Hemicellulose
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Hemicellulose ist Bestandteil der Zellwand pflanzlicher Zellen und dient (meist zusammen mit Cellulose) als Stütz- und Gerüstsubstanz. Es macht die Hauptmasse der im elektronenmikroskopischen Bild strukturlos erscheinenden Grundsubstanz (Matrix) aus.[1] Hemicellulosen gehören zusammen mit Cellulose und Pektinen zu den Strukturkohlenhydraten. Ernährungsphysiologisch sind sie den Ballaststoffen zuzuordnen.
Der Name Hemicellulose kommt daher, dass man es fälschlicherweise als Zwischenprodukt der Cellulosebiosynthese ansah. Es lässt sich durch Alkalibehandlung aus den Zellwänden extrahieren. Hemicellulosen sind eine heterogene Gruppe (Heteroglycane) von Nicht-Stärke-Polysacchariden, die aus verschiedenen
- Hexosen (Glucose, Mannose, Galactose) = Hexosane
- Pentosen (Arabinose, Xylose) = Pentosane
- Uronsäuren / Hexuronsäuren (Glucoronsäure, Methylglucuronsäure, Galacturonsäure)
- Desoxyhexosen (Ramnose)
aufgebaut sind/sein können.[1]
Die Hauptkette ist entweder durch Homopolymere, also nur ein Baustein wie beispielsweise Xylose, oder durch Heteropolymere, also zwei oder mehr Bausteine aufgebaut.
Weizen und Gerste enthalten überwiegend Hexosane, Roggen und Hafer Pentosane. Die quellfähigen, schleimigen Pentosane in Roggenmehl verhindern beim Anteigen die Ausbildung eines Klebergerüstes wie beim Weizenteig. Kleie enthält bis zu 40 % Hemicellulose
| Polyosen | Nadelholz (Gehalt in %) | Laubholz (Gehalt in %) |
|---|---|---|
| Mannane | 15–25 | 3–5 |
| Xylane | 5–10 | 20–30 |
| Galactane | 0,5–3 | 0,5–2 |
| Gesamtgehalt | 20–30 | 25–35 |
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b Elmar Weiler, Lutz Nover: Allgemeine und molekulare Botanik. Thieme, Stuttgart 2008, ISBN 978-3131476616.

