Norwegen

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Dieser Artikel behandelt den Staat Norwegen. Zum gleichnamigen Ortsteil der niedersächsischen Gemeinde Lastrup siehe Norwegen (Niedersachsen).
Kongeriket Norge (bokmål)
Kongeriket Noreg (nynorsk)
Königreich Norwegen
Flagge Norwegens
Staatswappen Norwegens
Flagge Wappen
Wahlspruch: Alt for Norge („Alles für Norwegen“)
Amtssprache Norwegisch (Bokmål und Nynorsk)
regional: Samisch, Kvenisch
Hauptstadt Oslo
Staatsform Erbmonarchie
Regierungssystem konstitutionelle Monarchie mit stark parlamentarischen Zügen
Staatsoberhaupt König Harald V.
Regierungschef Ministerpräsidentin Erna Solberg
Fläche 323.8021 km² (60.) km²
Einwohnerzahl 5.252.166 (121.) (1. Oktober 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 13 (211.) Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +1,31 % (2012)[2] pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2016[3]
  • $ 370,4 Milliarden (31.)
  • $ 364,4 Milliarden (48.)
  • $ 70.392 (3.)
  • $ 69.249 (7.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,949 (1.) (2016)[4]
Währung Norwegische Krone (NOK)
Unabhängigkeit 13. August 1905 (von Schweden)
Nationalhymne Ja, vi elsker dette landet
Nationalfeiertag 17. Mai
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen N
ISO 3166 NO, NOR, 578
Internet-TLD .no
Telefonvorwahl +47
1 Fläche: ohne Spitzbergen (61.022 km²) und Jan Mayen (377 km²) sowie die biland (Nebenländer): Bouvetøya (Bouvetinsel) mit 49 km², Peter I Øy (Peter-I.-Insel) mit 156 km² und das Dronning-Maud-Land (Königin-Maud-Land) in der Antarktis mit 2.800.000 km²
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Spanien Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Madagaskar Sao Tome und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Mazedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgisistan Russland Vereinigte Staaten Malediven Japan Nordkorea Südkorea Republik China (Taiwan) Singapur Malaysia Philippinen Thailand Vietnam Laos Kambodscha Indien Venezuela Guyana Suriname Frankreich (Französisch-Guayana) Brasilien Kap Verde Spanien (Kanaren) Dominikanische Republik Puerto Rico Dominkanische Republik Bahamas Jamaika Kuba Mexiko Mexiko Venezuela Guyana Suriname Frankreich (Französisch-Guayana) Brasilien Kap Verde Spanien (Kanaren) Dominikanische Republik Puerto Rico Dominkanische Republik Bahamas Jamaika Kuba Mexiko Mexiko Dänemark (Färöer)Staatsgebiet des Königreichs Norwegen
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Staatsgebiet des Königreichs Norwegen

Norwegen oder Königreich Norwegen (bokmål: Kongeriket Norge, nynorsk: Kongeriket Noreg, altnordisch: *Norðvegr, Norvegr, Noregr „Nordweg“) ist ein Staat in Nordeuropa.

Norwegen liegt auf der Skandinavischen Halbinsel und grenzt im Osten an Schweden und im Nordosten an Finnland und Russland. Die Wirtschaftszone Norwegens grenzt in der Nordsee im Süden an Dänemark und im Westen an das Vereinigte Königreich (Schottland).

Norwegens Staatsform entspricht der einer konstitutionellen Monarchie mit stark parlamentarischen Zügen. Das Königreich ist als dezentraler Einheitsstaat organisiert. Das Land ist unter anderem Mitglied der NATO, des Nordischen Rates, der OECD, der EFTA und der Vereinten Nationen.

Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) der Vereinten Nationen stuft Norwegen seit vielen Jahren als das weltweit am weitesten entwickelte Land ein.[5] Darüber hinaus ist es laut dem Demokratieindex der britischen Zeitschrift The Economist der demokratischste Staat der Welt. Norwegen ist ein sehr wohlhabendes Land, sein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf war 2016 das dritthöchste der Welt.[6] Das Land verfügt zudem über eines der großzügigsten und besten Sozialsysteme der Welt.

Norwegen ist eines der flächengrößten Länder Europas, mit nur 5,2 Millionen Einwohnern aber dünn besiedelt. Ein Großteil der Bevölkerung konzentriert sich auf den Süden des Landes mit dem Ballungsraum der Hauptstadt Oslo; weitere norwegische Großstädte sind Bergen, Trondheim und Stavanger.

Geografie

Norwegen (Norwegen)
Skien   
Skien   
··························································Polarkreis····················································
Hauptartikel: Geografie Norwegens

Die Längenausdehnung des Landes beträgt in Luftlinie von Kristiansand im Süden nach Hammerfest in der Nähe des Nordkaps 1.572 km.[7] Die Grenze zu Schweden ist 1.619 km lang, die zu Finnland 727 km und die zu Russland 196 km.

Geologie

Djupfjorden auf Moskenesøy

Landschaftlich ist Norwegen geprägt durch das Skandinavische Gebirge mit Gebirgsmassiven und kargen Hochebenen, den Fjells. 26 Gipfel liegen über 2300 Meter. Die höchste Erhebung des Festlandes ist der Galdhøpiggen mit 2469 Meter. Er liegt im Gebirgszug Jotunheimen.

Der Untergrund Norwegens besteht größtenteils aus alten, harten Gesteinen aus Silur, Kambrium und Eozoikum, deren Faltung besonders lange zurückliegt (Kaledonische Orogenese). Die Oberflächenmodellierung geschah vor allem durch die Vergletscherung in den Kaltzeiten.

Torghatten im Winter

Der Boden Norwegens unterliegt der Postglazialen Landhebung als Folge des Abschmelzens der letzten Eiszeitgletscher. Ein sichtbares Zeichen dieses Vorgangs ist der Berg Torghatten mit seinem markanten horizontalen Loch in der Mitte, das ein Ergebnis von Erosion durch Auswaschungen mit Meerwasser ist.

Die bekanntesten eiszeitlich entstandenen Landschaftsformen sind die Fjorde (siehe Liste mit Karte) an der Küste. Auf gleiche Weise sind die meisten Binnenseen (siehe Liste) entstanden, sind also Fjordseen. Manche tragen „-fjord“ im Namen. Größter Binnensee ist der Mjøsa mit einer Fläche von 365 km² (etwa zwei Drittel des Bodensees). Wie der Oslofjord ist er nicht rein glazialen Ursprungs, sondern Teil eines Grabenbruchs.

Die jüngere Erosion durch Fließgewässer ist vergleichsweise gering. Daher gibt es viele Stromschnellen und hohe Wasserfälle, und die fischreichen Flüsse fließen durch zahlreiche natürliche Seen.[8]

In den unteren Höhenlagen gibt es verschiedene Formen von Moränenhügeln, unter anderem die durch Schmelzwasser angeschütteten Åser.

Flüsse

Der längste und breiteste Fluss des Landes, die Glomma, ist 601 km lang und mündet bei Fredrikstad in den Oslofjord. Ein kleiner Teil seiner Zuflüsse kommt aus Schweden.

Das größte nach Schweden entwässerte Gebiet Norwegens ist der Einzugsbereich des Trysilelva, der in Schweden Klarälv heißt. Nördlich davon folgt die Landesgrenze nicht genau der skandinavischen Hauptwasserscheide, so dass kleinere Gebiete Norwegens in die Ostsee entwässert werden und kleinere Gebiete Schwedens ins Europäische Nordmeer.

Wegen der Gliederung der Flussläufe durch Seen tragen viele Flüsse in ihrem Verlauf mehrere Namen.

Der Namsen als junger Fluss
Der Småblank ist ein Lachsfisch, der nur im Namsen lebt.
Flüsse mit über 5.000 km² Einzugsgebiet in Norwegen
Name Einzugsgebiet
in Norwegen
gesamtes
Flusssystem
hydrologische
Gesamtlänge
Abflussweg mittlerer
Abfluss
Glomma 41.502 km² 41.917 km² 601 km Glomma → Aursunden → Glomma → Skagerrak 698 m³/s
Drammenselva,
Flusssystem:
Drammensvassdraget
17.110 km² 301 km … → Vangsmjøsi → Slidrefjord → Strondafjord
→ Aurdalsfjord → Sperillen → Ådalselva
→ Randselva → Storelva (zus. 213 km)
Tyrifjord → Drammenselva → Oslofjord
314 m³/s
Tanaelva 9.738 km² 14.891 km² 318 km Barentssee 197 m³/s
Altaelv 8.693 km² 240 km Europäisches Nordmeer 101 m³/s
TrysilelvaGötaälv 7.758 km² 50.229 km² 753 km Rogen → See FemundTrysilelvaKlarälv
→ See Vänern → Götaälv → Kattegat
575 m³/s
Namsen 6.298 km² 228 km NamsenfjordEuropäisches Nordmeer 155 m³/s
Numedalslågen 5.554 km² 352 km Skagerrak 111 m³/s

Küste

Küstenabschnitt auf Hinnøya
Tidenhübe und Chronologie der Gezeitenwellen an der norwegischen Küste (+ … [h] = Tideneintritt nach Bergen)

Die etwa 25.000 km lange Atlantikküste (mit den Küsten aller Inseln über 80.000 km) besteht aus vielen schmalen und tiefen Buchten, den Fjorden, mit denen das salzige Meer vielerorts weit ins Land reicht. Ohne sie wäre die Atlantikgrenze 2650 km lang.

Ungefähr 150.000 Inseln umgeben das Land. Die oft fjordartig engen Meeresarme zwischen Festland und Inseln sowie zwischen Inseln untereinander tragen großenteils „Sund“ im Namen, manche auch „Fjord“. Die wohl bekanntesten Inselgruppen sind Lofoten und Vesterålen, beide nördlich des Polarkreises gelegen. Beiden Gruppen zugerechnet wird Hinnøya, mit einer Fläche von 2204 km² Norwegens größte Insel in Küstennähe.

Wie für ein bergiges Land nicht anders zu erwarten, sind große Teile der Küsten felsig. Nur an geschützten Stellen gibt es etwas Sandstrand. In einigen Küstenabschnitten gibt es außer hoch aus dem Wasser ragenden Inseln felsige Schären, die sich kaum über die Wellen erheben.

Das Verhalten der Gezeiten unterscheidet sich deutlich von dem an den südlichen und westlichen Küsten der Nordsee. Die Südwestküste Norwegens liegt in der Nähe eines Amphidromiezentrums. Hier ist der Tidenhub gering und die Reihenfolge des Tideneintritts an verschiedenen Orten schwankend. Östlich davon, am Skagerrak, ist die Bewegung der Tidenwellen gleichmäßiger, aber der Tidenhub ebenfalls gering. Nördlich von Bergen ist der Tidenhub größer und es gibt eine eindeutige Bewegungsrichtung von Westnorwegen in Richtung Barentssee. Da das Europäische Nordmeer im Unterschied zur flachen Nordsee die Tidenkinetik eines Ozeans hat, wandert die Tidenwelle sehr schnell. Der Zeitunterschied zwischen den Pegeln im Verhältnis zu ihrem Abstand bis zum Nordkap ist deutlich geringer als beispielsweise an deutschen Küsten.

Ferne Inseln

Zum Königreich Norwegen gehören neben dem kontinentalen „Hauptland“ (hovedland) die im Nordatlantik beziehungsweise im Nordpolarmeer gelegene Inselgruppe Spitzbergen (norw. Svalbard) mit der Bäreninsel sowie die Insel Jan Mayen.

Unter norwegischer Verwaltung steht zudem die Bouvetinsel im Südpolarmeer. Sie gilt nicht als Teil des Königreichs Norwegen, sondern als abhängiges Gebiet (norwegisch: biland).

Zwei Gebiete südlich des 60. Breitengrades werden von Norwegen jeweils als biland beansprucht, sie sind als norwegisches Hoheitsgebiet international nicht anerkannt. Es handelt sich um die Peter-I.-Insel im Südpolarmeer und das Königin-Maud-Land in der Antarktis, einen Sektor des Antarktischen Kontinents zwischen 20° West und 45° Ost. Dort wird die Forschungsstation Troll des Norwegischen Polarinstituts betrieben.

Städte und Ballungsräume

Neben Oslo (660.987 Einwohner) hat Norwegen vier weitere Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern; es sind Bergen (278.120), Trondheim (187.951), Stavanger (132.895) und Bærum (122.660).

Große Ballungsräume sind die beiden Städte Fredrikstad (79.112) und Sarpsborg (54.733) mit gemeinsam über 132.000 Einwohnern sowie Drammen (68.015) mit Teilen der Gemeinden Lier, Nedre Eiker und Øvre Eiker mit über 100.000 Einwohnern.

Panorama Oslos von der Hovedøya
Kommune Provinz Einwohner
1. Januar 2000
Einwohner
1. Januar 2013
Einwohner
30. April 2016
Oslo Oslo 507.467 623.359 660.987
Bergen Hordaland 229.496 267.883 278.120
Trondheim Sør-Trøndelag 148.869 179.667 187.951
Stavanger Rogaland 108.818 129.175 132.895
Bærum Akershus 101.494 116.938 122.660
Kristiansand Vest-Agder 72.395 84.387 88.598
Fredrikstad Østfold 67.761 76.839 79.112
Tromsø Troms 59.145 70.357 73.776
Sandnes Rogaland 52.998 70.070 74.964
Drammen Buskerud 54.816 65.602 68.015
Asker Akershus 49.284 57.397 60.236
Sarpsborg Østfold 47.447 53.773 54.733
Skien Telemark 49.592 53.060 54.009
Kommune Provinz Einwohner
1. Januar 2000
Einwohner
1. Januar 2013
Einwohner
30. April 2016
Skedsmo Akershus 38.701 50.644 52.647
Bodø Nordland 41.367 49.141 50.568
Sandefjord Vestfold 39.317 44.623 45.857
Ålesund Møre og Romsdal 38.855 45.031 46.774
Larvik Vestfold 40.386 43.251 43.846
Arendal Aust-Agder 39.446 43.353 44.363
Karmøy Rogaland 36.971 41.165 42.247
Tønsberg Vestfold 34.716 41.237 42.276
Porsgrunn Telemark 32.892 35.432 35.914
Haugesund Rogaland 30.362 35.732 36.994
Ringsaker Hedmark 31.622 33.450 33.616
Lørenskog Akershus 29.505 34.245 36.575
Moss Østfold 28.172 31.009 32.256

Klima

In Norwegen trennt der Gebirgszug der Skanden den schmalen, humid geprägten Küstenstreifen im Westen vom kontinental geprägten Klima im Osten.

Norwegens Westküste hat für seine nördliche Breite ein ausgesprochen mildes und feuchtes Klima. Der Grund dafür ist der Nordatlantikstrom, der relativ warmes Wasser aus niederen Breiten bis weit nach Norden strömen lässt. Die Küste bleibt deshalb den gesamten Winter über weitgehend eisfrei. Die mildernde Wirkung des Meeres ist – bedingt durch auflandige Winde – in den Lufttemperaturen (ca. −5 °C bis +2 °C) zu spüren.

Die vom Meer aufgenommene Feuchtigkeit der Luft regnet an der Westseite der Gebirge ab. So zählt die Stadt Bergen zu den regenreichsten Städten Europas. Im Lee der Gebirge sind die Niederschlagsmengen eher gering. Die Niederschlagsmenge nimmt von Süden nach Norden ab und ist entlang des gesamten Küstenstreifens im Mai deutlich geringer als im Herbst.

Je weiter man ins Landesinnere kommt, umso stärker ist das Klima kontinental geprägt. Die Niederschläge nehmen ab, die Temperaturen sind im Sommer höher, im Winter dagegen deutlich niedriger. Die Temperaturamplitude ist hier also wesentlich ausgeprägter als jene an der vom Golfstrom beeinflussten Westküste.

Flora

Kiefern und Birken im Øvre-Dividal-Nationalpark

Samenpflanzen und Farne

In Norwegen leben über 1300 Arten Samenpflanzen und Farne. Über die Hälfte der Pflanzenarten gedeiht in Waldgebieten.

Im Laubwald ändert sich der Lichteinfall auf dem Waldboden stark im Lauf der Jahreszeit. Daher befinden sich im Laubwald viele Frühjahrsblüher. Sie blühen schnell nach der Frostperiode und bilden die Früchte und Samen noch vor dem Sommer aus.[9] Häufige Pflanzenarten der Krautschicht von Laubwäldern sind: Waldmeister (Galium odoratum), Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum), Bärlauch (Allium ursinum), Maiglöckchen (Convallaria majalis), Leberblümchen (Hepatica nobilis), Wald-Gelbstern (Gagea lutea), Ähriges Christophskraut (Actaea spicata), Wechselblättriges Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium), Scharbockskraut (Ficaria verna), Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris), Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum).[9]

Im Nadelwald leben Pflanzen unter konstanten Lichtverhältnissen, da Nadelbäume ihre Nadeln nicht saisonal verlieren. Somit sind die Pflanzen am Boden ständig im unterschiedlichen Maße dem Schatten ausgesetzt. Darüber hinaus gibt es in Norwegen zwei unterschiedliche Typen von Nadelwäldern, den Fichtenwald und den Kiefernwald. Im feuchterem Klima des Fichtenwaldes wachsen mehr arktische Arten als im trockenen Kiefernwald.[10] Häufige Pflanzenarten der Krautschicht von Laubwäldern sind: Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), Besenheide (Calluna vulgaris), Blauheide (Phyllodoce caerulea), Schwarze Krähenbeere (Empetrum nigrum), Rundblättriges Wintergrün (Pyrola rotundifolia), Kleines Wintergrün (Pyrola minor), Siebenstern (Trientalis europaea), Melampyrum sylvaticum, Moosglöckchen (Linnaea borealis), Waldsauerklee (Oxalis acetosella), Hain-Veilchen (Viola riviniana) und der seltene Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus).[10]

Natur auf Austvågøya

Im Hochstaudenwald sind häufige Arten[11]: Alpen-Milchlattich (Cicerbita alpina), Hain-Sternmiere (Stellaria nemorum), Hoher Baldrian (Valeriana sambucifolia), Verschiedenblättrige Kratzdistel (Cirsium heterophyllum), Breitblättrige Glockenblume (Campanula latifolia), Trollblume (Trollius europaeus), Aconitum septentrionale, Waldstorchschnabel (Geranium silvaticum), Ruprechtskraut (Geranium robertianum). Häufige Arten in der Taiga sind: Sumpfporst (Ledum palustre), Polemonium acutiflorum, Ranunculus lapponicus, Allackerbeere (Rubus arcticus), Lactuca sibirica, Langblättriger Ehrenpreis (Veronica longifolia), Thalictrum rariflorum, Thalictrum minus subsp. kemense, Thymus serpyllum subsp. tanasensis.[12]

Blick in das Måbødal in Hordaland

In Norwegen existieren über 40.000 Seen und weit mehr Moore und Sumpfgebiete. Viele davon liegen in Waldgebieten. Plätze, die ausreichend Nährstoffe zu Verfügung stellen und reich an Mineralien sind, weisen eine hohe Artenvielfalt auf. In anderen Gebieten mit wenig Nährstoffen gedeihen nur wenige Arten, diese dafür umso zahlreicher. Die Bruchwälder wechseln im Aussehen und ihrer Ökologie. Die meisten der Waldseen ohne Zu- und Abfluss sind dystrophe Gewässer, in denen nur wenige Nährstoffe und wenig Sauerstoff vorhanden sind. Das Wasser hat eine braune Färbung, und der Boden ist schlammig. Oft gibt es Torf an den Uferkanten. Andere Seen sind flach und bekommen all ihre Nährstoffe aus dem Regenwasser. Häufig entsteht dort Torf, da im sauerstoffarmen Moorboden keine Pflanzenreste verrotten können.

Wenn aus den Bergen stetig Wasser einsickert, entsteht eine üppige Vegetation. Solche Gebiete wurden im Volksmund Heumoore genannt, da die Bevölkerung früher das Gras aberntete. Die großen Seen in Norwegen sind meist oligotroph. Das Wasser ist klar mit großer Sichttiefe und ebenfalls nährstoffarm. Der Boden besteht aus Steinen, Kies und Sand. Hier herrscht eine andere Flora als in den Waldseen.[13]

Reifende Moltebeere

Häufige Sumpf- und Wasserpflanzen sind: Weiße Seerose (Nymphaea alba), Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), Schild-Wasserhahnenfuß (Ranunculus peltatus), Sumpfdotterblume (Caltha palustris), Moltebeere (Rubus chamaemorus), Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris), Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia), Langblättriger Sonnentau (Drosera anglica), Sumpf-Veilchen (Viola palustris), Sumpf-Weidenröschen (Epilobium palustre), Wechselblütiges Tausendblatt (Myriophyllum alterniflorum), Tannenwedel (Hippuris vulgaris), Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), Rosmarinheide (Andromeda polifolia), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Glocken-Heide (Erica tetralix), Straußblütiger Gilbweiderich (Lysimachia thyrsiflora), Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris), Gemeines Fettkraut (Pinguicula vulgaris), Wasser-Lobelie (Lobelia dortmanna), Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre), Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Moorlilie (Narthecium ossifragum), Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum), Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium), Schwimmendes Laichkraut (Potamogeton natans), Schmalblättriger Igelkolben (Sparganium angustifolium).[13]

Flechten

Moose und Flechten auf der Hardangervidda

Es gibt über 12.000 Flechten-Arten in Norwegen. Darunter beispielsweise: Echte Rentierflechte (Cladonia rangiferina), Ebenästige Rentierflechte (Cladonia portentosa), Cladonia bellidiflora, Blasenflechte (Hypogymnia physodes), Gewöhnliche Gelbflechte (Xanthoria parietina), Baummoos (Pseudevernia furfuracea), Bartflechten (Usnea spec.).[14]

Moose

In Norwegen gibt es über 800 Arten von Moosen. Die Mehrheit davon ist in Waldgebieten vertreten. Sie besiedeln zudem Moor- und Feuchtgebiete sowie langsam fließende, steinige Bäche und Flüsse. Das im Wasser am häufigsten verbreitete Moos ist das Gewöhnliche Quellmoos (Fontinalis antipyretica), das bis zu 20 cm lang werden kann. In Moor- und Feuchtgebieten dominieren Torfmoose, von denen in Norwegen 25 Arten bekannt sind. Sie wurden früher als Dämmmaterial für den Hausbau eingesetzt. Im Vestlandet, wo ein feuchtes Klima eine lange Wachstumsphase ermöglicht, sind über drei Meter dicke Torfmoosschichten bekannt. Wegen seiner Größe und des langsamen Wachstums sind Moose im Wald auf Standorte mit wenig Konkurrenz abgedrängt. So findet man sie auf Steinen, Holz, sandigen Hängen und Stein oder Erdhügeln sowie in den dunkelsten Waldpartien. Im Heidelbeer-Nadelwald findet man etliche Arten der Gabelzahn- und Etagenmoose, da sie nur wenig Licht zum Überleben brauchen. Beispielsweise: Widertonmoose (Polytrichum spec.), Racomitrium uliginosum, Bryum hygrometricum.[15]

Pilze

Es gibt 10.000 Arten an Pilzen (Fungi) in Norwegen, wovon rund 6000 im Wald beheimatet sind. Nur um die 2500 Arten davon bilden im Herbst Fruchtkörper aus. Die Stielporlingsverwandten (Polyporaceae) stellen die wichtigste Gruppe der holzabbauenden Pilze dar, von denen es in Norwegen über 300 Arten gibt. Diese Pilze verursachen in der Forstwirtschaft Schäden in Höhe von mehreren 100 Millionen norwegischen Kronen, da der Schaden meist erst beim Fällen entdeckt wird.[16] Pilz-Arten in Norwegen sind beispielsweise: Birkenporling (Piptoporus betulinus), Zaun-Blättling (Gloeophyllum sepiarium), Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola), Nördlicher Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabarinus), Semmel-Stoppelpilz (Hydnum repandum), Schaf-Porling (Albatrellus ovinus), Echter Pfifferling (Cantharellus cibarius), Trompetenpfifferling (Craterellus tubaeformis), Birken-Rotkappe (Leccinum versipelle), Gemeiner Steinpilz (Boletus edulis), Edel-Reizker (Lactarius deliciosus), Reifpilz (Cortinarius caperatus), Gemeines Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutables), Stäublinge (Lycoperdon spec.).[16]

Bevölkerung

Hauptartikel: Norweger
Bevölkerungspyramide Norwegen 2016

Demografie

Das Median-Alter in Norwegen betrug 2016 39,1 Jahre. Auf 1000 Einwohner kamen im selben Jahr 12,2 Geburten und 8,1 Todesfälle. Die Bevölkerung wuchs mit knapp 1% pro Jahr. Die Fertilitäträte lag bei 1,86 Kinder pro Frau.[17]

Entwicklung der Einwohnerzahl[18]

Jahr Einwohnerzahl
1950 3.265.000
1960 3.583.000
1970 3.876.000
1980 4.086.000
1990 4.247.000
2000 4.499.000
2010 4.886.000
2016 5.305.000

Sprachen

Hauptartikel: Norwegische Sprache
Dominierende Schriftsprache in den norwegischen Gemeinden:

Norwegisch ist eine nordgermanische Sprache, z. T. stark geprägt vom Mittelniederdeutschen. Die Schriftsprache teilt sich in zwei Varietäten: Etwa 85–90 % der Einheimischen schreiben Bokmål (wörtlich: „Buch-Sprache“) oder Riksmål (deutsch: Reichsnorwegisch, ohne offiziellen Status), ein Idiom, das als von verschiedenen ostnorwegischen Mundarten beeinflusste Variante des Dänischen anzusehen ist. Etwa 10–15 % schreiben Nynorsk (‚Neu-Norwegisch‘). Diese Sprache, die bis 1929 als Landsmål bezeichnet wurde, ist seit 1885 als zweite offizielle Schriftsprache anerkannt. Sie wurde von Ivar Aasen aus den Dialekten des westlichen Teils des Landes geformt und wird heute vor allem an der Westküste, in der Fjordregion und in Teilen der Telemark verwendet. In der Schule müssen norwegische Schüler sowohl Bokmål als auch Nynorsk lernen. Als gesprochene Sprache spielen die Dialekte heute noch immer eine große Rolle.

