Maximilian Kolbe

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Pater Maximilian Kolbe, 11. Station des Kreuzwegs der Heilig-Geist-Kirche in Bielefeld

Pater Maximilian Maria Kolbe (polnisch Maksymilian, gebürtig Raimund Kolbe) (* 7. Januar 1894 in Zduńska Wola (damals Russland, heute Polen); † 14. August 1941 im Stammlager des KZs Auschwitz ermordet) war ein polnischer Franziskaner-Minorit und Märtyrer. Er wird von der katholischen Kirche als Heiliger verehrt.

Vor der Zeit der Machtergreifung und auch noch während der Diktatur Hitlers betrieb er eine rege Missionsarbeit. 1941 wurde er verhaftet und nach Auschwitz deportiert, wo er für einen Mithäftling in den Hungerbunker ging. Er wurde 1982 von Johannes Paul II. heiliggesprochen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

[Bearbeiten] Herkunft und Jugend

Kolbe wuchs in einer einfachen Arbeiterfamilie auf, er war der Sohn des deutschstämmigen Webers Julius Kolbe und seiner Ehefrau Maria, geborene Dabrowska. Er hatte vier Geschwister, von denen zwei an Tuberkulose starben. Der Vater arbeitete erst als Fabrikarbeiter in Lodz und ab 1897 in Pabianice. Danach führte er eine Buchhandlung mit religiöser Literatur. 1914 trat er in die polnische Legion Pilsudskis ein, kämpfte gegen die russischen Besatzer und wurde dafür hingerichtet. Auch Raimunds Brüder Joseph und Franz waren aktive Mitglieder einer polnischen Geheimorganisation zur Befreiung Polens von der russischen Herrschaft. Zwischenzeitlich spielte Kolbe mit dem Gedanken, ebenfalls Soldat zu werden. Die Mutter führte einen kleinen Laden und arbeitete gleichzeitig als Hebamme. Nach dem Tod ihres Mannes wurde sie Benediktinerin.

Raimund Kolbe, bei dem früh eine Begabung für Naturwissenschaften festgestellt wurde, war in seiner Jugendzeit sehr an der Physik interessiert; er trat dann nach einer Marienerscheinung am 4. September 1910 in den Orden der Minderen Brüder ein, wo er den Ordensnamen Maximilian Maria annahm. Auch sein Bruder Franz trat dort ins Noviziat, verließ es einige Zeit später jedoch wieder. 1918 wurde Maximilian Kolbe in Rom zum Priester geweiht.

[Bearbeiten] Arbeit und Wirken

Pater Kolbe gründete zusammen mit anderen Franziskanern die katholische Organisation Militia Immaculatae (dt.: Soldaten der Unbefleckten), die nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ein eigenes Missionszentrum erbaute: Niepokalanów vor den Toren Warschaus. Die Militia Immaculatae widmeten sich vornehmlich der Jugend und der Pressearbeit und waren durch eine starke Marienverehrung gekennzeichnet. In Niepokalanów entstand ein katholisches Pressehaus, das heute noch besteht. Im Jahr 1930 fuhr Maximilian Kolbe auf einer Missionsreise nach Japan, wo er weitere Verlage, Missionsstationen und mehrere klösterliche Gemeinschaften gründete. Zu seiner Missionstätigkeit nutzte er auch den Funk. Nach seiner Rückkehr aus Japan im Jahr 1936 baute Kolbe Niepokalanów weiter aus. Nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen wurde die Stadt besetzt.

[Bearbeiten] Tod als Märtyrer

Kerze in der Todeszelle Maximilian Kolbes, ein Geschenk von Papst Johannes Paul II. (18. Juli 2005)

Im Dezember 1939 wurde Pater Kolbe mit vierzig Ordensbrüdern von der Gestapo verhaftet, aber bald wieder auf freien Fuß gesetzt. Am 14. Februar 1941 wurde er erneut festgenommen; ein Hauptgrund war, dass er in Niepokalanów 2.300 Juden und dazu noch anderen polnischen und ukrainischen, griechisch-katholischen Flüchtlingen Zuflucht gewährte. Er wurde in das Warschauer Zentralgefängnis gebracht und im Mai desselben Jahres in das KZ-Lager Auschwitz-Birkenau verlegt, wo er weiter als Priester und Seelsorger wirkte. Am 29. Juli 1941 wurden Männer als Vergeltungsmaßnahme für die nur vermutete Flucht eines anderen Häftlings (dessen Leiche später gefunden wurde) zur Ermordung aussortiert. Als einer der Männer, Franciszek Gajowniczek, in lautes Wehklagen um sich und seine Familie ausbrach, bat Pater Kolbe den Kommandanten Karl Fritzsch, um den Platz von Gajowniczek (der eine Frau und zwei Söhne hatte) einnehmen zu dürfen, und wurde am 31. Juli 1941 in den berüchtigten „Hungerbunker“ gesperrt. Dort betete er mit seinen Leidensgenossen und tröstete sie. Am 14. August wurden Pater Kolbe und drei andere Verurteilte, die noch nicht verhungert waren, durch Phenolspritzen umgebracht und im Krematorium verbrannt. Franciszek Gajowniczek überlebte das KZ und starb 1995.

