Bernhard Woldenga

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Bernhard Woldenga (* 4. Dezember 1901 in Hamburg; † 19. Januar 1999 in Timmendorfer Strand) war ein deutscher Offizier, zuletzt kommandierender Oberst der Jagdgeschwader 27 und 77 der deutschen Luftwaffe und Fliegerführer Balkan im Zweiten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Woldengas Karriere begann als Kapitän der Handelsmarine. 1928 absolvierte er sein Flugtraining und arbeitete als Chefpilot bei der Flugverkehrskontrolle in Warnemünde.

Er transferierte in die neu aufgestellte Luftwaffe und wurde am 1. April 1937 Gruppenkommandeur der I. Gruppe des Jagdgeschwaders 131, welche im Mai 1939 in I./Jagdgeschwader 1 umbenannt wurde. Mit dieser Einheit nahm er nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs am Überfall auf Polen teil und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse ausgezeichnet. Er gab das Kommando dieser Gruppe am 1. Februar 1940 ab und wurde in das Reichsluftfahrtministerium versetzt.

In der Luftschlacht um England leitete er zwischen dem 11. und 22. Oktober 1940 das Jagdgeschwader 27, danach wurde er zum Geschwaderkommodore des Jagdgeschwaders 77 ernannt. Dieses Geschwader erlangte unter seiner Führung im Balkanfeldzug und in der Luftlandeschlacht um Kreta Bedeutung. Ihm wurden 50 Luftsiege, 114 Bodensiege, das Versenken von fünf Schnellbooten und eines Handelsschiffes mit 81.000 Bruttoregistertonnen zugeschrieben. Woldenga selbst war an verschiedenen Missionen zur Bodenunterstützung aus der Luft beteiligt, wofür er am 5. Juli 1941 als Major das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erhielt.[1]

Am 21. Juni 1941 übernahm Woldenga im Zuge des Unternehmens Barbarossa erneut das Kommando des Jagdgeschwaders 27. Im Dezember 1941 wurde der Geschwaderstab aus der Sowjetunion zur Teilnahme am Feldzug in Afrika abgezogen. Für die Zeit vom 10. Juni 1942 bis zum 7. Februar 1944 wurde er als Oberstleutnant zum Jagdfliegerführer Rumänien respektive Jagdfliegerführer Balkan in Otopeni, Rumänien ernannt.

Auf seiner letzten Dienststelle während des Krieges hielt er im Rang eines Obersten die Position des Kommandeurs der Luftkriegsschule 10 in Fürstenwalde/Spree in der Nähe von Berlin.[2]

Woldenga wurden drei Luftsiege zugeschrieben, von denen er zwei an der Ostfront erzielte.

Er war verheiratet mit Erika Wenzel und hatte mit ihr drei Töchter. Seine Tochter Dina-Susanne heiratete den deutschen Diplomaten und Politiker Rüdiger von Wechmar. Sein Schwager Kurt Wenzel ist Großvater des deutschen Politikers Christian von Boetticher.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Ring, Werner Girbig: Jagdgeschwader 27: Die Dokumentation über den Einsatz an allen Fronten 1939–1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-87943-215-5.
  • Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe Jagdflieger 1939–1945. Dieter Hoffmann, Mainz 1989, ISBN 3-87341-065-6.
  • Jochen Prien, Peter Rodeike, Gerhard Stemmer: Messerschmitt Bf 109 im Einsatz bei Stab und I./Jagdgeschwader 27 1939–1945. Struve-Druck, Eutin 1998, ISBN 3-923457-46-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Veit Scherzer: Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. 2. Auflage. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 794.
  2. Ernst Obermaier: Die Ritterkreuzträger der Luftwaffe Jagdflieger 1939–1945. Dieter Hoffmann, Mainz 1989, ISBN 3-87341-065-6, S. 226.