. Jahrhundert
Dorfmühle in Sachsdorf, 1983

Sachsdorf ist ein Ortsteil der Ortschaft Klipphausen in der gleichnamigen Gemeinde im Landkreis Meißen, Sachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachsdorf liegt im als Wilsdruffer Land bezeichneten Teil des Meißner Hochlands. Das Dorf ist umgeben von den anderen zu Klipphausen gehörenden Ortsteilen Hühndorf im Osten, Kleinschönberg im Nordosten und Klipphausen selbst im Nordwesten. Südlich benachbart liegt die Stadt Wilsdruff.

Landwirtschaftlich genutzte Hochflächen umgeben das Dorf, das in einem flachen Seitentälchen der Wilden Sau liegt, die den Ort von Klipphausen trennt. Durch den Süden der Sachsdorfer Flur verläuft in Ost-West-Richtung die Bundesautobahn 4 und bildet in etwa die Grenze zu Wilsdruff.

Ev.-Luth. Kapelle in Sachsdorf

Der Ortskern des Straßenangerdorfs liegt entlang der Hühndorfer Straße. Nahe dem Abzweig der Wilsdruffer Straße steht eine 1796 neu erbaute kleine Kapelle,[1] am östlichen Ende des Orts steht die Klipphausener Grundschule.[2] An den ÖPNV ist Sachsdorf durch die Buslinien 331 des Regionalverkehrs Dresden sowie 428 der Verkehrsgesellschaft Meißen angebunden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde der Ort 1350 als „Sachsendorf“. Namensgeber ist damit entweder der Stammesverband der Sachsen oder ein Lokator, dessen Name von diesem Stammesnamen abgeleitet wurde. In den folgenden Jahrhunderten verbürgte Schreibweisen sind „Saxindorf“, „Sachsendorff“ und „Sachsdorff“.[3]

Um das Dorf, dessen Bewohner sich ihr Einkommen in der Landwirtschaft verdienten, erstreckte sich eine 458 Hektar große Gelängeflur. Mit der Dorf-, der Reger- und der Schloßmühle waren auch drei Wassermühlen in Betrieb. Eingepfarrt war Sachsdorf zunächst nach Weistropp, seit 1903 nach Wilsdruff. Die Grundherrschaft übten die jeweiligen Besitzer des Ritterguts im benachbarten Klipphausen aus, die Verwaltung oblag jahrhundertelang dem Erbamt Meißen. Im Jahre 1856 war Sachsdorf zum Gerichtsamt Wilsdruff gehörig und kam danach zur Amtshauptmannschaft Meißen, aus der der gleichnamige Landkreis hervorging. Seine Eigenständigkeit verlor Sachsdorf am 1. Juli 1950 durch seine Eingemeindung nach Klipphausen.[4]

Mehrere Gebäude im Ort sind als Kulturdenkmal geschützt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1551 26 besessene Mann, 37 Inwohner
1764 28 besessene Mann, 1 Gärtner, 2 Häusler
1834 250
1871 312
1890 295
1910 274
1925 284
1939 264
1946 333
1950 siehe Klipphausen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Sachsdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 41. Heft: Amtshauptmannschaft Meißen-Land. C. C. Meinhold, Dresden 1923, S. 446.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sachsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Kapelle Sachsdorf gehört heute zum Kirchspiel Wilsdruffer Land.
  2. Website der Grundschule Klipphausen.
  3. Ernst Eichler/Hans Walther: Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Bd. 2, Berlin 2001. S. 328.
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt