Diskussion:Wassil Boschkow

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Letzter Kommentar: vor 3 Jahren von Thirunavukkarasye-Raveendran in Abschnitt In der bulg. WP lautet der Text wortwörtlich wie folgt:
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Bitte den Commons-Link in den Artikel aufnehmen. (seine Kunstsammlung) - oder 1-2 Bilder rausnehmen um den Artikel zu bebildern. Sein Gesichtsfoto in der bulg. WP ist leider nicht auf Commons. Die Linzenz (bzw. die Bildherkunft) scheint mir etwas trübe für eine Übertragung auf Commons. Der Mann ist seit Wochen täglich in den bulg. Nachrichten. Hier kennt ihn niemand. Der bulg WP-Artikel hat leider nur bulgarische Links, von denen einige tot oder irreführend sind. --Thirunavukkarasye-Raveendran (Diskussion) 20:30, 5. Jul. 2020 (CEST)Beantworten

Commons: Vassil Bojkov collection – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

In der bulg. WP lautet der Text wortwörtlich wie folgt:[Quelltext bearbeiten]

Wassil Krumow Boschkow (bulgarisch Васил Крумов Божков; * 29. Juli 1956 in Welingrad, Bulgarien) ist ein bulgarischer Oligarch und Unternehmer, der mit einem geschätzten Vermögen von 1 bis 3 Milliarden Lewa einer der reichsten Bulgaren ist. Bekannt ist er auch mit seinem Spitznamen „Der Schädel“ (bulg: Черепа). In der internen Korrespondenz des amerikanischen State Departments wird er als „als berüchtigster Gangster Bulgariens“ beschrieben.

Im Januar 2020 verließ Boschkow Bulgarien in hielt sich in Dubai auf, um sich einer Anklage für Verbrechen im Zusammenhang mit Morden, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und VerVergewaltigung zu entziehen.

Biografie ##
Ausbildung ###

Boschkow schloss das Nationale Mathematisch-Naturwissenschaftliche Gymnasium Sofia ab. Er hat zwei Hochschulabschlüsse: Angewandte Mathematik an der Universität Sofia und Arbeitsökonomie an der Universität für National- und Weltwirtschaft (Sofia).

Unternehmer ##

Boschkow begann sein wirtschaftliche Tätigkeit im Wendejahr 1989 mit dem Verkauf von Valuta, antiken Gegenständen und Waffen. Er eröffnete dann bald eine Kette von Wechselstuben 1991 registrierte er seine Hauptgesellschaft „Nove Holding“ (bulg: „Нове Холдинг“), deren Hauptaktionär er war. Seit 2005 ist der Vorsitzender des Verwaltungsrates dieser Gesellschaft.

1991 wurde Boschkow Mitgesellschafter von Ilija Pawlow (bulg.: Илия Павлов) und Mladen Michalew (bulg.: Младен Михалев) in der Glücksspiel-Gesellschaft IGM (bulg.: „Ай Джи Ем“). Er eröffnete ein Kasino im Hotel „Rila“. 2007 war mit Miteigentümer der Kasinos „Radisson SAS“ und „Hemus“ und von Bingo-Sälen.

1994 eröffnete Boschkow die „Bulgarische Handels- und Industriebank“ [BTIB] (bulg.: Българска търговска индустриална банка [БТИБ]), die 1996/97 mit der Kreditbank Multigrp (bulg.: Мултигруп) verschmolz. Die Kreditbank ging 199 in Konkurs. Im Jahr 2000 kaufte er die Aktiva der in Konkurs gegangenen „Ersten Privatbank“ (bulg.: Първа частна банка) auf.

2006 erwarb Boschkow an der Börse den ehemaligen Privatisierungsfond „Patischta Holding“ (bulg.: „Холдинг Пътища“; engl.: „Roads Holding“; deutsch.: „Straßen Holding). Hauptaktionär der „Patischta Holding“ ist „ABW Ingeneering“ (bulg.: „АБВ Инженеринг“), die im Eigentum der „Nove Integral“ (bulg.: „Нове интернал“) - einer Tochterfirma der „Nove Holding“ (bulg.: „Нове холдинг“). Über die „Patischta Holding“ kauft Boschkow einen Großteil der regionalen, staatlichen Straßenbaufirmen auf, die sich vorher im Eigentum der staatlichen Hauptverwaltung "Straßen" (bulg.: „Patischta“) befand.

