Alte Burg (Berka vor dem Hainich)

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Alte Burg
Das Lang Tal und der Burgberg – Ansicht von Westen (Sommer 1990)

Das Lang Tal und der Burgberg – Ansicht von Westen (Sommer 1990)

Staat Deutschland
Ort Berka vor dem Hainich
Entstehungszeit Frühgeschichtlich
Burgentyp Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand Burgstall, Wall und Graben
Geographische Lage 51° 3′ N, 10° 25′ OKoordinaten: 51° 3′ 30″ N, 10° 24′ 41″ O
Höhenlage 400 m ü. NN
Alte Burg (Thüringen)
Alte Burg (Thüringen)
3D-Ansicht des digitalen Geländemodells

Die Alte Burg ist eine abgegangene frühgeschichtliche Befestigungsanlage im westlichen Teil des Nationalpark Hainich.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgstelle befindet sich etwa 3 km (Luftlinie) nordöstlich vom Zentrum des Dorfes Berka vor dem Hainich über dem Langen Tal, durch welches eine mittelalterliche Straße nach Craula führte. Sie liegt dicht oberhalb der Ortswüstung Sülzrieden.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage der Spornburg liegt auf einem 400 m ü. NN hohen nach Westen orientierten Bergsporn, an dessen südöstlicher Flanke eine Altstraße von Berka vor dem Hainich aufsteigend in Richtung Craula und in das Thüringer Becken vorbeiführt. Die Burg war durch Steilabfälle nach drei Seiten und mindestens drei noch in Abschnitten erkennbare Wälle und Gräben vom östlichen Vorgelände getrennt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burganlage ist seit dem 19. Jahrhundert bekannt, wurde aber noch nicht erforscht, da sie in der DDR-Zeit in einem militärischen Sperrgebiet lag. Nach der Sage Die Riesen vom Burgberg befand sich zu Füßen der Burg ein großer Felsbrocken mit darauf erkennbaren Vertiefungen in Form einer Hand. Das als Kultstein anzusprechende Objekt wurde nach Gutbier im 19. Jahrhundert gesprengt, um beim Straßenbau Verwendung zu finden.

Bei der Anlage eines Zuweges zu einem Schießplatz im Hainich wurde 1936 der Reihengräber-Friedhof der Wüstung Sülzrieden am Fuße des Burgberges entdeckt. Die Grabbeigaben belegen nach Rempel, dass die dort Bestatteten der slawischen Bevölkerungsgruppe zuzuordnen sind.

Status[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgstelle ist ein geschütztes Bodendenkmal. Das betreffende Gelände ist Teil des Nationalpark Hainich und wird touristisch genutzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herrmann Gutbier: Der Hainich. (Reprint). Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 1894.
  • Hermann Nebe: Wallburgen in Westthüringen. In: Das Thüringer Fähnlein. Band 2. Jena 1932, S. 70–77.
  • Kurt Langlotz: Götterberge um Eisenach. In: Das Thüringer Fähnlein. Band 8. Jena 1939, S. 459 f.
  • Gemeindeverwaltung Berka v. d. H. (Hrsg.): Berka vor dem Hainich. Ein geschichtlicher Überblick. Frisch, Eisenach 2002, S. 40.
  • Karcher: Große Ausgrabungen bei Berka v.d. Hainich. In: Eisenacher Tagespost. 17. Oktober 1936.
  • Heinrich Rempel: Reihengräberfriedhöfe des 8.–11. Jahrhunderts (Katalog, Nummer 111). In: Universität Jena (Hrsg.): Schriften der Sektion für Vor- und Frühgeschichte. Band 20. Jena 1966.
  • Heinrich Rempel: Die slawische Zeit im Süden der DDR. In: Ausgrabungen und Funde. 3, Heft 4/5. Berlin 1958, S. 287.
  • Harald Rockstuhl / Frank Störzner: Hainich-Geschichtsbuch – Wanderung durch die Geschichte eines Naturerbes. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 3. überarbeitete Auflage 31. Juli 2003, ISBN 978-3-932554-15-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Alte Burg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien