Oberpullendorf

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Wappen Karte
Wappen von Oberpullendorf
Oberpullendorf (Österreich)
DEC
Oberpullendorf
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Burgenland
Politischer Bezirk Oberpullendorf (OP)
Fläche 12,7 km²
Koordinaten 47° 30′ N, 16° 31′ O47.516.516666666667243Koordinaten: 47° 30′ 0″ N, 16° 31′ 0″ O
Höhe 243 m ü. A.
Einwohner 3006 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 237 Einwohner je km²
Postleitzahl 7350
Vorwahl 02612
Gemeindekennziffer 1 08 16
AT111
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Hauptstraße 9
7350 Oberpullendorf
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Rudolf Geißler (ÖVP)
Gemeinderat (2007)
(23 Mitglieder)
12 ÖVP, 10 SPÖ, 1 Grüne
Lage der Stadt Oberpullendorf
Karte

Oberpullendorf (ungarisch: Felsőpulya, kroatisch: Gornja Pulja, Romani: Uprutni Pulja) ist eine Stadtgemeinde im Burgenland und Bezirkshauptstadt des Bezirks Oberpullendorf in Österreich mit 2.964 Einwohnern, von denen 67% der deutschsprachigen Volksgruppe angehören. Burgenland-Ungarn machen 22% der Bevölkerung aus, Burgenland-Kroaten 6% und Burgenland-Roma 0,2%.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Oberpullendorf liegt im Mittelburgenland, im Zentrum des gleichnamigen Verwaltungsbezirks zwischen den Gemeinden Stoob im Norden, Frankenau-Unterpullendorf im Süden, Steinberg-Dörfl im Westen und Großwarasdorf im Osten. Der Stooberbach durchfließt das Gemeindegebiet von Nordwesten nach Südosten.

Die Stadtgemeinde Oberpullendorf besteht aus den Katastralgemeinden Oberpullendorf, mit einer Fläche von 583 ha 42 ar 79 m², und Mitterpullendorf, mit 681 ha 84 ar 15m². Diese Katasterfläche von rund 1.265 Hektar gliedert sich in landwirtschaftlich genutzte Flächen mit ca. 850 ha und forstwirtschaftlich genutzten Flächen mit ca. 320 ha, während die verbleibende Fläche von ca. 95 ha weder land- noch forstwirtschaftlich genutzt wird (beispielsweise Bauland und Verkehrsflächen).

[Bearbeiten] Geschichte

Der Bezirk Oberpullendorf ist seit der Jungsteinzeit besiedelt. Während der jüngeren Eisenzeit (Kelten) befand sich im Bezirk ein blühendes Eisenindustriegebiet. Die systematische Kartierung der urgeschichtlichen Fundplätze nahm der Oberpullendorfer Gärtnermeister und Heimatforscher Josef Polatschek vor.

Die erste urkundliche Erwähnung der ungarischen Grenzwächtersiedlung aus dem Ende des 10. Jahrhunderts stammt aus dem Jahr 1225. 1853 wurde Oberpullendorf Standort eines ungarischen Steueramtes. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). Der Ort war noch vor wenigen Jahrzehnten landwirtschaftlich geprägt. 1958 erfolgte die Zusammenlegung der Gemeinden Oberpullendorf und Mitterpullendorf. Stadtgemeinde ist Oberpullendorf seit 1975.

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung:
„Auf rotem Schild eine goldene Stadtmauer mit goldenem Tor und aufgezogenem Fallgitter, darüber vorne ein nach rechts gerichteter, mit goldenem Schwert bewaffneter, goldener Löwe, hinten eine von zwei goldenen Ähren begleitete goldene Pflugschar.“

[Bearbeiten] Politik

Bürgermeister ist Rudolf Geißler von der ÖVP.

