Internationale Bauausstellung
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Eine Internationale Bauausstellung (IBA) ist ein in Deutschland eingesetztes Instrument der Stadtplanung und des Städtebaus, um mit neuen Ideen und Projekten im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich Impulse zu setzen für einen in der jeweiligen Region als erforderlich angesehenen städtebaulichen bzw. landschaftlichen Wandel.
Durch die über Landesgrenzen hinweg gewünschte Beteiligung der Stadtplaner, Architekten, Landschaftsplaner und Unternehmen soll der internationale Wettbewerb an den Projekten gefördert werden. Oft werden durch Kommunalbehörden oder Regierungsstellen dafür beachtliche Preisgelder ausgelobt.
[Bearbeiten] Austragungsorte
- In Leipzig fand im Jahr 1913 die Internationale Baufachausstellung auf dem heutigen alten Messegelände statt. Von den umfangreichen Ausstellungsbauten ist auf dem Ausstellungsgelände lediglich eine nach Entwurf von Wilhelm Kreis errichtete Halle erhalten, die heute als Volkspalast bekannt ist, sowie die als Referenzobjekte von neun Architekten errichteten Wohnbauten in der benachbarten Gartenstadt Leipzig-Marienbrunn.
- In Berlin fand 1957 die Interbau mit dem Schwerpunkt „Wiederaufbau des Hansaviertels“ statt.
- 1979–1987 veranstaltete Berlin erneut eine IBA mit den Schwerpunkten „Behutsame Stadterneuerung“ und „Kritische Rekonstruktion“, siehe Internationale Bauausstellung 1984.
- Ein weltweit herausragendes Beispiel war die von 1989 bis 1999 als Zukunftsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen angelegte Internationale Bauausstellung Emscher Park. Die gesamte Region der Schwerindustrie zwischen Duisburg und Dortmund mit vielen, oftmals mit Giftstoffen kontaminierten Brachflächen wurde in eine neuzeitliche Wohn-, Kultur- und Freizeitlandschaft mit ökologischem Anspruch umgewandelt.
- Die Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land (2000-2010) hat das Leitthema „Landschaft“. In der Lausitz werden im Rahmen der Braunkohlegewinnung und Landschaftssanierung Millionen Kubikmeter Erde bewegt und neue Seen geschaffen. Wo sich einst das Energiezentrum der DDR befand, ist heute die größte Landschaftsbaustelle Europas. Teil dieses Wandlungsprozesses sind Industriebauten, Bergbaugeräte, Werkssiedlungen und großflächige Industrieareale, für die neue Bestimmungen zu finden sind.
- Mit der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 (2003-2010) versucht die Landesregierung Sachsen-Anhalts in Zusammenarbeit mit der Bauhausstiftung Dessau und der Landesentwicklungsgesellschaft SALEG unter dem Leitthema "Neue Perspektiven für Städte im Umbruch" dauerhaft eine leistungsfähige und günstige Infrastruktur in insgesamt 19 sachsen-anhaltischen Städten zu verwirklichen, deren Probleme häufig hohe Arbeitslosigkeit, Wegzug und Suburbanisierung sind.
- Die IBA Hamburg (2006-2013) thematisiert unter dem Slogan „Sprung über die Elbe“ das Zusammenwachsen des nördlichen und südlichen Teils von Hamburg. Der Fokus liegen daher auf den Elbinseln mit den Stadtteilen Hamburg-Veddel und Hamburg-Wilhelmsburg zwischen Norderelbe und Süderelbe mit dem südlich der Elbe gelegenen Schlusspunkt im "Harburger Binnenhafen" in Hamburg-Harburg. Zugleich findet in Verbindung mit der IBA auch die Internationale Gartenschau Hamburg 2013 (IGS) in Wilhelmsburg statt.
[Bearbeiten] Literatur (Auswahl)
- Bärbel Rechenbach: „Vom Bergmann zum Seemann – Die Lausitz wandelt sich vom Tagebauland zur Kulturlandschaft.“ TIEFBAU 5/2007, S. 276–284
- „IBA HAMBURG - Entwürfe für die Zukunft der Metropole“, Band 1: „Metropole: Reflexion“, JOVIS Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-939633-90-7
- „IBA HAMBURG - Entwürfe für die Zukunft der Metropole“, Band 2: „Metropole: Ressourcen“, JOVIS Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-939633-91-4
- Sally Below, Moritz Henning, Heike Oevermann: Die Berliner Bauausstellungen – Wegweiser in die Zukunft? Regioverlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-929273-72-4
[Bearbeiten] Weblinks
- Internationale Bauausstellungen verändern die neuen Länder. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Version aus dem Internet Archive vom 6. Februar 2007

