Der Hexer (1964)
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| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Hexer |
| Produktionsland: | Deutschland |
| Erscheinungsjahr: | 1964 |
| Länge: | 82 Minuten |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Altersfreigabe: | FSK 12 |
| Stab | |
| Regie: | Alfred Vohrer |
| Drehbuch: | Herbert Reinecker Harald G. Petersson |
| Produktion: | Horst Wendlandt |
| Musik: | Peter Thomas |
| Kamera: | Karl Löb |
| Schnitt: | Jutta Hering |
| Besetzung | |
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Der Hexer ist ein deutscher Kriminalfilm des Regisseurs Alfred Vohrer und der 20. deutschsprachige Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans (Originaltitel: The Ringer) von Edgar Wallace wurde von Rialto Film produziert und vom 3. Juni bis 11. Juli 1964 in West-Berlin gedreht. Am 21. August 1964 wurde der Film in den Kinos Capitol und Alhambra in Düsseldorf uraufgeführt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Handlung
Gwenda Milton, die Sekretärin des Rechtsanwaltes Messer, wird auf mysteriöse Weise umgebracht. Was die Täter nicht wussten: Gwenda Milton war die Schwester von Arthur Milton, dem so genannten Hexer. Dieser wird wegen Selbstjustiz gesucht und wanderte deshalb vor Jahren nach Australien aus. Der Mord an Gwenda ruft also nicht nur Scotland Yard, sondern auch den Hexer selbst auf den Plan.
Sir John und Inspektor Higgins von Scotland Yard stehen nun vor der schwierigen Aufgabe den Mörder Gwenda Miltons zu finden bevor der Hexer in seiner üblichen Weise die Täter bestrafen kann. Inspektor Higgins, ist erfreut darüber, dass sich der pensionierte Scotland Yard Inspektor Warren, der als einziger Mensch jemals den Hexer von Angesicht zu Angesicht gesehen hat, bei Sir John meldet und seine Hilfe bei der Jagd anbietet. Der Hexer ist ein Meister der Tarnung und versteht es immer wieder, sein Aussehen in völlig unerwarteter Weise zu verändern.
Gleichzeitig mit dem Hexer treffen auch seine Frau Cora Ann Milton und der der geheimnisvolle Australier James W. Wesby in London ein. Arthur Milton schafft es, die für den Tod seiner Schwester Verantwortlichen, der aus seiner Sicht gerechten Strafe zuzuführen, dem Tod. Als es den Beamten von Scotland Yard schließlich doch noch gelingt, den Hexer festzusetzen und ihn zu enttarnen, gelingt Arthur Milton mit einem unglaublichen Trick die Flucht.
[Bearbeiten] Kritiken
„Gut gehext, Wallace und Company, so könnte man weitermachen.“
– Kurier, Wien, 2. Oktober 1964
„Alfred Vohrer hat mit einer gehörigen Portion Ironie inszeniert. Das lockert auf, erhöht gleichzeitig auch die Spannung. Die Gruseleffekte sind glänzend auf der Grenze des Möglichen ausbalanciert. Dazu gibt es eine im deutschen Kriminalfilm bewährte Starbesetzung. Ein Leckerbissen für die Freunde des Krimis. Wer sich nicht zu ihnen zählt, kann hier leicht dazu werden.“
– Stuttgarter Nachrichten, 10. Oktober 1964
„Ein Wallace-Klassiker optimal modernisiert.“
– Joachim Kramp in „Das Edgar Wallace Lexikon“, 2004
„Viele spannungsfördernde Gags, gutes Team und routiniertes Drehbuch von Herbert Reinecker. (Wertung: überdurchschnittlich)“
– Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“, 1990
„Schaurig - und unfreiwillig komisch.“
– TV Movie
„Ein routiniert und spannend inszenierter Kriminalfilm nach Edgar Wallace mit einigen allzu billigen, aber auch einigen recht amüsanten Effekten. Kritisch anzumerken bleibt die als selbstverständlich dargestellte Rachejustiz.“
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- Spielfilmprämie (200.000 DM) des Bundesministeriums des Inneren, 1964
[Bearbeiten] Sonstiges
- Die älteste Fassung des Romans „Der Hexer“ schrieb Edgar Wallace 1925 (Originaltitel: The Gaunt Stranger). 1926 schrieb Wallace den Roman in ein Theaterstück um und verfasste anhand der darin enthaltenen Änderungen auch eine neue Version des Romans (Originaltitel des Theaterstücks und des Romans: The Ringer). Die zweite Romanfassung erschien 1926 in deutscher Sprache, das Theaterstück 1927. Die deutsche Übersetzung der ersten Romanversion erschien erst 1983. In Deutschland tragen alle drei Versionen den Titel „Der Hexer“.
