Wikipedia:Kurier/Ausgabe 9 2009

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Mission: Der Kurier ist das Boulevardblatt der Wikipedia-Gemeinschaft. Nicht neutral, nicht enzyklopädisch, aber hoffentlich unterhaltsam und informativ berichtet er, was die Wikipedia gerade bewegt.

Free Travel-Shirt

Jimbo Wales und Manuel Schneider mit beiden T-Shirts

Vor etwas mehr als sechs Monaten traten zwei Wikipedia-T-Shirts ihre Reise um die Welt an. Das Projekt trägt den Namen Free Travel-Shirt und wurde vom Stammtisch Hannover initiiert. Anlässlich der CeBIT 2009 startete das Projekt, anlässlich der CeBIT 2010 soll es beendet werden. Für die Initiatoren die Zeit, sich bei den vielen Teilnehmern und Helfern zu bedanken und einen Zwischenbericht zu liefern.

Tzipi Livni in Israel unterstützte das Projekt

Das Ziel des Projektes ist es, das Bewusstsein für die Wikipedia als globales Projekt für freies Wissen nach außen und innen zu schärfen und alle Wikipedianer der Welt näher zusammenzubringen. Diese Aktion soll allen ehrenamtlichen Helfern der Idee des Freien Wissens zeigen, dass sie Teil eines wichtigen globalen Netzwerkes sind. Die T-Shirt-Idee soll symbolisch das „Mission Statement“ der Foundation unterstützen und „Menschen auf der ganzen Welt befähigen und ermutigen, neutralen Bildungsinhalt unter einer freien Lizenz oder gemeinfrei zu sammeln und zu entwickeln und ihn effizient und global zu verteilen“.

Christian Wulff übernahm die Schirmherrschaft

Das weiße T-Shirt begann seine Reise in Hannover und war auf beiden Mitgliederversammlungen der Chapter WMCH und WMDE dabei. Auf dem Chaptersmeeting im April in Berlin trafen sich beide Shirts erstmals und reisten über Israel und Amerika, bevor sich beide T-Shirts anlässlich einer Ehrung des Projektes sowie der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte durch Bundespräsident Horst Köhler erneut in Berlin trafen. Der Bundespräsident „sieht in der Wikipedia einen ebenso spannenden wie wichtigen Beitrag zur Entstehung einer globalen Wissensgesellschaft. Und er weiß, dass der Nutzen und der Erfolg der Wikipedia entscheidend von denjenigen abhängt, die die Enzyklopädie beständig erweitern und ihre Inhalte einer kritischen Prüfung unterziehen – und das alles […] auf ehrenamtlicher Basis.“ (Zitat aus dem Einladungsschreiben durch das Bundespräsidialamt vom 8. Mai 2009) Die Reise des weißen T-Shirts ging weiter über Amsterdam, Tallinn, Zürich und Oslo, um nur einige Stationen zu nennen. Ein blaues T-Shirt reiste von Aserbaidschan über Berlin nach Schweden, besuchte das Dreiländereck, Russland und die Wikimania in Buenos Aires. Von dort reiste es in den Vorderen Orient, in den Iran.

Auf dem Weg um die Welt hatte das Projekt bisher schon eine Vielzahl von Helfern. Allen diesen einen großen Dank für die Mitarbeit. Die Idee des freien Wissens hat mit euch Gesichter bekommen. Auf ihrem Weg um die Welt haben die zwei T-Shirts für die Idee und die freiwilligen Mitarbeiter der Wikimedia-Projekte von vielen Prominenten Unterstützung erfahren. Symbolisch zeigten sie ihre Unterstützung für die Welt der Wikipedia, indem sie sich mit einem der Shirts ablichten ließen oder dieses signierten. Noch weitere interessante sechs Monate liegen vor uns.