Die Mandatsverteilung in der Gemeindevertretung ist (seit 2007): ÖVP 12, SPÖ 10, Grüne 1, andere Listen 0 Mandate.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • ehemaliges Kastell der Familie Rohonczy, heute: Bildungs- und Tagungszentrum der Diözese Eisenstadt: Haus St. Stefan
  Da Mauerteile in einer Stärke von 150 cm vorhanden sind, kann mit einiger Vorsicht vermutet werden, dass das Gebäude 
  bereits im Mittelalter als Kastell errichtet worden war. Darauf deuten auch noch Reste eines einstigen Befestigungsringes 
  mit Graben hin. Interessant scheint die Tatsache, dass der Bau im Volksmund "bagolyvar" (=Eulenburg) genannt wird; diese
  Bezeichnung lässt möglicherweise eine Auslegung zu, dass das Kastell längere Zeit zerstört bzw. in sehr desolatem Zustand
  war, so dass die Eulen darin nisteten.
  Im 17. Jahrhundert wurde es auf einem hakenförmigen Grundriß mit quadratischem, dreigeschossigem Turm am Ende des längeren 
  Schenkels neu aufgebaut. Unter dem Gebäude befinden sich weiträumige Keller. Von ihnen führte ein unterirdischer Fluchtweg 
  nach außen.
  Über das Kastell von Oberpullendorf wird 1752 das erste Mal berichtet. Anna Nedeczky, Witwe des Matthias Bácsmegyei, teilte
  ihren Besitz, bestehend aus dem Kastell, zirka 80 Joch Äcker, Wiesen und Weingärten sowie 10 Joch Wald unter
  ihren Kindern auf. Diese waren vier Söhne – von denen einer für das Kloster bestimmt war – und sechs Töchter. Es 
  herrscht Unklarheit darüber, von wem und vor allem wann das Kastell erbaut wurde; auch ist ungewiß, seit wann es zum Besitz
  der Familie Bácsmegyei gehörte. Über das weitere Schicksal des Kastells von Oberpullendorf liegen bis in das
  19. Jahrhundert nur ungenaue Angaben vor; ebenfalls darüber, wann die Familie Rohonczy das Gebäude erworben hat. Es
  dürfte dies erst nach 1870 der Fall gewesen sein. Zuvor gehörte es verschiedenen Familien aus dem ungarischen Beamtenadel.
  Der herausragendste Vertreter der Familie Rohonczy war wohl Baron Georg Rohonczy, geb. 1837 in Högyész, Komitat Tolna; er 
  war mit einer bairischen Adeligen, Maria Kress von Kressenstein, verheiratet. In seiner bedeutenden militärischen Laufbahn 
  brachte er es zu den höchsten militärischen Auszeichnungen: 1878 wurde er zum Flügeladjutanten Kaiser Franz Josephs 
  ernannt, 1885 erhielt er das Kommando über das k.k. Husarenregiment Nr. 5 und nach der Beförderung zum Generalmajor 1891 
  wurde er 1895 k.k. Feldmarschall-Leutnant und Stadtkommandant von Budapest.
  Anläßlich der Günser Kaisermanöver von 1893 waren der österreichische Kaiser und der Monarch des Deutschen Reiches, Wilhelm 
  II., sowie im Generalstab auch Georg von Rohonczy als Generalmajor in Oberpullendorf anwesend. Zwei Föhren, die heute unter 
  Naturschutz stehen, erinnern noch an den Platz am Spitalsberg, wo der Führungsstab längere Zeit in Beobachtung der Truppen 
  verweilte. 1903 trat Roconczy in den Ruhestand und erhielt ehrenhalber den Generalsrang; im selben Jahr wurde ihm auch der 
  Barontitel verliehen.
  1914 starb der Baron, 77 Jahre alt, in Oberpullendorf; seine Gattin starb 1918 und wurde an der Seite ihres Gemahls in der 
  Familiengruft im »Kiserdö« (=kleiner Wald), vis à vis vom Kastell, beigesetzt. Im Jahr 1971 wurden die Gebeine der beiden 
  Adeligen zusammen mit den Gebeinen einer Verwandten exhumiert und in der Pfarrkirche von Mitterpullendorf unter dem 
  Seitenoratorium in einer Gruft bestattet.
  Bis Ende 1975 lebte noch ein Vertreter der Familie in einer ehemaligen Adelskurie mit Laubengängen und weitem Hof in 
  Mitterpullendorf. Das Kastell wurde 1889 von seinem Vater renoviert – wobei man die Schießscharten verkehrt
  einmauerte. 
  1965 wurde das Gebäude von der Burgenländischen Landwirtschaftskammer erworben und diente für kurze Zeit als
  »Bauernschule«. Danach wurde es restauriert und mit einem großen Zubau versehen, der als Internat für eine
  landwirtschaftliche Fachschule für Mädchen bestimmt war (hier befindet sich heute ein Behindertenwohnheim der Caritas). 
  Ende der 1980er Jahre wurde der Schulbetrieb eingestellt. Dann kaufte die Diözese Eisenstadt das Gebäude und richtete darin
  ein Bildungs- und Kommunikationszentrum, Haus St. Stephan genannt, ein.
  