- Die erste Drehbuchfassung nach einem Treatment von Egon Eis stammte von Harald G. Petersson, der zwar auf dem Kinoplakat, nicht jedoch im Vorspann des Films genannt wird. Im Herbst 1963 engagierte Produzent Horst Wendlandt den bekannten Autoren Herbert Reinecker, der die endgültige Fassung des Drehbuchs schrieb. Reinecker, der für die Edgar-Wallace-Filme auch unter seinem Pseudonym Alex Berg schrieb, avancierte zu einem der wichtigsten Autoren der Reihe, für die er insgesamt sechs Drehbücher verfasste.
- Die Außenaufnahmen in West-Berlin fanden unter anderem in der Zitadelle Spandau und im ehemaligen Hotel Esplanade statt. Die London-Aufnahmen entstanden bei den Dreharbeiten zu Der Zinker und Wartezimmer zum Jenseits. Die Innenaufnahmen drehte man in den Studios der CCC-Film im Berliner Bezirk Spandau.
- Dies war der letzte von insgesamt sechs in Ultrascope produzierten Edgar-Wallace-Filmen. Daneben entstanden mit den in Techniscope aufgenommenen Filmen „Todestrommeln am großen Fluß“, „Sanders und das Schiff des Todes“, „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ und „Das Rätsel des silbernen Halbmonds“ noch vier weitere Wallace-Adaptionen in einem ähnlichen Format.
- Die beiden populärsten Ermittler der Edgar-Wallace-Filme, Joachim Fuchsberger und Heinz Drache, standen in diesem Film zum ersten und einzigen Mal gemeinsam vor der Kamera. Der von Fuchsberger dargestellte Inspektor Higgins hat die selben Vornamen wie der Sohn von Edgar Wallace (Bryan Edgar Wallace), wird im Film jedoch einmal als Edgar Bryan angeredet.
- Der Name von René Deltgen wurde weder auf dem Filmplakat noch im Vorspann genannt, da er erst am Ende des Films als Hexer in Erscheinung tritt.
- Neben Deltgen sah man erstmals Sophie Hardy, Margot Trooger, Hilde Sessak und Karl John in einem Film der Reihe. Ann Savo und Jochen Brockmann nahmen nach jeweils insgesamt zwei prägnanten Gastauftritten Abschied von der Edgar-Wallace-Serie.
- Aus einem Funkgerät ist die Stimme des Regisseurs Alfred Vohrer zu hören. Ein Zeitungsverkäufer wurde von Gerd Martienzen synchronisiert.
- Der Film wurde von der FSK ab 16 Jahren freigegeben, nachdem man das in einer Szene von Sir John (Siegfried Schürenberg) gefundene Nacktfoto durch eines mit Bikini ersetzt hatte. Im ebenfalls ab 16 Jahren freigegebenen Trailer des Films war dennoch das Foto der Originalfassung zu sehen. Im Fernsehen lief der Film zunächst im falschen Format. Der im Original farbige Vorspann wurde durch einen Schwarzweißvorspann ersetzt, eine kurz vor der Auflösung eingeblendeter Schriftzug mit der Frage „Wissen Sie schon jetzt wer der Hexer ist?“ wurde entfernt. 1991 folgte die Freigabe des Films ab 12 Jahren. Inzwischen wurde der Film in der Originalfassung veröffentlicht und ist nach wie vor ab 12 Jahren freigegeben.
