Widerstand (Psychologie)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Begriff Widerstand hat in der Psychologie verschiedene Bedeutungen. Je nach Schule verwendet man ihn für unterschiedliche Phänomene und erklärt ihn auf verschiedene Weise.
- eine prinzipielle Haltung gegen Regeln, Befehle oder Normen. Alles das, was das auf Regeln aufgebaute Arbeitsbündnis mit dem Therapeuten stört. Arbeitsbündnis und Widerstand sind die dialektischen Gegenpole, zwischen denen sich eine Therapie aufbaut oder bewegt.
- In der Psychotherapie die bewusste Ablehnung eines Fortschritts in der psychotherapeutischen Behandlung durch den Patienten selbst.
- In der Psychoanalyse ein unbewusst ablaufender Abwehrmechanismus. Freud: "Was immer die Fortsetzung der Arbeit stört, ist Widerstand (GW II/III 521)."
Der Widerstand ist ein allgemeines Phänomen, das im Alltag gewöhnlich ist und auch in jeder Psychotherapie auftritt. Der Umgang mit dem Widerstand wird je nach Schule unterschiedlich empfohlen.
Während viele Therapeuten den Widerstand respektieren, d. h. es mehr oder weniger dem Patienten überlassen, in welche Richtung er gehen möchte - nicht jeder vorgeschlagene Weg ist auch der für den Patienten sinnvolle - wird das Phänomen des Widerstandes von der klassischen Psychoanalyse als Merkmal der Erkrankung angesehen und gezielt zu überwinden versucht. Der Patient wird hierbei einem landläufigen Missverständnis zufolge aber nicht gedrängt, solche Annahme von Seiten der psychoanalytischen Theorie ohne Einsicht in die Gründe zu akzeptieren. Vielmehr besteht die Behandlung diesbezüglich daraus, bewusst gemeinsam in der Richtung weiter zu suchen, in der sich ein Widerstand zu regen scheint. Hinter solcher oft gefühlsmäßig spürbaren Abwehr - die gewöhnlich auch von scheinbar vernünftig klingenden Argumenten gerechtfertigt wird - werden psychische Inhalte vermutet, die in das sogenannte Unbewusste verdrängt wurden. Ihre Wiederbewusstmachung ist das eigentliche Anliegen der psychoanalytischen Behandlung, denn sie stehen der Theorie zufolge in einem ursächlichen Zusammenhang mit der Grundproblematik des Patienten. Näheres zu der Methode in den Artikeln Freien Assoziation und Traumdeutung).
[Bearbeiten] Siehe auch
Widerstand im allgemeinen Sprachgebrauch

