Brennerpass
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| Brennerpass / Passo del Brénnero | |||
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Schild auf der Passhöhe |
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| Nord | Süd | ||
| Passhöhe | 1.374 m ü. A. | ||
| Region | Bezirk Innsbruck Land, Österreich | Provinz Bozen, Italien | |
| Wasserscheide | Sill | Eisack | |
| Talorte | Steinach am Brenner | Sterzing | |
| Ausbau | Brennerautobahn | ||
| Erbaut | 1963 | ||
| Karte | |||
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| Koordinaten | 47° 0′ 12″ N, 11° 30′ 27″ O47.00333333333311.50751374Koordinaten: 47° 0′ 12″ N, 11° 30′ 27″ O | ||
Der Brenner (auch Brennerpass, italienisch Passo del Brénnero) ist ein wichtiger Grenzpass in den Ostalpen zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und dem zu Italien gehörenden Südtirol (Autonome Provinz Bozen-Südtirol).
Er ist die meistbefahrene Verbindung zwischen Österreich und Italien und für Süddeutschland von großer Bedeutung. Im Gegensatz zu den Schweizer Pässen liegt das Schwergewicht hier nicht auf der Eisenbahn, sondern im Straßenverkehr. Der Brenner ist mit 1.374 m ü. A. der niedrigste Pass des Alpenhauptkamms in den Österreichischen Zentralalpen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Name
Die Etymologie des Namens ist ungeklärt. In der Antike gab es das Alpenvolk der Breuni oder Brenni, die dem Pass den Namen gegeben haben könnten. Allerdings ist weder aus der Antike noch aus dem frühen Mittelalter für den Brenner unmittelbar ein eigener Name überliefert. Überliefert sind Bezeichnungen wie „per alpes Rhaeticas“ oder „per alpes Noricas“. Das heutige Dorf Brenner hieß im 13. Jahrhundert noch „Mittenwald“. Recht häufig findet sich auch die Bezeichnung Vallis Tridentina (Tridentinischer (Tal-)Weg). Seit 1288 ist urkundlich „der Hof eines Prennerius“ bekannt, 1299 nennt sich der Baumann des Hofes „Chunradus Prenner de Mittenwalde“. Im Spätlatein am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit ist der Name „Mons Brennus“ überliefert.
[Bearbeiten] Brennerachse
Die Brennerroute ist zwar der Hauptübergang zwischen beiden Hälften Tirols, besitzt aber heute für den internationalen Verkehr eine wesentlich größere Bedeutung als für das in Nord-Süd-Richtung relativ schmale Tirol.
Die Verkehrsverbindung umfasst:
- eine vierspurige Autobahn – die in den 1960ern gebaute Brennerautobahn (A 13 / Brenner Autobahn in Österreich und die A22 in Italien) – mit Mautpflicht und zahlreichen technisch-geologisch anspruchsvollen Brücken,
- eine Eisenbahnstrecke (Brennerbahn) – die in nächster Zukunft durch den Brennerbasistunnel (BBT) ergänzt werden soll
- sowie die „alte“ Bundesstraße (auf österreichischer Seite) beziehungsweise Staatsstraße (auf italienischer Seite).
Die Brenner-Route verbindet München über Innsbruck (574 m) und über Bozen (262 m) mit der Poebene. Zusätzlich soll bis zum Jahr 2022 ein langer Eisenbahntunnel fertiggestellt sein, der Brennerbasistunnel (BBT). Er soll die Alpen in einer Länge von etwa 55 km zwischen Innsbruck und Franzensfeste unterqueren, und den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlegen.
An der Finanzierung wird sich die EU beteiligen, über das Ausmaß und die Problematik des enormen Transitverkehrs wird noch verhandelt. In diesem Zusammenhang wird ein neues Modell der Regulierung des LKW-Verkehrs, die so genannte Alpentransitbörse, diskutiert.
[Bearbeiten] Geographie
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Lage in Italien
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Der Brenner und die von ihm nach Osten und Westen verlaufenden Gebirgsketten bilden die Wasserscheide zwischen der Sill (siehe auch Wipptal) und dem Eisack – und damit die Hauptwasserscheide zwischen der Adria und dem Schwarzen Meer. Regional trennt diese Wasserscheide die Einzugsgebiete der großen Nordalpenströme Inn und Donau vom Gebiet südlich des Alpenhauptkamms (Südtirol und Oberitaliens, das hauptsächlich von der Etsch (italienisch Adige) und dem Po entwässert wird.
[Bearbeiten] Geschichte
Schon in der Steinzeit gab es Wege, die über den Brenner führten (der unter der Bezeichnung „Ötzi“ bekannt gewordene Eismann starb vor 5.300 Jahren 50 km westlich auf 3.200 m).