Neben Norwegisch werden von den nationalen Minderheiten noch Samisch (etwa 10.000 bis 20.000 Sprecher) und Kvenisch oder Finnisch (10.000 bis 15.000) vor allem im Norden des Landes sowie norwegisches Romani (einige Hundert bis ein paar Tausend), Romani (300 bis 400) und Jiddisch (1100) gesprochen.[19] In den Kommunen mit überwiegend samischer Bevölkerung ist Samisch seit 1992 Schulpflichtfach.

Norweger lernen wahlfrei meist Deutsch, Spanisch oder Französisch und obligatorisch Englisch als Fremdsprachen in der Schule. Deutsch war bis in die 1950er Jahre wie im restlichen Skandinavien traditionell die erste Fremdsprache in Norwegen. Heute ist Englisch der Verbreitung nach die erste Fremdsprache, vor Deutsch und Spanisch als zweiter Fremdsprache und Französisch als dritter Fremdsprache. Englisch, Deutsch und Französisch haben einen offiziellen Status als „Primärfremdsprachen“ und können z. B. als Dissertationssprachen in allen Fächern an den Universitäten verwendet werden. Spanisch wird als zweite oder dritte Fremdsprache immer populärer.

Einwohnerzahl und Ethnien

Hauptherkunftsländer von Einwanderern mit Bevölkerungsanteilen (1. Januar 2012)[20][21]
Rang Staat Personen Anteil
1. PolenPolen Polen 72.103 1,4 %
2. SchwedenSchweden Schweden 36.578 0,7 %
3. PakistanPakistan Pakistan 32.737 0,7 %
4. SomaliaSomalia Somalia 29.395 0,6 %
5. IrakIrak Irak 28.935 0,6 %
6. DeutschlandDeutschland Deutschland 25.683 0,5 %
7. LitauenLitauen Litauen 23.941 0,5 %
8. VietnamVietnam Vietnam 20.871 0,4 %
9. DanemarkDänemark Dänemark 19.823 0,4 %
10. IranIran Iran 17.913 0,4 %
11. RusslandRussland Russland 16.833 0,3 %
12. TurkeiTürkei Türkei 16.742 0,3 %

Die Bevölkerung des Landes verteilt sich mit 70 % auf die größeren Städte und 25% auf die ländlichen Gebiete. Dabei ist signifikant, dass die Bevölkerungsdichte ein erhebliches Gefälle zwischen den relativ dicht besiedelten südlichen und westlichen Küsten- und küstennahen Regionen und dem deutlich dünner besiedelten Norden des Landes aufweist. Neben dem relativ moderaten Nord-Süd-Gefälle zeigt sich ein deutlicheres Gefälle zwischen den stärker besiedelten Küstenregionen und dem Landesinneren mit kaum bewohntem Hochland und teilweise sehr dicht besiedelten Tälern.

Im 20. Jahrhundert hat sich die Bevölkerung des Landes mehr als verdoppelt: von 2,21 Millionen (1900) auf 5,05 Millionen (1. Januar 2013). Momentan steigt die Einwohnerzahl um etwa 65.000 Menschen pro Jahr (Stand: 2012). Neben einer der höchsten Geburtenraten Europas ist der Zuzug ausländischer Arbeitskräfte und deren Familien sowie zunehmend der von wohlhabenden ausländischen Pensionären für dieses Wachstum verantwortlich.

Das Gebäude des norwegischen Sametings in Karasjok

In Norwegen lebt mit 60.000 bis 100.000 Menschen die größte Gruppe der Samen, ein indigenes Volk im Norden Fennoskandinaviens. Sie haben in Karasjok mit dem Sameting eine eigene parlamentarische Vertretung.

Die Waldfinnen, die Kvenen, die sogenannten Tatere, die Roma und die Juden haben einen Status als nationale Minorität inne.

Am 1. Januar 2012 wohnten 655.170 Einwanderer in Norwegen, worunter Menschen verstanden werden, deren Elternteile beide im Ausland geboren wurden. Etwa 546.000 Personen wanderten aus dem Ausland ein; 108.000 Personen wurden in Norwegen geboren. Der Anteil der beiden Gruppen an der Gesamtbevölkerung betrug 13,1 %. Mehr als ein Drittel der Einwanderer (33 %) besaß die norwegische Staatsbürgerschaft.

Religionen und Weltanschauungen

Religionen

Die elf Bistümer der Norwegischen Kirche

Größte Glaubensgemeinschaft ist die evangelisch-lutherische Volkskirche, sie wird vom Präses der Bischofskonferenz geleitet. Alle Einwohner Norwegens haben seit 1851 das Recht der freien Religionsausübung. Rund zehn Prozent nehmen regelmäßig an Gottesdiensten oder anderen religiösen Veranstaltungen teil.

Stand: 1. Januar 2015[22]

Im Jahr 2011 waren in Norwegen etwa 750 Juden Mitglieder einer Gemeinde (siehe Hauptartikel: Geschichte der Juden in Norwegen).

Weltanschauungsgemeinschaften

In Norwegen gibt es einen humanistischen Verband, den Human-Etisk Forbund, eine Weltanschauungsgemeinschaft von nichtreligiösen und bekenntnisfreien Menschen. Der Verband wurde 1956 gegründet. Ende 2015 zählte er rund 86.000 Mitglieder, was rund 1,7 Prozent der Bevölkerung entspricht.[23]

Bildung

Unterrichtsfächer in der Grundschule
Norwegisch
Englisch (ab der ersten Klasse)
Mathematik
Sozialkunde
  • Geschichte, Politik, Geographie, Gesellschaftskunde
Kunst und Handwerk
Wissenschaft und Umwelt (naturfag)
Lebensmittel und Gesundheit
Musikerziehung
Sport
Religionslehre und Ethik (RLE)
Informatik (Wahlfach)
Zweite Fremdsprache ab der 8. Klasse
  • Deutsch, Spanisch, Französisch
Das Handelsgymnasium in Bergen

Die Schulpflicht wurde in Norwegen 1739 eingeführt. 1889 wurde festgelegt, dass die Schulpflicht sieben Jahre dauert, 1969 wurde sie auf neun und 1997 auf zehn Jahre verlängert. Es besteht eine Schulpflicht vom 6. bis zum 16. Lebensjahr. Die Kinder werden mit fünf oder sechs Jahren eingeschult.

Der überwiegende Teil der Schüler besucht nach Abschluss der 10. Klasse eine weiterführende (videregående) Schule. Diese ist geteilt in studienvorbereitende Schulzweige, die der gymnasialen Oberstufe entsprechen, sowie arbeitsvorbereitende Schulzweige, die einer Lehrstelle mit Berufsschulpflicht vergleichbar sind. Die primäre Einschulungsquote liegt bei 100 %, die sekundär Einschulungsquote bei 96 %.

Samische Schüler haben ein Recht auf Unterricht in Samisch, wenn sie in samischen Gebieten leben oder wenn es Gruppen von mindestens zehn Schülern sind. Für Einwandererkinder im Schulalter muss der norwegische Staat in jeder Kommune kostenlose Sprachkurse anbieten. Für Flüchtlinge gibt es kostenlose Sprach- und Integrationskurse für Erwachsene.

Studenten in Norwegen haben Anspruch auf einen Ausbildungskredit, studielån. Es gibt ein umfassendes System für Erwachsenenbildung, das allen in Norwegen lebenden Erwachsenen offensteht.

Siehe auch: Liste der Universitäten und Hochschulen in Norwegen, Volkshochschulen in Norwegen

Lebensstandard

Lebensstandard
Lebenserwartung (2015)[24] 82,8 Jahre
Lebenserwartung (Männer) 80,3 Jahre
Lebenserwartung (Frauen) 84,2 Jahre
Säuglingssterblichkeit (2011) 0,24 %
Kindersterblichkeit (2001) 0,4 %
Müttersterblichkeit (2007) 16 je 100.000 Geb.
Ärzte 2,8 je 1000 Einw.
Krankenhausbetten 14,4 je 1000 Einw.
Zugang zu sauberem Trinkwasser 100 %
Geburtenrate (2007) 13 je 1000 Einw.
Sterblichkeit (2011) 8,4 je 1000 Einw.
Bevölkerungswachstum (2007) 0,4 %
Fruchtbarkeit (2007) 1,9 Kinder je Frau
HIV/AIDS-Infizierte (2006) 3539 (0,075 %)

Beschäftigung

Nach Angaben des staatlichen Statistischen Zentralbüros in Oslo waren im 4. Quartal 2012 86.000 Menschen als arbeitslos registriert, das entsprach einer Arbeitslosenquote von 3,2 %.[25] Diese liegt weit unter dem Durchschnitt der EU- und OECD-Länder. Im Verhältnis zum Juli 2009 (3,0 %) stieg die Quote in Norwegen um 0,2 Prozentpunkte. Mit einer Quote von 6,0 % (November 2012)[26] sind die Einwanderer von der Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich stark betroffen. Wachstumsbranchen sind derzeit vor allem der Bereich finanzielle Dienstleistungen sowie der gesamte Gesundheits- und Sozialsektor. Die Bauwirtschaft wächst derzeit überproportional. In der Landwirtschaft arbeiten 3,2 %, im Dienstleistungssektor 76 % und in der Industrie etwa 21 % der Beschäftigten (2009).

Norwegen hat heute einen erheblichen Fachkräftemangel. Um diesen zu beheben, werden gezielt EU-Ausländer als Gastarbeiter angeworben. Um die Attraktivität für ausländische Arbeitnehmer zu steigern, gewährt der norwegische Staat zahlreiche Starthilfen und finanzielle Anreize in den ersten 24 Monaten.

Frauenrechte

Norwegen gilt als Pionier der Frauenrechte. So wurde die Norwegische Frauenrechtsvereinigung bereits 1884 von vielen der prominentesten Persönlichkeiten der Zeit, darunter mehrere Ministerpräsidenten, gegründet.[27] 1978 wurde Eva Kolstad die weltweit erste Ombud für Gleichstellung.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Norwegens
Felszeichnungen von Alta

Die menschliche Besiedlung des heutigen Staatsgebiets begann nach der letzten Kaltzeit etwa im 8. Jahrtausend v. Chr., als Jäger und Sammler dem schmelzenden Eis nach Norden folgten. Die älteste Fundstätte ist Blomvåg in der Kommune Øygarden in Hordaland mit Artefakten, die auf 10.500 v. Chr. datiert werden.

Der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur Skandinaviens folgten in der Bronze- und Eisenzeit germanische Einflüsse. In der Zeit der Wikinger (800–1050) wurde Norwegen durch König Harald Hårfagre um das Jahr 900 geeint. In dieser Zeit wurden von Norwegen aus Island, die Färöer und Grönland besiedelt. Einige Wikinger – unter der Führung von bspw. Bjarni Herjúlfsson, Thorvald Eiriksson und Leif Eriksson – erreichten auf mehreren Fahrten um 1000 n. Chr. sogar Neufundland vor der Nordostküste des etwa 500 Jahre später als Amerika bezeichneten Kontinents. Auch die Normandie in Frankreich wurde von den ‚Nordmännern‘ besiedelt. Die Orkney- und die Shetlandinseln wurden gleichfalls von norwegischen Wikingern in Besitz genommen und gehörten bis 1472 zu Norwegen.