  • „Schauraum zur ur- und frühgeschichtlichen Eisenindustrie im Bezirk Oberpullendorf“
  • Franziskuskirche: erbaut 1707 und damit das älteste Gebäude von Oberpullendorf, Generalsaniert 2004
  Ober- und Mitterpullendorf waren früher politisch zwei getrennte Gemeinden, bildeten aber bis zum Jahr 1949 eine Pfarre. 
  Die Pfarrkirche und die Pfarre waren bis zu diesem Zeitpunkt immer in Mitterpullendorf.
  In Oberpullendorf gab es bis zum Jahre 1707 weder eine Kirche noch eine Kapelle. In diesem Jahr ließ Adam Ujj, ein Vorfahre 
  der Familie Nagy, eine Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria errichten. Zwanzig Jahre später wurde die Kapelle durch den 
  Anbau eines Sanktuariums erweitert. 1736 ließ Emmerich Madarász einen neuen Hochaltar errichten, 1767 wurde die 
  Muttergottesstatue auf Kosten der Baronin Schilson erneuert. 1785 erhielt die Kapelle einen Turm mit drei Glocken, 1804 
  wurde die Kapelle aus der Stiftung des Balthasa Szilágyi vergrößert und restauriert. Damals wurde ein wertvolles Bild des 
  heiligen Franz von Assisi aufgestellt. Es handelt sich dabei um eine Kopie des Gemäldes des italienischen Malers 
  Domenichino (1581 bis 1641). Dieses schenkte der Geometer Ing. Josef Kenedics aus Eisenburg (Vasvár) der Kapelle.
  Kenedics soll das Bild von Kardinal Franz Herzan von Harras, dem Bischof von Steinamanger (Szombathely), und dieser 
  wieder von Papst Pius VI. bekommen haben. Weiters befindet sich in dieser Kirche ein Bild "Christus am Kreuz" aus dem 
  16. Jahrhundert sowie ein "Ecce-homo"-Bild vom einheimischen Maler Alexander Kozina.

[Bearbeiten] Infrastruktur

Oberpullendorf präsentiert sich heute als das Verwaltungs-, Schul- und Wirtschaftszentrum der mittelburgenländischen Region. Im Technologiebereich wurde ein Kompetenzzentrum für Umwelttechnik, Recycling und erneuerbare Energien errichtet. Auf dem Gesundheitssektor sorgen ein voll ausgebautes Krankenhaus ebenso wie ein Physikalisches Institut, ein Röntgenzentrum und ein Allergieambulatorium sowie Ärzte aus allen Fachrichtungen für eine umfassende Betreuung. Auch die Gastronomie - vom Würstelstand bis zum Sterne-Restaurant - lässt um das leibliche Wohl nicht besorgt sein. Die im Jahre 2005 neu gestaltete, barrierefreie Hauptstraße mit über 800 Gratis-Parkmöglichkeiten im Zentrum lädt zum Bummeln und Verweilen ein und auf dem modernen Hauptplatz mit Kinderspielplatz, Springbrunnen und großer Event-Bühne finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Und bei über 200 Gewerbetrieben bleiben auch für Einkaufswillige keine Wünsche offen. Für Sportbegeisterte stehen ein Sportzentrum, ein neu errichtetes Stadion, ein Schwimmbad, Tennisplätze und Kegelbahnen zur Verfügung. Auch eine Stadtbibliothek und ein Kino mit drei Vorführsälen laden zur Unterhaltung ein. Für eine geruhsamere Freizeitgestaltung sorgen Wanderwege durch die nahen Wälder, ein "Barfuß-Erlebnisweg", Radwege, zwei Fischteiche mit Angelmöglichkeit und ein Freibad. Oberpullendorf ist auch - bedingt durch die zentrale Lage und das entsprechende Verkehrsnetz - der ideale Ausgangspunkt für interessante Ausflüge. Eine Freizeitgestaltungsmöglichkeit der anderen Art bietet auch die Sonnenland Draisinentour, welche ihren Ausgangspunkt am Oberpullendorfer Bahnhof hat. Aber auch abends tut sich einiges in Oberpullendorf: zahlreiche Discos, Bars und diverse andere Lokale bieten die Möglichkeit, den Tag auf angenehme Art ausklingen zu lassen.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Oberpullendorf ist Standort für über 200 Gewerbebetriebe, ein Großteil davon sind Klein- und Mittelbetriebe. Aber auch zahlreiche Großunternehmen haben ihren Sitz oder Niederlassungen in Oberpullendorf und bieten somit zahlreiche Arbeitsplätze für die Oberpullendorfer Bevölkerung und die gesamte Region. Dies belegt auch die Statistik (Volkszählung 2001): Einer Wohnbevölkerung von 2793 Bürgern, standen 3267 Beschäftigte gegenüber. Die größten Arbeitgeber in Oberpullendorf sind unter anderem:

