Ramallah
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| Ramallah | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Einwohner: | 25.500 (2006)[1] |
| Höhe: | mittlere Lage: ca. 900 m ü. NN |
| Vorwahl: | 02 |
| Geografische Lage: | 31 Grad 54 Minuten nördl. Breite 35 Grad 12 Minuten östl. Länge |
| Website: | Webseite der Stadt (arabisch) |
Ramallah (arabisch رام الله, DMG Rām Allāh) ist eine Stadt in den Palästinensischen Autonomiegebieten im Westjordanland. In der Stadt befinden sich Teile der Regierung - neben Gaza-Stadt -, unter anderem das Gebäude des Palästinensischen Legislativrates, Teile der Exekutive sowie Büros der palästinensischen West Bank Security Forces.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Name
Der Name Ramallah setzt sich aus den zwei Worten Ram (oder Rama) und Allah zusammen. Ram bedeutet im Arabischen ein hoher Ort, Allah ist das arabische Wort für Gott. Eine freie Übersetzung würde Gotteshügel ergeben.
[Bearbeiten] Geschichte
Im 12. Jahrhundert wurde durch französische Kreuzfahrer eine Festung errichtet. Teile der Festung at-Tireh sind in der Altstadt noch erhalten. 1550 gründeten Rashed Haddad und seine Familie die Stadt Ramallah an der Festung.
Ramallah war ursprünglich christlich und beherbergt mehrere Pfarren. Im Neuen Testament wird in Lk 2,45 EU von der Umkehr von Maria und Josef berichtet, als ihnen das Fehlen von Jesus aufgefallen war. Dieses Ereignis wird der Überlieferung nach in Ramallah lokalisiert. Die römisch-katholische Pfarrkirche der Franziskaner ist der Heiligen Familie geweiht.
Im 19. Jahrhundert kamen die Quäker nach Ramallah und gründeten 1869 eine Knabenschule "Friends' Boy School" und darauf eine Mädchenschule (neben dem Postamt).
Im Laufe des Arabisch-Israelischen Krieges 1948 übernahm Jordanien die Kontrolle über Ramallah. Danach war der Ort wegen seiner Höhenlage als Sommerfrische sehr beliebt. Während des Sechstagekrieges 1967 wurde die Stadt von der israelischen Armee besetzt und von der israelischen Verwaltung übernommen; 1994 wurde Ramallah im Rahmen des Oslo-Friedensprozesses an die palästinensische Autorität übergeben. Obwohl offiziell die Hauptstadt Palästinas mit Jerusalem angegeben wird, ist Ramallah tatsächlich das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der palästinensischen Autonomiegebiete.
Mit der Autonomie 1994 bekam die Stadt ein Parlamentsgebäude (neben Gaza) und wurde Sitz mehrerer Ministerien. In der Folge wurden auch die Büros der ausländischen Vertretungen eröffnet, das deutsche Vertretungsbüro übersiedelte nach kurzer Zeit von Jericho nach Ramallah (neben das Rathaus).
Nach seinem Tod in einem Pariser Krankenhaus wurde Jassir Arafat am 12. November 2004 im Innenhof der Muqataa beigesetzt, die eigentlich in Al-Bireh liegt.
Nach den Gemeinderatswahlen im Dezember 2005 wurde die Christin Janet Michael zur Bürgermeisterin(!) gewählt, die erste Frau auf diesem Posten.
Im Sommer 2008 beging die Stadt mit zahlreichen Veranstaltungen das 100-Jahr-Jubiläum der Stadtverwaltung. Die Metallsäule um den Löwenbrunnen am Manarah Square wurde entfernt.
[Bearbeiten] Geographie
Die Stadt liegt in den Hügeln Zentralpalästinas, 15 Kilometer nordwestlich von Jerusalem. Seit dem Bau der Mauer ist die Stadt von Süden nur über die Grenzstelle Qalandia erreichbar, die einstige Hauptstraße Jerusalem-Nablus 60 wurde in den Osten verlegt. Die Zufahrt über Ofer bei Baituniya dient nur mehr dem Warenverkehr.
Inzwischen ist Ramallah mit der gleich daneben entstanden muslimischen Stadt Al-Bireh im Nordosten zusammengewachsen. Das neue Stadtzentrum, der Manarah square (Leuchtturmplatz), liegt genau auf der Grenze. Im Südwesten kam es zum Zusammenwachsen des Industriegebietes mit der Stadt Baituniya. Im Süden liegt das große Flüchtlingslager Al-Amari. Östlich von Ramallah/Al-Bireh befindet sich die jüdische Siedlung Psagot.