Skandinavien um 1730

Ab 1380 in Personalunion mit Dänemark, trat Norwegen 1397 der Kalmarer Union bei und wurde hierin ein relativ unbedeutendes Mitglied. Das Kalmarer Reich hielt formell bis zum Ausscheiden Schwedens (1523), mit Dänemark bis 1814. Wegen politischer Unterstützung Frankreichs musste Dänemark nach den Napoleonischen Kriegen Norwegen am 14. Januar 1814 im Kieler Frieden an den König von Schweden abtreten. Allerdings gab es keine direkte Übergabe, so dass Norwegen für kurze Zeit unabhängig wurde und sich in einer Nationalversammlung am 17. Mai 1814 in Eidsvoll eine Verfassung gab, die mit leichten Änderungen bis heute Gültigkeit besitzt. Das Storting arrangierte im Jahr 1836 die erste 17.-Mai-Feier; seit diesem Tag wird der 17. Mai als Norwegens Nationalfeiertag angesehen.[28]

Es folgten 91 Jahre Personalunion mit Schweden, bevor diese nach einer Volksabstimmung, in der sich eine überwältigende Mehrheit der Norweger für die Beendigung der Union ausgesprochen hatte, am 13. August 1905 aufgelöst wurde. Norwegischer König wurde als Haakon VII. Prinz Carl aus dem Haus Glücksburg.

Im Ersten Weltkrieg erklärte Norwegen zusammen mit Dänemark und Schweden seine Neutralität. 1920 trat das Land dem Völkerbund bei.

Deutsche Truppen in Oslo am 9. April 1940

Am 9. April 1940 wurde das neutrale Norwegen im Zweiten Weltkrieg im Unternehmen Weserübung vom Deutschen Reich besetzt. Als Reichskommissar für Norwegen wurde Josef Terboven ernannt. Militärisch wurde die Okkupation begründet mit der bevorstehenden Landung britischer Truppen sowie den strategisch wichtigen Häfen an der norwegischen Küste, die für den Nachschub an Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna wichtig waren. Vor allem die Bedeutung Narviks für die deutsche Kriegswirtschaft ist heute umstritten, denn das Dritte Reich war weniger auf die schwedischen Eisenerzlieferungen angewiesen als gemeinhin angenommen. Das findet seine Bestätigung in der Anweisung Hitlers, die Hafenanlagen für den Gegner unbrauchbar zu machen. Von größerer Bedeutung waren die norwegischen Rohstoffe für die deutsche Kriegswirtschaft, was die Besetzung des Landes zur Schaffung eines „Europäischen Großwirtschaftsraumes“ unter deutscher Hegemonie erforderlich machte. Hauptrohstoffe waren Aluminium, Molybdän und Schwefelkies. Norwegen leistete sechs Wochen lang militärischen Widerstand, war aber der deutschen Kriegsmarine unterlegen. Norwegische Nationalsozialisten (Vidkun Quisling) verbündeten sich mit den Deutschen und kamen dadurch an die Macht. Da der größte Teil der norwegischen Bevölkerung ihnen ablehnend gegenüberstand, erlangten Widerstandsorganisationen einen hohen Stellenwert.

Eine Folge der deutschen Besatzungszeit waren die sogenannten tyskerbarna, die von deutschen Soldaten mit Norwegerinnen gezeugten „Deutschenkinder“. Ihre Mütter bezeichnete man abwertend als tyskertøser (etwa „Deutschenflittchen“). Die etwa 10.000–12.000 Kinder waren in der norwegischen Nachkriegsgesellschaft massiven Diskriminierungen ausgesetzt und wurden teilweise misshandelt. Erst 1998 bat Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik die tyskerbarn um Entschuldigung für das an ihnen begangene Unrecht. Lange unerforscht blieb die Entrechtung und Deportation der norwegischen Juden. Knapp 800 der ca. 2100 Juden, die hauptsächlich in Oslo und Trondheim lebten, wurden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau transportiert und dort ermordet. Zu den Opfern zählten Ruth Maier und die 15-jährige Schülerin Kathe Lasnik, deren Schicksal der Philosoph Espen Søbye aufgearbeitet hat.[29]

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg

1949 gehörte Norwegen zu den Gründungsmitgliedern der NATO, 1960 wurde mit Dänemark, Österreich, Portugal, Schweden, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA) gegründet. Die moderne Geschichte seit 1969 ist geprägt von Wachstum und Reichtum durch das Erdöl. Ein Beitritt zur Europäischen Union wurde in Volksabstimmungen zweimal abgelehnt (25. September 1972 und 28. November 1994[30]). Norwegen ist als Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) in vielen Belangen einem EU-Mitglied gleichgestellt und darüber hinaus als Teil der Nordischen Passunion Mitglied des Schengener Abkommens (siehe: Norwegen und die Europäische Union).

Am 22. Juli 2011 wurden zwei verheerende Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya verübt, die insgesamt 77 Todesopfer forderten.[31] Premierminister Jens Stoltenberg bezeichnete den Anschlag als „nationale Tragödie“ und als schlimmste Gewalttat seit dem Zweiten Weltkrieg.[32]

Politik

Verfassung

Nationalversammlung von 1814 in Eidsvoll
Hauptartikel: Verfassung von Eidsvoll

Grundlagen und Geschichte

Die norwegische Verfassung vom 17. Mai 1814 ist von der französischen Verfassung Ende des 18. Jahrhunderts inspiriert. Das Prinzip der Gewaltenteilung von Montesquieu war wesentliches Vorbild. Trotz dieses liberalen Einflusses war Juden das Betreten des Reichs bis 1851 verboten.[33]

Die in der Verfassung festgeschriebene Gewaltenteilung führte im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu mehreren Machtproben zwischen der Regierungsbürokratie (Exekutive), die wesentlich vom schwedischen Königshaus kontrolliert wurde, und dem Storting (der norwegischen Nationalversammlung; Legislative). Die Krone versuchte, ihre Privilegien als Exekutivmacht auszubauen und das Storting unter Berufung auf die Verfassung weitgehend von den Regierungsgeschäften auszuschließen. Der Konflikt spitzte sich weiter zu, als sich im Zuge der Industrialisierung die Klassenunterschiede zwischen der beamteten Machtelite und dem aufsteigenden Bürgertum in Norwegen verschärften. In der Gesellschaft wuchs die Ablehnung des königlichen Beamtenstaates. In der Kommunalpolitik war der nationale Regierungsapparat bereits 1837 durch die Einführung der lokalen Selbstverwaltung praktisch entmachtet. Entsprechend energisch bemühte sich der schwedische Adel um die Wahrung seines Einflusses auf nationaler Ebene.

Amtierende norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg (H)

Die Spannungen eskalierten bis 1884, dem Jahr, das in Norwegen die Einführung des Parlamentarismus markiert. Der bürgerlich-liberale Stortingsabgeordnete Johan Sverdrup setzte gegen den Widerstand des Königs Oskar II. von Norwegen das staatsrechtliche Prinzip durch, dass eine Regierung für den eigenen Machterhalt die Unterstützung des Storting benötigt. Durch diese Abhängigkeit war die durch die Gewaltenteilung festgeschriebene politische Souveränität der Monarchie zugunsten einer Stärkung des Parlaments faktisch aufgehoben. Der König musste Sverdrup als neuen Ministerpräsidenten mit der Regierungsbildung beauftragen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verfügte die sozialdemokratische Arbeiterpartei unter Einar Gerhardsen von 1945 bis 1961 über eine absolute Mehrheit. Danach wurden in der Regel Minderheitsregierungen gebildet. In jüngster Vergangenheit war die Tendenz zu beobachten, Koalitionsregierungen mit fester Mehrheit im Parlament zu bilden und auf Grundlage eines Koalitionsvertrags zu agieren. Große Koalitionen zwischen Sozialdemokraten und Konservativen hat es bislang nicht gegeben.

Bei der Parlamentswahl am 9. September 2009 wurde die Arbeiderpartiet mit 30,8 % der Stimmen stärkste Partei im Storting. Die Koalition aus Arbeiderpartiet, Senterpartiet und Sosialistisk Venstreparti wurde nach der Parlamentswahl 2013 von einer Koalition der Høyre (Konservative) und Fremskrittspartiet (dt. „Fortschrittspartei“) unter der Führung von Ministerpräsidentin Erna Solberg abgelöst.

Politisches System

Das Storting ist das Parlament von Norwegen mit Sitz in Oslo

Der König ernennt den Ministerpräsidenten und auf dessen Vorschlag die Minister. In Norwegen gilt außerdem das Prinzip des Parlamentarismus: Das Parlament, das aus 169 Abgeordneten besteht, kontrolliert die Regierung, sie ist vom Vertrauen der Mehrheit des Parlaments abhängig. Alle vier Jahre werden neue Repräsentanten gewählt (bis 1936 jedes dritte Jahr). Das Parlament Storting bestand lange Zeit aus zwei Kammern, Odelsting und Lagting. Allerdings wurde diese Trennung nur im Gesetzgebungsverfahren vorgenommen, sodass es sich faktisch um ein Einkammersystem handelte. Seit 2009 ist es offiziell ein Einkammerparlament.

König Harald V. (2007)

Das Staatsoberhaupt ist König Harald V. Die norwegische Monarchie verzichtet zwar stärker als viele andere Länder auf höfischen Prunk, aber über die unter seiner Leitung regelmäßig stattfindenden Sitzungen des Staatsrates, dem alle Minister angehören, ist der König in die Handlungen der Regierung eingebunden.

In Norwegen gab es bisher sechs Volksabstimmungen:

  • 1905 über die Auflösung der Union mit Schweden. (Ergebnis: Ja)
  • 1905 über die Einsetzung Prinz Carls von Dänemark als König Haakon VII. (Ergebnis: Ja)
  • 1916 über das Verbot von Alkohol. (Ergebnis: Ja)
  • 1927 über die Aufhebung dieses Verbots. (Ergebnis: Ja)
  • 1972 über den Beitritt in die Europäische Gemeinschaft. (Ergebnis: Nein)
  • 1994 über den Beitritt in die Europäische Union. (Ergebnis: Nein)

Unbeschadet des einheitsstaatlichen Aufbaus Norwegens ist die kommunale Selbstverwaltung gewährleistet.

Verwaltungsgliederung

Spitzbergen Jan Mayen Ostfold Vestfold Oslo Akershus Telemark Aust-Agder Vest-Agder Rogaland Hordaland Buskerud Hedmark Oppland Sogn og Fjordane Møre og Romsdal Sor-Trondelag Nord-Trondelag Nordland Troms Finnmark Estland Lettland Dänemark Finnland Schweden Schweden Russland
Verwaltungsgliederung von Norwegen

Das Land ist in 19 Verwaltungsprovinzen (Fylker) eingeteilt, die zu fünf statistischen Regionen (landsdel, dt. Landesteil) zusammengefasst werden. Hinzu kommen Spitzbergen und Jan Mayen, die zwar außerhalb der Provinzstruktur stehen und keine Gemeinden haben, jedoch unmittelbare Teile des Königreichs Norwegen sind. Die kleinste Provinz nach Fläche ist die Hauptstadt Oslo. In Norwegen gibt es seit dem 1. Januar 2006 431 Kommunen. In ihnen werden alle vier Jahre die Repräsentanten für die lokale Verwaltung gewählt.

Neben den administrativen Regionen gibt es weitere statistische Regionen, die nicht zwingend an Provinzgrenzen ausgerichtet sind. Zur Region Midt-Norge (dt. Mittelnorwegen) zählt man die beiden Provinzen von Trøndelag und Møre og Romsdal. Die Inselgruppe Spitzbergen wird administrativ nicht zu Nord-Norge gezählt, sondern untersteht einem Präfekten (Sysselmann), der dem Justizministerium berichtet, während die Bezirkshauptleute (Fylkesmannen) dem Verwaltungsministerium berichten. Es existieren Bestrebungen zu einer Verwaltungsreform mit Bildung von sieben Regionen, die eine vergrößerte Hauptstadtregion um Oslo beinhaltet.

Staatshaushalt

Storting
Logo Stortinggebäude am Eidsvolls plass
Logo Stortinggebäude am Eidsvolls plass
Basisdaten
Sitz: Oslo
Legislaturperiode: 4 Jahre
Erste Sitzung: 1814
Abgeordnete: 169
Aktuelle Legislaturperiode
Letzte Wahl: 9. September 2013
Vorsitz: Stortingspräsident
Olemic Thommessen (H)
        
Sitzverteilung:
Website
www.stortinget.no

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 188,8 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 199,8 Milliarden US-Dollar gegenüber. Das ergab einen Haushaltsüberschuss in höhe von 2,9% des BIP.[34]

Die Staatsverschuldung betrug 2010 47,7 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP).[34] Der Anteil der Staatsausgaben lag in den folgenden Bereichen bei

Parteien

Im Storting sind zurzeit vertreten:

Andere kleine Parteien:

  • Kystpartiet (Küstenpartei/konservativ, regional orientiert)
  • Norges Kommunistiske Parti (Kommunistische Partei Norwegen)
  • Rødt (Rot, sozialistisch)
  • Demokratene (Die Demokraten, rechtspopulistisch)
  • Det Liberale Folkepartiet (Liberale Volkspartei, liberalistisch)
  • Pensjonistpartiet (Rentner-Partei)
  • Kristent Samlingsparti (Christliche Sammlungspartei, christlich-konservativ)

Gewerkschaften

In Norwegen sind 1,33 Millionen Arbeitnehmer Mitglied einer Gewerkschaft, davon 830.000 im Dachverband Landsorganisasjonen i Norge (LO), 200.000 im Yrkesorganisasjonenes Sentralforbund (YS), 131.000 in Akademikerne und 230.000 in Unio (Stand: August 2007). Durch die starke gewerkschaftliche Orientierung konnte sich 1924 in Norwegen ein starker eigener Arbeitersportverband entwickeln.[36]

Außenpolitik

Norwegen setzt sich international für politische und wirtschaftliche Stabilität, die Stärkung multilateraler Handlungsansätze und den Ausbau des Völkerrechts ein. Dies entspricht den Interessen eines bevölkerungsarmen Landes mit starker internationaler wirtschaftlicher Verflechtung und ausgeprägten maritimen Interessen, das gleichzeitig einer der wichtigsten Energielieferanten weltweit ist.

Norwegen ist ein EFTA-Mitglied

Norwegen ist Mitglied im Nordischen Rat, einem Forum der Nordischen Länder. Wirtschaftlich ist es Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes. Weiterhin nimmt Norwegen am Europäischen Binnenmarkt der Europäischen Union (EU) teil.

Mit Deutschland unterhält Norwegen direkte Beziehungen seit der Unabhängigkeit im Jahr 1905. Norwegen betrachtet Deutschland als einen der wichtigsten Partner in Europa, sowohl wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung, als auch wegen politischer und kultureller Zusammenarbeit. Das norwegische Außenministerium bezeichnet Deutschland als Schlüsselland für die Wahrnehmung seiner Interessen gegenüber der EU. Gemeinsam mit den anderen nordischen Staaten unterhält Norwegen im Komplex der Nordischen Botschaften seine Vertretung in Berlin. In Hamburg ist außerdem ein Generalkonsulat angesiedelt. Die deutsche Botschaft in Oslo liegt wenige Minuten vom königlichen Schloss entfernt im Stadtteil Frogner.

Österreich und Norwegen nahmen 1906 diplomatische Beziehungen auf. Das heutige Verhältnis sieht man in Norwegen als gut entwickelt auf kultureller Ebene, aber bescheiden im wirtschaftlichen Bereich, die Zahl der gegenseitigen Besuche als mäßig häufig. In Wien hat Norwegen eine Botschaft für den Kontakt mit der Republik Österreich sowie jeweils eine Vertretung zu den in Wien ansässigen internationalen Organisationen und zur OSZE. Ebenfalls im Viertel Frogner liegt die österreichische Botschaft in Oslo.

Die Beziehungen zur Schweiz und zu Liechtenstein basieren besonders auf wirtschaftlichen und handelspolitischen Themen, insbesondere durch die Verbindung über die gemeinsame EFTA-Mitgliedschaft. Die kulturellen Kontakte werden als gut, jedoch nicht umfassend beschrieben. In Bern hat Norwegen eine Botschaft, Konsulate außerdem in Genf, Zürich und Locarno. In Genf besteht daneben eine ständige Vertretung gegenüber den internationalen Organisationen. Für Liechtenstein sind die norwegischen Vertretungen in der Schweiz mit zuständig, das Fürstentum unterhält Kontakte nach Norwegen wiederum über die Botschaften beider Länder in Bern. Die Schweizer Botschaft in Oslo ist nur wenige Blocks von der österreichischen entfernt.

Die Mitgliedschaft in der NATO und die enge Partnerschaft mit den USA bleiben entscheidende Elemente norwegischer Sicherheits- und Außenpolitik. Angesichts der veränderten weltpolitischen Lage gibt es hierfür auch weiterhin einen breiten politischen Konsens. Gleichzeitig nimmt das Interesse an sicherheitspolitischer Kooperation im europäischen Rahmen zu. Angesichts der neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen in Europa hat die norwegische Regierung 2016 einen neuen Langzeitplan für die Fortentwicklung der norwegischen Streitkräfte vorgelegt.[37]

Umweltpolitik

Auf internationalen Umwelt- und Klimakonferenzen gehört Norwegen zu den engagiertesten Teilnehmern. Dies gilt auch auf dem Gebiet der umweltorientierten Entwicklungshilfe, für die es regelmäßig mehr als ein Prozent des BIP aufwendet. Norwegen hat sich in erheblichem Maße politisch und finanziell dafür eingesetzt, ein neues verbindliches Klimaabkommen auszuhandeln, das auch die USA und die Entwicklungsländer einschließt und so eine wirklich weltweite Kooperation zustande kommen lässt. Um hier die Verhandlungen durch konkrete Initiativen voranzubringen, hat die norwegische Regierung sowohl mit Brasilien als auch Indonesien Programme gegen die Abholzung des Regenwaldes vereinbart, die Projekte und finanzielle Anreize in Höhe von jeweils 1 Milliarde US-Dollar beinhalten.

Die Regierung hat beschlossen, sich in der Klimapolitik der EU anzuschließen und die gleichen Reduktionsziele verfolgen zu wollen.

Norwegen ist Vorreiter bei der Zulassung von Elektroautos. Im Lande gibt es derzeit über 110.000 batteriegetriebene Kfz. Ermöglicht wird der Boom durch eine massive staatliche Förderung: So entfallen beim Kauf eines Elektro-Neuwagens nicht nur die Mehrwertsteuer in Höhe von 25%, sondern auch Importabgaben. Dazu können E-Autos öffentliche Parkplätze und Busspuren kostenlos benutzen sowie an rund 4.000 Ladestationen Ökostrom gratis tanken.

Adressat internationaler Kritik wird das Land immer wieder beim Thema Walfang. Seit 1986 besteht weltweit ein von der Internationalen Walfangkommission (IWC) beschlossenes Verbot des kommerziellen Walfangs. Das Moratorium soll eine Erholung der jahrzehntelang dezimierten Walbestände ermöglichen. Norwegen hat einen Vorbehalt gegen das Moratorium der IWC eingelegt und praktiziert weiterhin den Fang von Zwergwalen. Gegenüber seinen Kritikern verweist Norwegen darauf, dass die Jagd auf Minkwale nachhaltig und nicht bestandsgefährdend sei, alten Traditionen des Landes entspreche und dass die Anzahl der getöteten Tiere stets deutlich unter den von der Internationalen Walfangkommission (IWC) auf wissenschaftlicher Basis ermittelten Quoten (1286 Tiere) liege.[38]

Militär

Eine F-16 der Luftwaffe
Hauptartikel: Norwegische Streitkräfte

Die norwegische Armee (Forsvaret) besteht aus den vier Teilstreitkräften Heer (Hæren), Marine (Sjøforsvaret), Luftwaffe (Luftforsvaret) und der Heimatschutzmiliz (Heimevernet). Es existiert eine zwölfmonatige Wehrpflicht für Männer und Frauen.[39] Für das Jahr 2012 wurden die Ausgaben für das Militär auf 40,5 Milliarden Kronen veranschlagt.[40] Norwegen ist ein Gründungsmitglied der NATO.

Mitte des Jahres 2007 hat die norwegische Luftwaffe von den USA den Schutz des Nachbarlandes Island übernommen, das über keine eigenen Streitkräfte verfügt.[41]

Wirtschaft

Wirtschaft allgemein

Norwegen besaß laut der Rangfolge beim Index der menschlichen Entwicklung in den Jahren 2001 bis 2006 den höchsten Lebensstandard der Welt. 2007 bis 2008 belegte das Land hinter Island Platz 2. Doch seit 2009 steht es wieder auf Platz 1 im HDI-Rang als höchstentwickelter Staat der Welt. Das Pro-Kopf-Einkommen in Norwegen ist eines der höchsten, ebenso das Kindergeld. Im Vergleich mit dem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards (EU28 = 100) erreichte Norwegen 2015 einen Index von 163.[42] Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Norwegen Platz 10 von 138 Ländern (Stand 2016).[43] Im Index der Wirtschaftlichen Freiheit belegt das Land 2017 Platz 25 von 180 Ländern.[44]

Seit der Erschließung seiner Öl- und Gasreserven Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hat Norwegen eine enorme wirtschaftliche Entwicklung vollzogen. Aus einem der ärmeren europäischen Länder, geprägt vor allem durch Schifffahrt, Fischfang, Land- und Forstwirtschaft, wurde einer der größten Öl- und Gasexporteure der Welt mit hohem Bedarf an Arbeitskräften, einem der höchsten Pro-Kopf-Einkommen und einer der teuersten Hauptstädte der Welt. Dem Land ist es gelungen, mit der Öl- und Gasindustrie als Rückgrat eine stabile und dynamische Wirtschaft zu formen, die jährlich hohe Leistungsbilanz- und Haushaltsüberschüsse aufweist. Damit einher ging eine rasante Entwicklung des öffentlichen und privaten Dienstleistungssektors. Auch wenn sich das Wirtschaftswachstum wegen des Mitte 2014 gesunkenen Ölpreises abgeschwächt hat, bleibt Grundlage des norwegischen Wohlstands der einzigartige Mix von Rohstoffen und deren effiziente Gewinnung und Nutzung (Öl, Gas, Strom aus Wasserkraft, Fisch und Holz). Das Bruttoinlandsprodukt Norwegens stieg 2016 um 1,1% nach 1,6% 2015 und 1,9% 2014.[45][46]

Die im 1996 gegründeten staatlichen Pensionsfonds Ausland („Government Pension Fund Global“) angelegten Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft haben einen Marktwert von etwa 7.750 Mrd. NOK (ca. 850 Mrd. Euro). Nach der sogenannten Handlungsregel dürfen jährlich maximal 4% des Kapitalstocks aus dem Fonds zur Finanzierung des Staatshaushalts entnommen werden. Diese Obergrenze soll zukünftig auf 3% abgesenkt werden. Im Haushaltsjahr 2016 wurden dem Ölfonds insgesamt 220 Mrd. NOK (etwa 26 Mrd. Euro) entnommen. Das sind etwa 3% des Kapitalstocks. In der norwegischen Politik und Öffentlichkeit besteht Konsens darüber, dass die norwegischen Öl- und Gasreserven unter Beachtung von strengen Umwelt- und Sicherheitsstandards ausgebeutet und dem Nutzen der Allgemeinheit zugeführt werden sollen. Im Haushalt 2017 rechnet die Regierung mit Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor in Höhe von 164 Mrd. NOK (ca. 18 Mrd. Euro), das sind 14% der gesamten erwarteten Staatseinnahmen.

Norwegen hat als erstes Land 2003 eine Geschlechterquote eingeführt. Seit 2008 ist eine Quote von mindestens 40 % Frauen in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben.[47]

Außenhandel

Insgesamt ist der Außenhandel für Norwegen positiv (Exportüberschuss von 300 Milliarden NOK 2005). Importiert wird zu ca. 70 Prozent aus der Europäischen Union. Haupteinfuhrgüter sind Maschinen und Fahrzeuge mit knapp 40 Prozent. Der Export geht ebenfalls hauptsächlich in die EU (ca. 81 Prozent). Mit knapp 70 Prozent bilden hier die Brennstoffe den mit Abstand größten Posten.[48]

Kennzahlen

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real Weltbank[49]
Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Veränderung in % gg. Vj. 2,4 2,9 0,4 −1,6 0,6 1,0 2,7 1,0 1,9 1,6 1,1
Entwicklung des BIP (nominal), Weltbank[50]
absolut (in Mrd. US-Dollar) je Einwohner (in Tsd. US-Dollar)
Jahr 2014 2015 2016 Jahr 2014 2015 2016
BIP in Mrd. $ 498 386 370 BIP je Einw. (in Tsd. €) 97,0 74,5 70,8
Haupthandelspartner Norwegens (2016), Quelle: GTAI[51]
Export (in Prozent) nach Import (in Prozent) von
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 20,7 DeutschlandDeutschland Deutschland 12,0
DeutschlandDeutschland Deutschland 14,3 SchwedenSchweden Schweden 12,0
NiederlandeNiederlande Niederlande 10,6 China VolksrepublikVolksrepublik China China 11,1
FrankreichFrankreich Frankreich 6,8 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 6,5
SchwedenSchweden Schweden 6,5 DanemarkDänemark Dänemark 5,6
BelgienBelgien Belgien 4,4 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 5,1
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4,2 NiederlandeNiederlande Niederlande 4,0
sonstige Länder 32,5 sonstige Länder 43,7

Energie

Energie allgemein

Oslo bei Nacht

Die wichtigste Energiequelle der Gewerbebetriebe und Privathaushalte in Norwegen stellt die elektrische Energie dar. Diese Energie ist mit umgerechnet 16,1 ct pro kWh (Stand 2015) im Vergleich zu Deutschland mit etwa 29,5 ct pro kWh für den Endverbraucher günstig.[52] Der Grund hierfür liegt in der Art der Energiegewinnung und den bislang noch geringen Exportmengen: Nahezu der gesamte Strombedarf (etwa 98 %) in Norwegen wird durch heimische Wasserkraftwerke gedeckt.[53] Im gesamten Land existieren weder Kern- noch Kohlekraftwerke (ausgenommen das Kohlekraftwerk in Longyearbyen auf Spitzbergen). Das von Norwegen geförderte Erdöl und Erdgas wird nicht für die Stromversorgung im eigenen Land eingesetzt.

Bergen bei Nacht vom Fløyen aus gesehen

Als Folge der relativ niedrigen Endverbraucherpreise, die keinen Anreiz für Energieeffizienz- oder Energieeinsparmaßnahmen bieten, ist der Stromverbrauch in Norwegen sehr hoch. Der Energieverbrauch liegt weit über dem Durchschnitt der OECD-Länder, der Stromverbrauch ist mit 8.600 Kilowattstunden pro Kopf (Stand 2013) einer der höchsten weltweit.[54] Einer der Hauptgründe hierfür ist, dass die Mehrheit der Gebäude direkt mit Strom geheizt wird. Es ist vielerorts selbstverständlich, dass das Licht in Räumen brennt, die über Stunden und Tage nicht genutzt werden. In einigen öffentlichen Gebäuden sind nicht einmal Lichtschalter vorhanden.[55]

Wasserkraft

Wasserkraftwerk bei Braskereidfoss

Die Nutzung der Wasserkraft hat in Norwegen eine lange Tradition und war Grundlage der Industrialisierung des Landes. Auf einfache Wassermühlen, Hammerwerke u. ä. folgten wassergetriebene Generatoren zur Gewinnung elektrischer Energie. Um in der stark zerklüfteten Landschaft Norwegens eine flächendeckende Energieversorgung mit Elektrizität zu schaffen, wurden dezentral kleine und große Wasserkraftwerke errichtet, die ihr näheres Umfeld mit Energie versorgten. Diese kleingliederige Struktur ist noch heute in Norwegen erhalten: Es gibt zahlreiche kleinere und größere, private und öffentliche, lokale und staatliche Energieversorger.[56]

Zwischenstaatlicher Stromtransport

Map europe NORD.LINK and NorGer cable.svg

Aufgrund des hohen Potentials für Pumpspeicherkraftwerke, die im Rahmen der Energiewende und dem damit einhergehenden Zubau variabler Erneuerbarer Energien verstärkt an Bedeutung gewinnen, intensiviert Norwegen den Stromaustausch mit anderen Europäischen Staaten. Traditionell verfügt das Land über sehr gut ausgebaute Stromkuppelstellen mit Schweden und Dänemark.

Seit 1977 wird die Cross-Skagerrak zwischen Kristiansand und Dänemark betrieben. 2008 wurde mit NorNed eine Seekabelverbindung mit den Niederlanden in Betrieb genommen.

Weitere Projekte befinden sich in der Umsetzungsphase. So wurden 2015 die ersten Aufträge für den Bau des Seekabels NordLink vergeben, das ab 2019 Norwegen und Deutschland verbinden soll.[57] Ebenfalls 2015 wurde von National Grid und Statnett die Seekabelverbindung NSN Link zwischen Norwegen und England vereinbart, die 2021 in Betrieb gehen soll.[58] Zusätzlich ist eine Seekabelverbindung NorGer zwischen Norwegen und Deutschland geplant, deren Umsetzung aber noch unklar ist.

Erdgas

LNG Gas-Terminal auf Melkøya

Norwegen war 2014 (geschätzt) mit 108,8 Mrd. das weltweit achtgrößte Erdgasförderland.[59] Die norwegischen Erdgasfelder befinden sich in der Nordsee, im Europäischen Nordmeer und in der Barentssee. Norwegen war 2015 (geschätzt) mit 114,4 Mrd. m³ das weltweit drittgrößte Erdgasexportland.[60] Statoil kontrollierte 2017 etwa 70 % der norwegischen Gasexporte.[61] Norwegen deckt etwa ein Drittel des deutschen Erdgasbedarfs (2017).[62] Die beiden Europipe-Erdgasleitungen verbinden das norwegische Erdgasfeld Ekofisk (Europipe 1) in der Nordsee sowie das norwegische Festland (Europipe 2) mit Deutschland.

Erdöl

Bohrinsel im Heidrun-Ölfeld

Norwegen war 2015 (geschätzt) das weltweit sechszehntgrößte Erdölförderland[63] mit etwa drei Prozent der Welterdölförderung (Stand 2008). Das Ölfördermaximum war im Jahre 2001 und nimmt seitdem jedes Jahr mit etwa vier Prozent ab. 2007 wurden 148 Millionen Sm3 (Standardkubikmeter) Erdöl gefördert. Die verbleibenden Reserven betrugen 2007 noch 1,3 Milliarden Sm3. Die abnehmende Erdölförderung wird gegenwärtig durch eine erhöhte Erdgasförderung ersetzt.

In Stavanger befindet sich das wirtschaftliche Zentrum der norwegischen Erdölindustrie sowie das Norwegische Erdölmuseum.

Das Norwegische Erdölmuseum in Stavanger

Die starke norwegische Erdölindustrie und die vergleichsweise geringe Bevölkerung bewirken Norwegens sehr hohes Pro-Kopf-Einkommen. Um die Finanzierung des teuren, sehr engmaschigen sozialen Netzes langfristig zu sichern, wurde 1990 der staatlich geführte Norwegische Staatliche Pensionsfonds Ausland (Statens pensjonsfond utland oder Oljefondet) eingerichtet. In ihm werden die Erträge aus dem Ölexport angelegt. Das geschieht ausschließlich auf ausländischen Märkten, um ein finanzielles Überhitzen der inländischen Wirtschaft und eine zu starke Aufwertung der norwegischen Krone zu verhindern. Der Wert des norwegischen Ölfonds betrug im 4. Quartal 2015 ca. 777 Milliarden Euro (7475 Milliarden NOK),[64] was einem Betrag von ca. 149.267 Euro je Norweger entsprach. Die Wachstumsprognose geht von einem Wert von ca. 929 Milliarden Euro (8848 Milliarden NOK) bis zum Jahr 2020 aus.[65]

Smøla vindpark bei Nordmøre

Nach dem Einbruch des Ölpreises in der zweiten Jahreshälfte 2014 stockten sowohl die Förderung als auch die Erschließungstätigkeiten für die Ölgewinnung in größeren Tiefen wegen der hohen Kosten. In Norwegen sollen rund zehn Prozent der rund 100.000 Arbeitsplätze in der Ölindustrie zur Disposition stehen. Der staatliche Energiekonzern Statoil geriet 2014 erstmals seit seinem Börsengang in die roten Zahlen.[66]

Windenergie

Die Nutzung von Windenergie wird ausgebaut. 2014 waren Windkraftanlagen mit einer Leistung von 819 MW installiert.[67]

Tourismus

Die eindrucksvolle Natur lockt jedes Jahr Millionen von Touristen nach Norwegen.[68] Das Nordkap und der Geirangerfjord gehören zu den meistbesuchten Touristenattraktionen des Landes. Die traditionelle Postschifflinie entlang der Westküste, die Hurtigruten, hat sich zu einem Touristenmagneten entwickelt. Für Straßenreisende wurden die Norwegischen Landschaftsrouten konzipiert.

Wer von Oslo aus nach Bergen, also an die Westküste fährt, durchquert die Provinz Telemark. Von den Straßen oder der Strecke der Bergenbahn, die Höhen von mehr als 1000 Meter über dem Meeresspiegel erreichen, lassen sich dort selbst im Hochsommer die schneebedeckten Gipfel in wenigen Metern Entfernung betrachten. Neben dem bekannten Holmenkollen mit seinen Skisprungschanzen und dem Olympia-Ort Lillehammer weist Norwegen, das als die Wiege des Skilaufes gilt, viele attraktive Skigebiete auf.

Touristen bei Spitzbergen

Der nördlich von Dombås gelegenen Hochgebirgspark Dovrefjell, mit dem 2286 Meter hohen Berg Snøhetta ist nicht nur ein ausgezeichnetes Wander- und Wintersportgebiet, sondern auch eine der wenigen Regionen Europas, in der es noch freilebende Moschusochsen gibt.

Besonders beliebt bei Alpinisten ist das Gebirge Jotunheimen mit den beiden höchsten Berggipfeln des Landes, Galdhøpiggen und Glittertind. Außerdem der westlich davon gelegene Nationalpark mit dem größten zusammenhängenden Kontinentalgletscher Jostedalsbreen.

Trekkingtouren können tagelang durch die bergige Tundrenlandschaft des Hochplateaus Hardangervidda unternommen werden.

Die Insel Røst auf den Lofoten beherbergt mit rund 2,5 Millionen Brutvögeln den größten Vogelfelsen Norwegens. Weit weniger Vögel brüten auf der südwestlich von Ålesund gelegenen Vogelinsel Runde. Diese Insel ist mit Brücken mit dem Festland verbunden und für Touristen und Wissenschaftler leicht zu erreichen.

Nahrungswirtschaft

Fischerei und Walfang

Fischerboot vor Bodø
Stockfisch während des Trocknens

Norwegen gehört zu den größten Fischerei-Nationen der Welt. Die norwegische Fischereizone reicht bis zu den Bänken von Neufundland.

Gefangen werden vorwiegend Dorsch, Hering, Schellfisch, Makrele und Garnelen. Daneben hat in den vergangenen 20 Jahren die Fischzucht in sogenannten Aquakulturen an Bedeutung erlangt. Vor allem Lachs und Kabeljau werden dort gezüchtet.

Fisch und Fischprodukte nehmen 5,3 % des Gesamtexports des Landes ein und sind somit der viertgrößte Exportartikel, nach Öl, Gas und Metall. Stockfisch ist ein traditionell bedeutendes Exportgut Norwegens.

Norwegen hat eine sehr lange Walfang-Tradition. Mit dem Verbot des kommerziellen Walfanges 1986 ist dieser Wirtschaftszweig weitgehend in der Bedeutungslosigkeit versunken. Daran ändert nichts, dass Norwegen gegen das kommerzielle Walfangverbot der Internationalen Walfangkommission IWC von 1986 Widerspruch eingelegt hat und somit nicht daran gebunden ist. Norwegen betreibt als eines von wenigen Ländern weltweit nun erneut kommerziellen Walfang – wenn auch in vergleichsweise geringem Umfang. Das findet international großen Widerspruch und wird unter anderem von der Europäischen Union kritisiert.[69]

Alkoholmonopol

Ein Vinmonopol in Arendal

Norwegen betreibt eine restriktive Alkoholpolitik. Alkoholische Getränke ab 4,8 Volumenprozent können nur im Vinmonopolet erworben werden. Sie entstanden 1922 während der norwegischen Prohibition. Man findet sie in den meisten Städten. Bei Getränken mit niedrigem Alkoholanteil entscheidet jede Gemeinde individuell über den Verkauf. Einige Biere können so in gewöhnlichen Supermärkten erworben werden. Der Alkoholverkauf im Vinmonopol ist an normalen Werktagen bis 18 Uhr, an Samstagen bis 15 Uhr möglich. In Supermärkten kann man bis 20 Uhr werktags und bis 18 Uhr samstags Bier kaufen. Ein Verkaufsverbot gilt grundsätzlich an offiziellen Feier- und Wahltagen. Alkoholische Getränke und Zigaretten werden nur an Personen ab 18 Jahre abgegeben. Der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit ist verboten und darf nur auf Privatgrundstücken stattfinden.