In der Antike nutzten verschiedene Völker den Brennerpass als Alpenübergang nach Italien. So zogen die germanischen Kimbern über den Brenner, als sie im Jahre 102 v.Chr. in das Römische Reich einfielen. Um feindlich gesinnten Völkern den Zugang nach Italien zu verwehren, wurde die Region von den Römern besetzt. Der römische Feldherr Drusus zog 15 v.Chr. mit einem Heer über den Brennerpass und flankierend über den Reschenpass in das Gebiet nördlich der Alpen und schlug eine gegen ihn gesandte Streitmacht in den Tridentiner Bergen in die Flucht. Der griechische Geograph und Historiker Strabon berichtet, dass insbesondere südlich des Brenner die alteingesessene Bevölkerung zum Teil völlig ausgerottet oder versklavt wurde. Die Region wurde in der Folgezeit von einigen wenigen römischen Siedlern eingenommen, aber auch norische Siedler ließen sich im Eisacktal und seinen vielen Nebentälern nieder. Die einheimische Bevölkerung keltischer Abstammung bewohnte weiterhin die kargen Seitentäler. So werden die Breuni noch bis in das 10.Jh. hinein urkundlich erwähnt, ehe sie gänzlich in der bayerischen Bevölkerung aufgingen.
Der Pass bildete zur Römerzeit eine wichtige Verbindung zwischen Italien und der Provinz Raetia. Zwischen 195 und 215 ließ Kaiser Septimius Severus die alten, unbefestigten Pfade ausbauen und befestigte Straßen errichten, die jedoch relativ schmal und teilweise sehr steil waren. Die Straße führte von Verona und Tridentum (Trient) über den Pass in die Gegend des heutigen Innsbruck und von dort entlang des Inns bis Augusta Vindelicorum (Augsburg). Zwischen Bozen und Kollmann verlief die Militärstraße nicht durch das schmale Eisacktal, sondern über das Hochplateau des Ritten. Im Jahre 268 stießen die Alamannen über den Brenner bis nach Italien vor, bevor sie im November des selben Jahres in der Schlacht am Lacus Benacus (Gardasee) besiegt wurden.
Aufgrund der guten Bauweise und des Unterbaus hielt sich die Handelsroute als Teil der Via Imperii bis ins Mittelalter. Im Jahr 952 richtete Kaiser Otto I. die Markgrafschaft Verona ein, um den Brennerpass militärisch zu sichern. Im Mittelalter war er der meist passierte Alpenpass. Der zunehmende Verfall machte auf vielen Abschnitten nur mehr den Transport mit Saumtieren möglich. Die enge Schlucht des Eisacks nördlich von Bozen blieb völlig weglos; Reisende und Transporte mussten bis ins 14. Jahrhundert südlich von Brixen über das Ritten-Massiv ausweichen. Auf Initiative des Bozener Kaufmanns Heinrich Kunter wurde die Schlucht 1314 mit einem Saumpfad gangbar gemacht (daher heißt dieser Abschnitt Kunterschlucht). Erst 1480 wurde dieser Saumpfad zur Fahrstraße erweitert, dabei wurde erstmalig Schwarzpulver zur Sprengung von Felsen verwendet.
Wie alle anderen Alpenpässe war auch dieser nicht ungefährlich: Hochwasser im Sommer, Lawinen im Winter machten die Alpenquerung unsicher. Erst 1777 ließ Kaiserin Maria Theresia den Pass ausbauen. Im September 1786 passierte Johann Wolfgang von Goethe den Pass auf seiner Italienreise. Im Jahre 1867 wurde die erste Eisenbahnlinie fertiggestellt.
Seit 1919 verläuft auf dem Brennerpass die Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien, beim Grenzort Brenner.
1957 begann der Bau der Europabrücke – und somit die Umsetzung des Pionierprojektes „Brennerautobahn“. Am 17. November 1963 wurde die Autobahn für den Verkehr freigegeben.
[Bearbeiten] Weiterführende Literatur
- Hermann Wopfner: Die Besiedlung der Hochgebirgstäler, dargestellt an der Siedlungsgeschichte der Brennergegend. In: Zeitschrift des Österreichischen Alpenvereins 51, 1920.
- Engelbert Auckenthaler: Geschichte der Höfe und Familien des obersten Eisacktals (Brenner, Gossensass, Pflersch), Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 1953.
- Günther Ennemoser: Gossensass, Brenner, Pflersch, Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1984, ISBN 8870143449
- Steffan Bruns: Alpenpässe – vom Saumpfad zum Basistunnel. 486 S., Selbstverlag, Berlin 2008. (pdf 3,8 Mb)
[Bearbeiten] Weblinks
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