  • Abfallwirtschaft: Zentrale der Umweltdienst Burgenland GmbH; eine 100% Tochter des Burgenländischen Müllverbandes mit 195 Beschäftigten und einem Umsatz von € 28,1 Millionen (2006)
  • Bauwesen: Zentrale des Bauunternehmens Pfnier & Co GmbH, mit rund 500 Beschäftigten
  • Telekommunikation: Kundenbetreuungszentrum der mobilkom austria
  • Automobilzulieferer: Kromberg und Schubert Austria GmbH & Co KG ("Kroschu"), Tochter des deutschen Konzerns, mit etwa 170 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 245 Millionen Euro.
  • Tourismus: Gründungsstandort der Blaguss Reisen GmbH, Busunternehmen mit zahlreichen Reisebüros in ganz Österreich
  • Gesundheit: A.Ö. Krankenhaus Oberpullendorf; rd. 400 Beschäftigte.

[Bearbeiten] Verkehr

Die Stadtgemeinde Oberpullendorf ist über die S 31, Knoten Oberpullendorf oder Oberpullendorf Süd, direkt erreichbar.

Oberpullendorf ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt des Burgenlandes. Die B 50, welche das Burgenland von Norden nach Süden durchzieht, die B 61, welche in den Grenzübergang Kőszeg (H) mündet und in weiterer Folge nach Szombathely (H) führt und die Großwarasdorferstraße, welche über Deutschkeutz mit Sopron (H) verbindet, verlaufen durch das Stadtgebiet. Ein Bahnanschluss ist ebenfalls vorhanden, dieser ist aber auf den Güterverkehr beschränkt.

Im öffentlichen Linienverkehr ist das Burgenland sehr gut mit der Landeshauptstadt Eisenstadt und der Bundeshauptstadt Wien angebunden. Beinahe stündlich verkehren Busse in diese beiden Städte. Informationen sind auf den Webseiten des Verkehrsverbundes Niederösterreich-Burgenland zu finden.

[Bearbeiten] Bildung

Oberpullendorf ist Standort für zahlreiche verschiedene Bildungseinrichtungen:

  • Allgemein-öffentliche Volks- und Sonderschule
  • Allgemein-öffentliche Hauptschule
  • Zentralmusikschule
  • Polytechnische Schule
  • Öffentliche allgemeinbildende höhere Schule: Bundesgymnasium, Bundesrealgymnasium und Bundesoberstufenrealgymnasium
  • Öffentliche berufsbildende mittlere und höhere Schulen: Bundeshandelsschule und Bundeshandelsakademie
  • Sonderpädagogisches Zentrum
  • Volkshochschule
  • Bildungs- und Tagungszentrum: "Haus St. Stefan"

[Bearbeiten] Weblinks

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