Steffisburg
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| Steffisburg | |
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| Basisdaten | |
| Kanton: | Bern |
| Amtsbezirk: | Thun |
| BFS-Nr.: | 0939 |
| PLZ: | 3612, 3613 |
| UN/LOCODE: | CH SBG |
| Koordinaten: | (614868 / 181370)46.7833327.633337585Koordinaten: 46° 47′ 0″ N, 7° 38′ 0″ O; CH1903: (614868 / 181370) |
| Höhe: | 585 m ü. M. |
| Fläche: | 13.5 km² |
| Einwohner: | 15'380 (31. Dezember 2007)[1] |
| Website: | www.steffisburg.ch |
| Karte | |
Steffisburg ist eine politische Gemeinde im Bezirk Thun des Kantons Bern in der Schweiz. Der Name Steffisburg bildet sich aus dem Heiligennamen Stephan und dem althochdeutschen Gattungswort Burg. Obwohl der Ort in den letzten Jahrzehnten auf städtische Grösse mit 15'000 Einwohnern angewachsen ist, bezeichnet sich Steffisburg immer noch als „Dorf“.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Steffisburg liegt in einer voralpinen Hügellandschaft an der Zulg, am Rand des Berner Oberlandes. Steffisburg ist ein Vorort nördlich von Thun. Die Nachbargemeinden Steffisburgs sind Thun, Schwendibach, Homberg, Fahrni, Unterlangenegg, Uetendorf und Heimberg. Das Zentrum liegt auf einer Höhe von 585 m.ü.M., der höchste Punkt auf 890 m.ü.M.
Etwas getrennt vom Dorf, unmittelbar vor den ehemaligen Stadttoren Thuns, befinden sich die Quartiere Schwäbis und Sonnenfeld. Hier haben sich neben grossen Wohnüberbauungen, Schulen und Kirche unter anderem eine Molkerei, Sägerei und ein Teil des Waffenplatzes Thun angesiedelt.
[Bearbeiten] Verkehr
Steffisburg ist durch die STI-Buslinien 1 und 3 Richtung Thun ans öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Obwohl mit dem Bahnhof Steffisburg Station und der Haltestelle Schwäbis die Gemeinde auch von der Eisenbahn erschlossen ist, wird diese eher weniger benutzt, da sie etwas ausserhalb der eigentlichen Zentren durchführt.
[Bearbeiten] Das Wappen und die Burg von Steffisburg
Der Standort der auf dem Wappen abgebildeten Burg ist heute unklar. Sie könnte einerseits am jetzigen Standort der Kirche, der kleinen Nagelfluhrippe über dem Oberdorf, gestanden haben. Der Bezeichnung „Burg“ wäre diesen Vermutungen zufolge der Name des Schutzheiligen der errichteten Kirche, Stephanus, vorangestellt worden. Archäologische Funde im Jahr 2007 lassen jedoch das „Grosse Höchhus“ als anderen möglichen Standort der Burg plausibel erscheinen.[2]
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Urgeschichte
Sie liegt im Dunkeln, weil nur sehr wenig Funde auf eine frühe Besiedlung hinweisen.
[Bearbeiten] Gallisch-römische Zeit
Helvetischen Ursprungs ist wohl der Flussname Zulg, vom gallischen tulla = Graben. Golaten, der Name einer kleinen Schlucht des Bösbaches, gibt deutlich das galloromanische golatta = kleines Tobel wieder. Auf Reste eines römischen Gutshofes stiess man beim Bau der Verbandsmolkerei im Schwäbis.
[Bearbeiten] Völkerwanderungszeit
Unzweifelhafte Zeugen einer Besiedlung im Frühmittelalter sind mehrere Bodenfunde und die alemannischen Flurnamen Ortbühl, Tüchtiwil, Hardegg, Hartlisberg, Siglisberg u.a.
[Bearbeiten] Spätes Mittelalter und Neuzeit
1133 – Zum erstenmal erscheint der Ortsname Stevansburc in einer Urkunde. Bis 1218 verwaltet Berchtold V. von Zähringen, der Gründer Berns, die Gegend. Seine Erben sind die Kyburger.