Ende 2007 wurden die staatlichen Haushaltsüberschüsse ausgeschüttet, wobei Boschkows Firmen 47,7 Mill Lewa von den Geldern erhielt, die für den Fond „Nationale Straßeninfrastruktur“ bestimmt waren. Dabei wurden Zweifel geäußert, ob diese Verteilung der Finanzmittel gerechtfertigt war.

2006 schätzte das polnische Nachrichtenmagazin Wprost Boschkows Vermögen auf 1 Mrd. USD, im Jahr 2007 auf 1,5 Mrd. USD und 2008 auf 1,35 Mrd. USD.

Boschkow ist Mitglied im Verband der Großindustriellen und im Bulgarischen Bussiness Klub.

Sammler ##

2004 gründete Boschkow die Trakia-Stiftung: Stiftungsziel ist „Organisation und Unterstützung der Suche und Erhaltung kultureller Werte, die Teil des bulgarischen und des kulturellen und historischen Erbes der Welt sind“. Geschäftsführer der Stiftung ist Kiril Chistoskow. Die Stiftung beschäftigt sich hauptsächlich mit der Ausstellung und Popularisierung von Boschkows Antiquitäten. Die Stiftung finanzierte in den Jahren 2005-2007 auch archäologische Grabungen.

Boschkow hat eine umfangreiche Sammlung antiker Gegenstände. Der Archäologe und Politiker Boschidar Dimitrow schätzt, dass die Stücke der Sammlung vor 1911 aus Bulgarien ausgeführt wurden und von Boschkow im Ausland aufgekauft wurden. Die Sammlung wurde vom Kusnthistoriker und Politiker Iwan Marazow beschrieben.


Ein Teil der Sammlung wurde 2006 in Brüssel und 2009 in Moskau gezeigt. Im Jahr 2011 warenn 230 Stücke thrakischer und griechisch-römischer Kunst aus Boschkows Sammlung als Leihgaben für die Ausstellung „Thrakien und die Antike Welt 15. - 1. Jh v. Chr. - Sammlung Wassil Boschkow“ im Nationalen Historischen Museum in Sofia zu sehen.

Sport ##

1993 gründete Boschkow die Firma für Sportwetten „Eurofußball“ (bulg.: „Еврофутбол“), a der ab 2002 der griechische Milliardär Sokratis Kokkalis mit seiner Firma Intralot beteiligt ist.

Im Jahr 2000 wurde Boschkow zum Vorsitzendes der „Bulgarischen Föderation der Sportschützen“ (bulg.: Българската федерация по спортна стрелба) gewählt, 2003 war er Vorsitzender der „Bulgarischen Schachföderation“ (bulg.: Българска федерация по шахмат). 1999 kaufte er den mit ZSKA Sofia den führenden Fußballklub des Landes; 2006 verkaufte er den Fußballklub an den indischen Geschäftsmann Pramod Mittal, den jüngeren Bruder von Lakshmi Mittal. 2019 Kaufte Boschkow den Fußballklub Lewski Sofia und ließ über eine Pressemitteilung der „Nove Holding“ mitteilen, dass er sich um die Leitung, Finanzierung und langfristige Entwicklung dieses Fußballklubs kümmern werde. Laut Boschkows Angaben hat er innerhalb eines Jahres 25 Mill. Lewa in den Fußballklub investiert. Am 2. Juni 2020 übertrug er das gesamte Aktienpaket auf die bulgarische Fußballlegende Nasko Sirakow.

Vermutliche Vergehen ##

In den Finanzkreisen und in der Presse wurde der Verdacht geäußert, dass Boschkow auf Kosten der Minderheitseigentümer manipulierte, indem er der „Nove Holding“ Boni für sich entnimmt und der „Nove Holding“ über nichtöffentliche Tochterfirmen Mittel entzieht.

Am 5. Januar 2009 stimmte die Generalversammlung der „Patischta Holding“ für eine zusätzliche Vergütung an Boschkow in Höhe von 3,84 Mio. Lewa. Die Staatliche Finanzaufsichtskommission hat jedoch keine keine Unregelmäßigkeiten gefunden.

Vermutliche Verbindungen zur organisierten Kriminalität ##

Boschkow wird verdächtigt, enge Beziehungen zur bulgarischen Verbrecherorganisation „SIK“ (bulg.: СИК) zu unterhalten. Er ist wahrscheinlich Eigentümer der Versicherungsgesellschaft „Bul ins“ (bulg.: „Бул инс“), obwohl die nominellen Eigentümer Offshore-Unternehmen sind und eine Verbindung zu Boschkow nicht beweisbar ist. „Bul ins“ übernahm die „Versicherungs“-Strukturen der Verbrecherorganisation „SIK“, nachdem diese 1998 keine Lizenz für ein Versicherungsunternehmen erhalten hatte.

