Sterndurchgang

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Als Sterndurchgang (engl. star transit) wird in der Astronomie und Geodäsie die Passage eines Sterns durch das Gesichtsfeld eines Fernrohrs bezeichnet.

2°-Sternfeld und Sterndurchgänge am Vertikalfaden

Das Bild zeigt 2 helle Sterne am beleuchteten Vertikalfaden (Bewegung nach rechts, Fernrohr-Vergrößerung etwa 10-fach): oben genau am Faden, unten gut 1 Sekunde nach dem Durchgang. Die 2 schwächeren Sterne links bewegen sich am Horizontalfaden entlang. Bei so schwacher Vergrößerung lässt sich die Durchgangszeit nur auf etwa 0,5 s genau messen, was rund 5 " entspricht.

Die Messung solcher Durchgänge durch ein Fadennetz ist die Basis vieler Methoden der Astrometrie und Astrogeodäsie - unabhängig davon, wie man die Durchgänge beobachtet:

  1. visuell (meist früher): Genauigkeit je nach Größe des Messinstruments 0,1 " bis 2 " ; Zeitnehmung mit digitalen Stoppuhren auf etwa 0,05-0,2 Sekunden
  2. mit CCD- und anderen elektro-optischen Sensoren: wie oben, doch Zeit oft genauer
  3. halbautomatische Spezialgeräte: Fotografie oder "unpersönliches Mikrometer", etwa 2 x besser als Nr. 1
  4. mit Scanning-Methoden: an Astrometriesatelliten wie Hipparcos auf etwa 0,01 ".

Sterndurchgänge dienen auch noch für andere Zwecke, etwa

Spezielle astrogeodätische Instrumente besitzen ein ganzes System von parallelen Messfäden - zum Beispiel hat das Ni2-Astrolab eine 20-fache Strichplatte. Wird nun ein Sterndurchgang durch dieses Netz beobachtet und der "Einzelfaden" ist ± 0,1 s genau, dann ist der Mittelwert von 20 Fäden nach dem Gauß'schen Wurzelgesetz bereits 0,022 s (oder 0,3 ") genau. Auf diese Art konnte man schon vor 100 Jahren Sternpositionen präziser messen, als im Fernrohr ein enger Doppelstern zu trennen wäre. In den 1990ern waren für tausende Sterne des FK5 bereits ± 0,1 " möglich.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Sternbedeckungen November 2003 durch Saturn, Saturnringe und Titan.

[Bearbeiten] Fachliteratur und Weblinks

  • K. Ramsayer, 1969: Geodätische Astronomie, Band IIa des Handbuchs der Vermessungskunde, Seite 900, J.B.Metzler-Verlag Stuttgart.
  • G. Gerstbach, 1975: Analyse persönlicher Fehler bei Durchgangs-Beobachtungen von Sternen. Geowiss. Mitteilungen Band 7, Seite 51-102, TU Wien.
  • A. Schödlbauer, 2000: Geodätische Astronomie – Grundlagen und Konzepte. Seite 634, De Gruyter-Verlag Berlin/New York.
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