Bevölkerungsexplosion

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Entwicklung der Weltbevölkerung. Oben: absolut in Millionen Menschen; unten: relativer Zuwachs pro Jahr in %

Unter einer Bevölkerungsexplosion versteht man ein besonders rasches Bevölkerungswachstum mit einer jährlichen Wachstumsrate von mehr als 2,5 %. Gegenwärtig erleben einige Entwicklungsländer eine solche „Explosion“, wobei diese hauptsächlich in den Städten stattfindet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung

Siehe auch den eigenständigen Artikel Weltbevölkerung.

UNO-Bevölkerungsanalyse und -prognose nach Kontinenten

1804 überschritt die Weltbevölkerung eine Milliarde Menschen und ein rapides Bevölkerungswachstum setzte ein. Innerhalb des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerung fast vervierfacht. 1927: 2 Milliarden, 1960: 3 Milliarden, 1974: 4 Milliarden, 1987: 5 Milliarden und 1999: 6 Milliarden Menschen. Die 7-Milliarden-Marke wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2012 erreicht. Die UNO erwartet bei mittlerer Projektion bis 2025 8,0 Milliarden und bis 2050 9,2 Milliarden Menschen.[1] Einzelne Wissenschaftler erwarten ein Wachstum auf 10,0 Milliarden Menschen (siehe Ökologe Roman Kotliar).

Falls sich die Zahl der Geburten pro Frau (Fertilitätsrate) – wie in der Prognose angenommen – langfristig bei 1,85 einpendelt, ist bald danach von einem Bevölkerungsrückgang auszugehen.

[Bearbeiten] Bevölkerungsexplosion in Industriestaaten

Entgegen der landläufigen Meinung gibt es auch in den reichen Ländern Gebiete, die eine Bevölkerungsexplosion erfahren. Fast alle dieser Bevölkerungsexplosionen sind auf Zuwanderung aus anderen Teilen des Landes oder aus dem Ausland zurückzuführen. Beispiele sind die US-Bundesstaaten Arizona, Georgia und Nevada, wo durch stetige Zuwanderung eine Bevölkerungsexplosion vorhanden ist. Auch in Teilen Spaniens, vor allem an der Mittelmeerküste, explodiert die Bevölkerung durch die Zuwanderungswelle seit der Jahrtausendwende. Singapur und Macao erleben auch eine Zuwanderungswelle, wodurch das Bevölkerungswachstum auf über 2,5% angestiegen ist. Beispiele für Bevölkerungsexplosionen durch Geburtenüberschüsse sind Kiryas Joel und New Square, die im US-Bundesstaat New York liegen, und in denen überwiegend strengreligiöse Juden leben.

[Bearbeiten] Überbevölkerung

Siehe auch den eigenständigen Artikel Überbevölkerung.

Anhänger der Bevölkerungstheorie betrachten den Zustand der Überbevölkerung als bereits eingetreten und als eines der zentralen Probleme der Menschheit. Durch das explosionsartige Wachstum der Weltbevölkerung (mit rund 6,6 Milliarden Menschen im Jahr 2007) seien einige Regionen - vorwiegend in den wenig entwickelten Staaten in Afrika und Asien - überbevölkert oder litten unter einer enormen Bevölkerungsdichte. Als Folgen träten Hunger, Armut, Mangelerscheinungen, ökologische Probleme, die schnelle Ausbreitung von Epidemien und wirtschaftliche Stagnation auf.

Entsprechend hat die Bevölkerungspolitik in ehemals stark expandierenden Volkswirtschaften wie China (siehe auch Ein-Kind-Ehe) bereits per Gesetz zu einer überproportionalen Absenkung der Bevölkerungsexplosion geführt. Auf globaler Ebene findet seit 1974 zehnjährlich eine Weltbevölkerungskonferenz der UNO statt, bei der grundlegende Probleme und Ergebnisse zum Thema Überbevölkerung weltweit besprochen werden.

[Bearbeiten] Kritik

Die Verwendung des Begriffes ist mitunter dem Vorwurf der Dramatisierung und Instrumentalisierung ausgesetzt, da der Ausdruck „Explosion“ einen bedrohlichen Unterton hat und selbst jährliche Wachstumsraten der Bevölkerungen von mehr als 2,5% bei größerem Wirtschaftswachstum (v. a. landwirtschaftlichem Produktivitätsanstieg) durchaus nicht notwendigerweise zu Verarmung oder gar Hunger führen müssen und dass durch entsprechende Innovationen (Energiesparen und ressourcenschonende Technologien) ein nachhaltiges Wirtschaften und schonendes Wachstum (sowohl der Wirtschaften wie auch der Bevölkerungen) noch für lange Zeit denkbar sei.

Auf der anderen Seite verläuft der Ressourcen- und Flächenverbrauch weltweit absolut nicht abnehmend. Die bisher eher untergeordnete Bedeutung nachhaltiger Technologien im Bereich der Energieeffizienz sowie der regenerativen Energiequellen, der Rohstoffgewinnung und Nahrungsmittelproduktion (steigender Fleischkonsum, Einsatz von Agrar-Gentechnik zur Flächenertragssteigerung) sowie der um ein Vielfaches höhere Energie- und Ressourcenhunger der bereits entwickelten Wirtschaften rechtfertige nach Meinung von Umweltschützern und Teilnehmern der Agenda 21 auch drastische Vokabeln.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

Bettina Rainer: Bevölkerungswachstum als globale Katastrophe. Apokalypse und Unsterblichkeit. 2004, ISBN 3-896-91582-7

Hoimar von Ditfurth "So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen -- es ist soweit" ISBN 3-89136-033-9

[Bearbeiten] Einzelnachweis

  1. UNO-Prognose
Persönliche Werkzeuge