Wir freuen uns schon auf eure Mithilfe bei der Reise. Abena, 28.09.2009

Endspurt zur Zedler-Medaille

Zedler-Medaille

2.500 Euro winken jedem der beiden Sieger im Wettbewerb um die Zedler-Medaille 2009. Wie das letzte Jahr gezeigt hat, haben Wikipedianer gute Chancen: Ihr wisst aus Erfahrung, wie man einen Wikipediaartikel schreibt. Ihr wisst, wie man ihn strukturiert, formuliert und aufbaut, kurz: ihr wisst, wie man gute Artikel schreibt – und das wird auch die Jury merken. Ihr habt damit unter Umständen einen Vorteil gegenüber denjenigen, die sich erst in die Textsorte Lexikonartikel einarbeiten müssen. Diese Chance solltet ihr nutzen! Neben dem Preisgeld und der hübschen Zedler-Medaille dürfte ein weiterer Ansporn sein, dass eure Artikel im Zedler-Wettbewerb von ausgewiesenen Experten gelesen und beurteilt werden. Außerdem hat der Verlag Spektrum der Wissenschaft angekündigt, nicht nur gelungene Beiträge auf seiner Webseite veröffentlichen, sondern auch, eventuell einen Teil des Gewinnerartikels in einer seiner Zeitschriften abdrucken zu wollen.

Die Zedler-Medaille lässt sich auch wunderbar mit dem Schreibwettbewerb verbinden. Wer einen Schreibwettbewerbsbeitrag geschrieben hat, der nicht mehr als 6.000 Wörter umfasst, kann ihn problemlos auch für die Zedler-Medaille einreichen. Auch lesenswerte und exzellente Artikel der letzten Monate können eingereicht werden. Sie werden anonymisiert und an die Jury weitergeleitet. Einsendungen und Fragen sollten an zedler|at|wikimedia|punkt|de gerichtet werden; die Teilnahmebedingungen finden sich unter http://wikimedia.de/zedler. Einsendeschluss ist der 15. Oktober, die Preisverleihung findet am 8. Dezember 2009 im Naturmuseum Senckenberg in Frankfurt am Main statt. tol 22.09.2009

Nummer Fünf lebt: Fotoworkshop in Nürnberg

5. Foto-Workshop

In Nürnberg fand vom 11. bis zum 13. September der 5. Foto-Workshop statt

Mit neuem Teilnehmerrekord von fast 40 Teilnehmern schloss gestern der zweitägige 5. Foto-Workshop. Die Teilnehmeranzahl zwang uns, für die meisten Programmpunkte eine Zweiteilung vorzunehmen. Neben allgemeinen Fragen zur Ethik und Politik des Fotografierens wechselten sich praktische wie theoretische Programmpunkte ab. Neben einem Kern der „Stammgäste“ besuchten auch viele Neulinge den Workshop. Die Veranstaltung zeigte wieder einmal, dass das persönliche Kennenlernen mindestens ebenso wichtig ist wie der fachliche Austausch untereinander. Auch sogenannte „alte Hasen“ lernen immer wieder dazu. Unser diesjähriger auswärtiger Referent war Peter Smolka, der vier Jahre lang 71.000 km um die Welt geradelt war. Eine ebenso eindrucks- wie stimmungsvolle Fotoshow vermittelte eine gehörige Portion Fernweh. Daneben gab es technische Details zur Fahrradreise und zum Fotoequipment. Bereits jetzt steht fest, dass es mit Sicherheit einen sechsten Workshop geben wird. Zahlreiche Ideen wurden bereits geäußert und die Verlagerung von Nürnberg ins Ausland steht ebenfalls im Raum. Ausdrücklich zu danken ist Ralf und Gnu für die Organisation, aber auch allen Teilnehmern, die das Treffen zu einer interessanten und tollen Veranstaltung gemacht haben. (wlady, 14.9.)

Enzyklopädie ist anders

Wikipedianer sind nicht repräsentativ für die deutschsprachige Bevölkerung

Altersgefälle der Wikipedia (2008).

Idealisiert verkörpern Enzyklopädien universale Wahrheit. Wir ahnen aber: Jedes Schriftwerk bildet die Gedanken seiner Verfasser ab. Ob bewusst oder unbewusst, sie formen den Inhalt. Also kann es nur Näherungen an das Ideal geben. Sich ohne Einschränkung Enzyklopädie nennen, gleicht einer Anmaßung, noch dazu frei. Hybris. Sei mutig!

Wikipedia ist die kollektivierte selektive Wahrnehmung einer peer group der unter 30-jährigen gebildeten onlinophilen Männer (fortan U30goM). Ihr Weltbild, ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit konstruiert eine selektive Weltsicht. Sie erheben den Anspruch, das Wissen der Welt darzustellen, eine universale, freie Enzyklopädie zu schaffen. Sie dominieren das Projekt.

