Patient

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein junger Patient, an dem eine Polysomnographie durchgeführt wird.

Ein Patient (von latein: patiens ‚aushaltend‘, ‚fähig zu ertragen‘)[1] ist eine Person, die an einer Krankheit oder an den Folgen eines Unfalls leidet und deshalb medizinisch behandelt wird. Das Wort entstammt dem Lateinischen (patiens: erdulden passio: das Leiden) und bedeutet demnach der Leidende / Erduldende. In einigen psychotherapeutischen und sozialen Behandlungsverhältnissen wird der Begriff des Klienten (lat. cliens: der Schutzbefohlene) bevorzugt (z. B. in der Klientenzentrierten Psychotherapie bzw. Gesprächspsychotherapie). In gewissen Institutionen spricht man von Kunden oder von Leistungsempfängern.

Zwischen Arzt und Patient wird ausdrücklich oder mit Aufnahme der Behandlung ein Vertrag geschlossen. Nach diesem schuldet der Arzt nicht einen Erfolg, den er nicht garantieren kann, sondern seine professionellen Bemühungen um die Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit oder um die Linderung von Leiden des Patienten. Wenn für die Behandlung im Rahmen des Sozialgesetzbuchs (SGB V) die Gesetzliche Krankenversicherung aufkommt, so wird der Patient als Kassenpatient (richtiger: Mitglied einer Gesetzlichen Krankenversicherung) oder Allgemeinpatient bezeichnet. Dagegen schuldet der Privatpatient das ärztliche Honorar, das sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bemisst, selbst, wobei er gegebebenenfalls eine Kostenbeteiligung einer Krankenkasse, einerer privaten Krankenversicherung oder der Beihilfe in Anspruch nehmen kann.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Verbänden, die die Rechte und Interessen der Patienten im Gesundheitssystem vertreten. Verschiedene davon sind allerdings von der Pharmaindustrie initiiert, gesteuert und finanziert (sog. Pseudo-Patientenverbände).

Laut einer Studie der Gmünder ErsatzKasse gab es 2007 in Deutschland pro Person durchschnittlich 17,7 Arztkontakte und damit eine leichte Steigerung gegenüber 2004 (16,4 Kontakte). Damit erreiche Deutschland im internationalen Vergleich ein auffällig hohes Niveau. Die Hälfte der Personen hatte 2007 Kontakt mit vier oder mehr Fachärzten.[2]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Joseph Maria Stowasser: Der Kleine Stowasser, Lateinisch-deutsches Schulwörterbuch, G. Freytag Verlag, München
  2. https://www.gek.de/presse/meldungen/pm/archiv-2009/2009-01-15.html Pressemitteilung: 15. Januar 2009 - GEK Report ambulant-ärztliche Versorgung

[Bearbeiten] Literatur

  • Annette Bopp, Delia Nagel, Gerd Nagel: Was kann ich selbst für mich tun? Patientenkompetenz in der modernen Medizin. rüffer & rub, Zürich 2005. ISBN 978-3-907625-23-1

[Bearbeiten] Weblink

Wikiquote Wikiquote: Patient – Zitate
Persönliche Werkzeuge