Strategikon des Maurikios

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Das Strategikon des Maurikios ist ein spätantikes Strategikon, das gemeinhin dem oströmischen Kaiser Maurikios zugeschrieben wird.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ursprung

Die Zeit und der Hintergrund seiner Entstehung sind in der Forschung umstritten. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass es vor dem Jahr 630 geschrieben wurde. Debattiert wird in akademischen Kreisen auch die Identität des wahren Autors, den einige Historiker Pseudo-Maurikios nennen. Möglicherweise hat Maurikios das Werk nur angeregt, während sein Bruder Petros oder sein Schwager Philippikos der Verfasser war. Unklar ist auch, ob das Strategikon auf den während der Balkanfeldzüge des Maurikios gesammelten Erfahrungen basiert, oder von den verantwortlichen Feldherren zu diesem Zeitpunkt bereits umgesetzt wurde.

[Bearbeiten] Inhalt

Das Werk stellt eine praktische Anleitung dar, recht „bescheiden und einfach“, wie es dem Sinne nach in der Einleitung heißt; für diejenigen, „die sich den Aufgaben des Generals widmen“. Ziel des Strategikons war die Kodifizierung der von Maurikios geplanten Militärreformen. Diese von Maurikios' Nach-nachfolger Herakleios umgesetzten Reformen hatten bis weit in das 11. Jahrhundert hinein Bestand.

Der Text besteht aus 12 Kapiteln bzw. „Büchern“. Bis auf das 11. Buch befassen sich alle mit Organisation, Ausbildung sowie Zusammenwirken von Fußtruppen und berittenen Truppen, bis hin zu einzelnen Flaggensignalen und Trompetensignalen. Des Weiteren umfasst das Strategikon Anregungen und Pläne zur Aufstellung von Einheiten aus Wehrpflichtigen, die die Söldnerheere ersetzen sollen. Bemerkenswert ist das 11. Buch mit seinen Beschreibungen der Feinde des oströmischen/byzantinischen Reiches: Franken, Langobarden, Awaren, Türken und Slawen. Diese Ausführungen sind auch unter ethnologischen und ethnografischen Gesichtspunkten interessant. Das Strategikon stellt in weiten Teilen auch die Quellen des byzantinischen Wehrdisziplinarrechtes dar, da es eine Liste militärischer Dienstvergehen und die hierzu angemessenen Disziplinarmaßnahmen aufzählt.

[Bearbeiten] Rezeption

Das Strategikon des Maurikios gilt in militärischen Kreisen als die erste und bis zum 2. Weltkrieg einzige ausgeklügelte Theorie des Gefechtes der verbundenen Waffen, jedoch nicht auf Brigadeebene, sondern Bataillonsebene (mittelgriechisch: Tagma). Es zeugt auch vom großen Einfluss des Lateinischen auf die byzantinische Terminologie des Kriegswesens.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Ausgaben

  • Маврикий. Тактика и стратегия. Übersetzt von Hauptmann Zybyschew. St. Petersburg 1903.
  • Maurice's Strategikon: Handbook of Byzantine Military Strategy. Übersetzt von George T. Dennis. Philadelphia 1984, Nachdruck 2001.
  • Das Strategikon des Maurikios (Corpus Fontium Historiae Byzantinae 17, Series Vindobonensis). Bearbeitet von George T. Dennis, übersetzt von Ernst Gamillscheg. Wien 1981.

[Bearbeiten] Sekundärliteratur

  • Eric McGeer: Strategikon of Maurice. In: The Oxford Dictionary of Byzantium. New York/Oxford 1991.
  • Philip Rance: The Fulcum, the late Roman and Byzantine testudo: the Germanization of late Roman Tactics?. In: Greek, Roman and Byzantine Studies 44 (2004), S. 265-326. [1]

[Bearbeiten] Weblinks

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