Robert B. Laughlin

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Robert B. Laughlin 1998

Robert Betts Laughlin (* 1. November 1950 in Visalia, Kalifornien, USA) ist ein US-amerikanischer Physiker, der 1998 den Nobelpreis für Physik für seinen Beitrag zur theoretischen Erklärung des fraktionellen Quanten-Hall-Effekts erhielt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Werk

Laughlin studierte Physik an der University of California in Berkeley und am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge und promovierte dort. Seit 1989 ist er Physikprofessor an der Stanford-Universität in Kalifornien, wo er u. a. zum fraktionierten Quanten-Hall-Effekt forschte. Die Physiker Daniel Tsui und Horst Ludwig Störmer hatten 1982 den gebrochenzahligen Quanten-Hall-Effekt in zweidimensionalen Elektronensystemen bei sehr tiefen Temperaturen und starken Magnetfeldern entdeckt. Laughlin fand die Erklärung für die unerwarteten Bruchteile von Elektronenladungen: Eine Quantenflüssigkeit war entdeckt worden, deren Anregungszustände so genannten Quasiteilchen mit gebrochenzahliger Ladung entsprechen. 1998 erhielt er gemeinsamen mit den Entdeckern des Effekts den Nobelpreis für Physik. Laughlins Erkenntnis gilt als Durchbruch beim Verstehen makroskopischer Quantenphänomene.

2004-2006 war er Präsident des Korea Advanced Institute of Science & Technology in Daejeon in Südkorea.

[Bearbeiten] Auffassung von Physik

Laughlin vertritt Thesen über Gegenwart und Zukunft der Physik, die sich beträchtlich von der üblichen wissenschaftlichen Meinung unterscheiden.[1] So ist er zunehmend davon überzeugt, dass alle - und nicht nur einige - der uns bekannten Naturgesetze aus kollektivem Geschehen durch Emergenz hervorgehen.[2] Diese Auffassung vertritt er auch betreffend sehr sensibler Themen wie der Speziellen Relativitätstheorie.[3] Spekulative Theorien verurteilt er grundsätzlich, da sie sich nicht auf messbare Fakten stützten. Die Urknalltheorie sei z.B. "nichts als Marketing".[4] Derartige Theorien bezeichnet Laughlin als "quasireligiös", insbesondere solche bezüglich einer "Weltformel".

Die zukünftige Physik würde sich verstärkt mit makroskopischen Phänomenen wie der Selbstorganisation der Materie befassen, die nicht durch atomare oder subatomare Vorgänge erklärbar seien. Diese Auffassung führt Laughlin in seinem 2007 erschienenen Buch Abschied von der Weltformel aus.[5]

[Bearbeiten] Werke

  • Abschied von der Weltformel. Die Neuerfindung der Physik. Piper Verlag, München 2007, ISBN 978-3-492-04718-0.
  • Das Verbrechen der Vernunft. Betrug an der Wissensgesellschaft. Suhrkamp Verlag, Frankfurt/M. 2008, ISBN 978-3-518-26002-9.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Siehe dazu z.B: Robert Laughlin: Physik wird überschätzt - Spiegel-Online Photo-Dokumentation
  2. Robert B. Laughlin: Abschied von der Weltformel, S. 16, Piper Verlag, 2007, ISBN 978-3492047180.
  3. Siehe
  4. "Der Urknall ist nur Marketing" in: Der Spiegel 1/2008
  5. Siehe Werke

[Bearbeiten] Weblinks

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