Boschkows Name wird in der WikiLeaks-Korrespondenz erwähnt, die aus den Informationsschreiben der US-Botschaft in Bulgarien an das State Department durchgesickert ist. Zusammen mit Todor Batkow (bulg.: Тодор Батков), Grischa Gantschew (bulg.: Гриша Ганчев) und den Brüdern Krassimir Marinow (bulg.: Красимир Маринов) und Nikolai Marinow (bulg.: Николай Маринов) wird Boschkow als Beispiel „für einige der bekanntesten Verbindungen“ der bulgarischen Geschäftswelt mit dem organisierten Verbrechen angeführt.

Nach Informationen, die ebenfalls über WikiLeaks veröffentlicht wurden, bezeichnete der amtierende US-Botschafter in Bulgarien, John Ordwick, Boschkow 2009 in einem diplomatischen Brief als „den berüchtigtsten Gangster“ und stellte fest, dass Boschkow immer noch aktiv war bei der „Geldwäsche, Privatisierungsbetrug, Schutzgelderpressung, Erpressung und beim illegalen Handel mit Antiquitäten“.

Entzug der Glücksspiellizenz, Verlassen Bulgariens und Klageerhebung ##

Boschkows Partner - die Brüder Brüdern Zwetomir und Bojan Najdenow - in der Firma „Eurofußball“ informierten im Dezember 2019 die Staatsanwaltschaft, dass er gedroht habe sie zu töten, falls sie ihm nicht ihre Anteile an der Firma übertragen. Außerdem wiesen sie darauf hin, dass Boschkow nicht ordnungsgemäß die Glücksspielsteuern an den Staat abführt.

Der Finanzminister ordnete eine Inspektion an, und im Januar 2020 veröffentlichte die staatliche Finanzinspektionsbehörde (ADFI) einen Bericht, wonach aus den Glücksspielgewinnen an die Staatskasse 210 Mio. Lewa zu wenig abgeführt wurden. Der Grund war, dass die „Staatliche Kommission für Glücksspiele (DKCh)“ (bulg.: „Държавната комисия по хазарта [ДКХ]“) Boschkows private Lotterien („nationale Lotterie“ [bulg.: „Национална лотария“ und „Lotterie Bulgarien“ [bulg.: „Лотария България“) anders bewertet hatte, als die den staatlichen „Bulgarischen Sporttotalisator“ [BST] (bulg.: „Български спортен тотализатор“ [БСТ]).

Aus diesem Anlass wurde ein neues Gesetz vorgeschlagen, demzufolge Lotterien nur noch über den staatlichen „Bulgarischen Sporttotalisator“ organisiert werden dürfen. Das bedeutet ein Aus für die Geschäftstätigkeit von Boschkows Firmen. Einige Tage später verließ Boschkow Bulgarien und ließ sich in Dubai nieder. Kurz darauf erhob die Staatsanwaltschaft sieben Anklagen gegen Boschkow, unter anderem wegen Leitung einer organisierten kriminellen Gruppe, die mit dem Ziel der Erpressung, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Dienstvergehen gegründet worden war. Die Anklagepunkte wuchsen später auf 18 an. Boschkow wurde über Interpol zur Fahndung ausgeschrieben. Wegen fehlender Verträgen scheint aber eine Ausweisung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aussichtslos. Anklag wurde auch gegen seine engsten Geschäftspartner Georgi Popow (bulg.: Георги Попов), Aleksandar Tumparow (bulg.: Александър Тумпаров), Elena Dinewa (bulg.: Елена Динева) und Boris Bekjarow (bulg.: Борис Бекяров) erhoben.

Politische Aktivitäten ##

Nach seiner Ausreise nach Dubai begann Boschkow auf Facebook und Twitter aktiv zu werden., wo er die bulgarischen Machthaber scharf kritisierte und sie als „Junta“ bezeichnete. Er behauptet, dass er systematisch erpresst wurde, damit er seinen Geschäften ungestört nachgehen könne. Er kündigte an eine Partei „Bulgarischer Sommer“ zu gründen.

--Thirunavukkarasye-Raveendran (Diskussion) 20:36, 5. Jul. 2020 (CEST)Beantworten