Singakademie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Singakademie - ursprünglich eine Besonderheit des deutschsprachigen Raums - bezeichnet eine größere gemischte Chorvereinigung, deren eigentlicher Zweck darin besteht, zunächst im internen Kreis große, bedeutende Musikwerke - meist Oratorien bekannter Meister - zu studieren, sich daran zu bilden und eine gehobene Geselligkeit zu pflegen. Die Veranstaltung von öffentlichen Konzerten war dabei eher zweitrangig.

Carl Friedrich Christian Fasch, Stifter der ersten Singakademie, Marmorbüste nach Faschs Totenmaske von Gottfried Schadow

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam es in vielen Städten Deutschlands zur Gründung von Singakademien. Die Bildung derartiger Vereinigungen stand im engen Zusammenhang mit der Entwicklung eines bürgerlichen Musiklebens. Die erste Singakademie (Sing-Akademie zu Berlin) gründete Carl Friedrich Christian Fasch im Jahre 1791.

Die Bezeichnung Singakademie ist ursprünglich mit der Historie dieses weltweit ersten gemischten Chores verbunden und entstand, nachdem die Berliner Chorvereinigung unter Fasch ihren Probenraum 1793 in die Königliche Akademie der Künste verlegte.

Weitere gemischte Chöre, die die Bezeichnung Singakademie übernahmen, entstanden u. a. in Leipzig (1802), Dresden (1807), Halle & Hamburg (1814), Frankfurt am Main (1818), Breslau (1825) und Wien (1858).

Es existieren heute folgende bedeutende Singakademien im deutschsprachigen Raum:

Singakademie oder Sing-Akademie ist zudem - wegen des Bezugs auf Erbauer und Eigentümer Sing-Akademie zu Berlin - eine oft verwendete Bezeichnung für das Gebäude, in dem heute in Berlin das Maxim-Gorki-Theater Berlin residiert.

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen