Treskowallee
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Die Treskowallee ist heute eine 3,15 Kilometer lange Straße in den Berliner Bezirken Lichtenberg und Treptow-Köpenick. Sie gilt als die Magistrale im Ortsteil Berlin-Karlshorst, um die herum sich die frühere Kolonie seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte. Die Berliner Denkmalliste enthält rund 50 Baudenkmale im Einzugsbereich der Treskowallee.[1]
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[Bearbeiten] Lage und Namensgebung der Straße
Der heute gültige Namensbereich der Treskowallee betrifft einen Teil der schon im 18. Jahrhundert genutzten Straße nach Cöpenick. Erstmalig wurde der Name „Treskowallee“ nach der Besiedlung von Karlshorst verwendet und zwar für den Bereich zwischen der Wilhelmstraße in Friedrichsfelde und der Trabrennbahn Karlshorst. Die Straße erhielt ihren Namen nach dem Gründer des Vorwerks Karlshorst, Johann Carl Sigismund von Treskow.
Um 1946 wurde der nördliche Abschnitt, ein Teilbereich von etwa 1,8 Kilometern Länge bis zum südlichen Ende des Schlossparks Friedrichsfelde, der im Ortsteil Friedrichsfelde liegt, in die Schloßstraße einbezogen. Nach Fertigstellung des Tierparks erhielt die Schloßstraße den Namen Am Tierpark und wurde bis zur Unterführung der VnK (Verbindung nach Kaulsdorf)-Strecke verlängert.
Der verbleibende Teil der Treskowallee erhielt am 16. Juli 1961 den Namen Hermann-Duncker-Straße nach dem ein Jahr zuvor verstorbenen Politiker Hermann Duncker. Die frühere Karlshorster Landstraße im südlichen Bereich wurde in die neue Namensgebung einbezogen, es kam somit ein Teilbereich von rund 1,6 Kilometern hinzu. Die Hermann-Duncker-Straße reichte nun von der Bahnbrücke am Tierpark bis zur Bezirksgrenze von Köpenick, Ortsteil Oberschöneweide. Sie endete an der Kreuzung Rummelsburger Landstraße/An der Wuhlheide.
Nach den politischen Veränderungen in der DDR und Berlin nahm das Bezirksamt Lichtenberg 1992 eine Rückbenennung der gesamten Hermann-Duncker-Straße in Treskowallee vor. Die genaue Lage ist auf dem Plan ersichtlich.
Die Geokoordinate bezieht sich auf die Treskowallee am Bahnhof Berlin-Karlshorst, der sich etwa auf halber Länge der Straße befindet.
Die Nummerierung der Treskowallee beginnt an ihrem nördlichen Startpunkt, auf der westlichen Seite befinden sich die geraden, auf der östlichen Seite die ungeraden Nummern. Das südliche Ende der Treskowallee hat die Hausnummer 240.
[Bearbeiten] Kurzbeschreibung verschiedener Abschnitte der Treskowallee
[Bearbeiten] Der nördliche Abschnitt (bis zur Gabelung mit der Waldowallee)
- Nummern 8–12: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, 1914 als Doppelbau für ein Gymnasium und ein Lyzeum eingeweiht; auf dem Innenhof das „Auditorium Maximum“ und Denkmal für Nikos Belogiannis (ein 1952 ermordeter griechischer Freiheitskämpfer) von René Graetz; eine bronzene „Luchsfamilie“, 1978 von Lothar Rechtacek gestaltet, steht auf der Wiese.
- Nummer 30: Hier grüßt einer der zahlreichen Buddy Bären die Vorübereilenden.
- Nummern 39–47: Als „Häuser der besten Gastfreundschaft, Kreis Lichtenberg“ anlässlich der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten 1951 mit einer Gedenktafel geehrt.
[Bearbeiten] Der mittlere Abschnitt hinter der Hönower Straße bis zur Dönhoff-/Stolzenfelsstraße
Dieser Bereich beginnt an der Hönower Straße, wo ein markantes gelbes Gebäude steht, das bis ca. 1980 die chinesische und später die libysche Botschaft beherbergte.
Der gesamte mittlere Bereich der Treskowallee und seine Nebenstraßen wurde ab dem 3. Mai 1945 für die Angehörigen der sowjetischen Armee benötigt, innerhalb von 24 Stunden mussten alle rund 8000 Einwohner hier ausziehen. Das große Gelände wurde mit Zäunen und Schlagbäumen abgeriegelt und durfte nur mit Sondergenehmigung betreten werden. Lediglich die Treskowallee blieb für den Durchgangsverkehr einschließlich der Straßenbahn (Linie 69) frei. Schrittweise erfolgte eine Verkleinerung des Sperrgebietes, und die Zäune wurden außer Sichtweite gesetzt. Als in Ost-Berlin noch Lebensmittelkarten für den täglichen Einkauf benötigt wurden, konnten Eingeweihte im „Russenmagazin“ in dem genannten Gebiet preisgünstig und markenfrei einkaufen. Erst ab Mai 1963 verschwand der Sperrbezirk an der Treskowallee dann vollständig.
