Gohard von Nantes

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Gohard von Nantes und die Wikinger (19. Jh.)

Gohard von Nantes (auch Gonthard von Nantes; * in Angers; † 843 in Nantes) war Bischof der bretonischen Stadt Nantes. Nach seinem Tod vom Volk als Heiliger verehrt, wurde er im Jahr 1096 von Papst Urban II. kanonisiert. Er gehört zur Gruppe der Cephalophoren („Kopfträger“); sein Gedenktag ist der 24. oder 25. Juni.

Vita[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen Monat nach der für die Bretonen siegreichen Schlacht von Blain (24. Mai 843) zelebrierte Bischof Gohard die Messe in der Kathedrale von Nantes, als die Wikinger das Gebäude stürmten und den Bischof enthaupteten. Die Legende berichtet, dass dieser daraufhin seinen Kopf aufgehoben habe, zum Loire-Ufer gegangen sei und dort ein Schiff genommen habe, welches ihn in seine Geburtsstadt Angers gebracht habe. Dort sei er gestorben und in der Kollegiatkirche Saint-Pierre beigesetzt worden.

Nachwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Normannen verwüsteten im folgenden Jahrhundert noch mehrmals die Städte an der Loire und wurden erst am 1. August des Jahres 939 vom bretonischen Herzog Alain II. entscheidend geschlagen.

Verehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Volk wohl schon länger als heilig verehrt, wurde Gohard im Jahr 1096 offiziell heiliggesprochen; seine Reliquien wurden nach Nantes überführt (Translation). Die Krypta der Kathedrale von Nantes und eine Kapelle tragen sein Patrozinium.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalterliche Darstellungen des Heiligen sind unbekannt; die wenigen neuzeitlichen Bildnisse zeigen ihn als Bischof.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gohard von Nantes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien