Braunwald GL

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GL dient als Kürzel für den Schweizer Kanton Glarus und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Braunwald zu vermeiden.
Braunwald
Basisdaten
Kanton: Glarus
Bezirk: (Glarus kennt keine Bezirke)
BFS-Nr.: 1603Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 8784
Koordinaten: (718892 / 199208)46.93332791256Koordinaten: 46° 56′ 0″ N, 9° 0′ 0″ O; CH1903: (718892 / 199208)
Höhe: 1'256 m ü. M.
Fläche: 10.13 km²
Einwohner: 338

(31. Dezember 2007)

Website: www.braunwald.ch
Karte
Karte von Braunwald

Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Pixel

Braunwald ist eine politische Gemeinde des Kantons Glarus in der Schweiz und zählt 338 Einwohner (Stand: Dezember 2007).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Braunwald liegt 1'256 m ü. M. auf einer Sonnenterrasse oberhalb des Tals der Linth. Braunwald ist ein beliebter Ferienort, da es autofrei und nur mit der Braunwaldbahn, einer Standseilbahn, von Linthal aus zu erreichen ist. Der Ortstock ist der Hausberg Braunwalds und wegen seiner grossartigen Rundsicht ein beliebtes Ausflugsziel. Im Norden Braunwalds befinden sich die Eggstöcke, über die ein dreiteiliger Klettersteig führt (siehe Braunwalder Klettersteig).

Der Kur- und Fremdenverkehrsort liegt auf einer Bergterrasse westlich oberhalb von Linthal und Rüti. 1421 wurde der Begriff Brunwald erstmals schriftlich erfasst. Der Name bedeutet quellen- und waldreiche Gegend.

[Bearbeiten] Geschichte

Der vom 12. bis 15. Jahrhundert im Sommer bewohnte Siedlungsplatz Bergeten (ca. 1600 m ü. M.) am Fusse des Ortstocks (2716 m. ü. M.) zeugt von Schaf-, Ziegen- und Rinderhaltung sowie von der Jagd. Diese Wüstung, im Volksmund Heidenhüttchen genannt, wurde 1971 archäologisch ausgegraben. Ein Hug Vogel wird in einer Urkunde von 1350 als Besitzer von Niederschwändi bezeichnet. Dabei wird berichtet, dass dessen Sohn von einem Schwyzer namens Köder im Euloch ermordet wurde.

Braunwald gehörte ursprünglich zum Tagwen Niederlinthal. 1690 und 1718 wurden der südlich des Brummbachs gelegene Teil Linthal, das Gros Rüti und der Rest Diesbach und Betschwanden zugeschieden. Ab 1725 bewohnten einzelne Familien Braunwald ganzjährig. Das 1780 gebaute „Führlihaus“ steht seit 1973 unter Heimatschutz. 1839 entstand eine Schulgenossenschaft der Dorfschaft. Zwei Jahre später verliessen die Braunwalder Kinder das Betschwander Schulzimmer. Die damals eingerichtete Schule („Sackhäuschen“, erhielt 1857 ein eigenes Gebäude. Heute steht dort das Hotel „Tödiblick“)

1875 erwarb die im selben Jahr gegründete Waldkorporation Braunwald Waldrechte des Tagwens Rüti GL. Sie bildete die Urzelle der 1939 geschaffenen Orts-, Bürger- und Wahlgemeinden Braunwald. Braunwald wurde durch die Abtrennung von Rüti GL im Jahr 1939 eine eigene Gemeinde.Mit Rüti zusammen kümmert sich das Dorf heute noch um das Fürsorgewesen. Anlässlich der Erstellung eines Bergweges Rüti–Braunwald wurde 1895 die noch existierende Wegkorporation erstmals einberufen. Die seit 1981 bestehende Entwässerungskorporation hat ihre Wurzeln in der Zeit ums Jahr 1902 (Bau der Braunwaldbahn, BrB, und des Hotels „Bellevue“), als man den gleitenden Untergrund des südlichen Teils der Braunwalder Terrasse bemerkte. Im Raum Grantenboden gibt es nun ein grosses Entwässerungswerk. Dennoch drohte im März 1999 die alte Deponie welche 1978 geschlossen worden war, von Braunwald nach Rüti zu rutschen.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Molkenkuren wurden erstmals 1844 angeboten. Aus dem 1856 erbauten Wirtshaus „Niederschlacht“ entwickelte sich ein renommiertes Erstklasshotel („Waldhaus“). 1896–97 entstand das Lungensanatorium (nach 1985 Höhenklinik Braunwald, seit 2003 Teil der Reha-Klinik Zurzach, Baden, Braunwald) auf Initiative der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Glarus. Seitdem ist der Chefarzt der Klinik auch der Dorfdoktor.

Nach 1898 gab es im Bauernhaus und Restaurant „Alpenblick“ von David Heiz eine Postablage. Ums Jahr 1900 zählte man 155 Einwohner, welche noch fast ausschliesslich in der Landwirtschaft tätig waren. 1908 entstand als erstes Geschäft der Bazar, heute „Kessler Sport“. (Letzterer fertigte 2002 das Sportgerät an von Olympiasieger Philipp Schoch im Snowboard-Parallel-Riesenslalom.)

Ende 1928 begann die erste Wintersaison. (Der Betrieb der BrB in der kalten Jahreszeit wurde eingeführt und das Eisfeld eröffnet.) 1941 gab es den ersten Transport durch den Skilift Hotel „Niederschlacht“–Bödeli. Die Gemeinde umfasste damals bereits 327 Personen. Im selben Jahr erfolgte die Gründung der Diakonischen Schwesternschaft Braunwalds, die bis zum Jahr 2000 das Erholungshaus „Bergfrieden“ und die Sonderschule „Flueblüemli“ führte sowie die „freie Schule“ Braunwald trug.

1990 hatten nicht weniger als 80 % der in der Gemeinde Erwerbstätigen im Dienstleistungs-Sektor (vorwiegend Tourismus) gearbeitet, während insgesamt 478 Einwohner gezählt wurden. (Bereits 30 Jahre zuvor hatten fast ebenso viele Leute im Ort gewohnt.) Im Jahr 2000 endete eine 60 Jahre dauernde Ära von Vater und Sohn Jacques Streiff, Hoteliers, im Gemeinderat von Braunwald. Letzterer amtierte dort 22 Jahre lang, davon 15 Jahre als Präsident. Ausserdem war er Verwaltungsratspräsident der Braunwaldbahn.

[Bearbeiten] Kirchen

Kirchlich ist das Dorf seit der Loslösung von Betschwanden 1941 eine reformierte Kirchgemeinde (1904 baute man eine Bergkirche beim Sanatorium, 1962–64 ein kirchliches Zentrum) beziehungsweise Teil der katholischen Pfarrei Linthal (1950 weihte man eine Kapelle). 1899 hatte Betschwanden den Protestanten auf der Bergterrasse Braunwald das Glöckchen geschenkt, welches 1388 zur Schlacht von Näfels geläutet haben soll.

[Bearbeiten] Verkehr und Tourismus

Braunwaldbahn. Der Anhänger dient dem Materialtransport.

Zahlreiche Hotels und Kleinbetriebe sind in Braunwald etabliert. Der 1902 erbauten Materialseilbahn Rüti–Braunwald folgten 1907 die Eröffnung der Standseilbahn Linthal (Stachelberg)–Braunwald sowie der Hotels „Alpenblick“, „Grand Hotel (Bellevue)“ und „Alpina“. Initiatoren des Bahnprojektes waren Textilfabrikant Albert Bebié und Josef Durrer, Bahnbau-Unternehmer und Gründer des „Grand Hotel“. Es folgten das Hotel „Tödiblick“, die Pension „Koller“ und das „Ahorn“ sowie in der neueren Zeit das Restaurant „Uhu“, das Hotel „Cristal“ beim Skischulplatz etc.Der Werk- und Individualverkehr wird mit Elektromobilen und seit wenigen Jahren mit kleinen Benzintraktoren bewältigt.

Die touristische Infrastruktur wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark erweitert: kurze Zeit vorher hatte man die Sesselbahn Gumen fertiggestellt, 1969 diejenigen zum Seblengrat. 1967 war eine neue BrB-Bergstation mit Post und Verkehrsbüro eingeweiht worden. 1974 kam es zur Pisten-Erschliessung durch die Gondel- (als Ersatz für den Funischlitten) respektive 1991 die Gruppenumlaufbahn Grotzenbühl. 1951 waren erstmals Curlerinnen und Curler in Braunwald im Rink anzutreffen, ein Jahr vor der Gründung des Curling-Clubs. 1978 eröffnete man ein Hallenbad, seit 1982 besteht ein direkter Anschluss der BrB an die SBB. Nach 1997 fuhr die vierte Generation der Standseilbahn. Die älteste betriebene Quersitz-Sesselbahn der Schweiz zum Gumen erhielt 1999 ein neues Förderseil. Im Jahr 2001 jedoch wurde die wirtschaftliche Situation der BrB derart schlecht, dass sie nur noch dank einer Übernahme durch den Kanton gerettet werden konnte.

Seit 1907 ist die Braunwaldbahn die wichtigste Zubringerin. Die Standseilbahn ist in erster Linie für den Personentransport vorgesehen, kann aber auch kleine Güter befördern. Sie gehört der Gesellschaft Braunwaldbahn und Sportbahnen. Diese betreibt auch Sesselbahnen, Skilifte und eine Gruppenumlaufbahn. Der 1909 ins Leben gerufene Verkehrsverein, der nachmalige Braunwalder Tourismus, wurde auch Ende des 20. Jahrhunderts aufgelöst. Danach kam es zur Gründung des Vereins Netzwerk, dessen Aufgabe es ist, eine Tourismus-Strategie zu entwickeln.

[Bearbeiten] Weblinks



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