Niederländische Antillen
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| Nederlandse Antillen Niederländische Antillen |
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| Amtssprache | Niederländisch, Papiamentu, Englisch | ||||
| Hauptstadt | Willemstad | ||||
| Staatsform | zum Königreich der Niederlande gehörend | ||||
| Staatsoberhaupt | Königin Beatrix | ||||
| Regierungschef | Emily de Jongh-Elhage | ||||
| Fläche | 960 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 218.126 (Stand Juli 2004) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 227.2 Einwohner pro km² | ||||
| Währung | Antillen-Gulden (ANG) | ||||
| Nationalhymne | Beautiful Islands | ||||
| Zeitzone | UTC −4 | ||||
| Kfz-Kennzeichen | NA | ||||
| Internet-TLD | .an | ||||
| Telefonvorwahl | +599 | ||||
Die Niederländischen Antillen sind ein niederländisches Überseegebiet, das geografisch zur Inselgruppe der Kleinen Antillen in der Karibik gehört. Sie bilden ein Land innerhalb des Königreiches der Niederlande, neben den (europäischen) Niederlanden und Aruba.
Am 15. Dezember 2008 beschlossen niederländische und antillianische Politiker an einem runden Tisch auf Curaçao, dass 2010 die Niederländischen Antillen aufgelöst werden. Curaçao und St. Maarten sollen zukünftig als je ein neues autonomes Land, vergleichbar mit dem Status von Aruba, dem Königreich angehören. Die Inseln Bonaire, Saba und St. Eustatius sollen einen besonderen Status als Gemeinden innerhalb der Niederlande erhalten, ohne einer niederländischen Provinz anzugehören.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Die Niederländischen Antillen umfassen fünf bewohnte Karibik-Inseln mit insgesamt etwa 960 km² sowie einige kleinere, unbewohnte Inseln:
- Teile der Inseln unter dem Winde:
- Curaçao (nebst Klein Curaçao)
- Bonaire (nebst Klein Bonaire)
- Teile der Inseln über dem Winde:
- Saba
- Sint Eustatius (lokaler Name: Statia)
- Sint Maarten (Nur der Südteil. Der Nordteil heißt Saint-Martin und ist ein französisches COM; vgl. Liste geteilter Inseln)
| Flagge | Name | Lage | Koordinaten | Fläche | Einwohner (2007) |
|---|---|---|---|---|---|
| Curaçao | 12° 11′ N, 68° 59′ W12.186111111111-68.989444444444Koordinaten: 12° 11′ N, 68° 59′ W | 444 km² | 180.592 | ||
| Bonaire | 12° 11′ N, 68° 16′ W12.185277777778-68.261944444444 | 288 km² | 14.479 | ||
| Sint Maarten | 18° 2′ N, 62° 3′ W18.033333333333-62.05 | 34 km² | 33.119 | ||
| Sint Eustatius | 17° 29′ N, 62° 58′ W17.485277777778-62.973055555556 | 21 km² | 2.498 | ||
| Saba | 17° 38′ N, 63° 14′ W17.639166666667-63.231666666667 | 13 km² | 1.146 |
Die etwa 200.000 Einwohner sind zu etwa 85 % afrikanischer Abstammung. Auf Sint Maarten erreicht die Zahl der Ausländer 49 %, also jeder Zweite hat hier eine andere Staatsangehörigkeit als die niederländische.
[Bearbeiten] Geschichte
1954 wurde den Niederländischen Antillen vollständige Autonomie in Bezug auf interne Angelegenheiten gewährt. Für Außenpolitik und Verteidigung sind jedoch weiterhin die Niederlande zuständig.
Bis zum Jahr 1986 gehörte die Insel Aruba ebenfalls zum Gebiet der Niederländischen Antillen.
[Bearbeiten] Politik
Die Verwaltung der Niederländischen Antillen besteht aus einer Regierung und den Staten, dem Parlament. Der Gouverneur vertritt das Staatsoberhaupt der Niederlande, zurzeit Königin Beatrix, und ist formell Regierungsleiter. Die politische Verantwortlichkeit liegt aber bei dem Ministerpräsident und den Ministern. Ministerpräsidentin ist Emily de Jongh-Elhage. Die Staaten der Niederländischen Antillen zählen 22 Sitze, nach einer festen Formel über den Inseln verteilt: 14 für Curaçao, 3 für Sint Maarten, 3 für Bonaire, 1 Sitz für Sint Eustatius sowie 1 für Saba. Regierungskoalitionen bilden sich in der Regel aus den Parteien der verschiedenen Inseln.
Die Niederländischen Antillen sind nicht Teil der Europäischen Union, sondern haben eine bevorzugte Beziehung unter dem Status von Überseeischen Ländern und Hoheitsgebieten.
