Diskussion:Romantik/Archiv/2004

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1. Beitrag:

"Generell sind „Klassik“ und „Romantik“ als nachträgliche Zuordnungen zu verstehen; die Vertreter dieser Epochen haben entsprechende Bezeichnungen selber nicht benutzt." Wenn Friedrich Schlegel 1798 schreibt: "Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie" und Naovalis verlangt: "Die Welt muß romantisiert werden", dann halte ich die oben getrffene Aussage für überaus fragwürdig. Quellen: Schlegel: 116. Athenäum-Fragment, 1798.

        Novalis: Fragmente (1799-1800)

1830 als Ende scheint zu knapp. Internationale Bezüge fehlen. Neoromantik: Jugendstil und Stefan George -> Graf Stauffenberg

Ich finde der geschichtliche Hintergrund muss auf jeden Fall überarbeitet werden!!! Die deutsche Revolution war doch erst 1848! Die Romantiker resignierten auf Grund der Hintergründe der gescheiterten französischen Revolution, der napoleonischen Kriege, der Zensur (Wiener Kongress) usw. . Hier sollte auf jedenfall nochmal genauer nachgedacht werden! Simon

Romantik heute

2. Beitrag von Josua Vogelbusch

In dem Artikel über die Romantik heißt es "(...) Der geschichtliche Hintergrund der Romantik ist die gescheiterte Revolution in Deutschland, nach dem Vorbild der französischen Revolution. (...)"

Sicher hat die Romantik mit der Sehnsucht nach einer paradiesischen Welt zu tun, wie auch in dem Artikel in diesem Abschnitt eingangs erwähnt. Die alte Welt des Feudalismus ist in Auflösung begriffen. Aber steht die Französische Revolution nicht im engen Zusammenhang mit der Aufklärung (Vernunft)? In dem Artikel über die Französische Revolution ist zu lesen: " (...) Die Mißstände waren der Bevölkerung nur um so bewusster, da seit Mitte des Jahrhunderts der kritische Geist der Aufklärung die Gesellschaft beherrschte. (...)"

Und ist die Romantik nicht gerade auch als Gegenbewegung zur Aufklärung (Vernunft) zu sehen, und als Konsequenz daraus, das Gott als nicht existent betrachtet wurde? Sozusagen als Ersatzreligion? Richard Wagner träumte sicher zeitweilig von der Revolution. Er schuf das Konzept des Gesamtkuhl an ein , bevor er auf seine alte Tage stark religiös wurde.

Wie kommst du denn darauf, dass Gott in der Romantik als nicht existent gesehen wurde? *stutz* --MrX--

Auch wenn mit zunehmenden wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Aufklärung das Gottesbild sukzessive modifiziert werden musste, glaubten die Romantiker sehr wohl an eine übergeordentete Instanz. Beweis hiefür ist die aus dem Deutschen Idealismus sich speisende Philosophie des Unbewussten, mit der über den Seeleninnenraum der Kontakt mit Gott erfolgen sollte. (Steffi-Berlin)

Dieses Gesamtkunstwerk-Konzept wird bis in die heutigen Tage eingesetzt z.B. von La Fura Dels Baux. Gerade aber auch die Totalitären Systeme (NS-Deutschland und UDSSR) setzen diese Form des "Theaters des Erlebens" gerne auch für Propagandazwecke ein.

Die Gegenströmung zur Romantik ist zunächst meines Wissens der Dadaismus. Die Kunst wird völlig von der Bedeutung befreit.

Dadaismus wäre damit keine Gegenströmung, sondern eine Entsprechung. Siehe unten bei Kritik. --MrX--

Ein weiterer Zusammenhang, den ich vermisse, ist die Entwicklung des Geniebegriffs. Wenn Gott nicht existiert und damit die göttliche Ordnung, die die Macht des Adels und des Kleurus legitimierte, dann müssen Menschen quasi als Ersatzgötter fungieren und Genies werden. Das ganze gipfelt im Begriff des "Übermenschens" von Nietzsche.

Auch die NS Zeit ist meines Wissen nur in Zusammenhang mit der deutschen Romantik zu verstehen. Das Recht wurde z.B. so geändert, das Richter "aus dem Bauch heraus" Urteile sprechen durften. Entscheidungen des "Genies" Hitler mußten ja nicht mit Vernunft zu erklären sein. Die Deutschen wurden zu "Übermenschen", "Herrenmenschen" genannt.

