Beatrice Arthur

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Beatrice Arthur, 1987

Beatrice „Bea“ Arthur (* 13. Mai 1922 in New York als Bernice Frankel; † 25. April 2009[1] in Los Angeles, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin und Komikerin. Als bereits etablierte Theaterdarstellerin wurde sie mit den Fernsehserien Maude und Golden Girls in den 1970er und 1980er Jahren populär.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Biografie

[Bearbeiten] Frühe Jahre

Die in Brooklyn, New York, geborene Beatrice Arthur wuchs in Maryland auf. Nach der Highschool und dem Junior College absolvierte sie eine Ausbildung als Medizinlaborantin[2] und meldete sie sich freiwillig zum United States Marine Corps, womit sie zu einem der ersten weiblichen Rekruten wurde.

1946 zog sie wieder nach New York und änderte ihren Vornamen von „Bernice“ in „Beatrice“. Sie studierte Schauspiel bei Erwin Piscator, der sie von da an auch in eigenen Theaterproduktionen besetzte. Ein Jahr später gab sie ihr Debüt mit der Titelrolle des Stückes Lysistrata. Danach wurde sie ins Ensemble des Greenwich Village Theater aufgenommen, mit dem sie u. a. in Huis Clos, Der Widerspenstigen Zähmung, Die Eule und das Kätzchen, Sechs Personen suchen einen Autor und Der Bürger als Edelmann zusammen auftrat. Aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Größe von 177 cm und ihrer tiefen Stimme[1][3] wurde Beatrice Arthur zumeist in Rollen besetzt, die deutlich über ihrem eigentlichen Alter lagen.[4]

In den 1940er Jahren war sie mit Robert Allen Arthur verheiratet, dessen Nachnamen sie ab ihren Auftritten im Greenwich Village Theater behielt.[5] Während ihres Schauspielstudiums lernte sie den späteren Broadwaydarsteller und -regisseur Gene Saks kennen und lieben. Am 28. Mai 1950 heirateten die beiden.

[Bearbeiten] Arbeit in Theater und Fernsehen

Beatrice Arthur (links) mit Angela Lansbury bei den Emmy Awards 1989

Erste Erfahrungen beim Fernsehen sammelte Arthur in den 1950er Jahren durch ihre Auftritte in einigen Aufführungen des Kraft Television Theatre. Mit zahlreichen Theatertourneen durch die Vereinigten Staaten profilierte sie sich bald als eine der vielseitigsten Darstellerinnen.[6] 1954 erhielt sie ihre erste Rolle am Off-Broadway in der Neuaufführung von Bertolt Brechts Dreigroschenoper, die ihr erstmals das Lob der Fachkritiker einbrachte. 1955 trat sie in der Shoestring Revue auf und erhielt ihr erstes Broadway-Engagement als Zweitbesetzung in dem Stück Plain and Fancy. Als die Dreigroschenoper im selben Jahr erneut vom Broadway aufgenommen wurde, erreichte Beatrice Arthur in ihrer Rolle der „Lucy Brown“ schließlich größere Bekanntheit beim US-amerikanischen Theaterpublikum. 1956/57 spielte sie an der Seite von Sid Caesar in dessen Fernsehsictom Caesar's Hour. 1959 hatte sie einen kurzen Auftritt in der Sitcom The George Gobel Show sowie die erste ihrer wenigen Filmrollen in der Produktion That Kind of Woman. Zu Beginn der 1960er Jahre zog sich Arthur mehr und mehr ins Privatleben zurück. Gemeinsam mit Gene Saks adoptierte sie 1961 und 1964 die Söhne Matthew und Daniel.[7]

1964/65 kehrte Arthur an der Seite von Zero Mostel mit Fiddler on the Roof an den New Yorker Broadway zurück. Ihren endgültigen Durchbruch erlebte sie 1966 als stets angetrunkene „Vera Charles“ in dem Musical Mame zusammen mit ihrer engen Freundin Angela Lansbury in der Titelrolle. Für ihre schauspielerische Leistung wurde Arthur mit dem Tony Award als „Beste Nebendarstellerin in einem Musical“ ausgezeichnet.

