Museum der Arbeit

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Hauptgebäude des Museums der Arbeit
Anleger am Osterbekkanal
Außenstelle Hafen des Museums der Arbeit im Schuppen 50

Das Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek hat die Wandlung des Lebens und der Arbeit in den letzten 150 Jahren zu seinem Hauptthema gemacht. In den Ausstellungen werden Themen wie die Auswirkungen der Industrialisierung und die dadurch ausgelösten Veränderungen in sozialen, kulturellen und ökonomischen Bereichen vorgestellt. Das Museum ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Pläne für ein Museum der Arbeit existierten bereits seit Ende der 70er Jahre und ein entsprechender Museumsverein wurde 1980 gegründet. 1982 konnte das Gelände der 1871 gebauten ehemaligen Fabrik der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie in Barmbek angemietet werden. Mit provisorischen Ausstellungen und wachsenden Museumswerkstätten wurde im Laufe von 10 Jahren ein Konzept entwickelt. Der Umbau begann jedoch erst 1992. Mit dem Kesselhaus wurde 1994 das erste Gebäude des Museums der Arbeit eingeweiht. Weitere Umgestaltungen folgten, so dass die Dauerausstellung im Haupthaus am 5. Januar 1997 eröffnet werden konnte.

Seit 1988 ist dem Museum der Arbeit auch das Speicherstadtmuseum in der Speicherstadt angegliedert, seit 1995 ist es in eine private Außenstelle umgewandelt.

[Bearbeiten] Ausstellungen

Neben einer Sammlung zur Firmengeschichte der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie werden unter dem Titel „Alltag im Industriezeitalter“ anhand von Gegenständen und Dokumenten Alltagsveränderungen dargestellt. Mit einer Originalaufstellung der ehemaligen Metallwarenfabrik Carl Wild, die emaillierte Anstecknadeln, Medaillen und Abzeichen hergestellt hat, wird exemplarisch ein Arbeitsort vorgestellt. Eine weitere Abteilung stellt die Entwicklung typischer hanseatischer Kontore aus der Zeit des Überseehandels im 19. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre mit sich verändernden Büromaschinen aus. Zudem beinhaltet die Dauerausstellung eine Auseinandersetzung um die Kulturgeschichte der Geschlechter, zentral an einer Heringsfiletiermaschine als typischen Frauenarbeitsplatz.

Einen wesentlichen Teil der Ausstellung nimmt die Druckwerkstatt ein. Neben den ausgestellten historischen Pressen, Maschinen und Rotationen zur Dokumentation der technischen Entwicklung im Graphischen Gewerbe, werden auch einige funktionstüchtige Maschinen betrieben, an denen die Besucher vom Handsatz bis zum Maschinensatz, über die Schnellpresse bis hin zur Heidelberger Zylindermaschine selbst aktiv werden kann.

Im Hof des Museums ist das Schneiderad der Schildvortriebsmaschine TRUDE (Tief Runter Unter Die Elbe) aufgestellt, die für den Bau des neuen Elbtunnels eingesetzt wurde.

[Bearbeiten] Hafenmuseum

Eine Außenstelle des Museums der Arbeit ist das Hafenmuseum rund um den Kaischuppen 50A am Bremer Kai auf dem Kleinen Grasbrook. Hier werden auch einige Schiffe und schwimmende Hafengeräte gezeigt.

Schutendampfsauger „Sauger IV“ im Hamburger Hafen

Das Hafenmuseum vermittelt im Hansahafen die Entwicklung des Hamburger Hafens mit Zugängen auch zum aktuellen Hafengeschehen. Rund um den historischen Kaischuppen 50A wird an diesem authentischen Ort, dem letzten erhaltenen Kaizungen-Ensemble, der Wandel vom Stückgut- zum Containerumschlag begreifbar. Fachleute aus dem Hafen – vom Ewerführer bis zum Tallymann - führen funktionstüchtig erhaltene Anlagen und Geräte im Betrieb vor. Sie demonstrieren Abläufe des Umschlags, erläutern Funktionsweisen und geben Auskunft über das Arbeitsleben im Hafen. Besucher des Hafenmuseums können den Kaischuppen 50A von 1908 und den zugehörigen Kopfbau mit einer Kaffeeklappe sowie einstigen Sozialräumen der Hafenarbeiter erkunden. Im Kaischuppen gibt ein Schaudepot Einblicke in die Sachkultur der Hafenarbeit sowie der Revier- und Hafenschifffahrt. Im Außenbereich sind ebenfalls betriebsfähige historische Kaikräne und aus den Anfängen des Containerumschlags Van-Carrier der 1970er Jahre zu besichtigen. Über eine Pontonanlage gelangen die Besucher zu den schwimmenden Großobjekten, darunter der Schwimmdampfkran „Saatsee“ von 1917, der Schutendampfsauger „Sauger IV“ von 1909 und die „Hamburger Kastenschute“ von 1913. An Bord vermitteln Ausstellungen anschaulich Technik und Bedienung sowie Arbeit und Lebenszusammenhänge der Besatzungen. Als erlebnisreicher Lernort bietet das Hafenmuseum auch Programme für Schulklassen und regelmäßige „Hafenerkundungen für Kinder“. Geführte Extratouren zu Schwerpunktthemen eröffnen auch von der Wasserseite her fachkundige Zugänge zum Hafenwandel, zu den Beziehungen von Stadt und Hafen oder auch zu den Warenwelten aus Übersee.

[Bearbeiten] Anfassen nicht verboten

Das Museum der Arbeit stellt unter diesem Gesichtspunkt eine Ausnahme dar. In Kursen und Workshops können die Besucher die Ausstellungsstücke (z. B. eine Druckmaschine) selber benutzen und Dinge damit produzieren. Zu diesem Zweck wurden Ausstellungsstücke nachgebaut oder mehrfach gesammelt.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks


53.58583333333310.04565Koordinaten: 53° 35′ 9″ N, 10° 2′ 44″ O

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