Innenansicht einer Vinmonopolet-Filiale in Briskeby bei Oslo

Die Preise liegen erheblich über dem im deutschsprachigen Raum üblichen Niveau. Ein Bier („Øl“) kostet in einem gewöhnlichen Gastronomiebetrieb in der Regel über fünf Euro.[70] Mit 0,40 Euro für ein 0,2-l-Glas wird die europaweit höchste Biersteuer erhoben (Deutschland 0,019 Euro). Das Preisniveau in den ähnlich restriktiven Nachbarländern Schweden und Finnland ist deutlich niedriger als in Norwegen, was einen schwer kontrollierbaren Alkoholtourismus bewirkt. Für Schweden hat sich die ironische Bezeichnung süßer Bruder etabliert.

Der jährliche Alkoholkonsum pro Person ist im internationalen Vergleich gering: bei reinem Alkohol mit 4,4 Liter (Deutschland: 10,2 l) und bei Spirituosen mit 2,9 l (Deutschland: 5,7 l).[71]

Weihnachtsbiere („Juleøl“) haben eine lange Tradition in den nordischen Ländern. In Norwegen sind mehrere Dutzend Sorten erhältlich. Sie sind schwerer und dunkler als gewöhnliche Biere. Schon zu Wikingerzeiten prostete man sich um die Wintersonnenwende mit Bier zu, um die Götter zu ehren. Christliche Kreise versuchten in den 1960er Jahren erfolglos, das Juleøl zu verbieten.

Telekommunikation

2011 verfügten 93 % der Bevölkerung über einen Personal Computer in der eigenen Wohnung, 92 % hatten Zugang zum Internet und 83 % Breitband-Internetzugang.[72] Bereits 2004 besaßen 90 % ein eigenes Mobiltelefon. Bis zum 31. Dezember 2004 waren annähernd 5 Millionen Mobiltelefonverträge abgeschlossen worden.[73] Größter Telekommunikationsanbieter des Landes ist Telenor.

Softwareindustrie

Der Internet-Browser Opera kommt aus Norwegen. Qt Development Frameworks, die Entwickler der Qt-Softwarebibliothek, sind ebenfalls dort ansässig. Der Antivirensoftwarehersteller Norman hat seinen Firmensitz in Norwegen.

Verkehr

Der Verkehr in Norwegen nutzt wegen der geologischen Verhältnisse außergewöhnlich häufig für relativ kurze Distanzen in Luftlinie den Fährverkehr, Verkehrstunnel und den Luftverkehr. Besonders häufig sind Unterwassertunnel. In Planung befindet sich der Stad Schiffstunnel für Hochseeschiffe.

Schiffbau und Schifffahrt

Die Trollfjord der Hurtigruten bei Molde

Die Geographie Norwegens gibt der Schifffahrt eine besonders große Bedeutung und bedeutet für Straßen- und Schienenverkehr eine ständige Herausforderung.

Die Seeschifffahrt hat eine große Tradition in Norwegen, das bis heute die viertgrößte Handelsflotte der Welt aufweist. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt machen Schifffahrt und Schiffbau sowie damit verwandte Branchen den zweitgrößten Wirtschaftszweig Norwegens aus.

Fährhafen von Kristiansand

Im Jahr 2011 waren in Norwegen 1281 registrierte Schiffe sowie 117 im Ausland registrierte norwegische Schiffe über 1000 BRT in Gebrauch.[74]

Wichtige Häfen sind Bergen (Hurtigruten, regionale Fähren, Offshore), Oslo, Stavanger (regionale Fähren, Offshore), Kristiansand (Fährverkehr nach Dänemark), Kristiansund (Offshoreversorger), Mo i Rana, Molde, Mongstad (Erdölraffinerie), Narvik (Eisenerzverschiffung), Trondheim und Bodø (jeweils regionale Fähren).

Zwischen Bergen und Kirkenes verkehren im täglichen Liniendienst die Schiffe der Hurtigruten, die auf einer Strecke von ungefähr 2700 km etwa 35 Häfen anfahren. Fjord1 ist einer der größten Betreiber von Fährlinien. Für den internationalen Verkehr bedeutsam sind die Hochseefähren, die das Land mit den Britischen Inseln, Dänemark und Schweden (Fjord Line) sowie Deutschland (Color Line) verbinden.

Eisenbahnverkehr

CargoNet-Lokomotive bei Lønsdal auf der Nordlandsbanen

Das Schienennetz umfasst 4077 Kilometer, von denen 2518 Kilometer elektrifiziert sind. Die Behörde Norges Statsbaner wurde 1996 in die haftungsbeschränkte Norges Statsbaner BA (Personenverkehr), NSB Goods (Güterverkehr) und Jernbaneverket (Streckennetz) aufgeteilt. 2002 wurden die Norges Statsbaner BA in die Aktiengesellschaft Norges Statsbaner AS (NSB) und NSB Goods in CargoNet AS umgewandelt.

Oslo Sentralstasjon ist der größte Bahnhof in Norwegen. Weitere wichtige Bahnhöfe sind der Bahnhof von Bergen (Endpunkt der berühmten Bergensbanen), Trondheim und Bodø (Endpunkte der Nordlandsbanen), Stavanger, Kristiansand sowie der Bahnhof Narvik, der nur über die schwedische Malmbanan erreichbar ist.

Der Bahnhof Finse in der Nähe des Gletschers Hardangerjøkulen ist mit 1222,2 moh. Nordeuropas höchstgelegener Bahnhof. Die Flåmsbana ist aufgrund ihrer spektakulären Streckenführung bei Touristen sehr beliebt.

Flugverkehr

Ein Flugzeug der Widerøe

Aufgrund der von Gebirgen und langgezogenen Fjorden geprägten norwegischen Landschaft werden auf verhältnismäßig kurze geografische Distanzen mit Flugzeugen sehr große Reisezeitersparnisse erreicht im Vergleich zum Straßenverkehr erzielt. Viele Ortschaften sind gar nicht über Straßen erreichbar.

Es bestehen etwa 100 kleinere und größere Flughäfen in Norwegen. Der größte Verkehrsflughafen Norwegens ist Oslo-Gardermoen. Weitere wichtige Flughäfen sind Bergen (mit der wichtigen Flugstrecke Oslo-Bergen), Stavanger (mit großer Helikopterbasis für den Nordsee-Bohrplattform-Verkehr), Trondheim, Tromsø, Bodø und Kristiansand.

Die wichtigsten einheimischen Fluggesellschaften sind SAS Scandinavian Airlines, Norwegian Air Shuttle und die Regionallinien der Widerøe.

Straßenverkehr

Im Lærdalstunnel

In Norwegen gibt es 91.852 Kilometer Straße, von denen 71.185 Kilometer asphaltiert sind.

Das Land hat mit dem im Jahr 2000 eröffneten 24,5 Kilometer langen Lærdalstunnel den längsten Straßentunnel der Welt. Mit dem im Februar 2008 eröffneten Eiksundtunnel besitzt Norwegen den mit einer Tiefe von 287 Meter derzeit tiefsten Unterseetunnel der Welt.

Besonders im Fjordland und den Küstenregionen sind die Autofähren von sehr großer Bedeutung für den Straßenverkehr.

Bußgelder im Straßenverkehr sind deutlich höher als in Deutschland. Fährt man z. B. bei erlaubten 80 km/h etwas mehr als 100 km/h, kann das mit umgerechnet 1040 Euro geahndet werden. Alternativ droht eine Haft von drei bis 20 Tagen.[75]

Kultur

Im Jahr 2000 war die Stadt Bergen die Kulturhauptstadt Europas. Im Jahr 2008 war es Stavanger.

Der Friedensnobelpreis wird jährlich in Oslo vergeben.

Küche

Hauptartikel: Norwegische Küche

Architektur

Stabbur aus Ørsta ca.1600, im Sunnmøre Museum in Ålesund

Bekannte historische Bauwerke sind die Stabkirchen im Drachenstil. Eine weitere Besonderheit sind erhöhte Gebäude, deren Grundfläche nur zum Teil mit dem Erdboden Kontakt hat. Dazu gehören die Rorbu, Fischerhütten an der Westküste und Stabbur, frühere Lebensmittelspeichergebäude.

Bedeutende Architekten sind zum Beispiel Christian Christie (Restaurierungen) und Henrik Bull (Neugotik, Drachenstil, Jugendstil, Neorokoko, Art Nouveau).

Betongtavlen ist ein Architekturpreis für herausragende Betonbauwerke. Mit der Sundts premie werden besondere Privatgebäude Oslos ausgezeichnet.

Medien

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, kam Norwegen auf den ersten Platz von 180 Ländern.[76]

Bibliotheken

Erste Etage der Nationalbibliothek

Das Bibliothekswesen Norwegens wird von der bibliothekarischen Fachwelt als vorbildlich angesehen. Es gibt 892 kommunale öffentliche Bibliotheken, 336 wissenschaftliche Bibliotheken und 19 Landesbibliotheken sowie die Norwegische Nationalbibliothek.

Das seit 1834 bestehende Bibliotheksgesetz schreibt den kostenlosen Zugang zu Bibliotheken vor. Norwegen hat eines der umfassendsten Systeme für Pflichtexemplarabgabe weltweit.

Rundfunk

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Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Norsk rikskringkasting (NRK) bietet landesweite Fernseh- und Radioprogramme sowie regionale Angebote.

Der größte private Fernsehsender ist TV 2, zu dessen Holding die privaten Radiostationen von Radio Norge gehören.

Zeitungen

Die Nutzung von Tageszeitungen ist im europäischen Vergleich in Norwegen sehr hoch. Im Jahr 2011 lasen an einem durchschnittlichen Tag etwa 63 % der Bevölkerung eine Zeitung; die Lesedauer betrug durchschnittlich 23 Minuten. 2012 nutzten nach einer repräsentativen Befragung für das Norsk mediebarometer 25 Prozent der Befragten zwei und mehr Zeitungen; 1991 waren das noch 50 Prozent.[77]

Die Leserzahlen bei Printmedien sind generell rückläufig – so lag der Anteil 1997 noch bei 84 % – und verlagern sich zunehmend ins Internet.[72] Die auflagenstärksten Titel des Landes sind die Qualitätszeitungen Aftenposten und Bergens Tidende sowie die Boulevardzeitungen Verdens Gang (VG) und Dagbladet. Ende 2010 erschienen 226 Zeitungen in Norwegen.[78]

Literatur

Der Dramatiker und Lyriker Henrik Ibsen

Norwegen erlebte in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen kulturellen Aufschwung. Daran hatten Autoren wie Henrik Ibsen, Bjørnstjerne Bjørnson, Alexander Kielland, Jonas Lie, Amalie Skram, Arne Garborg, Hans E. Kinck und Knut Hamsun einen maßgeblichen Anteil.

Drei Norweger erhielten den Nobelpreis für Literatur: Bjørnstjerne Bjørnson (1903), Knut Hamsun (1920) und Sigrid Undset (1928).

Wichtige Norwegische Literaturpreise sind der Bragepris, der Kritikerpris, der Sultpris (für junge Autoren), der Bastianpris (für Übersetzungen), der Rivertonpris (für Kriminalliteratur) und der Tarjei Vesaas’ debutantpris (für erstveröffentlichende Autoren).

Theater

Nationaltheater in Oslo

Wichtige Sprechtheaterbühnen sind Nationaltheatret in Oslo als das größte norwegische Theater, Den Nationale Scene in Bergen als das älteste norwegische Theater und das Norske Teatret in Oslo, welches in der Sprache Nynorsk spielt.

Weitere größere Theater sind das Trøndelag Teater in Trondheim, das Rogaland Teater in Stavanger, das Agder Teater im Kilden Performing Arts Centre von Kristiansand oder das Drammens Teater in Drammen.

Opernhaus in Oslo

Das größte Musiktheater Norwegens sind die Norwegische Oper und Ballett, die beide im Opernhaus Oslo beheimatet sind.

Einer der wichtigsten Dramatiker war der Nationaldichter Henrik Ibsen (1828 bis 1906) mit heute noch viel gespielten Dramen, wie Peer Gynt oder die Die Wildente.

Liv Ullmann ist eine der bekanntesten norwegischen Theaterschauspielerinnen.

Ein wichtiger Theaterpreis ist der Kritikerpris.

Film

Musik

Edvard Grieg um 1900

Der bekannteste norwegische Komponist ist Edvard Grieg, dessen romantische Kompositionen, insbesondere die Peer-Gynt-Suite und das Streichquartett in g-moll, berühmt sind. Weitere Komponisten von Bedeutung sind u. a. Johan Svendsen, Christian Sinding, Ole Bull, Fartein Valen, Harald Sæverud und Geirr Tveitt.