- Die Ende April 1964 uraufgeführten Filme „Die Gruft mit dem Rätselschloß“ und „Wartezimmer zum Jenseits“ brachten der Rialto Film nicht die erhofften Einspielergebnisse. Mit der Verfilmung des bekanntesten Romans von Edgar Wallace gelang es Produzent Horst Wendlandt die Gunst des Publikums zurückzugewinnen. Erfolgreichster Film der Reihe sollte aber weiterhin „Das Gasthaus an der Themse“ bleiben, der bei der Erstaufführung rund eine Million mehr Zuschauer als „Der Hexer“ hatte.
- Der Film wurde 1965 mit „Neues vom Hexer” fortgesetzt.
- Der Titel wurde 2004 durch den Film „Der Wixxer“ parodiert.
[Bearbeiten] Weitere Stoffverfilmungen
[Bearbeiten] Spielfilme
- The Ringer (1928)
- The Ringer (1931)
- Der Hexer (1932)
- Le jugement de minuit (1932)
- The Gaunt Stranger (1938)
- The Ringer (1952)
[Bearbeiten] Fernsehfilme
- The Ringer (1938)
- Der Hexer (1956)
- Der Hexer (1963)
[Bearbeiten] Literatur
- Edgar Wallace: Der Hexer (Originaltitel: The Ringer) / Die blaue Hand / Das Geheimnis der gelben Narzissen. Drei Romane in einem Band. Deutsche Übersetzung. Goldmann Verlag, München 2007. 540 Seiten. ISBN 3442555027
- Edgar Wallace: Der Hexer (Originaltitel The Gaunt Stranger). Deutsche Übersetzung. Scherz Verlag, 1996. 189 Seiten. ISBN 3502552231
- Joachim Kramp: Das Edgar Wallace Lexikon, Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf 2004, 720 Seiten, ISBN 3896025082
- Joachim Kramp: Hallo! Hier spricht Edgar Wallace. Die Geschichte der legendären deutschen Kriminalfilmserie von 1959–1972. 3. Auflage. Schwarzkopf und Schwarzkopf 2005, 500 Seiten, ISBN 3-89602-645-3
[Bearbeiten] Weblinks
- Der Hexer in der Internet Movie Database (deutsch)
- Der Hexer bei deutscher-tonfilm.de
- Der Hexer bei Filmportal.de
- Tonträger mit der Filmmusik
Vorkriegsproduktionen:
Der große Unbekannte (1927) | Der rote Kreis (1929) | Der Würger (1929) | Der Zinker (1931) | Der Hexer (1932) | Der Doppelgänger (1934)
Nachkriegsproduktionen (1959 bis 1972)
Der Frosch mit der Maske (1959) | Der rote Kreis (1960) | Der Rächer (1960) | Die Bande des Schreckens (1960) | Der grüne Bogenschütze (1961) | Die toten Augen von London (1961) | Das Geheimnis der gelben Narzissen (1961) | Der Fälscher von London (1961) | Die seltsame Gräfin (1961) | Das Rätsel der roten Orchidee (1962) | Die Tür mit den sieben Schlössern (1962) | Das Gasthaus an der Themse (1962) | Der Fluch der gelben Schlange (1963) | Der Zinker (1963) | Der schwarze Abt (1963) | Das indische Tuch (1963) | Todestrommeln am großen Fluß (1963) | Zimmer 13 (1964) | Die Gruft mit dem Rätselschloß (1964) | Der Hexer (1964) | Das Verrätertor (1964) | Sanders und das Schiff des Todes (1965) | Neues vom Hexer (1965) | Der unheimliche Mönch (1965) | Das Rätsel des silbernen Dreieck (1966) | Der Bucklige von Soho (1966) | Das Geheimnis der weißen Nonne (1966) | Die blaue Hand (1967) | Der Mönch mit der Peitsche (1967) | Der Hund von Blackwood Castle (1968) | Im Banne des Unheimlichen (1968) | Der Gorilla von Soho (1968) | Der Mann mit dem Glasauge (1969) | Das Gesicht im Dunkeln (1969) | Der Teufel kam aus Akasava (1971) | Die Tote aus der Themse (1971) | Das Geheimnis der grünen Stecknadel (1972) | Das Rätsel des silbernen Halbmonds (1972)

