Bastei (Schiff, 1865)

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Bastei p1
Schiffsdaten
Flagge Königreich Sachsen Sachsen

Deutsches Reich Deutsches Reich

andere Schiffsnamen
  • Raudnitz bis 1870
Schiffstyp Raddampfer
Heimathafen Dresden
Eigner Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft
Bauwerft Werft Blasewitz
Stapellauf 1865
Indienststellung 1865
Verbleib 1893 abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 49,50 m (Lüa)
Breite 4,64 m
Maschinenanlage
Maschine 2-Flammrohr-Kofferkessel
2-Zylinder-Zwillingsmaschine

Braunkohle­verbrauch ca. 382 kg/h

Maschinen­leistung 96 PS (71 kW)
Höchst­geschwindigkeit stromaufwärts: ca. 10,8 km/h
stromabwärts: ca. 15,6 km/h
Propeller 2 Seitenräder
Transportkapazitäten

Der Raddampfer Bastei wurde 1865 in der Schiffswerft Blasewitz gebaut. Das Schiff wurde unter dem Namen Raudnitz mit der Baunummer 11 auf Kiel gelegt. 1870 erhielt es den Namen Bastei.

Die Zeit nach Indienststellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Indienststellung als Glattdeckdampfer fuhr das Schiff für die Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrtsgesellschaft (SBDG). Aufgrund des geringen Tiefganges wurde es vorwiegend auf der Strecke MelnikObříství eingesetzt.

Um es dem Zugriff des Königreichs Preußen zu entziehen, wurde das Schiff im Mai 1866 im Vorfeld des Preußisch-Österreichischen Kriegs nach Theresienstadt verlegt und kehrte erst nach Kriegsende im August 1866 wieder nach Dresden zurück.

Im Jahr 1870 erhielt das Schiff eine neue Dampfmaschine und einen neuen Kofferkessel der englischen Maschinenbauanstalt John Penn and Sons. Nach dem Umbau ging es unter dem neuen Namen Bastei wieder in Fahrt. 1874 wurde das Schiff um 6 m verlängert.

Im Herbst 1893 wurde das Schiff außer Dienst gestellt und abgewrackt. Die Dampfmaschine erhielt die 1894 in Dienst gestellte Salesel.

Die Dampfmaschine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dampfmaschine sowie der Zwei-Flammrohr-Kofferkessel wurden von der Wilhelmshütte, Akt.-Ges. für Maschinenbau und Eisengießerei in Sprottau gebaut. Laut Jochen Rindt handelte sich hier um eine oszillierende Niederdruck-Zweizylinder-Zwillings-Dampfmaschine der mit einer Leistung von 75 PS. Wahrscheinlicher ist aber eine liegende Zweizylinder-Zwillings-Dampfmaschine der Bauart Corliss.

Die Maschine wurde schon 1870 ausgebaut und in die in diesem Jahr gebaute gestellte Libussa eingebaut. Die Raudnitz erhielt eine neue oszillierende Niederdruck-Zweizylinder-Zwillings-Dampfmaschine mit einer Leistung von 96 PS der englischen Maschinenbauanstalt John Penn and Sons. Von John Penn stammt auch der neue größere Zwei-Flammrohr-Kofferkessel.

Kapitäne des Schiffes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl August Russmann 1865
  • Carl Gottlob Hamisch 1866
  • Wenzel Franz Hora 1867
  • August Hermann Froede 1868
  • Ignaz Hora 1869
  • Heinrich Ehregott Müller 1870–1873
  • Friedrich Carl Kunze 1874–1879
  • Friedrich Ignatz Beckel 1880
  • Gustav Theodor Röhrig 1881–1883
  • Friedrich Ignatz Beckel 1884–1885
  • Carl Hermann Jahn 1886
  • Friedrich Moritz Jahn 1887
  • Samuel August Füssel 1888–1890
  • Friedrich Franz Kunze 1891–1893

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Rindt: Die Weisse Flotte Dresden. Deutsches Schiffahrtsarchiv 3, Deutsches Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven, 1980, S. 69–114 (hier S. 86), abgerufen am 16. Januar 2019.
  • Frank Müller, Wolfgang Quinger: Mit Dampf und Schaufelrad auf der Oberelbe. transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin, 1988, ISBN 3-344-00286-4.
  • Adreß und Geschäftshandbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden 1865 bis 1884
  • Schifffahrts-Kalender für das Elbe-Gebiet 1885 bis 1893

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]