Saul Bass

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Saul Bass (* 8. Mai 1920 in New York, NY; † 25. April 1996 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Typograf, Grafikdesigner, Fotograf und Filmemacher.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Bass studierte von 1936 bis 1939 an der Art Students League und 1944/45 am Brooklyn College in New York. Zwischenzeitlich war er als freier Designer tätig und gründete 1946 das Designstudio Saul Bass & Associates in Los Angeles (bis 1980). Ab 1981 Bass Yager & Associates.

[Bearbeiten] Werk

Saul Bass zählt zu den innovativsten Designern und Filmemachern seiner Zeit. So sind seine Plakatentwürfe und Logoentwürfe für Filme wie z. B. Bonjour tristesse, Der Mann mit dem goldenen Arm oder Exodus des Regisseurs Otto Preminger wegweisend. Überdies schuf er über 40 Filmtitel (Motion-Design), z. B. für Alfred Hitchcocks Psycho und Vertigo.

1974 drehte er seinen einzigen eigenen Spielfilm: Phase IV handelt von einem Ameisenstaat in der Wüste von Arizona, der durch kosmische Strahlung mutiert und in der Nähe gelegene Menschensiedlungen angreift. Zwei Wissenschaftler versuchen von einem Forschungslabor aus, Kontakt zu den intelligenten Tieren aufzunehmen, haben gegen die Überzahl der Gegner letztendlich aber keine Chance. Während der Entdecker des Phänomens, Ernest Hubbs (Nigel Davenport), stirbt, wird sein Kollege James Lesko (Michael Murphy) zusammen mit einer vorher geretteten jungen Frau (Lynne Frederick) von den Ameisen unterjocht, um vielleicht eine neue Rasse unter der Herrschaft der Ameisen zu gründen. Neben der angenehm wenig reißerischen Inszenierung bleiben vor allem die fantastischen Insektenaufnahmen von Ken Middleham (Die Hellstrom-Chronik, Feuerkäfer) in Erinnerung.

Im Jahr 1964 war Saul Bass Teilnehmer der documenta III in Kassel. Bass wurde 1969 mit einem Oscar für den Dokumentarfilm Why man creates ausgezeichnet. 1978 wurde er in die New York Art Directors Hall of Fame aufgenommen und 1988 mit dem Lifetime Achievement Award des Art Directors Club Los Angeles für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Die Filmtitel und Trailer von Bass in den 1960er Jahren gelten als ebenso stilprägend wie die Vorspänne des Titeldesigners Maurice Binder in den früheren James-Bond-Filmen.

Saul Bass hatte eine besondere Beziehung zu Alfred Hitchcock. Er hat nicht nur viele Filmtitel und Plakate für ihn entworfen, sondern auch bei seinen Filmen mitgewirkt. Seine maßgebliche Mitarbeit an der legendären Duschszene in Psycho ist inzwischen mit Storyboards und Skizzen belegt. Weitere wichtige Regisseure, für die Bass Filmtitel und gelegentlich auch Plakate entwarf, sind Otto Preminger und Martin Scorsese. Für Preminger gestaltete Bass sämtliche Filmtitel von 1954 (Carmen Jones) bis 1979 (Der menschliche Faktor, Premingers letztes Werk). Am Ende von Bass' Karriere entstand eine kurze, aber fruchtbare Zusammenarbeit mit Martin Scorsese, der für Cape Fear (1991), ein Remake eines Thrillers der früher 1960er Jahre, nicht nur die damalige Filmkomposition nutzte, sondern auch optisch etwas Entsprechendes suchte – und mit Bass fand. Bass gestaltete noch kurz vor seinem Tode mit seiner Frau Elaine den vielbeachteten Vorspann zu Scorseses Casino (1995).

[Bearbeiten] Schriftentwürfe

  • 1982: Rainbow Bass

[Bearbeiten] Literatur

  • Joe Morgenstern: Saul Bass: A Life in Film Design. Stoddart, Santa Monica 1997, ISBN 1-881649-96-2. (englisch)
  • Tomislav Terek: Saul Bass on Titles: Film Titles Revealed. Defunkt Century 2001, ISBN 1-903792-00-2. (englisch)
  • Pat Kirkham, Martin Scorcese: Saul Bass. Yale University Press 2008, ISBN 978-0-300-10372-4. (englisch)

[Bearbeiten] Weblinks

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