Tuchola
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| Tuchola | ||||
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| Basisdaten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Staat: | Polen | |||
| Woiwodschaft: | Kujawien-Pommern | |||
| Landkreis: | Tuchola | |||
| Fläche: | 17,68 km² | |||
| Geographische Lage: | 53° 36′ N, 17° 51′ O53.617.85Koordinaten: 53° 36′ 0″ N, 17° 51′ 0″ O | |||
| Einwohner: | 13,948 (30. Juni 2007[1]) | |||
| Postleitzahl: | 89-500 + 89-501 | |||
| Telefonvorwahl: | (+48) 52 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | CTU | |||
| Wirtschaft und Verkehr | ||||
| Straße: | Więcbork–Czersk | |||
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |||
| Gemeinde | ||||
| Gemeindeart: | Stadt- und Landgemeinde | |||
| Gemeindegliederung: | 9 Schulzenämter | |||
| Fläche: | 239,43 km² | |||
| Einwohner: | 20.098 (30. Juni 2007) | |||
| Verwaltung (Stand: 2007) | ||||
| Bürgermeister: | Tadeusz Kowalski | |||
| Adresse: | Plac Zamkowy 89-500 Tuchola |
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| Webpräsenz: | www.tuchola.pl | |||
Tuchola (deutsch Tuchel) ist eine Stadt mit etwa 14.000 Einwohnern. Sie ist eine der ältesten Städte in Pommern (Polen). Sie liegt 55 km nördlich von Bydgoszcz (Bromberg) am Rande der Tucheler Heide (Bory Tucholskie).
Die Stadt befindet sich zwei Kilometer westlich der Brahe und ist Kreisstadt des Powiats Tucholski im nordwestlichen Teil der Woiwodschaft Kujawien-Pommern.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Die erste Siedlung entstand um das Jahr 980. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1287, anlässlich der Kirchweihe durch den Erzbischof von Gnesen, Jakub Świnka, am 9. Oktober 1287 („ad consecrandam ecclesiam in Thuchol”). Am 22. Juli 1346 bekam Tuchel vom Hochmeister des Deutschen Ordens Heinrich Dusemer das Kulmer Stadtrecht verliehen.
Der Kriegszug des polnischen Königs Władysław II. Jagiełło und des mit ihm verbündeten Großfürsten Witold von Litauen gegen den Ordensstaat, der mit der Schlacht bei Tannenberg (Grunwald) am 15. Juli 1410 begann, endete in Tuchel. Am 5. November 1410 griff das polnische Heer das in der Tucheler Burg versammelte Ordensritterheer von Süden her an und rieb es auf. Laut der Schriften des polnischen Historikers und Chronisten Johannes Longinus kamen in dieser Schlacht weit mehr Ordensritter im Burgsee und in dem umgebenden Sumpf ums Leben als durch die Schwerter der polnischen Soldaten.
Die zwei Schwerter, die der Hochmeister Ulrich von Jungingen bei Tannenberg dem polnischen König Wladyslaw II. Jagiello geschenkt haben soll, stammten von dem Tucheler Komtur Heinrich von Schwelborn.
Trotz der katastrophalen Niederlage des Deutschen Ordens konnte der Hochmeister Heinrich von Plauen im Ersten Frieden von Thorn am 1. Februar 1411 tragbare Friedensbestimmungen aushandeln: Der territoriale Bestand des Ordens blieb im Wesentlichen erhalten.
Erst am Ende des folgenden Dreizehnjährigen Krieges zwischen dem Deutschen Orden und Polen-Litauen (1454–1466) kam Tuchel durch den Zweiten Thorner Frieden am 19. Oktober 1466 unter die Oberhoheit der polnischen Krone. Das vom Orden abgetretene Gebiet – mithin auch Tuchel – wurde jedoch nicht in den polnischen Staat inkorporiert, sondern mit der Krone Polens in einer rechtlich nicht klar definierten Union verbunden. Die Sonderstellung des „Königlichen Preußen“ gegenüber der polnischen Krone zeigte sich in der Aufrechterhaltung seiner Sonderrechte wie z. B. eigener Landtag, eigene Landesregierung, eigene Münze, eigene diplomatische Vertretungen der großen Städte.
Im Polnisch-Schwedischen Krieg (1655–1657) versuchten die Schweden fünfmal vergeblich die Stadt Tuchel und ihre Burg zu erobern. Seine Stelle in der Geschichte hatte auch ein Held namens Michałko, von dem 1657 berichtet wurde : "In dieser Zeit wurden Schweden in Preußen von niemandem beunruhigt, außer Michałko, dem Sohn eines prußischen Bauers, der zuerst bei Schweden als Soldat und Korporal diente, später war er im Kloster in Pelplin in Haft. Er organisierte nach der Flucht ein großes Bauernabteil, das von Schweden hohe Beuten eroberte. Er kannte sehr gut alle Wege und Waldpfaden, kehrte immer sicher nach Tuchel, Konitz oder Schlochau zurück. Er ging mit seinen Bauern an und ab, bereitete viele Schäden und entführte viele Schweden. Er erschien immer dort, wo er nicht erwartet wurde, gleich danach floh er."