Seit Anfang 2006 sind die Inseln Grund für außenpolitische Differenzen zwischen Venezuela und den Niederlanden. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez behauptet, die Niederlande würden den USA die Errichtung von Militärbasen erlauben, die für eine geplante Invasion Venezuelas genutzt werden sollen. Am 23. Mai 2006 begann ein internationales Militärmanöver (Joint Caribbean Lion 2006) unter Beteiligung der US-Navy.
[Bearbeiten] Reform der Beziehungen im Königreich
Anfang der 1990er Jahre begann eine Diskussion über die politische Zukunft der Niederländischen Antillen. Manche Politiker auf Curaçao und Sint Maarten, unter diesen auch Mitglieder der damaligen Antillen-Regierung, befürworteten eine Autonomie (Status aparte) für ihre Inseln nach dem Vorbild von Aruba. In Referenden auf den verschiedenen Inseln sprach sich 1993 und 1994 die Mehrheit der Stimmberechtigten jedoch für den Fortbestand von „neu strukturierten“ Niederländischen Antillen aus. Auf Curaçao z. B. stimmten damals 73,6 % für einen Verbleib im Verband der Niederländischen Antillen, 17,9 % für Autonomie, 8 % für Eingliederung in die Niederlanden (als Provinz oder Gemeinde) und nur 0,5 % für vollständige Unabhängigkeit. Auf den anderen Inseln war das Ergebnis vergleichbar, nur auf Sint Maarten war eine große Minderheit von 32 % für Autonomie. Die Regierung trat daraufhin zurück.
Nachdem sich die Bevölkerung Sint Maartens in einem neuen Referendum Juni 2000 mit 69 % für Autonomie aussprach, begannen erneut Gespräche über die Auflösung der Niederländischen Antillen als politische Einheit. Ein spezieller Beratungsausschuss aus Politikern und Experten empfahl der niederländischen Regierung 2004 die Auflösung des Landes Niederländische Antillen, die Bildung zweier neuer Länder Curaçao und Sint Maarten innerhalb des Königreichs der Niederlande und die Eingliederung der übrigen Inseln Bonaire, Saba und Sint Eustatius in die Niederlande. In neuen Referenden auf den Inseln (außerhalb Sint Maartens) bestätigte die Bevölkerung 2004 und 2005 die Empfehlungen des Ausschusses, nur auf Sint Eustatius stimmte eine Mehrheit weiterhin für einen Fortbestand der Niederländischen Antillen. Ende 2005 erreichten die Inseln Übereinstimmung mit der niederländischen Regierung über die Auflösung der Niederländischen Antillen 2008. Am 11. Oktober 2006 gelangten Bonaire, Saba und Sint Eustatius zu einem Übereinkommen mit den Niederlanden über ihre künftige Rechtslage als „besondere Gemeinden“ der Niederlande.
Am 15. Dezember 2008 wurde an einem Runden Tisch auf Curaçao beschlossen, dass das Land Niederländische Antillen bis 2010 aufgelöst wird. Stattdessen werden Curaçao und Sint-Maarten neue Länder, so wie Aruba dies bereits ist, und die übrigen drei Inseln Bonaire, Saba und Sint Eustatius werden besondere Gemeinden der Niederlande. Dort werden damit auch fast alle niederländischen Gesetze eingeführt, und die Insulaner erhalten das Wahlrecht für die erste und zweite Kammer und das Europäische Parlament. Die Inseln gehören dann auch zur EU. Ungeachtet dessen soll der US-Dollar auf diesen Inseln als gesetzliche Währung eingeführt werden.[1]. Die Niederlande erhalten die Macht über Justiz und Finanzen und übernehmen dafür die antillianische Staatsschuld. Außerdem wurde vereinbart, dass die Niederlande antillianische Kriminelle in den Niederlanden nicht mehr gesondert registriert.[1]
Es gibt auch Kritik an der Neuordnung, in der von „Rekolonialisierung“ die Rede ist. Teile der Vereinbarung sind noch nicht ausgehandelt. Streitpunkte sind Kriterien für Good Governance, das geplante Eingreifen des niederländischen Justizministers bei sehr schwerer Kriminalität sowie die Einführung der Homosexuellenehe. Vor der ontmanteling (Auflösung der Niederländischen Antillen) wird es noch mindestens einen Runden Tisch geben.[2]
[Bearbeiten] Sprachen
Niederländisch und Papiamentu sind die zwei offiziellen Amtssprachen der Niederländischen Antillen. Auf den Inseln über dem Winde (St. Maarten, Saba, St. Eustatius) ist Englisch die Verkehrssprache, auf den Inseln unter dem Winde (Bonaire, Curaçao) ist Papiamentu die Verkehrssprache und zweite Amtssprache. Der Unterricht in den Schulen findet in der Grundschule wahlweise auf Englisch oder Niederländisch (St. Maarten, Saba, St. Eustatius) bzw. Papiamentu oder Niederländisch (Bonaire, Curaçao) statt. Ab der Mittelschule (5. Klasse) findet der Unterricht nur noch auf Niederländisch statt, weil die Abschlussprüfung auf Niederländisch ist, es ist die gleiche Prüfung wie in den Niederlanden. Der weitere Hochschulunterricht findet in den Niederlanden statt. Ab dem Schuljahr 2008/2009 wird auf Curaçao der Unterricht nicht mehr auf Papiamentu gegeben, da zu viele Defizite zu Tage getreten sind (es gab z. B. ausschließlich niederländischsprachige Lehrbücher). Der katholische Schulverband beschloss daher, ab dem Schuljahr 2008/2009 wieder von der ersten Klasse an auf Niederländisch zu unterrichten. Dies entspricht auch dem Wunsch des Großteils der Bevölkerung. Seit Jahren waren die Anmeldungen für niederländischsprachige Schulen um das Zigfache höher, als Plätze vorhanden waren. Die Abschlussprüfungen werden auf Niederländisch gestellt.
