Baiersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Baiersdorf
Baiersdorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Baiersdorf hervorgehoben
49.6511.016666666667269Koordinaten: 49° 39′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Höhe: 269 m ü. NN
Fläche: 11,79 km²
Einwohner: 7164 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 608 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91083
Vorwahl: 09133
Kfz-Kennzeichen: ERH
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 115
Stadtgliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Waaggasse 2
91083 Baiersdorf
Webpräsenz:
Bürgermeister: Andreas Galster (CSU)
Lage der Stadt Baiersdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Karte

Baiersdorf ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Die Stadt Baiersdorf liegt auf der zu großen Teilen hochwasserfreien Terrasse der 500 Meter entfernten Regnitz, acht Kilometer nördlich von Erlangen und acht Kilometer südlich von Forchheim, auf halbem Wege zwischen Nürnberg und Bamberg.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Ortsteile sind Baiersdorf, Hagenau, Igelsdorf und Wellerstadt. Der neue Stadtteil In der Hut ist fertiggestellt.


Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Forchheim, Poxdorf, Langensendelbach, Bubenreuth, Möhrendorf, Hausen

[Bearbeiten] Geschichte

Die Stadt Baiersdorf wurde 1062 erstmals urkundlich erwähnt und besitzt seit über 650 Jahren die Stadtrechte. Das ehemalige Obervogtamt des 1792 preußisch gewordenen Fürstentums Bayreuth fiel im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zu Bayern.

Baiersdorf hat einen großen Anteil am europäischen Meerrettich-Anbau; es gibt dort zwei weitbekannte Firmen, die Meerrettich-Produkte herstellen und vertreiben. Markgraf Johann der Alchemist (1401–1464) hat zum ersten Mal in Baiersdorf Meerrettich pflanzen lassen und damit den Anbau in Mittel- und Oberfranken begründet. Das Spezialunternehmen Schamel wurde 1846 in Baiersdorf gegründet und ist die älteste Meerrettichmarke der Welt.

Der Ortsteil Hagenau gehörte bis 1978 zur Nachbargemeinde Poxdorf. Die Siedlung entstand 1939. Zunächst wurde ein Luftwaffenlager eingerichtet, dann eine Barackensiedlung gebaut, in der französische Kriegsgefangene, nach 1945 dann Vertriebene aus dem Sudetenland einquartiert wurden. Ab 1946 wurde dann die Siedlung Hagenau gebaut. Vom 1. bis 3. September 2006 fand die 60-Jahr-Feier statt.

Am Abend des 21. Juli 2007 wurde Baiersdorf nach ungewöhnlich starken Regenfällen überschwemmt, rund 1000 Häuser standen unter Wasser, die Bundesautobahn 73 musste für den Verkehr gesperrt werden. Der gesamte Schaden wurde auf etwa 100 Millionen Euro[1] geschätzt.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtrat

Der Stadtrat hat 21 Mitglieder einschließlich des Bürgermeisters.

  • CSU 9 + 1 Sitze
  • SPD 4 Sitze
  • FW 4 Sitze
  • Ökologische Wählergemeinschaft 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 3. März 2008)

[Bearbeiten] Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten; vorne geviert von Silber und Schwarz; hinten auf grünem Boden stehend ein grün gekleideter Geleitsmann mit schwarzem Gürtel, Hut und schwarzen Stiefeln, der in ein goldenes Horn bläst und in der Linken einen goldenen Spieß hält.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Mit der Marktgemeinde Ulrichsberg in Oberösterreich besteht seit 1974 eine Städtepartnerschaft. Seit 2000 ist auch die Stadt Pacé in Frankreich Partnerstadt von Baiersdorf. Nach Pacé wurde auch der Park nahe der Point benannt. Die Partnerschaft mit der Gemeinde Brenna in Polen ist im Juli 2007 zur Tausendjahrfeier von Wellerstadt besiegelt worden.

[Bearbeiten] Gewerbe

Aufgrund der günstigen Lage an der Bundesautobahn 73 und der unmittelbaren Bahnanbindung verfügt Baiersdorf über eine optimale Verkehrsanbindung, die ein bedeutender Standortfaktor für Industrie und Handel ist.

Zwei Industriegebiete bilden das Rückgrat des Baiersdorfer Gewerbes: Der rund 15.000 Quadratmeter große Gewerbehof Heinlein im Süden der Stadt und der im Nord-Osten gelegene Gewerbepark. Hier produziert auch das 1846 gegründete traditionsreiche Unternehmen Schamel Meerrettich. Daneben haben sich moderne Handelsunternehmen unterschiedlichster Branchen angesiedelt. 1991 lässt sich die Brodos AG im Gewerbehof Heinlein nieder. Mit rund 200 Vollzeit-Beschäftigten ist der Mobiltelefongroßhandel und IT-Dienstleister größter Arbeitgeber am Ort. Deutschlandweit gehört Brodos zu den drei größten Distributoren von Telekommunikationsartikeln und ist mit einem Umsatz von über 220 Mio. Euro ein bedeutender Gewerbesteuerzahler der Stadt.

Eine ausgewogene Zahl an Einzelhandelsunternehmen und Gastronomiebetrieben sichert die Nahversorgung der Baiersdorfer Bevölkerung, wenn auch nicht in allen Ortsteilen.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Museen

  • Meerrettich-Museum

[Bearbeiten] Denkmäler

  • Ein Jüdischer Friedhof mit Gedenkstein erinnert an die jüdischen Bewohner des Ortes, die während der NS-Gewaltherrschaft Verfolgung erleiden mussten und in der Shoa ermordet wurden.[2]
  • Schloss Scharfeneck-Denkmal
  • Der Hoyerbrunnen
  • Das alte Rathaus mit Pranger (in dem sich jetzt das griechische Restaurant Irodion befindet)

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Die Baiersdorfer Kirchweih am Johanniswochenende im Juni ist sehenswert; auch die Wellerstädter Kirchweih (Kerwa) am zweiten Augustwochenende hat eine lange Tradition.

Am Faschingssonntag ziehen die Fasalecken durch Baiersdorf. Dies ist ein alter Brauch des Winteraustreibens, der aber nichts mit Fasching/Fastnacht zu tun hat.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.sueddeutsche.de/bayern/artikel/122/124937/ 100-Millionen-Euro Schaden in einem Dorf
  2. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 118

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Baiersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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