[Bearbeiten] Bedeutung und Fortwirken

Polen ehrte Maximilian Kolbe zu seiner Heiligsprechung mit dieser Sondermarke

1971 wurde Pater Kolbe von Papst Paul VI. seliggesprochen und 1982 von Papst Johannes Paul II. als Märtyrer heiliggesprochen. Bei beiden Feiern war Franciszek Gajowniczek anwesend. Am 28. Mai 2006 besuchte Papst Benedikt XVI. die Todeszelle Pater Kolbes in Auschwitz. Maximilian Kolbe ist Schutzpatron der Journalisten und Funkamateure sowie Patron der Internationalen katholischen Esperanto-Vereinigung. Nach ihm wurde das Maximilian-Kolbe-Werk, ein Hilfswerk für ehemalige KZ-Häftlinge, die Hauptschule der Stadt Rüthen in NRW, sowie eine katholische Privatschule im Saarland benannt. Eine Kirche in Salzgitter ist ihm geweiht. Ferner trägt seit 1986 das "Katholische Centrum", das zentrale Verwaltungsgebäude der katholischen Verbände in Dortmund, den Namen "Maximilian-Kolbe-Haus".

Rolf Hochhuth widmete sein Drama "Der Stellvertreter" Maximilian Kolbe, den Auschwitz-Häftling Nr. 16670. Der an Maximilian Kolbe und Dompropst Bernhard Lichtenberg angelehnte Charakter Riccardo Fontana trägt im Stück die gleiche Häftlingsnummer. Im dritten Aufzug des fünften Akts berichtet "Jacobson" vom Tod Kolbes im Bunker.

[Bearbeiten] Maximilian-Kolbe-Werk

Das Maximilian-Kolbe-Werk, ein eingetragener Verein, entstand aus der Begegnung einer Gruppe von Christen der deutschen Sektion von Pax Christi mit ehemaligen Häftlingen 1964 in Auschwitz. Offizielle Gesten der Wiedergutmachung, partielle Entschädigung oder andere Leistungen von Seiten der Bundesregierung waren damals nicht in Sicht. Hauptgedanken dieser Gruppe waren der Ausdruck von Sympathie und Solidarität mit den Opfern der deutschen Konzentrationslager. Trotz der schlechten politischen Beziehungen zwischen Westdeutschland und Polen entstand daraus 1973 das Maximilian-Kolbe-Werk durch einen gemeinsamen Beschluss des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und 13 weiterer katholischer Verbände.

Pater Maximilian Kolbe war in Polen schon damals sehr bekannt und verehrt. Auf deutscher Seite war Alfons Erb, der damalige Vizepräsident von Pax Christi, besonders aktiv. Die Verständigung mit und Unterstützung von ehemaligen KZ- und Ghetto-Häftlingen aus Polen und anderen Ländern erfolgt unabhängig von ihrer Religion, Konfession oder Weltanschauung.

Das weitgehend von privaten Spenden getragene Werk konnte seit seiner Gründung bis 2006 über 58 Millionen Euro in verschiedenen Bereichen einsetzen.

[Bearbeiten] Einzelnachweise


[Bearbeiten] Literatur

  • Maria Winowska: Hl. Pater Maximilian Kolbe – Ritter der Immaculata 1894 - 1941, Lins-Verlag, Feldkirch o.J. (Nachdruck der Ausgabe von 1952)
  • Jan Dobraczyński: Maximilian Kolbe. Mit einer Ansprache von Julius Kardinal Döpfner, Freiburg-Basel-Wien ²1979
  • Kinga Strzelecka: Maksymilian M. Kolbe. Für andere leben und sterben. Mit einem Vorwort von Bischof Georg Moser, Freiburg-Basel–Wien 1981
  • Franz Xaver Lesch/Meinrad Sehi: Pater Maximilian Kolbe – Leben, Wirken, Selig- und Heiligsprechung. Würzburg 1982, ISBN 3-429-00792-5
  • Maximilian Kolbe/Walter Nigg: Maximilian Kolbe – Der Märtyrer von Auschwitz. Freiburg 1982, ISBN 3-451-18966-6
  • Gianfranco Grieco: Maximilian Kolbe – Sein Leben. Würzburg 2002, ISBN 3-429-02472-2
  • P. Karl Stehlin: Die Immaculata – unser Ideal. Der Geist der Militia Immaculatae nach P. Maximilian Kolbe, Stuttgart 2004, ISBN 3-932691-45-8

[Bearbeiten] Weblinks

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