X für U – Bilder, die lügen
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X für U – Bilder, die lügen ist eine Wanderausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Idee und Konzept stammen von Jürgen Reiche. Die Ausstellung thematisiert die Objektivität von Bildern und zeigt Grundmuster der Manipulation von und mit Bildern.
In einem „Lügen-ABC“ veranschaulichen rund 300 Objekte die Bandbreite des Themas. Der Name der Ausstellung spielt auf die Redewendung Jemandem ein X für ein U vormachen an. Die Ausstellung fand vielfache Resonanz in den Medien.[1][2][3]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Themen der Ausstellung
Durch die Macht der Bilder bleiben diese im Gedächtnis haften, so zum Beispiel Marilyn Monroe mit wehendem Kleid oder Albert Einstein mit ausgestreckter Zunge. Aber auch die Flucht des Volkspolizisten am 15. August 1961 aus Ost-Berlin. Oder das Bild des Fotografen Nick Út von Phan Thị Kim Phúc, das ein vietnamesisches Kind nach einem Napalmangriff zeigt.
Die Ausstellung beginnt mit dem Film Wag the Dog, in dem die Manipulation der Bevölkerung durch die Medien satirisch aufbereitet wird.
[Bearbeiten] Das Lügen-ABC
„Das Lügen-ABC“ ist Hauptthema der Wanderausstellung, nachfolgend die Punkte wie diese in der Ausstellung und auch im Begleitbuch genannt werden.
- A – Aktuelles
- Hier werden aktuelle Manipulationen der Medien gezeigt, wie z.B. der Anschlag von Luxor 1997: Die schweizer Boulevardzeitung Blick hatte Wasserpfützen auf dem Originalfoto rot eingefärbt, welche dadurch wie eine gigantische Blutlache erschienen.
- B – Born, Michael
- C – Comic
- Auch Comics können lügen, wenn diese zensiert oder retuschiert werden. Unfreiwillige Komik kann hier entstehen, wenn ein Gegenstand zwar weggezeichnet wird, aber der enthaltene Text vorhanden bleibt.
- Die vollständige Retuschierung von Trotzki und Kamenew bei der Rede Lenins auf dem Swerdlow-Platz in Moskau am 5. Mai 1920. Bericht auf ARTE
- E – Entnazifizierung
- Nicht nur Personen, sondern auch Bilder und Gegenstände wurden entnazifiziert. Siehe Bericht auf ARTE
- F – Führermythos
- G – Golfkrieg
- H – Hitler-Tagebücher
- I – Ikone
- Jewgeni Ananjewitsch Chaldei ließ die Erstürmung des Reichstagsgebäudes wiederholen und retuschierte auch das Ergebnis. Siehe auch Bericht auf ARTE
- Da dem Kriegsfotografen Joe Rosenthal die US-Fahne auf Iwo Jima zu klein war, ließ er die Hissung mit einer größeren Fahne erneut durchführen.
- J – Jugendfrei
- Das Plattencover Country Life der Rockgruppe Roxy Music von 1974. Auf dem Original sind zwei Frauen in Unterwäsche zu sehen, die mehr zeigen als verhüllen. Das zensierte Cover zeigt nur noch die Tannenzweige des Hintergrunds.
- Kommune 1 Bericht auf ARTE
- K – Kalter Krieg
- L – Legendenbildung
- M – Morphing
- N – Nazikult und Nazierbe
- P – Paragraph
- Q – Querschläger
- Wenn Text und Bild in einen anderen Zusammenhang gebracht werden.
- U – Ufologie
- V – Volksaufstand
- W – Werbung
- X – Xenophobie
- Y – Yellow Press
- Z – Zukunft
[Bearbeiten] Rahmenprogramm
Neben dem Lügen-ABC gibt es bei der Wanderausstellung bei den meisten Veranstaltern ein weiteres Begleitprogramm. So haben zum Beispiel das ZDF und die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Vorträge und Diskussionen mit prominenten Journalisten und Historikern veranstaltet.
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Nikolaus Brender (links) und Ulrich Kienzle (rechts) während einer Podiumsdiskussion zum Thema Die Macht der Bilder im Jahr 2005 |
Guido Knopp während eines Vortrages Bilder, die Geschichte machten im ZDF (2005) |
[Bearbeiten] Station der Wanderausstellung
| Ausstellungsort | Ort | Datum (von bis) | in Zusammenarbeit mit |
|---|---|---|---|
| Zeughaus Innsbruck | Innsbruck | 3. April bis 30. August 2009 | - |
| Liechtensteinisches Landesmuseum | Vaduz | 31. Oktober 2008 bis 22. März 2009 | - |
| Museum für Kommunikation | Bern | 19. Oktober 2007 bis 6. Juli 2008 | |
| Kulturforum Burgkloster Lübeck | Lübeck | 28. April bis 7. Oktober 2007 | Otto-von-Bismarck-Stiftung |
| Focke-Museum | Bremen | 17. Januar 2007 bis 15. April 2007 | |
| Kulturgeschichtliches Museum | Osnabrück | 24. September 2006 bis 7. Januar 2007 | VHS Osnabrück |
| Musée d’Histoire de la Ville de Luxembourg | Luxemburg | 28. Januar 2006 bis 10. September 2006 | - |
| Museum Industriekultur | Nürnberg | 14. Juli 2005 bis zum 15. Januar 2006 | - |
| ZDF-Sendezentrum | Mainz | 13. März 2005 bis 3. Juli 2005 | Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz |
| Deutsches Zeitungsmuseum | Wadgassen | 22. Januar 2005 bis 6. März 2005 | - |
| Historisches Museum Hannover | Hannover | 18. September 2004 bis 9. Januar 2005 | - |
| Museum für Kunst und Gewerbe | Hamburg | 15. Mai 2004 bis 5. September 2004 | - |
| Pommersches Landesmuseum | Greifswald | 14. Februar 2004 bis 28. April 2004 | - |
| Deutsches Historisches Museum | Berlin | 2. Oktober 2003 bis 1. Februar 2004 | - |
| Museum für Kommunikation Frankfurt | Frankfurt am Main | 17. August 2000 bis 15. Oktober 2000 | - |
| Zeitgeschichtliches Forum | Leipzig | 2. März 2000 bis 9. Juli 2000 | - |
| Haus der Geschichte | Bonn | 27. November 1998 bis 28. Februar 1999 | - |
[Bearbeiten] Literatur
- Bilder, die Lügen: Begleitbuch zur Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.). – Bonn: Bouvier, 2003 ISBN 3-416-02902-X
[Bearbeiten] Siehe auch
- Fälschung
- Fotomanipulation
- Politischer Mythos
- Borderline-Journalismus
- Ein X für ein U vormachen
- Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
[Bearbeiten] Nachweise
- ↑ Die Welt zeigen, wie sie ist in der Morgenwelt vom 17. März 2005
- ↑ Bilder, die lügen in Die Zeit von 1998
- ↑ Artikel auf spiegel.de

