Rübezahl

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Rübezahl, Moritz von Schwind, 1859
Rübezahl im Riesengebirge
Rübemzal, Darstellung von 1561, nach Martin Helwig
Vergrößerung des Dämon nach Helwig

Rübezahl ist der Berggeist (Schrat) des Riesengebirges. Um ihn ranken sich zahlreiche Sagen und Märchen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Name

Die Herkunft des Namens ist nicht geklärt. In der ersten Rübezahl-Geschichte von Johann Karl August Musäus nimmt Rübezahl eine Frau gefangen, die er heiraten will. Natürlich ist sie dagegen und befiehlt ihm, die Rüben auf dem Feld zu zählen. Sollte er sich verzählen, müsse er sie gehen lassen. Sofort macht der Berggeist sich an die Arbeit. Um auch sicher zu sein, dass die Anzahl stimmt, tut er es gleich noch einmal. Währenddessen machte sich die junge Dame aus dem Staub. Daher der Spottname Rübezahl.

Neben der Sage Wie Rübezahl zu seinem Namen kam gibt es weitere mögliche Erklärungen:

  • Hriob Zagel als aus dem Althochdeutschen und Tschechischen abgeleiteter Begriff für „Rauher Sturm“
  • Riebezagel als Kombination des Eigennamens Riebe und des mittelhochdeutschen Wortes zagel für Schwanz, was auf die bildhafte Erscheinung als geschwänzter Dämon hinweist.

Rübezahl ist ein Spottname, dessen Erwähnung innerhalb seines Reichs, also des Riesengebirges, den Zorn des so Benannten heraufbeschwört. Die „korrekte Anrede“ lautet „Herr der Berge“. Im Tschechischen heißt er Krakonoš. Eine respektvolle Benennung lautet auch „Herr Johannes“. Im Riesengrund nahe der Schneekoppe wird eine botanische Lokalität mit besonders großem Pflanzenreichtum als „Rübezahls Gärtchen“ bezeichnet, auch sonst werden eigentümliche Steinbildungen nach ihm benannt (z. B. „Rübezahlkanzel“ an den „Schneegruben“).

Fernab von Märchen und Mythen hat sich der Name Rübezahl vor allem im europäischen Raum aufgrund seiner etwas abschätzigen Verwendung für großteils polnische Gastarbeiter in Ostdeutschland etabliert. Diese fanden fast ausschließlich in der Landwirtschaft Arbeit und wurden dort oft als Rübensammler und -zähler eingesetzt.

[Bearbeiten] Sage

Ausstellungsplakat, 2009

„Rübezahl, sollt ihr wissen, ist geartet wie ein Kraftgenie, launisch, ungestüm, sonderbar, bengelhaft, roh, unbescheiden, stolz, eitel, wankelmütig, heute der wärmste Freund, morgen fremd und kalt; … schalkhaft und bieder, störrisch und beugsam …“

vgl. Musäus, 1783

Der Sage nach ist Rübezahl ein launischer Riese oder Berggeist. Gegen gute Menschen ist er freundlich, lehrt sie Heilmittel und beschenkt sie; wenn man ihn aber verspottet, rächt er sich schwer.

Die Quellen der Sage dürften aus heidnischer Zeit stammen. Rübezahl ist der Wetterherr des Riesengebirges und ähnelt so dem Wilden Jäger. Unerwartet sendet er Blitz und Donner, Nebel, Regen und Schnee vom Berg nieder, während eben noch alles im Sonnenglanz lag. Er nimmt die verschiedensten Gestalten an, besonders zeigt er sich als Mönch in aschgrauer Kutte (vergleichbar Wodan im Wolkenmantel) auf dem Berg und hält ein Saitenspiel in der Hand (die Sturmesharfe), das er so heftig schlägt, dass die Erde davon erzittert, und dergleichen mehr. Hier zeigen sich einige Ähnlichkeiten zum Mythos um Wodan, der Freya auf ähnliche Weise entführt hat wie Rübezahl seine Prinzessin.

[Bearbeiten] Ausgaben

Gesammelt und aufgeschrieben wurden die Rübezahl-Sagen erstmals von Johannes Praetorius in dessen Daemonologia Rubinzalii Silesii (1662). Später erschienen Johann Karl August Musäus' Legenden vom Rübezahl und Carl Hauptmanns Rübezahl-Buch. Weitere Werke zum Thema sind Otfried Preußlers Mein Rübezahl-Buch, Ferdinand Freiligraths: Aus dem schlesischen Gebirge [1] aus Ein Glaubensbekenntnis, 1844 sowie Robert Reinicks Rübezahls Mittagstisch.

[Bearbeiten] Museum

Das erste Rübezahl-Museum wurde im Mai 2005 in Görlitz eröffnet.

[Bearbeiten] Verfilmungen

[Bearbeiten] Literatur

  • Henning Eichberg: Rübezahl. Historischer Gestaltwandel und schamanische Aktualität. In: Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau, Sigmaringen, 1991; 32: 153-178.
  • Stephan Kaiser: Der Herr der Berge Rübezahl. Katalog zur Ausstellung. Königswinter-Heisterbacherrott: Museum für schlesische Landeskunde, 2000 (Hrsg.)
  • Chr. Kutschera: Rübezahl. Sagen und Schwänke, Stuttgart 1950

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Aus dem schlesischen Gebirge bei Spiegel Online
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