Mit zwei Gastauftritten in der äußerst populären Sitcom All in the Family fasste Arthur ab 1971/72 auch im Fernsehen für immer Fuß. Ihre Rolle der selbstbewussten, liberalen Feministin „Maude Findlay“ stieß beim Publikum auf so große Resonanz, dass sich Produzent Norman Lear dazu entschloss, eine eigene Serie unter dem Titel Maude zu entwickeln, durch die Beatrice Arthur schließlich zu einer der bekanntesten Fernsehdarstellerinnen wurde. In Maude sorgte sie durch Tabu-Themen wie Abtreibung, Alkoholismus, Depressionen, Rassismus und Pornografie für zahlreiche kontroverse Diskussionen, die u. a. zu einer teilweisen Absetzung der Serie in einigen lokalen Stationen führte.[8] Für ihre Rolle erhielt Arthur 1977 den Emmy.

[Bearbeiten] Internationale Bekanntheit

1978 ließen sich Saks und Arthur scheiden, woraufhin sich Arthur erneut aus der Öffentlichkeit zurückzog. 1981 feierte sie in Woody Allens The Floating Light Bulb ein Comeback am Broadway und trat im selben Jahr mit einer Gastrolle in Mel Brooks' Episodenfilm Mel Brooks - Die verrückte Geschichte der Welt auf. 1983 drehte sie unter dem Titel Amanda eine neue Sitcom, die aber weder bei Kritik noch Publikum ankam. Zwei Jahre später wurde sie als „Dorothy Zbornak“ in der Sitcom Golden Girls international bekannt. In ihrer stark an „Maude“ angelegten Rolle stellte sie eine Aushilfslehrerin dar, die mit ihren Freundinnen „Blanche“ (Rue McClanahan) und „Rose“ (Betty White) sowie ihrer Mutter „Sophia“ (Estelle Getty) in einer Wohngemeinschaft in Miami, Florida lebt. Arthur war die zweitälteste Darstellerin der Serie Golden Girls nach Betty White. Estelle Getty, welche ihre Mutter Sophia spielte, war Jahrgang 1923 und wurde für ihre Rolle durch Perücke und Schminke in eine alte Frau verwandelt. In einer Folge spielte Arthur in einer Rückblende Sophias Mutter, Dorothys Großmutter. Für ihre Rolle wurde Arthur mit einem Emmy ausgezeichnet und für insgesamt vier Golden Globes nominiert; außerdem erhielt sie 1992 in Deutschland einen Bambi. Danach hatte sie zwei Gastauftritte in dem Golden-Girls-Spin-off Golden Palace.

Beatrice Arthur 2005

In den 1990er Jahren hatte sie Gastrollen in Serien wie Futurama, Malcolm mittendrin und Lass es, Larry!. Im Jahr 2001 trat sie nach mehrjähriger Tätigkeit im Fernsehen eine Theater-Tournee mit ihrer autobiografischen Show And Then There's Bea an. Mit Bea Arthur on Broadway: Just Between Friends kehrte sie 2002 auch an den Broadway zurück und wurde dafür für einen Tony Award als „Bestes Theaterevent“ nominiert. Danach folgten weitere One-Woman-Shows, die teilweise gemischte Kritiken erhielten, u. a. ihre Tournee An Evening with Bea Arthur.

Am 25. April 2009 erlag Beatrice Arthur im Alter von 86 Jahren einem Krebsleiden.

[Bearbeiten] Anmerkungen

Arthur engagierte sich als Tierschützerin und Homosexuellen-Aktivistin. Im Jahr 2007 beging die Künstlerin ihren 85. Geburtstag und gab zu diesem Anlass bekannt, dass sie nicht, wie bis dahin angenommen, 1923, sondern bereits 1922 geboren sei. In der deutschen Golden-Girls-Fassung wurde sie anfangs von Ursula Vogel, dann von von Beate Hasenau gesprochen.

