Yungay (Peru)

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-9.1388888888889-77.7444444444442500Koordinaten: 9° 8′ S, 77° 45′ W

Yungay (Peru)
Yungay (Peru) (Peru)
DEC
Yungay (Peru)
Yungay (Peru)

Yungay (Peru) auf der Karte von Peru

Basisdaten
Staat Peru
Region Ancash
Einwohner 7090 (Berechnung 2005)
Detaildaten
Höhe 2500 m
Stadtvorsitz Cico Fernando Alamo Figueroa
Website www.muniyungay.gob.pe
Christus vor Huascarán
Christus vor Huascarán

Yungay ist eine peruanische Stadt im Departamento Ancash. Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Yungay. Yungay liegt 60 km nördlich der Regionalhauptstadt Huaraz im Callejón de Huaylas (Tal des Rio Santa).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Die Stadt Yungay mit ihren rund 8000 Einwohnern (ca. 20000 leben im Distrikt Yungay) liegt auf rund 2500 Metern Seehöhe im interandinen Längstal des Rio Santa. Der Ort befindet sich somit in der Höhenstufe der Tierra Fría, dem Hauptsiedlungsraum der Anden. Yungay bedeutet in der Sprache der indigenen Bevölkerung (Quechua) so viel wie warmes Tal (Yunkay). Ein landschaftsprägendes Element der Umgebung sind die mit den allochtonen Baumgattungen Eucalyptus und Pinus aufgeforstete Flächen. Die Stadt ist Marktplatz und Handelszentrum für die gesamte Provinz. Als zentraler Ort verfügt Yungay über die Provinzverwaltung, ein Krankenhaus sowie Schulen, und ist zudem Sitz der einzigen Bergrettungsstation Perus. Durch ihre Lage in unmittelbarer Nähe zu Perus höchstem Berg Huascarán, ist die Stadt beliebter Ausgangspunkt für Trekkingtouren in die Cordillera Blanca.

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Yungay Viejo

Das „alte“ Yungay („die Perle der Anden“) wurde am 31. Mai 1970 mitsamt dem Großteil seiner 19.000 Einwohner durch einen gewaltigen Bergsturz vollständig unter Massen von Schlamm und Geröll begraben. Das gleiche Schicksal erlitten die Nachbarorte Ranrahirca und Matacoto.

Yungay Viejo heute

Hervorgerufen durch ein sehr schweres Erdbeben mit der Magnitude 7,8 auf der Richterskala lösten sich große Teile der vergletscherten Nordwestflanke des Huascarán-Massivs, der mit 6768 m höchsten Erhebung Perus. Ungefähr 50 Millionen Kubikmeter Eis, Schlamm und Gestein donnerten mit verheerender Gewalt die Quebrada Llanganuco zu Tal, übersprangen einen 200 m hohen, vermeintlich schützenden Hügelkamm und ergossen sich über nahezu das gesamte Stadtgebiet. Lediglich der auf einem Hügel gelegene Friedhof blieb verschont. Hier überlebten 93 Menschen.

Yungay Norte

Die Gerölllawine legte nach Schätzungen des U.S. Geological Survey bis zu ihrem Stillstand nach etwa 14,5 km in vier Minuten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 220 km/h zurück. Unterschiedlichen Quellen zufolge verloren 12–20.000 Menschen ihr Leben.

Das Areal des zerstörten Yungay wurde bereits nach kurzer Zeit zu einer eindrucksvollen und vielbesuchten Gedenkstätte umgewandelt. Dazu wurde auf dem Friedhof eine Christus-Statue errichtet. Das unversehrte Portal der ansonsten zerstörten Kathedrale und ein mit Gestein ausgefülltes Autobuswrack zeugen von der gnadenlosen Wucht der Katastrophe.

[Bearbeiten] Yungay Norte

Das heutige Yungay wurde nach der Katastrophe von 1970 ca. 1,5 Kilometer nördlich des Unglücksortes wiedererbaut. Es entstand aus einem Lager, welches von Hilfskräften zu Versorgungszwecken nach dem verhehrenden Unglück von 1970 aufgebaut wurde. Ursprüngliche Pläne der Regierung in Lima sahen den Wiederaufbau in einem weiter entfernten Areal vor; die Bevölkerung stemmte sich jedoch gegen diese Pläne.


[Bearbeiten] Literatur

  • Lutz Bormann: Hohe Wege unterm Kreuz des Südens. In: Berge. Nr. 88, Januar / Februar 1998, Olympia-Verlag, Nürnberg, S. 8-26
  • Gerd Möller: Peru und Bolivien 3. Auflage. DuMont Buchverlag, Köln, 1996, ISBN 3-7701-2068-X
  • Alan Murphy: Peru Handbook. (englisch) Footprint Handbook, ISBN 0-8442-2187-2
  • Anthony Oliver-Smith: The Martyred City: Death and Rebirth in the Andes. University of New Mexico Press, ISBN 0-8263-0864-3


-9.1388888888889-77.744444444444Koordinaten: 9° 8′ S, 77° 45′ W

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