Santa Cruz de Tenerife
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Gemeinde Santa Cruz de Tenerife | ||
|---|---|---|
| Wappen | Karte der Kanarischen Inseln | |
Hilfe zu Wappen |
|
|
| Basisdaten | ||
| Autonome Gemeinschaft: | Kanarische Inseln | |
| Provinz: | Santa Cruz de Tenerife | |
| Insel: | Teneriffa | |
| Koordinaten | 28° 28′ N, 16° 15′ W28.464444444444-16.2563888888894Koordinaten: 28° 28′ N, 16° 15′ W | |
| Höhe: | 4 msnm | |
| Fläche: | 150,56 km² | |
| Einwohner: | 221 567 (2005) | |
| Bevölkerungsdichte: | 1 471,62 Einwohner/km² | |
| Postleitzahl: | E–38000 | |
| Gemeindenummer (INE): | 38 0380 | |
| Verwaltung | ||
| Bürgermeister: | Miguel Zerolo Aguilar (CC) | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | C/ Viera y Clavijo, 46 38004 Santa Cruz de Tenerife |
|
| Webpräsenz der Gemeinde | ||
| Lage der Gemeinde | ||
Santa Cruz de Tenerife ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und neben Las Palmas de Gran Canaria eine der beiden Hauptstädte der Kanaren.
Die im Nordosten der Insel gelegene Stadt zählt 223.148 (Stand 2006) Einwohner, zusammen mit dem 7 km entfernten La Laguna, Tegueste und El Rosario sogar rund 423.000. Das von Santa Cruz verwaltete Gebiet dehnt sich bis ins dünn besiedelte Anaga-Gebirge im Osten der Insel aus.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Klima
[Bearbeiten] Geschichte
Das spätere Stadtgebiet von Santa Cruz de Tenerife gehörte zur Zeit der Guanchen zum Königreich von Anaga. Im Vertrag von Tordesillas hatten sich Spanien und Portugal durch die Vermittlung des Papstes Alexanders VI. auf eine Aufteilung der Welt geeinigt. Dabei waren die kanarischen Inseln an Spanien gefallen. Um die Besitzansprüche geltend zu machen, musste nun auch die letzte der Inseln erobert werden. Bei der Landung an der Stelle, an der sich heute die Plaza España / Plaza Candelaria befinden, ließ Alonso Fernández de Lugo1494 ein Holzkreuz aufstellen und dann die befestigte Anlage Añazo errichten. Nach der verlorenen Schlacht von La Matanza de Acentejo schiffte der Rest der Truppe sich von hier aus auf der Flucht auch wieder ein. Im Jahr 1495 landete eine neue Truppe unter Don Alonso Fernandez de Lugo wieder an dieser Stelle und eroberte die Insel endgültig.
Im Jahr 1723 verlegte der Capitan General der Region Canarias seinen Amtssitz von La Laguna nach Santa Cruz. Der Handel blühte zum Ende des 18 Jahrhunderts auf, nachdem Santa Cruz (1778) als einzige Stadt der Kanaren das königliche Privileg des Amerikahandels erhielt. Die erste Hafenmole wurde bereits 1755 errichtet.
Die Engländer, die den Hafen für strategische wichtig hielten, unternahmen von 1657 bis 1799 vier erfolglose Versuche, Santa Cruz de Tenerife mit Militärgewalt einzunehmen. Im Juli 1797 fand der prominentestes Eroberungsversuch einer englischen Flotte unter dem Befehl Admiral Nelsons statt. Sein Vizeadmiral Bowen landete mit 1 200 Mann südlich von Santa Cruz, konnte sich aber nur einen Tag gegen die spanischen Verteidiger halten und wurde gefangen genommen. Im Beschuss durch die Hafenfestungen verlor Nelson seinen linken Arm. (Die Kanone „El Tigre“, die das Feuer auf das Flaggschiff der Engländer abgegeben haben soll, wird bis heute im Museo Militar verwahrt.) Festungskommandant Antonio Guitérrez erreichte einen Nichtangriffsvertrag mit Nelson, woraufhin die gefangenen englischen Soldaten freigelassen wurden.
Bei der Einteilung Spaniens in Provinzen im Jahr 1833 wurde Santa Cruz de Tenerife Hauptstadt der Provinz gleichen Namens, die damals alle Kanarischen Inseln umfasste.
General Francisco Bahamonde Franco, der einer der führenden Personen bei dem Putsch gegen die demokratische Regierung und dem sich daraus ergebenden spanischen Bürgerkrieg wurde, war 1936 Militärgouverneur der kanarischen Inseln mit Sitz in Santa Cruz.
Seit 1982 ist Santa Cruz neben Las Palmas de Gran Canaria Hauptstadt der autonomen Gemeinschaft Kanarische Inseln. Beide Regierungssitze wechseln sich alle vier Jahre ab. Das Parlament der Comunidad Autónoma de las Canarias hat seinen ständigen Sitz in Santa Cruz de Tenerife.
Nachbargemeinden sind El Rosario im Süden und Südwesten und San Cristóbal de La Laguna im Westen und Nordwesten.
Die Stadt ist Seehafen und mit nahe gelegenem Strand Las Teresitas (dank importiertem Sand aus der Sahara einer der wenigen weißen Strände der Insel) ein Urlaubsparadies mit imposanten Aussichten und mildem, subtropischem Klima. Weltbekannt ist der Karneval von Santa Cruz, der zweitgrößte der Welt nach dem in Rio de Janeiro.