Das Weltbild der U30goM findet Eingang in alle Artikel und ihre Auswahl. In die Selektion der dargestellten Wirklichkeit, die immer nur ein Ausschnitt bleiben kann. Es wird erschrieben und erkämpft, das eigene Weltbild über die Wirklichkeit gestülpt. Das bleibt weitgehend unbekannt.

Natürlich zeigt sich das Problem nicht bloß in der Wikipedia. Anderswo nehmen Redakteurszirkel, Verfasser oder Verleger Einfluss. Dort ahnen es viele. Wenige behaupten, diese Werke seien in irgendeiner Hinsicht frei.

Die Meinungstendenz ist klar beeinflusst. Das heißt nicht, die Gruppe der U30goM bilde eine homogene Masse. Aber es ergeben sich aus der Zugehörigkeit zur gleichen sozialen Gruppe unvermeidliche Häufungen von Denkmustern. Knapp 60 Prozent der Wikipedianer sind unter 30, 90 Prozent männlich, vornehmlich mit Bildungshintergrund und Erfahrung im Umgang mit dem Internet. Sie schreiben Artikel und besetzen Schlüsselpositionen.

Das hat Folgen. Wikipedia sei die freie Enzyklopädie. Frei wovon? Bitte genau schauen: Frei existiert bei Wikipedia nur in der Methodik, nicht im Wissen. Das wird unvermeidlich massiv beeinflusst. Beeinflusst durch die Struktur seiner Autoren und Entscheider. Darüber täuscht sich der unbedarfte Konsument leicht. Niemand klärt ihn auf.

Wikipedia gilt besonders bei Jugendlichen als attraktiv. 94 Prozent der Jugendlichen in Deutschland vertrauen auf Wikipedia (spiegel.online, 03.08.09). Sie konsumieren passiv. Nehmen als wahr, was ihnen geboten wird.


Die U30goM bilden in der Gesellschaft nur eine Minderheit. Eine geltungshungrige Minderheit. Diese Minderheit besitzt ein unerschütterliches Sendungsbewusstsein. Die bornierte Überzeugung, vom Wissen der Welt zu künden. Also Vorsicht! Wo bleibt der Warnhinweis?

Nähern könnte sich Wikipedia dem Ideal einer wirklich freien und universalen Enzyklopädie, wenn es mehr Befruchtung von außen gäbe. Mehr Durchlässigkeit. Für eine Enzyklopädie, die Menschen in ihrer Buntheit, mit ihren vielfältigen Weltsichten verkörpert. Dann dürfte sie sich frei nennen.

Brauchen wir mehr Internet-Laien, mehr Frauen, mehr Alte, mehr sozial Benachteiligte, mehr Migranten, mehr Fachleute, kurz: einen gesellschaftlichen Querschnitt? Schön klingt das. Aber ist Wissen demokratisch bestimmbar? Was ist Wahrheit? Jetzt wird es kompliziert. Machen wir es einfach – vielleicht tut’s ja ein Hinweis. Wie wär’s mit einem neuen Logospruch:

„Wikipedia:
Die mehrheitlich von unter 30-jährigen gebildeten onlinophilen Männern geschriebene Enzyklopädie?“

Ein Vorschlag für mehr Fairness gegenüber den Konsumenten der Wikipedia. (MJL9. Sept.)

Anm.: Überschrift wurde nachträglich angepasst. MJL

Wikipedia und Statistik

Wir freuen uns, bekannt zu geben, dass die Wikipedia tatkräftige Unterstützung bei der Verbesserung der Qualität der Artikel im Bereich Statistik erhält. Im Zuge der Qualitätsverbesserung eines bis dato innerhalb der Wikipedia ziemlich vernachlässigten Bereichs soll im Rahmen des Multimediaförderprogramms 2009 der Humboldt-Universität zu Berlin auch der Zugang zu den Artikeln und den Verlinkungen zwischen den in der Kategorie Statistik aufgeführten Artikeln verbessert werden.

Das Projektteam wird geleitet von Sigbert Klinke (Benutzer:Sigbert & Benutzer:MM-Stat). Zur Projektbeschreibungsseite. Meisterkoch 12:05, 8. Sep. 2009 (CEST)[Beantworten]

Wikipedia ist super!

Redaktion

Wo man auch hinhört, im privaten Umfeld oder im Radio, oder man liest, im Internet oder in der Zeitung, Wikipedia ist allgegenwärtig. Die wenigsten, die dabei die Wikipedia im Munde führen, arbeiten selber mit. Aber sie nutzen sie intensiv und in den meisten Fällen wird die Wikipedia als ein unermesslicher Born des Wissens wahrgenommen.