Wencke Myhre ist eine der bekanntesten Schlagersängerinnen, die seit den 1960er Jahren auch in Deutschland sehr erfolgreich ist.

a-ha in Frankfurt am Main (2005)

Bekannte Bands aus dem Bereich der Pop- und Rockmusik sind a-ha, Apoptygma Berzerk, BigBang, Trail of Tears, Storm, Kaizers Orchestra und Motorpsycho.

In der Metal-Szene ist Norwegen berühmt für seine zahlreichen Black-Metal-Bands, dort begann die zweite Welle der Bewegung mit Mayhem und von ihnen beeinflussten Bands wie Burzum, Dimmu Borgir, Gorgoroth, Immortal und Darkthrone, die über die Szene hinaus bekannt sind.

Jan Garbarek live in Athen (2007)

Norwegen verfügt weiterhin über eine sehr vitale Jazz-Szene. Wichtige Vertreter sind Jan Garbarek, Nils Petter Molvær, Arild Andersen, Rebekka Bakken, Silje Nergaard, Bugge Wesseltoft, Eivind Aarset, Terje Rypdal, Ketil Bjørnstad, Sidsel Endresen, Solveig Slettahjell, Kirsti Huke und die Jazz-Rock-Band Dadafon um die Sängerin Kristin Asbjørnsen.

Wichtige Musikpreise sind der Spellemannpris, der Gammlengpris, der Kritikerpris und der Buddypris für Jazzmusik.

Bildende Kunst

Der bekannteste Maler ist Edvard Munch, seine Werke sind größtenteils im Munch-Museum in Oslo zu sehen.

Fotografie

Auf dem Gebiet der Fotografie, speziell der Landschaftsfotografie prägte Knud Knudsen die Vorstellungen der norwegischen Landschaften des 19. Jahrhunderts. Der größte Teil seines umfangreichen Nachlasses ist in der Universitätsbibliothek von Bergen archiviert.

Welterbe

Bryggen mit den hafenseitigen Fassaden der ehemaligen Handelskontore

Bisher befinden sich acht Welterbestätten in Norwegen, die von der UNESCO anerkannt sind.

Dazu gehören

Røros

Sport

Norwegen ist in erster Linie eine Wintersportnation und hat eine lange Tradition im nordischen Skisports. Viele Entwicklungen des Skisport stammen aus Norwegen; in vielen dieser Disziplinen ist das Land bei internationalen Wettbewerben oft führend. Zentrum des Wintersports ist der Holmenkollen in Oslo. Dort haben 2011 zum vierten Mal die Nordischen Skiweltmeisterschaften stattgefunden; 1952 wurden ebenfalls dort die ersten Olympischen Winterspiele Skandinaviens veranstaltet. Zudem fanden 1994 in Lillehammer Olympische Winterspiele statt. Besonders erfolgreiche Wintersportler waren Oscar Mathisen, Sonja Henie, Liv Grete Skjelbreid, Vegard Ulvang, Bjørn Dæhlie (mit acht olympischen Goldmedaillen bis 2010 erfolgreichster Wintersportler), Kjetil André Aamodt und Johann Olav Koss. Aktuelle Spitzensportler sind die Skispringer Tom Hilde und Anders Jacobsen, die Skilangläuferin Marit Bjørgen, der erfolgreichste Biathlet aller Zeiten, Ole Einar Bjørndalen, und der Skirennläufer Aksel Lund Svindal.

Spieler der Norwegischen Eishockeynationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen 2010

Die Norwegische Eishockeynationalmannschaft der Herren kommt dagegen von ihrer Spielstärke und Bedeutung her nicht an Finnland und Schweden heran. Indessen gehört Norwegen seit Jahren zu den führenden Nationen im Curling und gewann bei den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften bereits mehrere Medaillen.

Der größte Erfolg der Norwegischen Fußballnationalmannschaft der Herren ist die Bronzemedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1936. Dreimal (1938, 1994 und 1998) konnte sich die Mannschaft für die Fußballweltmeisterschaft qualifizieren und nahm einmal (2000) an der Europameisterschaft teil. Zu den bekannten aktiven Fußballspielern zählen John Arne Riise und Ole Gunnar Solskjær, die in der englischen Premier League spielten und mit ihren Vereinen die UEFA Champions League gewannen. Mit Rune Bratseth, der 1988 und 1993 mit Werder Bremen Deutscher Meister wurde, erlebte die Nationalmannschaft in den 1990er Jahren einen Aufschwung. Zuletzt konnte sie sich nicht mehr für die Welt- und Europameisterschaften qualifizieren. Erfolgreicher ist die Norwegische Fußballnationalmannschaft der Frauen: Sie konnte als erste Mannschaft (neben Deutschland seit 2016 Olympia-Gold, vorher schon Europa- und Weltmeister) Europameister (1987 und 1993), Weltmeister (1995) und Olympiasieger (2000) werden. Außer 2004 nahm sie an allen großen Turnieren teil.

Logo Norwegen Handball.gif

Im Handball sind die norwegischen Damen erfolgreicher als die Herren. Während letztere lediglich zwei WM- und drei EM-Teilnahmen vorweisen können und bei der EM im eigenen Land (2008) den sechsten Platz belegten, zählt die Norwegische Frauen-Handballnationalmannschaft zur Weltspitze. Sie gewann u. a. dreimal die Handball-Weltmeisterschaft (1999, 2011 und 2015) sowie dreimal die Handball-Europameisterschaft. Bei der letzten WM 2009 belegte sie den dritten Rang. Sie erkämpfte sich außerdem drei olympische Medaillen.

Recht erfolgreich sind sowohl bei den Damen als auch bei den Herren die Beachvolleyballer, die zur erweiterten Weltspitze zählen.

Bei Leichtathletik-Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen konnten norwegische Leichtathleten bisher 20 Goldmedaillen gewinnen. Bekannte norwegische Leichtathleten sind die Läuferinnen Grete Waitz, die 1983 als erste Frau die Weltmeisterschaft im Marathonlauf gewann, und die Speerwerferin Trine Hattestad, die Europa- und Weltmeisterin sowie Olympiasiegerin wurde und zwischenzeitlich den Weltrekord hielt.

Magnus Carlsen bei der Schacholympiade 2016

Das Segeln gehört in Norwegen ebenfalls zu den Volkssportarten. Die norwegischen Könige Olav V. und Harald V. nahmen für ihr Land erfolgreich an den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teil. Siren Sundby ist eine der besten Seglerinnen der Gegenwart und wurde Weltseglerin des Jahres 2003.

Wie sonst in Skandinavien ist Orientierungslauf eine der größten Volkssportarten.

Magnus Carlsen ist seit 2013 Weltmeister im Schachsport; seit Juli 2011 führt er ununterbrochen die Weltrangliste an (Stand September 2017).[79] Nach Angaben von Simen Agdestein hat das in Norwegen einen Schachboom ausgelöst.[80]

Auch der Motorradsport spielt eine wichtige Rolle: Im Olympischen Eisstadion von Hamar fanden mehrmals im Rahmen der Eisspeedway-Weltmeisterschaften WM-Qualifikationsläufe statt, ebenfalls wurde dort bereits im Rahmen der Speedway-Einzelweltmeisterschaft der Speedway-WM Grand Prix von Skandinavien ausgefahren. Auf der über 1000 m langen Trabrennbahn von Forus wurde von 2011 bis 2013 im Rahmen der Langbahn-Weltmeisterschaften der Langbahn-WM Grand Prix von Norwegen ausgetragen. Der erfolgreichste Speedway- und Langbahnfahrer Norwegens ist Rune Holta, der 1994 Junioren-Vizeweltmeister wurde und mehrere Jahre im Speedway-WM Grand Prix stand. Aufgrund seiner polnischen Mutter besitzt Rune Holta auch einen polnischen Pass, eine polnische Lizenz, fährt und lebt in Polen und wurde schon mehrmals mit Polen Team-Weltmeister. Speedway-Rennbahnen finden sich in Stavanger, Sandnes, Skien und Kristiansand.

Siehe auch

 Portal: Norwegen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Norwegen

Literatur

Weblinks

 Commons: Norwegen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Norwegen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikinews: Norwegen – in den Nachrichten
 Wikimedia-Atlas: Norwegen – geographische und historische Karten
 Wikisource: Norwegen – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Norwegen – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Statistisches Zentralamt abgerufen am 20. Februar 2016
  2. Statistisches Zentralamt. Abgerufen am 21. Februar 2013
  3. [1]
  4. [2] United Nations Development Programme (UNDP),
  5. HDI-HSDI ranks. Abgerufen am 11. Dezember 2011 (PDF; 59 kB).
  6. World Economic Outlook Database April 2017. Abgerufen am 1. Juli 2017 (amerikanisches englisch).
  7. Kristiansand (Norway) – Hammerfest (Norway) Entfernung, Distanz, Strecke, Kilometer
  8. In weicherem Gestein graben sich die Flüsse Schluchten und Kerbtäler
  9. a b Per Roger Lauritzen: Skog–Norge. Gyldendal, Oslo 2009, ISBN 978-82-525-7312-1, S. 60–61.
  10. a b Per Roger Lauritzen: Skog–Norge. Gyldendal, Oslo 2009, ISBN 978-82-525-7312-1, S. 62–63.
  11. Per Roger Lauritzen: Skog–Norge. Gyldendal, Oslo 2009, ISBN 978-82-525-7312-1, S. 64–65.
  12. Per Roger Lauritzen: Skog–Norge. Gyldendal, Oslo 2009, ISBN 978-82-525-7312-1, S. 66–68.
  13. a b Per Roger Lauritzen: Skog–Norge. Gyldendal, Oslo 2009, ISBN 978-82-525-7312-1, S. 69–72.
  14. Per Roger Lauritzen: Skog–Norge. Gyldendal, Oslo 2009, ISBN 978-82-525-7312-1, S. 83–84.
  15. Per Roger Lauritzen: Skog–Norge. Gyldendal, Oslo 2009, ISBN 978-82-525-7312-1, S. 85–87.
  16. a b Per Roger Lauritzen: Skog–Norge. Gyldendal, Oslo 2009, ISBN 978-82-525-7312-1, S. 76–82.
  17. The World Factbook — Central Intelligence Agency. Abgerufen am 28. Juli 2017 (englisch).
  18. World Population Prospects – Population Division – United Nations. Abgerufen am 28. Juli 2017.
  19. Lars Anders Kulbrandstad: Minoritetsspråk og minoritetsspråkbrukere i Norge. In Språknytt 2003/1–2. Språkrådet. Oslo 2003. Abgerufen am 25. Februar 2011 (norwegisch)
  20. Folkemengde 1. januar 2011 og 2012 og endringene i 2011, etter innvandringskategori og landbakgrunn. Absolutte tall www.ssb.no (abgerufen am 21. Februar 2013)
  21. Innvandring og innvandrere www.ssb.no (abgerufen am 21. Februar 2013)
  22. Glaubensgemeinschaften (norw.) Statistics Norway, abgerufen am 30. März 2016
  23. Trus- og livssynssamfunn utanfor Den norske kyrkja
  24. Døde – SSB.no
  25. Arbeidsledige 15-74 år, etter kjønn og alder (AKU). 1000 og prosent www.ssb.no (abgerufen am 21. Februar 2013)
  26. Svak nedgang i innvandrerledigheten www.ssb.no (abgerufen am 21. Februar 2013)
  27. Aslaug Moksnes. Likestilling eller særstilling? Norsk kvinnesaksforening 1884–1913, Gyldendal Norsk Forlag, 1984, S. 35, ISBN 82-05-15356-6
  28. Feiringen av 17. mai Website des norwegischen Königshauses (aufgerufen am 17. Mai 2010)
  29. Espen Søbye: Kathe. Deportiert aus Norwegen. Assoziation A, Berlin 2008
  30. CVCE Referendum in Norwegen (25. September 1972)
    IHS: Die EU-Volksabstimmungen in Österreich, Finnland, Schweden und Norwegen: Verlauf, Ergebnisse, Motive und Folgen (PDF; 67 kB)
  31. Polizei korrigiert Zahl der Toten deutlich nach unten. In: nzz.ch. 25. Juli 2011, abgerufen am 28. Februar 2015.
  32. NRK, Camilla Wernersen: Som et mareritt, 23. Juli 2011, abgerufen 23. Juli 2011 (norwegisch)
  33. § 2 Satz 4 (Volltext)
  34. a b c d The World Factbook
  35. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
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Koordinaten: 63° N, 9° O