Honi soit qui mal y pense
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Honi soit qui mal y pense [ɔniˈswa kimaliˈpɑ̃s] (Altfranzösisch; wörtlich: ‚Verabscheut sei, wer schlecht darüber denkt‘), heutzutage Honni soit qui mal y pense (von französisch honnir ‚verabscheuen‘ oder eigentlich ‚(ver-) höhnen‘, womit das Wort auch etymologisch verwandt ist), ist die Devise des englischen Hosenbandordens. Da das ritterliche Ehrenzeichen des blauen Hosenbandes mit dieser Aufschrift Bestandteil des Wappens des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland ist, erscheint dort auch dieser Schriftzug zusammen mit der Devise des englischen Königshauses: Dieu et mon droit (‚Gott und mein Recht‘).
Die im Deutschen übliche Übersetzung ist:
- „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“
Dabei ist allerdings zu beachten, dass das Wort Schelm erst in neuerer Zeit eine positive oder doch zumindest doppeldeutige Konnotation erhalten hat, bis ins 19. Jahrhundert war das Wort unzweideutig negativ besetzt. Dem heutigen Sprachgebrauch eher entsprechen würde daher die Übersetzung:
- „Ein Schuft, wer Böses dabei denkt.“
Die wörtliche Übersetzung des Satzes lautet:
- „Verabscheut sei, wer schlecht darüber denkt.“
Als Urheber der Sentenz gilt der Gründer des Ordens, König Edward III. von England. Da sich der Orden durch den Verlust der Urkunden vor 1416 nicht präzise zurückverfolgen lässt, kam es zu Legenden.
Der bekanntesten zufolge soll Edward bei einem Ball seiner Geliebten, der Countess of Salisbury, ihr verlorenes Strumpfband mit diesen Worten zurückgegeben haben, da diese es beim Tanz verloren und somit Gelächter unter den Anwesenden erregt hatte.
Tatsächlich wollte Edward mit dem Sinnspruch wohl auf die Legitimität seines Anspruches auf den französischen Thron hinweisen, zu dessen Durchsetzung der Hosenbandorden wohl ursprünglich gegründet wurde. Darauf deuten auch die Farben des Ordensbandes, Blau und Gold, hin[1].
Die Schreibweise honi ist eine altfranzösische Variante der im heutigen Französisch üblichen Schreibung honni. Da es im Altfranzösischen keine verbindliche Orthographie gab, finden sich auch andere Schreibungen, zum Beispiel: Hony soyt quy mal y pense.
Der Sinnspruch wird heute im Deutschen, Englischen und auch im Französischen in diesen Fällen gebraucht:
- um darauf hinzuweisen, dass eine eigentlich richtige Handlung allein durch eine falsche Interpretation anstößig wird,
- wenn augenzwinkernd auf die Doppeldeutigkeit einer Handlung oder Aussage hingewiesen werden soll,
- um eine peinliche Situation abzumildern.
[Bearbeiten] Literatur
- ↑ M. Jones: Artikel Hosenbandorden in Lexikon des Mittelalters, Band 5, S. 131f
[Bearbeiten] Weblink
- Beitrag von Henriette Walter, bei Karambolage (ARTE) am 4. Dezember 2005 (zuletzt aktualisiert am 27. Febr. 2009)

