Konsumgesellschaft

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Schaufenster eines Elektrohaushaltswarengeschäfts in St. Gallen, Schweiz.

Der Begriff Konsumgesellschaft umschreibt verschiedene Aspekte moderner Lebensstile in industrialisierten Staaten, meist in kritischer Absicht. Ähnlich verwendet werden die Begriffe Überflussgesellschaft, Wohlstandsgesellschaft oder auch Wegwerfgesellschaft. Gemeint ist damit meist eine Gesellschaft, die durch die industrielle Massenproduktion von kurzlebigen Wegwerfprodukten und einer auf das Image gerichteten Werbung geprägt ist.

Verschiedene weltanschauliche und fachliche Standpunkte vertreten konsumkritische Sichtweisen:

Der Medien- und Kommunikationstheoretiker Norbert Bolz vertritt dagegen die Ansicht, dass eine globale Konsumgesellschaft die Welt befrieden könne.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Merkmale einer Konsumgesellschaft

Quellenangaben
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  1. Bereitstellung von sozial notwendigen Annehmlichkeiten.
  2. Über eine informationelle Infrastruktur (Werbung) werden Markenprodukte, deren Erscheinungsbild nichts mehr mit der Herstellung und dem Gebrauch zu tun hat, angeboten.
  3. Produkte dienen als Sinnvermittler und Geschmackssphäre, Konsum wird zum Statussymbol.
  4. Die Betonung von Freizeit gegenüber der Arbeit. Die Aufmerksamkeit liegt mehr auf dem Konsumenten, und weniger auf dem Produzenten.
  5. Die Integration der Konsumenten durch die Weckung und Überformung von Bedürfnissen und durch marktmäßige Befriedigungsformen.
  6. Die ambivalente Einstellung gegenüber dem Konsum. Konsumkritik, bzw. die Ablehnung übermäßigen Konsums, gilt auch als Merkmal einer Konsumgesellschaft.

[Bearbeiten] Konsumgesellschaft in der Kunst

In der Kunst spiegelte sich die Konsumgesellschaft u. a. in der Pop-Art wider, die die Erscheinungen der alltäglichen Konsumwelt thematisiert und abbildet bzw. mit vorgefundenen fertigen Objekten (etwa als Readymades) arbeitet. Sie kritisiert die Erscheinungen der bunten Warenwelt nicht notgedrungen – zum Teil ist zunächst uneindeutig, ob sie das ironisiert, kritisiert oder ob Arbeiten der Pop-Art sogar affirmativ wirken. Künstler wie Andy Warhol kritisierten die Konsumgesellschaft nicht, sie bejahten hemmungslos, teils grotesk:

„Als ich mal viel Geld hatte, bin ich sofort losgeschossen und habe meinen ersten Farbfernseher gekauft. Die Werbung für den ‚strahlenden Möbelglanz’ in schwarzweiß machte mich verrückt. Ich dachte, wenn ich die Werbung in Farbe sähe, würde vielleicht alles neu aussehen und ich bekäme wieder mehr Lust zum Einkaufen.“

Andy Warhol: Die Philosophie des Andy Warhol von A bis B und zurück

[Bearbeiten] Literatur

  • Guy Debord: Die Gesellschaft des Spektakels, 1967
  • Anselm Jappe (2005): Die Abenteuer der Ware. Für eine neue Wertkritik. Unrast-Verlag. ISBN 3-89771-433-7
  • Eva Illouz: Der Konsum der Romantik. Campus, Frankfurt/Main, 2003; ISBN 3-593-37201-0
  • Naomi Klein: No Logo! Der Kampf der Global Players um Marktmacht. Ein Spiel mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern. Riemann Verlag, 2002, ISBN 3-570-50028-4
  • Annette Kaminsky: Kleine Konsumgeschichte der DDR. C.H. Beck; 2001; ISBN 3-406-45950-1
  • Ulrich Enderwitz : Konsum, Terror und Gesellschaftskritik. Unrast-Verlag 2005. ISBN 3-89771-437-X
  • Förderverein Krisis: Zeitschrift KRISIS. beiträge zur kritik der warengesellschaft. [1]
  • Joseph Heath, Andrew Potter: Konsumrebellen. Der Mythos der Gegenkultur., 2005, Rogner & Bernhard (Heath und Potter loben die Konsumgesellschaft und versuchen, gängige Konsumkritik zu widerlegen; die Existenz von konsumkritischen Produkten beweise die Unsinnigkeit von Konsumkritik.)

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Quelle fehlt!

[Bearbeiten] Siehe auch

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