Die wenigsten wissen, wie es hinter den Kulissen aussieht. Und das ist auch gut so. Oder wollen wir jeden Tag wissen, welcher Streit in den Zeitungsredaktionen herrscht, über die Artikel, die erscheinen sollen und in welchem Umfang? Wollen wir wirklich wissen, wenn die Herren Chefredakteure oder Verleger selbstherrlich über die Inhalte entscheiden?

Wir arbeiten in einem Projekt mit, das in der bisherigen Geschichte des Internets und auch in der Geschichte der Enzyklopädie-Erstellung einmalig ist. Dass es dabei zu vielen, nicht vorhersehbaren Schwierigkeiten kommt, ist eigentlich klar. Wenn man sich demgegenüber aber das Ergebnis anschaut, dann muss man schon staunen. Wo ständen wir denn, wenn hier nur Autoren ihre Artikel schreiben würden? Es sähe aus wie eine Mischung aus Knol und Wikiweise.

Ich finde es toll, hier mitmachen zu können. Man trifft Leute, die manchen Aspekt von einer anderen Seite sehen, die einen anderen Bildungshintergrund haben oder auf einem anderen Weg an eine Sache herangehen.

Ich finde es toll, dass man ohne Problem fachübergreifend Sachen bearbeiten kann, ohne irgendwelche Prozedere oder Gepflogenheiten einhalten zu müssen.

Ich finde es toll, dass hier für fast jeden eine Ecke zu finden ist, wo er im Ruhigen werkeln kann. Ob es sich dabei um Vorlagenprogrammierungen, Bilderbearbeitungen, Vandalenjagden, Artikelsichtungen, Löschdiskussionen oder Rechtschreibfehlerbeseitigungen handelt.

Platzhirsch

Wo wären wir denn, wenn die Wikipedia in die Reviere einiger Platzhirsche aufgeteilt wäre? Da hätten es neue Autoren extrem schwer. Sie müssten sich ihre Meriten erst verdienen. Dies würde viele vom Mitarbeiten abschrecken. Da wird auch mancher Fachmann lieber nicht mitarbeiten wollen, weil er gar keine Lust hat, sich von irgendwelchen selbsternannten Projektchefs sagen zu lassen, was er wie zu machen hat. Von den Revierkämpfen um Artikel, die mehrere Gebiete betreffen, ganz zu schweigen.

Nein, in einer Wikipedia, wo arrogante, selbstverliebte Autoren nur noch um sich selber drehen und selbst beweihräuchern, andere Autoren, die nicht mit der Meute kläffen, wegbeißen, möchte ich nicht mitarbeiten wollen.

Ich finde es toll, dass hier etwas entsteht, das es bisher so in der Geschichte der Menschheit nicht gegeben hat. Menschen aus aller Welt, allen Sprachen und Nationen arbeiten zusammen, um das Wissen der Welt zusammenzutragen. Hier wird Zukunft gebaut. Ll 09:12, 7. Sep. 2009 (CEST)[Beantworten]

Yeah, Wikipedia ist was Geiles!

Hier sehen wir, wohin Zerwürfnis und Streit uns führen können

Das Leben ist schon Klasse. Man findet sich in einem Projekt zusammen, um gemeinschaftlich auf möglichst hohem Niveau und doch allgemeinverständlich eine Enzyklopädie zu schreiben. Idealerweise finden sich dabei Personen mit ähnlichen Interessen und oft mit viel Ahnung in einem Bereich zusammen. Diese schreiben dann meist die besten Artikel des Bereiches. Sie ordnen, sie regeln, sie verbessern, sie machen all die Drecksarbeit. Manchmal dümpelt ein Bereich in diesem Projekt ewig in seinem eigenen abgestandenen Saft – und dann kommen sie, die Autoren mit dem Wissen, das wir brauchen, und mit dem Können, das wir benötigen. Hervorragend war das zuletzt im Bereich der Bildenden Kunst passiert. Bis vor kurzem die Jagd eröffnet wurde. Wieder einmal wurde Wikipedia-idealtypisch vor Augen geführt, wie einfach es für ein paar Besserwisser ohne Ahnung von der Materie ist, die Leute zu sabotieren, die dieses Projekt tragen. Und nun haben wir in etwa die Hälfte der Kunstautoren verloren, die zum Teil grandiose Artikel geliefert haben. Und der Großteil des Restes hat nur noch wenig Lust, sich hier einzubringen.

