Neusser Eisenbahn

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Logo der Neusser Eisenbahn
MaK G 1700 BB als Lok VIII der Neusser Eisenbahn in Kaldenkirchen

Die Neusser Eisenbahn (NE) ist ein öffentliches Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) und öffentliches Eisenbahnverkehrsunternehmen für den Güterverkehr (EVU) mit Sitz in Neuss. Die Neusser Eisenbahn ist ein Unternehmen der Neuss Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG. Das ursprüngliche Betätigungsfeld ist die Bedienung des regionalen Bereiches der Industrie- und Gewerbegebiete im Central Hafen Neuss und seinem Umland. Daneben bietet die NE Zugleistung auf öffentlichen Streckennetzen wie z. B. Internationale Ganzzugverbindungen im kombinierten Verkehr an. Außerdem führt sie Kooperationsverkehre mit anderen Eisenbahnunternehmen durch und leistet Lokeinsätze auf Bahnbaustellen. Ebenfalls bietet sie Wartung von Güterwagen und wagentechnische Untersuchungen an. Beschäftigt sind bei ihr über einhundert Mitarbeiter.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neusser Eisenbahn betreibt die Bahnhöfe Neuss Hessentor und Düsseldorfer Hafen. Zu Ihr gehören 80 km Betriebsgleise und 22 km Privatanschlussgleise mit insgesamt 276 Weichen. Die Verkehrsleistung betrug 2005 6,2 Mio. Tonnen.

Loks und Wagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Abwicklung des Verkehrs besitzt die Neusser Eisenbahn zahlreiche Triebfahrzeuge sowie 78 eigene Güterwagen.

Triebfahrzeuge der Neusser Eisenbahn (04/2008)
Nummer Hersteller/Fabriknummer Leistung Achsfolge Baujahr Typ Bemerkungen
I Krauss-Maffei/19815 515 kW C 1975 M 700 C nach Unfall z.Zt außer Betrieb
II MaK/700025 470 kW C 1978 G 761 C
III MaK/700061 500 kW C 1982 G 761 C
IV Deutz/57801 808 kW B'B' 1965 DG 1000 BBM
V MaK/1000244 956 kW B'B' 1965 G 1300 BB
VI MaK/1000890 1180 kW B'B' 1993 G 1205 BB
VII Vossloh/1000906 1180 kW B'B' 1997 G 1205 BB
VIII Vossloh/1001113 1500 PS B'B' 2001 G 1700
9 Vossloh/1001040 2240 PS B'B' 2002 G 2000
X MaK/700060 500 kW C 1982 G 761 C
XI Orenstein & Koppel/26929 176 kW B 1977 Köf III ex DB 335 219
XII Vossloh/1000897 1180 kW B'B' 1995 G 1205 BB
481 005 Adtranz/33392 5600 kW Bo'Bo' 2000 TRAXX angemietet von Dispolok
481 006 Adtranz/33393 5600 kW Bo'Bo' 2000 TRAXX angemietet von Dispolok
11 Windhoff/260081 B'B' 1991 RW 110 DH
12 Windhoff/260084 B'B' 1991 RW 90 DH
14 Windhoff/260108 B'B' 1994 RW 60 DH
15 Zephir B 2001 Loktraktor
Vollert/80/090 1980 DR 8000

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ausbau des Erfkanals zum Hafen (1837–1839) machte der Aufschwung der Industriestadt Neuss und steigende Umschlagzahlen eine verbesserte Anbindung an das Preußische Eisenbahnnetz (1853) nötig. Nachdem diese ihr Streckennetz umbaute und den Betrieb der Hafenbahn kündigte, gründete die Stadt 1905 eine eigene Ring- und Hafenbahn und baute ein Streckennetz mit Anschluss an den verlegten Güterbahnhof der Preußischen Eisenbahn. Der Umschlag von Kohle, Erz und Holz stieg stetig.

Beide Weltkriege beendeten jeweils abrupt den Aufschwung und zerstörten Teile der Anlagen. Sie wurden danach wieder neu errichtet.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sanken die Beförderungsumsätze, da der Transport von Lebensmitteln und Getreide durch den LKW schneller und vor allem kostengünstiger war. Auch das Transportaufkommen von Erzen, Stahl und Kohle nahm insgesamt ab.

Zum Jahrtausendwechsel bestand die Hauptaufgabe der Neusser Eisenbahn im sogenannten Kombinierten Ladungsverkehr (KLV), also im Umschlag von standardisierten Containern und Wechselbrücken zwischen Binnenschiff, LKW und Eisenbahn. Nach Öffnung des Streckennetzes der Deutschen Bundesbahn fand die Neusser Eisenbahn neue Betätigungsfelder im Güternahverkehr.

Anfang 2003 schlossen sich die linksrheinischen Neusser und rechtsrheinischen Düsseldorfer Häfen zusammen. Die Neusser Eisenbahn betreibt nun beide Gleisnetze, die über eine Rheinbrücke des DB-Streckennetzes miteinander verbunden sind.

Zum hundertjährigen Bestehen der Neusser Eisenbahn im Oktober 2004 waren auf den Gleisen der Neusser Eisenbahn zahlreiche historische Dampf- und Dieselloks zu besichtigen. Besucher hatten die Möglichkeit mit einem Triebwagen der RegioBahn den Hafen aus Sicht der Hafenbahn zu erkunden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]