Vandana Shiva
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Vandana Shiva (Hindi वन्दना शिवा, IAST Vandanā Śivā,* 5. November 1952 in Dehradun, Indien) ist eine indische Umweltschützerin, Bürgerrechtlerin und Feministin. Sie bekam 1993 den Alternativen Nobelpreis, weil sie "Frauen und Ökologie im Zentrum des modernen Diskurses um Entwicklungspolitik platziert" habe.
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[Bearbeiten] Leben
Vandana Shiva wurde am Fuß des Himalaya geboren. Sowohl ihre Mutter (Schuldienst) als auch ihr Vater (Militär) hatten sich entschieden, den staatlichen Dienst aufzugeben, um als Bauern zu arbeiten. Als Kind erlebte sie, welche gravierenden Auswirkungen die wirtschaftliche Erschließung auf die Umwelt ihrer Umgebung hatte.
Shiva studierte unter anderem in Kanada Physik und promovierte an der University of Western Ontario mit einer Arbeit zur Quantenphysik. Statt einer möglichen wissenschaftlichen Karriere in den USA entschied sie sich dafür, nach Indien zurück zu gehen. Im Kuhstall ihrer Mutter richtete sie ein Labor ein, das die Bevölkerung im Kampf gegen die Rodung großer Gebiete mit Fachwissen unterstützte. Shiva engagierte sich seit den 1970ern unter anderem in der ersten indischen Umweltbewegung, der Chipko-Bewegung. Dies ist eine Bewegung indischer Frauen zum Schutz der Wälder. Die Frauen umarmten Bäume und ketteten sich an diesen fest, um sie vor der Abholzung zu retten. Schließlich erreichten sie, dass die Regierung Kredite zur Verfügung stellte, um die örtlichen Gemeindewälder zu erhalten. Shiva versuchte vor allem ihr Fachwissen zu benutzen, um die mit internationalen Wirtschaftsorganisationen und staatlichen Stellen wenig vertrauten Einheimischen vor einer Übervorteilung zu schützen.
Sie selbst versucht mittlerweile die Grundlagen eines Ökofeminismus zu entwickeln. Aus ökologischer Perspektive spielt insbesondere der Kampf um Biodiversität und gegen Biopatente eine entscheidende Rolle. Sie kritisiert: "Frauen und Natur wurden durch die industrielle Revolution auf ihre Rolle als Lieferanten von menschlichem und natürlichem Rohmaterial reduziert." Neben ihrem sozialen Engagement berät sie auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen. 1982 gründete sie die Research Foundation for Science, Technology and Ecology.
Als Globalisierungskritikerin engagiert sie sich vor allem gegen transnationale Unternehmen, die versuchen, zunehmenden Einfluss auf die indische Landwirtschaft zu nehmen. Sie sieht die dabei engagierten Bauern in der Tradition Mahatma Gandhis. Der Slogan "Quit India" der ursprünglich den englischen Kolonisatoren galt, wird nun von Ihnen auf internationale Gentech-Firmen wie Cargill, Monsanto oder Ricetec übertragen. Sie kritisiert: "Manches westliche Unternehmen erinnert mich an einen Arzt, der einen Kaiserschnitt vornimmt und behauptet, er habe auch das Kind gemacht." Sie berichtet, dass die großen Handelsnationen ihr Patentdenken nun auch auf die sogenannte Dritte Welt übertragen wollen, auf Pflanzen, die es dort schon immer gab: „Heute müssen sie nicht mehr so tun, als wollten sie mit Gentechnologie das Hungerproblem der Welt lösen, heutzutage wollen sie die Weltmarktherrschaft.“
Shiva ist zusammen mit Jerry Mander, Edward Goldsmith, Ralph Nader und Jeremy Rifkin eine Vorsitzende des International Forum on Globalization
Shiva ist Mitglied des Club of Rome und des Exekutivkomitees des Weltzukunftsrates.
[Bearbeiten] Navdanya
Die von Shiva 1991 ins Leben gerufene Organisation Navdanya ("Neun Saaten") gilt als Pionier einer Bewegung zur Sicherung von Saatgut traditioneller Nahrungspflanzen. Navdanya sammelt und sichert regionale Sorten und baut sie auf der Versuchsfarm im nordindischen Dehradun am Fuß des Himalaya an. Die Bewahrung und Tradierung der biologischen Anbaumethoden, die die Bauern schützen, die Bevölkerung mit guten Lebensmitteln versorgen und lokale Märkte stärken. Navdanya installierte 46 Saatgutbibliotheken in ganz Indien und hat inzwischen nach eigenen Angaben rund 200.000 Bauern geholfen.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 1993 - Alternativer Nobelpreis (Right Livelihood Award), weil sie, so die Jury, Frauen und Ökologie im Zentrum des modernen Diskurses um Entwicklungspolitik platziert habe.
- Global 500 Award des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen
- Das Time-Magazine zeichnete sie als eine von fünf Heroes for the Green Century aus.
[Bearbeiten] Werke
- ... schließlich ist es unser Leben. Verlag Die Werkstatt, 1993, ISBN 3-89533-122-8
- Ökofeminismus. 1995 mit Maria Mies, ISBN 3858691224
- Biodiversität - Plädoyer für eine nachhaltige Entwicklung. Paul Haupt, Bern 2001, ISBN 3-258-06345-1
- Biopiraterie. Kolonialismus des 21. Jahrhunderts. Unrast Verlag, Münster 2002, ISBN 3-89771-416-7
- Der Kampf um das blaue Gold. Ursachen und Folgen der Wasserverknappung. Roptpunktverlag Zürich 2003, ISBN 3858692514
- Geraubte Ernte - Biodiversität und Ernährungspolitik. Rotpunktverlag, Zürich 2004, ISBN 3-85869-284-0
- Erd-Demokratie - Alternativen zur neoliberalen Globalisierung. Rotpunktverlag, Zürch, 2006, ISBN 3-85869-327-8
[Bearbeiten] Weblinks
- Navdanya Webseite der von Vandana Shiva gegründeten „Research Foundation for Science, Technology and Ecology“ (englisch)
- Interview mit Vandana Shiva über GATS bei Südasien-Informationsnetz
- Interview mit Vandana Shiva über den Klimawandel bei Global 2000
- Interview mit Vandana Shiva: „Gen-Baumwolle: Schon mehr als 100.000 Selbstmorde“ im Vedamagazin
- Literatur von und über Vandana Shiva im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Buchvorstellungen bei Perlentaucher
- Besprechung von Vandana Shivas Buch Geraubte Ernte auf SWR 2
- Shiva Navdanya über die Versuchsfarm wird in der Dokumentation "Leben außer Kontrolle" berichtet
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Shiva, Vandana |
| KURZBESCHREIBUNG | indische Ökologin, Bürgerrechtlerin und Feministin |
| GEBURTSDATUM | 5. November 1952 |
| GEBURTSORT | Dehradun, Indien |