Und nun? Werden die Besserwisser diese Lücken füllen? Nein! Dazu sind sie gar nicht in der Lage. Große Klappe, nichts dahinter, wie so oft. Aber das ist ja offenbar OK. Autoren fertig machen und das Projekt schädigen ist leider salonfähig, dahingegen sind Autoren Freiwild und in keiner Weise schützenswert. Ein Blick in die täglichen Vandalismusmeldungen zeigt, wie unbrauchbar alles Regelwerk hier ist. Gehe von guten Absichten aus (AGF) wird bis zum Letzten ausgewalzt, egal wie sehr hier die Autoren mit Wissen von Großklappen gequält und verfolgt werden. Und im Bereich Archäologie geht es schon weiter, wo dem Fachmann, der in einem Bereich aktiv ist, dort sogar an Ausgrabungen teilgenommen hat, von einem Nichtfachmann erklärt wird, wie der Hase läuft. Und das mit Literatur, die hundert Jahre alt ist. Aber wir haben ja AGF und die Diskussionskilobytes gehen in die Hunderte. An vielen Stellen geht es in diesem Projekt qualitativ voran, doch auf der anderen Seite werden immer öfter und immer aggressiver diese Personen von denen weggebissen, die offenbar sehen, dass sie nicht mehr so mithalten können wie früher. Aber anstatt sich andernorts einzubringen – das Projekt ist schließlich riesig – geht man die an, die wirklich etwas beitragen können. Fachleute müssen heute immer mehr Zeit in unsinnigen Diskussionen verbringen, eigentlich könnten sie die Zeit weitaus besser nutzen. In diesem Projekt vertreibt man aber lieber die Guten, statt den Trollen und auch den Möchtegerns Einhalt zu gebieten.

So geht es auch: Eine fachliche Diskussion gebildeter Autoren aller Altersgruppen

Man wirft dem Bereich Kunst Selbstherrlichkeit vor, Kreierung eigener Regeln vorbei etwa an einer der größten Blödsinnsseiten Wikipedia:Relevanzkriterien (hier reden ja auch soooo viele „Fachleute“ mit, die sich aber übergangen fühlen, wenn wirklich Fachleute in ihrem Bereich die Regeln machen und nicht ihre unegale Meinung Beachtung fand, obwohl auch diese Diskussionen immer in der Wikipedia-Öffentlichkeit statt fanden!). Ich sage aber – „na und“ und „gut so“! Wenn dann das heraus kommt, was die „Künstler“ geleistet haben, oder die „Wintersportler“, oder die „Mediziner“, oder die „Biologen“ oder das, was sich derzeit bei den „Archäologen“ abzeichnet, ist das gut für dieses Projekt. In der englischsprachigen Wikipedia hat diese „Partei“ es ja fast komplett geschafft, die Fachleute wegzubeißen. Der Unsinn, dass jeder überall mitreden kann, jeder überall mitschreiben kann und jeder überall gleich viel zu sagen hat, muss im Sinne dieses Projekts beendet werden. Autoren und Fachbereiche müssen in Zukunft geschützt werden und das Sagen haben. Alles andere bedeutet eine sich selbst verwaltende Bürokratie, die zwangsweise einen immer unterirdischeren Bestand verwaltet! Oder ganz deutlich: Was würdet ihr Dauerdiskutanten, Kat- und Bausteinschubser, Recent Changeler und Vandal Fighter (ausdrücklich ohne die Arbeit der letzten beiden Gruppen minder schätzen zu wollen!) ohne das eigentliche Rückgrat der Wikipedia tun, der Autoren, die in Spitze und Breite die Artikel schreiben, das, was die Leser lesen wollen? Denn man mag es kaum glauben, die haben kein Interesse an unseren Diskussionsseiten! Vielleicht sollten einige Leute mal daran denken, bevor sie die nächsten Autoren aus dem Projekt drängen, die hier gute Arbeit leisten. Mal sehen, was als Nächstes kommt. Biologen? Mediziner? Bei diesem Zoo der Eitelkeiten und Egomanen kann man nur raten. (MC, 06.09.)