- Nummer 112: Das Eckgebäude an der Dönhoffstraße wurde 1897 als „Vergnügungslokal“ eröffnet. Nach dem Krieg betrieb die SMAD hier ihr „Haus der Offiziere“, von 1956 bis 1992 war es das „Kreiskulturhaus Karlshorst“. Danach wurde es bis zum Frühjahr 2009 nach geringfügigen Umbauten durch die Schostakowitsch Musikschule Berlin Lichtenberg und zahlreiche Chöre und Kulturvereine genutzt. Die Bezirksverwaltung fand 2009 einen Kaufinteressenten, der das Haus abreißen und durch einen Neubau ersetzen wird. Darin sollen die bisherigen Vereine wieder ihr Domizil erhalten. Im Sommer 2009 findet in den Räumen des Gebäudes eine Ausstellung zur eigenen Geschichte statt.[2]
- Nummer 115 Ecke Stolzenfelsstraße: denkmalgeschütztes historisches Bahnhofsgebäude Karlshorst, durch Kioske teilweise zugebaut[3]
[Bearbeiten] Der südliche Abschnitt vom Bahnhof Karlshorst bis An der Wuhlheide
- Treskowallee Ecke Wandlitzstraße: Empfangsgebäude des 1894 eröffneten Rennbahnhofs Karlshorst (Denkmalsschutz)[4]. Der Personenverkehr wurde nach 1929 eingestellt. Der Fachwerkbau blieb erhalten, und das Gebäude diente der Bahn bis 1993 in anderen Funktionen. Heute nutzt ein Supermarkt das Gebäude.
Kniende von Karl Trumpf aus dem Jahr 1936 - Treskowallee vor dem ehemaligen Rennbahnhof: Denkmal für Hermann Duncker von Walter Howard, 1976 hier aufgestellt (Denkmalschutz),[5] wofür die Skulptur eines weiblichen Aktes von Karl Trumpf in einen Park an der Ingelheimer Straße versetzt wurde.
- Nummer 117: Dieses Haus wurde um 1995 trotz Bürgerprotestes abgerissen, es war das Kino „Vorwärts“. Eine leere Fläche ist geblieben und gestattet den Blick auf die Ausläufer der Pferderennbahn.
- Nummern 129–137: Trabrennbahn Karlshorst. Mit allen Teilen wie Empfangsgebäude, Tribüne, Waagegebäude, Reiterstandbild von 1925 von Willibald Fritsch usw. ist sie in die Berliner Denkmalliste aufgenommen
- Nummern 210–220: Ehemaliges „Evangelisches Diakoniewerk Königin Elisabeth“, wurde zwischen 1945 und 1991 als Krankenhaus durch die sowjetische Armee genutzt. Nach dem Abzug der Truppen wurde es zum Kauf angeboten; der Trakt zur Treskowallee steht leer und ist eine Ruine.
- Nummer 222: „Albatros-Schule“ (Förderschule für geistig Behinderte), wurde in dem hinteren, früher auch zur Diakonie gehörenden Gebäudetrakt nach dessen Sanierung eingerichtet
- Nummer 240: Eine leer stehende Villa, früher das Wohnhaus des Diakonieleiters
Zwischen dem südlichen Ende der Trabrennbahn und dem Volkspark Wuhlheide gab es eine in den 1970er-Jahren in Großplattenbauweise errichtete Wohnsiedlung für die Familien der Offiziere der Sowjetarmee. Die Gebäude wurden inzwischen abgerissen, das Gelände ist für eine Neubebauung vorgesehen: erste Vorstellungen über einen Komplex aus drei Gebäudekörpern als Büros, Hotel und Dienstleistungseinrichtungen wurden bereits dazu entwickelt.[6]
Ganz im südlichen Bereich grenzen Teile des Volksparks Wuhlheide an die Treskowallee, es gibt Sport- und Spielplätze, eine Liegewiese sowie Spazierwege.[7]
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Denkmal für |
[Bearbeiten] Verkehr
Die gesamte Treskowallee wird von drei Linien der Straßenbahn befahren; zwei Buslinien erschließen den umliegenden Wohnbereich.