Außerhalb der Karnevalszeit bietet die Stadt mit unzähligen Kinos, Messen und Galerien Abwechslung. Der Tourismus spielt im Vergleich zum ebenfalls im Norden der Insel gelegenen Stadt Puerto de la Cruz eine weitaus geringere Rolle.
Der Hafen exportiert zahlreiche Rohstoffe der Inselgruppe. Im Raum Santa Cruz hat sich auch eine vielfältige Industrie angesiedelt, darunter Textil- und Fischindustrie sowie einige Erdölraffinerien.
[Bearbeiten] Ortsteile
[Bearbeiten] Einwohner
| Jahr | Einwohner | Bevölkerungsdichte |
|---|---|---|
| 1991 | 200.172 | |
| 1996 | 203.787 | |
| 2001 | 188.477 | 1.453,3 Ew./km² |
| 2002 | 217.414 | |
| 2003 | 220.022 | 1.461,4 Ew./km² |
| 2004 | 219.466 | 1.457,3 Ew./km² |
| 2005 | 221.567 |
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- In Ost-West Richtung verläuft die Rambla del General Franco durch die Stadt. Mit ihren gewaltigen Bäumen, Sitzmöglichkeiten, Cafés und Kiosken ist die Rambla beliebte Flaniermeile bei Einheimischen und Touristen.
- Im Herzen der Stadt an der Rambla del General Franco befindet sich die Stierkampfarena von Santa Cruz. Da das Parlament der Kanarischen Inseln den Stierkampf jedoch bereits vor vielen Jahren verbieten ließ, wird die Arena heute vor allem für Konzerte und Aufführungen genutzt.
- Die bestbesuchte Einkaufsmeile der Hauptstadt ist die Calle Castillo. Sie führt von der Plaza Weyler bergab bis zur am Hafen gelegenen Plaza de España und bietet mitsamt ihren Nebenstraßen neben vielen international bekannten Ladenketten auch einheimische Geschäfte und Cafés.
- Der Turm der Kirche Iglesia de Nuestra Señora de la Concepción ist so etwas wie das Wahrzeichen der Hauptstadt. Die 1653 auf den Ruinen einer 1502 ausgebrannten Kapelle errichtete Kirche war Beobachtungspunkt und warnte vor feindlichen Schiffen und Piratenübergriffen.
- Die ehemalige Tabakfabrik ist ein rötliches Gebäude an der Kreuzung von Plaza del Principe und der Calle Adelantado. Allerdings rollen dort nur noch wenige Menschen Puros (Zigarren).
- Das 2003 eröffnete Auditorio de Tenerife. Eine vom Architekten Santiago Calatrava entworfene Kongress- und Konzerthalle.
- Rund 7 Kilometer von der Hauptstadt entfernt befindet sich das früher nur über Bergpfade zu erreichende Fischerdorf San Andrés. Die 3500 Einwohner leben heute hauptsächlich von den Strandbesuchern des künstlich aufgeschütteten Strandes Las Teresitas.
[Bearbeiten] Verkehr
Nordwestlich von Santa Cruz, bei La Laguna, liegt der Flughafen Teneriffa Nord Los Rodeos. Der Puerto de Tenerife ist ein wichtiger Handelshafen auf der Insel, über den die Versorgung mit Erdöl, Rohstoffen etc. abgewickelt wird. Von hier aus gibt es direkte und regelmäßige Fährverbindungen zu den Nachbarinseln wie u.a. nach Agaete de Gran Canaria in circa 60 Minuten Fahrzeit (von Agaete nach Las Palmas de Gran Canaria sind es ca. 20 Minuten mit dem Auto über die Autobahn GC-2), und mit der Acciona (ehem. Trasmediterranea) nach Cádiz in Südspanien. Die Südautobahn TF-1 und die Nordautobahn TF-5 haben hier ihren Ausgangspunkt. Die neue Straßenbahn Tranviá Tenerife nach La Laguna ist seit dem 2. Juni 2007 offiziell in Betrieb.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Rafael Arozarena (* 1923), Schriftsteller
- Juan Carlos Fresnadillo (* 1967), Regisseur
- Ángel Guimerá (1845–1924), Schriftsteller
- Fernando Fernández Martín (* 1943), Politiker
- Adán Martín Menis (* 1943), Politiker
- Luis Molowny (* 1925), Fußballspieler
- Leopoldo O’Donnell (1809–1867), Politiker
- Sergio Rodríguez (* 1986), Basketballspieler
- Vitolo (* 1983), spanischer Fußballspieler
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Geoklima 2.1
[Bearbeiten] Quellen
- ISTAC (Statistische Abteilung der Regionalregierung der Kanarischen Inseln)
- Alberto Darias Principe: Santa Cruz de Tenerife, Ciudad, Arquitectura y Memoria Histórica 1500 – 1981, Ayuntamiento de Santa Cruz de Tenerife, Santa Cruz de Tenerife, o. J. ISBN 84-89350-92-2
[Bearbeiten] Weblinks
-
Commons: Category:Santa Cruz de Tenerife – Bilder, Videos und Audiodateien
Adeje | Arafo | Arico | Arona | Buenavista del Norte | Candelaria | Fasnia | Garachico | Granadilla de Abona | La Guancha | Guía de Isora | Güímar | Icod de los Vinos | La Matanza de Acentejo | La Orotava | Puerto de la Cruz | Los Realejos | El Rosario | San Cristóbal de La Laguna | San Juan de la Rambla | San Miguel de Abona | Santa Cruz de Tenerife | Santa Úrsula | Santiago del Teide | El Sauzal | Los Silos | Tacoronte | El Tanque | Tegueste | La Victoria de Acentejo | Vilaflor