[Bearbeiten] Filmografie

Kinofilme
Fernsehfilme
  • 1958: The Gift of the Magi
  • 1984: P.O.P.
  • 1988: My First Love
Fernsehserien
  • 1951: Once Upon a Tune
  • 1951-1953: Studio One (3 Episoden)
  • 1951-1958: Kraft Television Theatre (8 Episoden)
  • 1956-1957: Caesars Hour
  • 1956: Washington Square
  • 1963: The Sid Caesar Show
  • 1972-1978: Maude
  • 1983: Amanda
  • 1985-1992: Golden Girls
  • 1997: Dave's World (3 Episoden)

[Bearbeiten] Broadway

  • 1955/56: Plain and Fancy
  • 1955: Die Dreigroschenoper
  • 1955: Seventh Heaven
  • 1957: Nature's Way
  • 1964/65: Fiddler on the Roof
  • 1966/67: Mame
  • 1981: The Floathing Light Bulb
  • 1996: Angela Lansbury - A Celebration (Benefizkonzert)
  • 2002: Bea Arthur on Broadway

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Emmy
  • 1973 nominiert als „Herausragende Hauptdarstellerin in einer Comedyserie“ in Maude
  • 1974 nominiert als „Herausragende Hauptdarstellerin in einer Comedyserie“ in Maude
  • 1976 nominiert als „Herausragende Hauptdarstellerin in einer Comedyserie“ in Maude
  • 1977 ausgezeichnet als „Herausragende Hauptdarstellerin in einer Comedyserie“ in Maude
  • 1978 nominiert als „Herausragende Hauptdarstellerin in einer Comedyserie“ in Maude
  • 1978 nominiert als „Herausragende Nebendarstellerin in Varieté oder Musik“ in Laugh-In
  • 1986 nominiert als „Herausragende Hauptdarstellerin in einer Comedyserie“ in Golden Girls
  • 1987 nominiert als „Herausragende Hauptdarstellerin in einer Comedyserie“ in Golden Girls
  • 1988 ausgezeichnet als „Herausragende Hauptdarstellerin in einer Comedyserie“ in Golden Girls
  • 1989 nominiert als „Herausragende Hauptdarstellerin in einer Comedyserie“ in Golden Girls
  • 2000 nominiert als „Herausragende Gastdarstellerin in einer Comedyserie“ in Malcolm mittendrin
Golden Globe Award
  • 1973 nominiert als „Beste Serien-Hauptdarstellerin - Komödie oder Musical“ in Maude
  • 1974 nominiert als „Beste Serien-Hauptdarstellerin - Komödie oder Musical“ in Maude
  • 1975 nominiert als „Beste Nebendarstellerin“ in Mame
  • 1976 nominiert als „Beste Serien-Hauptdarstellerin - Komödie oder Musical“ in Maude
  • 1978 nominiert als „Beste Serien-Hauptdarstellerin - Komödie oder Musical“ in Maude
  • 1986 nominiert als „Beste Serien-Hauptdarstellerin - Komödie oder Musical“ in Golden Girls
  • 1987 nominiert als „Beste Serien-Hauptdarstellerin - Komödie oder Musical“ in Golden Girls
  • 1988 nominiert als „Beste Serien-Hauptdarstellerin - Komödie oder Musical“ in Golden Girls
  • 1989 nominiert als „Beste Serien-Hauptdarstellerin - Komödie oder Musical“ in Golden Girls
Tony Award
  • 1966 ausgezeichnet als „Beste Nebendarstellerin in einem Musical“ in Mame
  • 2002 nominiert für das „Beste Theaterevent“ für Bea Arthur on Broadway

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Beatrice Arthur – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b www.rp-online.de: „Golden Girl“ Bea Arthur mit 86 Jahren gestorben
  2. http://www.goldengirlsforum.de/bea.htm
  3. Bea Arthur ist tot. Bunte
  4. http://www.goldengirlsforum.de/bea.htm
  5. http://www.goldengirlsforum.de/bea.htm
  6. http://www.goldengirlsforum.de/bea.htm
  7. http://www.goldengirlsforum.de/bea.htm
  8. http://www.goldengirlsforum.de/bea.htm
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