Darjeeling (Tee)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Darjeeling gehört zu den renommiertesten Teesorten. Die Region um die indische Stadt Darjiling (engl.: Darjeeling) ist das Zentrum des bengalischen Teeanbaus; sie war auch Ausgangspunkt einer Karawanenstraße nach Tibet und ist auch heute noch vor allem für den meist sehr hochwertigen Tee gleichen Namens bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Zubereitung
First flush Darjeeling sollte bei einer Wassertemperatur von 95–98 °C aufgebrüht werden. Dies kann man erreichen, indem man das Wasser nach dem Kochen im Wasserkocher stehen lässt und wartet bis es nicht mehr kocht. Des Weiteren sollte man den Tee nur zwischen 2–3 Minuten ziehen lassen, ansonsten bilden sich Bitterstoffe.
[Bearbeiten] Charakteristische Merkmale
[Bearbeiten] First Flush
- Erntezeitpunkt: Ende Februar bis Ende April
- Tassenfarbe: goldgelb, hell
- Aroma: sehr fein, mild, blumig
- „Flugtee“ verfügbar: ja (ab Anfang Mai)
- Trinkgewohnheiten: ohne Milch, kein/wenig Zucker oder etwas Zitrone
- Besonderheiten: entfaltet sein Aroma bei hohen Wasserhärten nur unvollständig
[Bearbeiten] In-betweens
- Erntezeitpunkt: Mitte April bis Mitte Mai, zwischen First und Second Flush
- Aroma: liegen geschmacklich zwischen First und Second Flush, erreichen aber nicht die Qualität der beiden
[Bearbeiten] Second Flush
- Erntezeitpunkt: Anfang Juni bis Anfang Juli
- Tassenfarbe: Bernstein
- Aroma: abgerundet, kräftiger als First Flush
[Bearbeiten] Autumnals
- Erntezeitpunkt: von Oktober bis spätestens Mitte Dezember nach dem sommerlichen Monsunregen
- Tassenfarbe: goldgelb, ähnlich dem First Flush
- Aroma: leichter, feiner Geschmack, leicht bittere Note im Abgang, erreicht insgesamt nicht die Aromafülle eines Second oder First Flush
- Besonderheiten: wenig Gerbsäure, mit grünen, braunen und schwarzen Teeblättern das bunteste Teekorn
Dennoch ist der Autumnal für viele Teekenner der beste Tee, u. a. weil er gerbstoffarm ist und ihm daher die Würzung mit Honig, Zucker oder Milch viel besser bekommt als den anderen Sorten.
[Bearbeiten] Problem des Teeverschnitts
Da der Darjeelingtee von jeher zu den teureren schwarzen Tees gehört, gibt es ernstzunehmende Probleme mit Fälschungen und Verschnitten. So werden weltweit jedes Jahr ca. 40.000 Tonnen Tee als Darjeeling verkauft, während lediglich zwischen 8.000 und 11.000 Tonnen Tee produziert werden (von denen wiederum ein Teil direkt vor Ort unterschlagen und schwarz verkauft wird). Dieses hängt auch damit zusammen, dass z. B. nach deutschem Recht ein Tee als Darjeeling bezeichnet werden darf, der lediglich 51 % Darjeeling-Anteil hat. Um diese Form der Produktpiraterie wenigstens zu erschweren, ist in Indien 1953 das „Tea Board of India“ eingerichtet worden. Dieses Tea Board vergibt ein Siegel und eine Lizenznummer nur an solche Tees, die zu 100 % aus reinem Darjeeling-Tee bestehen. Die Teekampagne ist das erste Unternehmen in Deutschland, das eine entsprechende Lizenzvereinbarung mit dem Tea Board of India unterzeichnet hat. Gütesiegel und Lizenznummer sind auf jeder Packung angegeben.
[Bearbeiten] Qualität & handelsübliche Blattsortierungen
Darjeelingtee wird in unterschiedlicher Qualität angeboten. Die folgenden Bezeichnungen sind von höchster Qualität nach schlechterer Qualität sortiert, siehe auch Teeglossar:
- SFTGFOP (Special Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe 1., höchste Gradierung)
- FTGFOP (Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe 1.)
- TGFOP (Tippy Golden Flowery Orange Pekoe)
- FOP (Flowery Orange Pekoe)
- OP (Orange Pekoe)
- P (Pekoe)