Alle öffentlichen Bekanntmachungen und Gesetze sind auf Niederländisch abgefasst. Die Literatur der niederländischen Antillen wird hauptsächlich auf Niederländisch und Papiamentu geschrieben, nur ein kleiner Teil auf Englisch und Spanisch. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick, welche Sprache wie viele Muttersprachler hat.
| Insel | Papiamentu | Englisch | Niederländisch | Spanisch | Andere |
|---|---|---|---|---|---|
| Bonaire | 75 | 3 | 9 | 12 | 2 |
| Curaçao | 81 | 3 | 8 | 6 | 2 |
| Saba | 1 | 88 | 2 | 5 | 4 |
| Sint Eustatius | 2 | 83 | 4 | 6 | 6 |
| Sint Maarten | 2 | 68 | 4 | 13 | 13 |
| Niederländische Antillen | 65 | 16 | 7 | 6 | 5 |
[Bearbeiten] Infrastruktur
Das Stromnetz der Niederländischen Antillen hat 110 Volt und 60 Hertz.
Erwähnung verdient der Flughafen St. Maartens, der Princess Juliana Airport, dessen Lage zahlreiche Schaulustige anlockt und begeistert. Der Landeanflug führt in den meisten Fällen bis kurz vor dem Aufsetzen der Maschinen über das Wasser. Unmittelbar vor der Landebahn befindet sich ein Strand, der gerne von Schaulustigen und anderen Interessierten aufgesucht wird, trotz des erheblichen Lärmes und den mitunter heftigen Böen, die durch die Flugzeuge verursacht werden. Die Flugzeuge fliegen die Landebahn über den Strand teilweise in nur ca. 20 Metern (60 Fuß) Höhe an.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Neben dem Fremdenverkehr, der die Haupteinnahmequelle der Inseln ist, dienen die Inseln zahlreichen Banken als Zentrum. Daneben existieren auch kleinere Ölraffinerien.
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Quellennachweis
- ↑ Zum Teil nach: NRC Handelsblad, zuletzt gesehen am 23. Dezember 2008.
- ↑ Zum Teil nach: NRC Handelsblad, zuletzt gesehen am 23. Dezember 2008.
23 nordamerikanische Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen:
Kanada | Mexiko | Vereinigte Staaten
Zentralamerika: Belize | Costa Rica | El Salvador | Guatemala | Honduras | Nicaragua | Panama |
Karibik: Antigua und Barbuda | Bahamas | Barbados | Dominica | Dominikanische Republik | Grenada | Haiti | Jamaika | Kuba | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Trinidad und Tobago1
Abhängige Gebiete:
Amerikanische Jungferninseln (USA) | Anguilla (GB) | Aruba (NL) | Bermuda (GB) | Britische Jungferninseln (GB) | Grönland (DK) | Guadeloupe (FR) | Kaimaninseln (GB) | Martinique (FR) | Montserrat (GB) | Navassa (USA) | Niederländische Antillen (NL) | Puerto Rico (USA) | San Andrés und Providencia (COL) | Saint-Barthélemy (FR) | Saint-Martin (FR/NL) | Saint-Pierre und Miquelon (FR) | Turks- und Caicosinseln (GB)
1liegt auf dem südamerikanischen Festlandssockel.
Staaten in
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Ehemalige Kolonien, heutige Teile der Niederlande:
Aruba | Niederländische Antillen


