Schweigeminute

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Dieser Artikel beschreibt die Schweigeminute im Sinne einer Gedenkminute. Für die gleichnamige Novelle siehe Schweigeminute (Siegfried Lenz).

Eine Schweigeminute, auch Gedenkminute, ist die laizistische Form des Gebets. Sie ist ein Zeitabschnitt von einigen Sekunden bis hin zu mehreren Minuten, in denen die Betreffenden in ihren Alltagsabläufen und -tätigkeiten innehalten und still eines oder mehrerer Toter gedenken. Sie ist die öffentliche Bekundung der Trauer und des Mitgefühls für die Opfer und Hinterbliebenen schwerer Unglücksfälle (z. B. Naturkatastrophen, schwere Verkehrsunfälle, Terroranschläge), aber auch beim Tod prominenter Persönlichkeiten. Manche proklamierte Gedenkminute hat zudem den Charakter einer Demonstration, insbesondere im Falle des Gedenkens an die Opfer von Gewaltverbrechen.

Es wird z. B. beim Tod eines herausragenden Sportlers eine Schweigeminute im Stadion eingelegt, oder beim Tod eines Staatsmannes erfolgt eine Schweigeminute im Parlament.

Die Schweigeminute ist ein Mittel, das auch solche Personen zum Ausdruck ihrer Verbundenheit nutzen können, die den Opfern und Hinterbliebenen nicht persönlich nahestehen und daher nicht auf dem üblichen Wege kondolieren können. Sie kann aber auch genutzt werden, um das Geschehene zu verinnerlichen. Ebenso können auch nicht religiöse Personen diese Form der Anteilnahme – anstelle des Gebets – ausüben. Um die Einhaltung einer Schweigeminute wird meist von hohen Politikern oder Verbandsvertretern gebeten. Das während der Schweigeminute innehaltende öffentliche Leben soll den Einschnitt symbolisieren, den der Unglücks- bzw. Todesfall hervorgerufen hat.

Siehe auch: Trauerbeflaggung, Gedenktag

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