Christian Ulmen
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Christian Ulmen (* 22. September 1975 in Neuwied) ist ein deutscher Moderator, Entertainer und Schauspieler.
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[Bearbeiten] Schauspieler, Provokateur und Entertainer
Christian Ulmen ist in Hamburg aufgewachsen. Bereits in seiner Jugend war Ulmen als Radiomoderator für Radio Hamburg, Radio 107 und OK Radio tätig. Für seine eigenen Sendungen im „Bürgerradio“ Offener Kanal hat er sein ganzes Taschengeld für Rechte an Musikstücken, CDs und Bandmaterial ausgegeben. Für seine Fernsehprojekte im Offenen Kanal Hamburg wurde er als 15-jähriger mit dem Junior Reporter Preis von Dr. Peter Scholl-Latour ausgezeichnet.
Ulmen machte 1995 Abitur am Charlotte-Paulsen-Gymnasium in Hamburg.[1] Er verweigerte den Wehrdienst, wurde aber wegen einer akuten Ellenbogenfraktur ausgemustert. Er war an der Universität Hamburg für Theologie eingeschrieben, hat das Studium aber nie begonnen. Stattdessen arbeitete er weiterhin an Hörfunk- und Fernsehsendungen.
In einer solchen Produktion wurde er 1996 von einem amerikanischen Talentscout entdeckt, der ihm prompt einen Job bei MTV Europe anbot. Mit 20 Jahren zog Ulmen nach London und arbeitete fortan für das damals noch paneuropäisch sendende Musikfernsehen MTV. Ulmen moderierte aufgrund der europaweiten Ausstrahlung auf Englisch. Dabei sprach er bewusst mit starkem deutschem Akzent, was in England gut ankam, wofür er aber in seinem Heimatland kritisiert wurde.
1998 regionalisierte MTV sein Programm, Deutschland bekam sein eigenes MTV und Ulmen sprach nunmehr deutsch. Nach MTV HOT moderierte Ulmen die Personality-Show MTV Alarm aus Hamburg. Anschließend Live aus Berlin. Aufgrund von Differenzen mit der neuen Programmdirektion kündigte Ulmen 1999 bei MTV.
Er schrieb nun für diverse Printmedien und moderierte bei Radio Fritz (damals vom ORB, heute RBB) (was er heute noch immer hin und wieder tut – genauso wie für das WDR-Programm 1 Live). In dieser Zeit produzierte er mit Harald Schmidt eine Pilotshow für SAT.1, die aber nie ausgestrahlt wurde.
Im Jahre 2000 kehrte Ulmen zu MTV zurück. Diesmal nicht nur als Moderator, sondern auch als Produzent. Unter Ulmen entstand. Dieser Show war anzumerken, dass MTV Ulmen hier komplett freie Hand ließ. Der Begriff „Moderation“ wurde von Ulmen dabei stets ad absurdum geführt. Ulmen verstand sich viel mehr als Unterhalter mit Hang zum eigenwilligen, absurden Humor.
2003 engagierte Leander Haußmann Ulmen als Hauptdarsteller für den Kinofilm Herr Lehmann. Nach einem Kurzauftritt in Quabecks Verschwende Deine Jugend war dies Ulmens erste große Rolle als Schauspieler. Die Presse bescheinigte ihm ein „bestürzend reifes Debüt“ (Die Welt). Ein Jahr später erhielt Ulmen den Bayerischen Fernsehpreis für seine Darstellung des Herrn Lehmann.
Zugunsten der Schauspielerei gab Ulmen seine MTV-Show auf. Es folgten weitere große Kinoproduktionen, in denen Ulmen stets Hauptrollen spielte. Bei MTV gab Ulmen in Ulmens Auftrag ein kurzes Gastspiel. Mit dieser Show erzielte MTV höhere Einschaltquoten als mit Unter Ulmen.
Ulmen blieb dem Fernsehen treu, allerdings nicht mehr als Moderator. 2005 spielte er in Mein neuer Freund für ProSieben und 2007 erschien er dort als Max Munzl in Dr. Psycho, wofür Ulmen mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Adolf-Grimme-Preis geehrt wurde.
Nachdem Ulmens Shows aufgrund mangelnder Einschaltquoten oft in der Kritik standen, die Sendungen jedoch eine breite Aufmerksamkeit im Internet erhielten, beschloss Ulmen neue Schritte vorab ausschließlich im Internet zu unternehmen. Unter ulmen.tv wird seit Ende August 2008 am Montag, Mittwoch und Freitag je ein neuer Clip veröffentlicht, welcher auf einzelnen Charakteren aus Mein neuer Freund basiert.[2] Der Unterschied zu Mein neuer Freund besteht darin, dass die Figuren nicht ausschließlich dazu dienen, anderen Menschen zu schaden, sondern sie arbeiten mit Menschen unter dem Vorwand, eine Reality-Soap zu drehen.
[Bearbeiten] Fernsehexperimente
Schon Ulmens MTV-Produktionen kennzeichnete ein hohes Maß experimenteller Spielfreude und Provokation. Ulmen nannte das in einem Interview „... den alltagsroutinierten Geist überfordern“. Der Rolling Stone bezeichnete seine meist von versteckten Kameras aufgenommenen Aktionen als „Alltagspoesie“, die Süddeutsche Zeitung Ulmen als „Rächer der Entnervten“.
Im Januar 2005 startete sein bislang umstrittenstes Fernsehexperiment: Seine Serie Mein neuer Freund auf ProSieben, die in den Medien breit diskutiert und unter moralischem Aspekt gelobt wie kritisiert wurde. In der mit versteckten Kameras gedrehten Sendung nimmt jeweils ein Kandidat oder eine Kandidatin Christian Ulmen für ein Wochenende zu seinem bzw. ihrem neuen Freund. Ulmen spielt dabei jeweils verschiedene Extrem-Typen, die Kandidaten kennen seine wahre Identität nicht und wissen nur, dass sie ständig gefilmt werden. Der Kandidat muss seinen neuen Freund Bekannten und Verwandten vorstellen. Für ein erfolgreich durchgehaltenes Wochenende gewinnt der Kandidat/die Kandidatin eine Geldprämie in Höhe von 10.000 Euro.
Aufgrund von dem Sender zu gering erscheinenden Einschaltquoten (1,2 Millionen Zuschauer in der Prime-Time) wurde die Ausstrahlung der Serie bereits nach der ersten Folge eingestellt. Die Kritiken großer Zeitungen von FAZ über Süddeutsche Zeitung bis Welt am Sonntag waren dagegen überaus positiv. Nach der Einstellung der Serie formierte sich ein Widerstand im Internet. Auf der Fanpage der Serie trugen sich knapp 7.000 Besucher ins Gästebuch ein und forderten eine Wiederaufnahme ins Programm. Diese Aktion hatte schließlich Erfolg. Ende Februar 2005 kehrte die Serie im Spätprogramm zurück. Trotz nun deutlich besserer Marktanteile lagen die Quoten allerdings weiterhin unter dem Senderschnitt.[3]
Mein neuer Freund wurde aufgrund Ulmens „überragender Schauspielkunst“ (Zitat Jury) für den Deutschen Fernsehpreis 2005 nominiert.
Am 4. November 2005 erschien die DVD zur Serie, diese enthält eine bisher nicht gesendete Folge. Die DVD war mehrmals in den Top 10 der DVD-Verkaufscharts und hat inzwischen Goldstatus erreicht.
[Bearbeiten] Kolumnen
Ulmen schrieb bereits Medien-Kolumnen für Die Zeit und in der Neon über Konsum. Außerdem im Tagesspiegel und dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Er war bis zu deren Auflösung Kolumnist der Vanity Fair.
[Bearbeiten] Filmografie
- Kino
- 2002: Verschwende deine Jugend
- 2003: Herr Lehmann
- 2004: Der Fischer und seine Frau
- 2005: Elementarteilchen
- 2006: FC Venus – Elf Paare müsst ihr sein
- 2006: Knallhart (Cameo)
- 2009: Maria, ihm schmeckt's nicht
- 2009: Männerherzen
- 2010: Jerry Cotton
- Fernsehen
- 2000 - 2003: Unter Ulmen
- 2004: Ulmens Auftrag (mit Nora Tschirner)
- 2005: Mein neuer Freund (Experimentelle Serie, 9 Folgen)
- 2005: Rosa Roth – Flucht nach vorn (Serie, Episodenhauptrolle)
- 2006: Hans im Glück – Tauschrausch im Märchenwald
- 2007: Schade um das schöne Geld
- 2007: Dr. Psycho - 1.Staffel (Serie, Titelrolle, 6 Folgen)
- 2008: Dr. Psycho - 2.Staffel (Serie, Titelrolle, 8 Folgen)
- 2008: MTV Ulmen Zimmer 104
- 2008: MTV Startracks
- 2008: ulmen.tv (Comedycentral/MTV; Wöchentliches Best Of der im Internet veröffentlichten Clips)
[Bearbeiten] Hörbücher
- Provinzglück von George Lindt (erschienen im Radioropa Hörbuch)
- Beat Shakespeare (erschienen bei Random House)
- Unentschlossen von Benjamin Kunkel (erschienen bei Random House)
- Das Leben für Anfänger von Slawomir Mrozek (erschienen bei Diogenes)
- Psychopolis von Ian McEwan (erschienen bei Diogenes)
- Sehr erfreut, meine Bekanntschaft zu machen von Steve Martin aus der Brigitte Serie „Starke Stimmen“ (erschienen bei Random House)
- Tiger und Bär im Straßenverkehr von Janosch (erschienen bei Lübbe)
- Schöner wird's nicht von David Sedaris (erschienen bei Random House)
- Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams (erschienen bei Hörverlag)
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 2004: Bayerischer Filmpreis als bester Hauptdarsteller in Herr Lehmann
- 2005: Nominierung New Faces Award als bester Hauptdarsteller in Herr Lehmann
- 2006: Nominierung Deutscher Fernsehpreis für Mein neuer Freund
- 2007: Bayerischer Fernsehpreis als bester Schauspieler in Dr. Psycho
- 2007: Goldener Gong für die Hauptrolle in Dr. Psycho
- 2007: Nominierung Deutscher Fernsehpreis für Dr. Psycho
- 2007: Nominierung Deutscher Comedypreis als Bester Schauspieler
- 2008: Adolf-Grimme-Preis für Dr. Psycho
- 2008: Nominierung Deutscher Comedypreis als Bester Schauspieler
- 2008: Nominierung Deutscher Fernsehpreis für Dr. Psycho
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Vgl. Setzen, Sechs! - Schulgeschichten aus Deutschland (3/3). Experiment Schule. Dokumentarfilm von Susanne Bausch im Auftrag des SWR. Deutsche Erstausstrahlung am 22. Dezember 2005
- ↑ dwdl.de, "Mein neuer Freund"-Figuren mit Comeback im Web, 29. 8. 2008.
- ↑ dwdl.de, Trotz neuem Sendeplatz: "Mein neuer Freund" tut sich schwer, 25. 2. 2005.
[Bearbeiten] Weblinks
- ulmen.tv
- Christian Ulmen in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Christian Ulmen Kurzbiographie bei prisma.de
- Literatur von und über Christian Ulmen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ulmen, Christian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fernsehmoderator und Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 22. September 1975 |
| GEBURTSORT | Neuwied |