Eine im Jahr 2005 durchgeführte Verkehrszählung ergab 37.200 Fahrzeuge, die die Treskowallee täglich in beiden Richtungen passieren. Ein geschätztes erhöhtes Verkehrsaufkommen von weiteren 600 Fahrzeugen pro Tag wird mit Fertigstellung des neuen Flughafens BBI erwartet. Um auch künftig allen Anforderungen gerecht werden zu können, werden Haushaltsmittel in Höhe von etwa 1,45 Mio. Euro für den Bau bzw. die Sanierung der Treskowallee sowie weitere Mittel für eine Straßenbahnstreckensanierung eingeplant.[8]
Etwa auf der halben Länge der Treskowallee befindet sich der Bahnhof Berlin-Karlshorst, an dem die S-Bahn (Linie S3 Ostbahnhof–Erkner) und diverse Regionalbahn- und Regional-Express-Linien halten. Die Brücke über die Treskowallee wird bis 2010 durch die Deutsche Bahn erweitert, sodass die Unterführung nach Abschluss der Arbeiten über je zwei Richtungsfahrbahnen für den Individualverkehr und eine mittig geführte Straßenbahntrasse verfügt. Dabei wird die Umsteigemöglichkeit von der Tram in die S-Bahn direkt unter der Brücke ermöglicht. Der Regionalbahnsteig soll hingegen nach Fertigstellung eines Regionalbahnsteigs am Bahnhof Köpenick geschlossen werden.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Die Hochschule für Technik und Wirtschaft, Restaurants, Finanzunternehmen, Filialen von Bundeseinrichtungen, das Deutsch-Russische Museum, die Musikschule Lichtenberg, Ingenieurbüros, kleinteilige Handelsunternehmen, Ärzte und das Treskowcenter bilden die Infrastruktur des Gebietes.
[Bearbeiten] Sonstiges
Die Treskowallee grenzt wie folgt an das Wasserschutzgebiet V (Wuhlheide/Kaulsdorf) der Stadt Berlin:[9]
„Flussabwärts bis zum Stichkanal am Heizkraftwerk Klingenberg, den Stichkanal entlang und von dort auf einer Linie bis zur Wallensteinstraße, weiter entlang des Bahndammes bis zum Ende der Kleingartenanlagen, auf der Grenze der Kleingartenkolonie weiter, dem Römerweg bis zur Treskowallee folgend, weiter die Treskowallee, den Brascheweg, die Robert-Siewert-Straße, die Ursula-Goetze-Straße nach Norden bis zum Böschungsfuß des Bahndammes […]“
und sie hat mit dem Wasserschutzgebiet IIIa folgende Grenzen
„… weiter den Blockdammweg, die Ehrlichstraße, die Trautenauer Straße entlang, an der Nordseite des Seeparkes, auf dem Traberweg bis zur Treskowallee, auf dieser in Richtung Norden weiter bis zur Stolzenfelsstraße, die Stolzenfelsstraße, die Loreleystraße entlang, von hier auf einer nicht näher zu bezeichnenden Linie nach Osten.“
[Bearbeiten] Literatur
- Das Dahlem des Ostens – Karlshorst und seine Villenkolonie, aus Jan Feustel „Spaziergänge in Lichtenberg“, Verlag Haude und Spener Berlin 1996, ISBN 3-7759-0409-3
- „Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, Hauptstadt Berlin“, Seiten 227-241; Hrsg. Institut für Denkmalpflege im Henschelverlag, Berlin 1987, ISBN 3-362-00138-6
- Joachim Schulz und Werner Gräbner: „Architekturführer DDR, Berlin“, VEB Verlag für Bauwesen, Berlin, 2. Auflage 1976
[Bearbeiten] Weblinks
-
mit 67 Fotos aus dem beschriebenen Bereich
Commons: Treskowallee – Bilder, Videos und Audiodateien - Homepage für Karlshorst
- Homepage der HTW
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Auflistung der Denkmäler für Berlin-Lichtenberg
- ↑ Abschied vom Kulturhaus. Gebäude in Karlshorst wird durch einen Neubau ersetzt. Info in der Berliner Zeitung vom 2. April 2009
- ↑ „Bahnhofsensemble Karlshorst“
- ↑ „Rennbahnhof Karlshorst“
- ↑ „Denkmal Hermann Duncker“
- ↑ Homepage der Ligne Architekten
- ↑ Architekturführer DDR, Berlin, S. 138
- ↑ Kleine Anfragen zum Thema Verkehr im Berliner Senat vom Mai 2007
- ↑ Auszug aus dem Berliner Wassergesetz in den Änderungen des Jahres 1999
52.48166666666713.525277777778Koordinaten: 52° 28′ 54″ N, 13° 31′ 31″ O