[Anm.: Das nachfolgende ist sehr weit hergeholt, hat allenfalls von ganz ferne etwas mit der Romantik zu tun und trägt nichts zur Erhellung des Themas bei. gp]

Die Weimarer Republik wir ja treffend auch als "Republik die keiner wollte" bezeichnet. Selbst Ebert (SPD) wollte den Kaiser als Sinnstiftendes Element behalten. Der Kaiser wollte aber nicht die Schuld für die Niederlage im ersten Weltkrieg übernehmen und verpisste sich. Das übernahm dann gerne die SPD (Dolchstoßlegende). Statt konsequent auf seiten der Arbeiter zu stehen, suchte Ebert den Schulterschluß mit den Rechtextremen (u.a. Oberste Heeresleitung) um die Linksextremen nieder zu machen. Ein düsteres Kapitel in der Geschichte der SPD, die damals, wie jetzt unter Beweiß stellt, kaum eigenes Selbstbewußtsein entwickelt zu haben.

Der politische Diskurs und "Kompromisse" waren in der Weimarer Republik zunehmend verpönt. Von der Abschaffung der Demokratie erhofften viele sich die Lösung, die Schaffung eines romantsichen, paradiesischen Zustands. Und tatsächlich wurde NS-Deutschland in der Anfangszeit von so manchem im Ausland um die Aufbruchstimmung, die herrschte, beneidet.

Auch heute ist die Politik nicht völlig auf "Vernunft" aufgebaut. Stimmung machen ist ein wichtiges Element. Wird Rau nicht vorgeworfen ein schwacher Präsident zu sein, weil er dieses Verlangen nicht bedient? Und ist nicht auch das Konsensprinziep, also die Kompromissfindung unter Druck geraten? Alle wollen den Aufbruch. Darüber soll die über Jahre stabilisierend wirkende Institutionalisierung des sozialen Konflikts zumindest aufgeweicht werden. Selbst im SPD Bundesvorstand wurde DGB mit "Die Großen Blockierer" übersetzt. Zeitungen suchen nach den Blockieren des Jahres. Aufbruch um des Aufbruchs Willens? Das hatten wir schon mal in "Deutschlands romantischster Zeit".


Die Aufzählung der russischen Komponisten Pjotr Tschajkowski und Modest Mussorgski in der deutschen Romantik (das andere sind ja auch deutsche Komponisten, Ausnahme: Chopin) erscheint mir unangebracht, da die russische Musik eine von der deutschen Romantik unabhängige Entwicklung genommen hat. Bitte überarbeiten. --217.231.67.201 16:32, 20. Jul 2004 (CEST)


Ich empfinde die ästhetischen Überlegungen Josua Vogelbuschs als intelligent und hilfreich (erbitte insbesondere eine ästhetische Verortung von La Fura Dels Baux)und rege eine Einarbeitung in den Artikeltext an. Die Anmerkungen, noch und gerade als - allzu kecke - Einschübe in Josuas Text finde ich unangebracht und ärgerlich, wir sollten so - bisweilen kindisch (Stichwort: Nietzsche), bisweilen barsch (Stichwort: "trägt nichts zur Erhellung bei") auf Wikipedia nicht miteinander umgehen, lieber gp. --UPH 12:04, 7. Sep 2004 (CEST)

In dem Artikel über die Romantik heißt es "(...) Der geschichtliche Hintergrund der Romantik ist die gescheiterte Revolution in Deutschland, nach dem Vorbild der französischen Revolution. (...)"

Sicher hat die Romantik mit der Sehnsucht nach einer paradiesischen Welt zu tun, wie auch in dem Artikel in diesem Abschnitt eingangs erwähnt. Die alte Welt des Feudalismus ist in Auflösung begriffen. Aber steht die Französische Revolution nicht im engen Zusammenhang mit der Aufklärung (Vernunft)? In dem Artikel über die Französische Revolution ist zu lesen: " (...) Die Mißstände waren der Bevölkerung nur um so bewusster, da seit Mitte des Jahrhunderts der kritische Geist der Aufklärung die Gesellschaft beherrschte. (...)"


AUSSERDEM WIE KÖNNEN DIE ROMANTISCHEN DICHTER VON DER GESCHEITERTEN REVOLUTION (März 1848) IN DEUTSCHLAND DEPRIMIERT SEIEN; WENN DIE EPOCHE NUR VON 1815-1848 ANDAUERTE

entschuldigung dass ich es hierrein schreibe aber wusste nich wie man einen neuen absatz macht