Wahlprüfsteine

In zehn Tagen findet die Wahl zum 17. Deutschen Bundestag statt. Aus diesem Anlass stellte Wikimedia Deutschland allen im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien Fragen zu für den Verein wichtigen Themen, etwa zum Urheberrecht und zur Rolle der Wikipedia. Die Antworten sind nunmehr eingegangen und wurden auf der Webseite des Vereins veröffentlicht. tol 17.09.

Über 5000 Auszeichnungen auf de.wikipedia

Auf der deutschen Wikipedia ist vor Kurzem die 5000. Auszeichnung in den Kategorien „exzellent“, „lesenswert“ und „informativ“ vergeben worden. Eine Auszählung am Morgen des 13. Septembers ergab exakt 5023 ausgezeichnete Seiten.

Auszeichnungen dieser Art gibt es in der deutschen Wikipedia seit August 2002, als die Exzellenz-Auszeichnungen für besonders herausragende Artikel eingeführt wurden. Im März 2005 folgte die Lesenswert-Auszeichnung, die etwas weniger strenge Maßstäbe setzt, vor allem hinsichtlich Verständlichkeit und Vollständigkeit. Derzeit zählt die deutsche Wikipedia 1618 exzellente und 2989 lesenswerte Artikel.

Portale und Listen können stattdessen als „informativ“ bewertet werden, wenn sie den „Informationsbereich im Wesentlichen vollständig“ abdecken und darüber hinaus „optisch und sprachlich ansprechend“ sind. Die Informativ-Auszeichnung gibt es seit Mai 2006 und ist seitdem an 365 Listen und 51 Portale vergeben worden.

Die Vergabe der Auszeichnungen erfolgt über öffentliche Abstimmungen, die über einen Zeitraum zwischen 10 und 20 Tagen laufen und auf einer Sonderseite stattfinden. Jeden Monat stellen sich rund 75 Kandidaten zur Wahl, wovon die meisten auch erfolgreich sind. Quelle: Diskussionsseite (Johnny S. 13.9.)

Neues Tool für Neugierige

Auf dem Toolserver steht ein neues Spielzeug zur Verfügung: Mit Watcher kann man herausfinden, auf wievielen Beobachtungslisten eine bestimmte Seite steht. Die englische Benutzerseite von Jimbo Wales wird von 1893 Wikipedianern verfolgt, als Maßeinheit für die Popularität einer Seite wurde daher bereits Centijimbo vorgeschlagen, definiert als 1/100 dieses Wertes. Demnach hat der Kurier derzeit 45,38 Centijimbos. (S64 13.9.)

5 Mio. Dateien auf Commons

Wikimedia Commons ist mittlerweile eine der größten freien Mediensammlungen im Internet. Am 2. September erreichte das vor 5 Jahren gegründete zentrale Repositorium 5 Millionen gemeinfreie und frei lizenzierte Medien. Erst Anfang März wurde der Meilenstein von 4 Millionen Dateien erreicht (der Kurier berichtete). Die fünfmillionste Datei ist ein digitaler Scan der dänischen Zeitung Kjøbenhavnsposten von 1838. Quelle: blog.wikimedia.org (cho 8.9.)

Millennium-Bug beim Mentorenprogramm

Lange war der Milestone in Sicht, nun liegt er querab: Seit heute ist der zweitausendste Mentee an Bord, ohne dass die Wikipedia gekippt oder untergegangen wäre. Derzeit geben etwa 70 Mentoren Hilfestellungen für knapp 300 Neulinge, insgesamt hat ihre Arbeit seit Mai 2007 bereits zu 633 Erstartikeln und fast sechstausend Folgeartikeln geführt. Möge die Wikipedia immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel haben! (Port 6.9.)

Großspende an die Wikimedia Foundation

Logo
Logo

Die Wikimedia Foundation erhält von Omidyar Network eine Großspende in Höhe von 2.000.000 US-Dollar. Omidyar Network ist ein Investmentunternehmen des eBay-Gründers Pierre Omidyar. Gleichzeitig erhält Matt Halprin vom Omidyar Network einen Sitz im Board of Trustees der Foundation. Quelle (Ll, 29.8.)

Aktualisierung: Nach Vorwürfen, das Omidyar Network habe sich in das Board of Trustees eingekauft, nimmt auf der Diskussionsseite des Kuriers unter anderem Kuratoriums-Mitglied Wing dazu ausführlich Stellung. (cbx, 6.9.)