[Bearbeiten] Kultur
Durch die weltoffene Haltung der Bevölkerung und die vielen Ausländer, die in den verschiedenen Organisationen und Vertretungen arbeiten, ist Ramallah die "westlichste" aller Palästinenserstädte. Es gibt Theater, Kino und andere Kulturzentren, wie den nach dem Dichter Mahmoud Darwisch benannten Kulturpalast oder das 2004 gegründete Deutsch-Französische Kulturzentrum, eine Kooperation des Goethe-Institutes und des Centre Culturel Français (deutsch: Französisches Kulturzentrum). Unter der Initiative von Daniel Barenboim wurde auch ein Jugendorchester gegründet. Wegen der ursprünglich christlichen Prägung der Stadt gibt es Bars und moderne Kaffeehäuser.
[Bearbeiten] Darwisch-Kulturpalast
Der Darwisch-Kulturpalast (früher nur Kulturpalast) ist der einzige und erste seiner Art in den Palästinensischen Autonomiegebieten. Er beherbergt Kunsträumlichkeiten inklusive eines Auditoriums mit 736 Sitzplätzen und Konferenzräumen. Der Bau des Kulturpalastes kostete rund fünf Millionen Dollar und ist das Ergebnis einer sechs-jährigen Zusammenarbeit der Palästinensischen Autonomiebehörde, des United Nation Development Programme (UNDP) und der Japanischen Regierung. [2] Nach Darwisch' Tod wurde dessen Leichnam nach Ramallah überführt, wo er am 12. August 2008 ein "Staatsbegräbnis" erhielt und auf einem Hügel nicht weit vom Kulturpalast begraben wurde. Der Kulturpalast wurde daraufhin auf Darwisch-Kulturpalast umbenannt.
[Bearbeiten] Al-Husseini-Stadion
Seit 2008 verfügt Ramallah mit dem „Märtyrer-Faisal-Al-Husseini-Stadion“ über eine von der FIFA akzeptierte Sportstätte. Allerdings befindet sich das Stadion nicht auf dem Gebiet von Ramallah, sondern in Ar-Ram, einem zum palästinensisch verwalteten Teil von Ostjerusalem gehörenden Vorort. Dennoch wird es als das Stadion von Ramallah betrachtet.
Das 7000 Sitzplätze fassende Stadion, benannt nach Faisal Husseini, wurde mit einer Gesamtsumme von vier Millionen Dollar aus dem FIFA-Projekt „Goal“ und Spenden saniert. Es ist das Heimstadion der palästinensischen Nationalmannschaft, die am 26. Oktober 2008 in Anwesenheit von FIFA-Präsident Joseph Blatter und DFB-Direktor Helmut Sandrock ihr erstes Heimspiel in der 80-jährigen Verbandsgeschichte ausrichtete. Gegner der vom israelischen Fußballtrainer Arab Azmi Nassar betreuten Mannschaft war Jordanien. Künftig sollen alle Heimspiele der palästinensischen Nationalmannschaft in diesem Stadion ausgetragen werden.[3]
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Jassir Arafat, Politiker
- Abdul ibn Raschid ibn Mahmud Chirurg, Terrorist
- Mahmud Darwisch, Dichter
- Rashed Haddad, Schmied, Gründer von Ramallah
- Janet Michael, erste Bürgermeisterin
- Hovhannes Samueli Donabedian, Architekt, Maler und Zeichner
- Nabil Totah, Jazzbassist
- Hanan Aschrawi, Politikerin und Anglistin
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- at-Tireh, Festung aus dem 12. Jahrhundert.
- Löwendenkmal am Manarah Square, 5 Löwen repräsentieren die 5 Clans der Stadt
[Bearbeiten] Medien
- Fasl-Alamqal
- Tageszeitung Al-Ayyam (Die Tage)[1]
- PBC - Palästinensisches Fernsehen
- PSC - Palästinensischer Satellitenkanal
- Al-Watan TV
- Al-Istiklaal TV (Kulturkanal)
[Bearbeiten] Universität und Schulen
- Bir-Zait-Universität, größte Universität im Westjordanland
- Friends' Boys School
- Friends' Girls School
- katholische Privatschule der Schwestern von St. Josef
- Lutheran school of Hope
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ http://www.pcbs.gov.ps/Portals/_pcbs/populati/pop07.aspx Palästinensisches Zentralamt für Statistik
- ↑ http://portal.unesco.org/culture/en/ev.php-URL_ID=26216&URL_DO=DO_TOPIC&URL_SECTION=201.html UNESCO Knowledge Portal: Ramallah Cultural Palace
- ↑ http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Palaestina;art1117,2645786
[Bearbeiten] Weblinks
31.89694444444435.201666666667Koordinaten: 31° 54′ N, 35° 12′ O