Als Ergebnis der Ersten Polnischen Teilung kam Tuchel 1772 zum Königreich Preußen. Am 17. Mai 1781 entzündete Jan Philip Vogt den Brand, dem die Pfarrkirche zum Heiligen Bartholomäus und der größte Teil der Stadt zum Opfer fielen. Die Namen von manchen Straßen erinnern an die damalige Bedeutung (z.B. Starofarna/Altpfarrkirchenstraße; Staromiejska/Altstädtische Straße; Rzeźnicka/Metzgerstraße; Studzienna/Brunnenstraße; Rycerska/Ritterstraße).
Mit dem Vertrag von Versailles 1919 wurde die Stadt Tuchel ohne Befragung der Bevölkerung vom Deutschen Reich abgetrennt und gelangte als Teil des Polnischen Korridors zur neugeschaffenen Republik Polen. In der Stadt befand sich später ein Internierungslager für Kriegsgefangene aus dem polnisch-sowjetischen Krieg[2], das durch seine hohe Anzahl an Toten aufgrund eines europaweiten Ausbruchs der Spanischen Grippe bekannt wurde. Im Zuge des Polenfeldzug zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Tuchel in den neugeschaffenen Reichsgau Danzig-Westpreußen eingegliedert. Nach der Übernahme durch die polnischen Behörden nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Name der Stadt wieder in Tuchola abgeändert.
[Bearbeiten] Wappen
Die Patronin von Tuchola ist die Heilige Margarete. Der Legende zufolge soll sie die Stadt vor Angreifern verteidigt haben, indem sie die Verteidiger dazu veranlasste, den Angreifern Brot zuzuwerfen. Die Angreifer wurden so von den großen Vorräten der Stadt überzeugt und zogen ab.
Blasonierung: In Blau wachsend eine silbern nimbierte, mit einer dreiblättrigen goldenen Krone gekrönte, silberne Heilige Margarete mit schulterlangen schwarzen Haaren, in der Rechten eine silberne Taube haltend, in der Linken ein goldenes Kreuz.
[Bearbeiten] Gmina
Die Stadt- und Landgemeinde Tuchola besteht aus folgenden Ortschaften:
| polnischer Name | deutscher Name (bis 1920 und 1939-45) |
|---|---|
| Barłogi | Barlogi |
| Biała | Bialla (1942-45 Bielen) |
| Białowieża | Bialowierz (1942-45 Belwers) |
| Bielska Struga | Hellfließ |
| Bladowo | Bladau |
| Brody | Broddi |
| Dąbrówka | Dombrowka |
| Dziekcz | Dzeks |
| Jaty | Jatty |
| Kiełpin | Kelpin (1942-45 Kelpen) |
| Klocek | Klotzek (1942-45 Klotzeck) |
| Koślinka | Koslinka |
| Legbąd | Legbond |
| Łosiny | Lossini (1942-45 Lossin) |
| Lubierzyn | Lubierszyn |
| Mała Komorza | Klein Komorze (1942-45 Kammergut) |
| Mały Mędromierz | Klein Mangelmühle (1942-45 Mangelmühlchen) |
| Mrowiniec | Groß Mrowinitz |
| Nadolnik | Niedermühl |
| Nowa Tuchola | Neu Tuchel (1942-45 Neutuchel) |
| Piszczek | Ernstthal |
| Plaskosz | Plaskau |
| Raciąski Młyn | Reetzermühle |
| Raciąż | Reetz |
| Rzepiczna | Rzepitno (1910-45 Repitz) |
| Rudzki Most | Rudabrück |
| Słupy | Sluppi (1942-45 Pfahldorf) |
| Stobno | Stobno (1942-45 Stübensee) |
| Tuchola | Tuchel |
| Wielka Komorza | Groß Komorze (1942-45 Waldkammer) |
| Woziwoda | Woziwoda (1900-45 Schüttenwalde) |
| Wysocki Młyn | Wittstockermühle |
| Wysoka | Wittstock |
| Wysoka Wieś | Hochdorf |
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Louis Lewin (1850-1929), Arzt, Pharmakologe und Toxikologe
- Karl Lehmann (Jurist) (1858-1918), Rechtswissenschaftler und Rektor der Universität Rostock
- Senna Hoy (1882-1914), deutscher Anarchist und Schriftsteller
- Joachim von Delbrück (1886-1951), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Herausgeber
- Bruno Binnebesel (1902-1944), katholischer Geistlicher
[Bearbeiten] Partnergemeinden
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Fußnoten
- ↑ Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007
- ↑ Nesavisimaya Gaseta, „Bericht einer russischen Zeitung über das Lager (russisch)“, July 16, 1998.