Aus dem 12. Jahrhundert stammt der romanische Turm der Dorfkirche als heute ältestes Baudenkmal der Gemeinde.
1385 – Das „Freie Gericht an der Louwinen“ mit den heutigen Gemeinden Steffisburg, Heimberg, Brenzikofen, Herbligen, Fahrni, Unter- und Oberlangenegg, Eriz, Horrenbach-Buchen, Homberg, Teuffenthal, Schwendibach, Goldiwil, Heiligenschwendi und Sigriswil kommt an Bern.
1405 – Das „Frygricht Landrächt“ hält schriftlich altüberlieferte Freiheiten und Rechte fest und regelt die Verwaltung des Freigerichts. 1471 und 1535 Erneuerung des Landbriefes.
1449 – Die zwei grossen Grundherren von Steffisburg, das Kloster Interlaken und der Ritter Heinrich Matter, übertragen der Dorfgemeinde die Rechte, über die Allmend und den Wald zu wachen (Heinrich Matter gehören u.a. das Höchhus, einige Mühlen, viele grosse Höfe, Rebberge und mehrere Häuser im Dorf).
1471 – Trennung der Freigerichte Steffisburg und Sigriswil.
1539 – Die Steffisburger, vorab Statthalter Peter Surer, kaufen die Matterschen Güter mit den Herrschaftsrechten. In Surers Amtszeit fällt der Bau des „Landhauses“ als Gerichtshaus der Landschaft Steffisburg (heute Gasthof „Landhaus“).
1653 – Die gereizte Stimmung der Steffisburger gegen die überhebliche Obrigkeit zeigt sich im Bauernkrieg, in welchem Hauptmann und Statthalter Hans Berger eine bedeutende Rolle spielt. Der Hinrichtung entzieht er sich durch Flucht ins Ausland.
1798 – Statthalter Kaspar Schweizer wehrt sich entschieden gegen die übertriebenen Forderungen der einmarschierten Franzosen. Er wird während der Helvetik für kurze Zeit erster Distriktsleiter der Landschaft.
1825 – Die Dorfversammlung beschliesst Trennung der Burger- und Einwohnergemeinde. Der Einwohnergemeinde werden das Waisen-, Armen-, Strassen-, Schwellen- und Polizeiwesen übertragen.
1831 – Nach dem Inkrafttreten der neuen Verfassung wird das „Frygricht Landrächt“ endgültig durch kantonale Gesetze abgelöst.
1861 – Abschluss des sogenannten Ausscheidungsvertrages zwischen der Einwohnergemeinde und der Burgergemeinde.
1947 – Durch eine neue Gemeindeorganisation treten an Stelle der Gemeindeversammlung die Urnenabstimmung und der Grosse Gemeinderat mit dem nun hauptamtlichen Gemeindepräsidenten an der Spitze.
[Bearbeiten] Wirtschaft
In der Gemeinde gibt es rund 4’000 Arbeitsplätze. Grösste Arbeitgeber in der Gemeinde sind die Firmen Fritz Studer AG (800 Angestellte) und Meyer Burger (220 Angestellte). Die Fritz Studer AG ist führender Hersteller von Präzisions-Rundschleifmaschinen. Meyer Burger stellt Maschinen (Sägen) für das Bearbeiten von harten und spröden Materialien her.
[Bearbeiten] Kultur
Die Kunstkommission Steffisburg organisiert im Auftrag des Gemeinderates jährlich zwei Kunstausstellungen in der Villa Schüpbach. In den letzten Jahren haben umfassende Werkschaus u.a. folgender Künstler und Künstlerinnen stattgefunden: Jakob Jenzer, Henriette Sechehaye, Otto Nebel, Stefan Haenni.
[Bearbeiten] Bilder
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden
- ↑ Medienmitteilung des Kantons Bern über archäologische Funde
[Bearbeiten] Weblinks
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