Bette Davis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Bette Davis gemeinsam mit Elizabeth Taylor, 1981

Bette Davis (* 5. April 1908 in Lowell, Massachusetts, USA; † 6. Oktober 1989 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich; eigentlich Ruth Elizabeth Davis) war eine US-amerikanische Schauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Biografie

Bette Davis war die Tochter eines Rechtsanwalts und einer Fotografin. Sie besuchte mehrere Schauspielschulen. 1929 hatte sie in dem Stück Broken Dishes ihren ersten Broadway-Auftritt. 1930 gab sie ihr Leinwanddebüt in Bad Sister. Ihr Vertrag mit den Universal Studios wurde jedoch nach sechs Filmen nicht verlängert, und so wechselte sie zu den Warner-Brothers-Studios. Ihr Durchbruch kam mit dem Film Des Menschen Hörigkeit (Of Human Bondage). [1]

Für ihre Leistungen in den Filmen Dangerous (1935) und Jezebel (1938) erhielt sie den Oscar als beste Schauspielerin und wurde acht weitere Male nominiert. 1942 war Bette Davis die höchstbezahlte Frau in den USA. Sie half während des Zweiten Weltkrieges, die Hollywood Canteen zu organisieren, wofür sie 1980 mit der Civilian Service Medal ausgezeichnet wurde. Nach dem Krieg gelang ihr 1950 ein erfolgreiches Comeback mit dem Film Alles über Eva.

1977 wurde sie als erste Schauspielerin für ihr Lebenswerk mit dem Life Achievement Award des American Film Institute ausgezeichnet. Sie spielte in über 100 Filmen mit und erhielt dabei 11 Nominierungen für den so genannten „Oscar“. Als erste Frau übernahm sie den Vorsitz in der Motion Picture Academy of Arts and Sciences.

Bette Davis war viermal verheiratet. Sie hat mit ihrem dritten Ehemann William Grant Sherry eine leibliche Tochter (Barbara Davis Merrill Hyman), sowie mit ihrem vierten Ehemann, dem Schauspieler Gary Merrill, zwei Adoptivkinder namens Margot und Michael. Im Alter von 75 Jahren unterzog sie sich einer Krebsoperation, arbeitete aber trotz ihres schlechter werdenden Gesundheitszustandes als Schauspielerin weiter.

Ihr Markenzeichen waren ihre starken faszinierenden und ausdrucksvollen Augen. Dieses Markenzeichen wurde unter anderem von Kim Carnes in dem Lied „Bette Davis' Eyes“ besungen.

Mit Joan Crawford drehte sie 1962 Was geschah wirklich mit Baby Jane?, ihren letzten kommerziellen Erfolg, der ihr die elfte Nominierung für einen Oscar einbrachte.

Schwierig gestaltete sich auch das Verhältnis von Bette Davis zu ihrer Mutter Ruth, die den Erfolg ihrer Tochter als etwas nur durch ihre Hilfe Erreichtes ansah und es deswegen auch genoss, sich im Glanz ihres Erfolges zu sonnen. Auch unter der starken Autorität ihrer Mutter hatte Davis ihr Leben lang zu leiden, wie sie nach dem Tod ihrer Mutter in unveröffentlichten Passagen ihrer Autobiografie schreibt.

Sicherlich ist auch das ein Grund, warum Bette Davis' Beziehung zu ihrer leiblichen Tochter Barbara so zwiespältig war. Obwohl Davis immer wieder betonte, wie sehr sie ihre Tochter liebe, veröffentlichte diese eine Autobiografie My Mother's Keeper, in der sie ihre Mutter angriff und als Rabenmutter darstellte, die sich nie um sie gekümmert habe.

Als Bette Davis Anfang Oktober 1989 ihre letzte Auszeichnung beim San Sebastián International Film Festival annahm, war sie bereits durch ihre Krebserkrankung gezeichnet. Nach der Preisverleihung wurde festgestellt, dass sie zu schwach für eine Rückreise in die USA sei, und so reiste sie nach Frankreich, wo sie am 6. Oktober 1989 im American Hospital in Neuilly-sur-Seine starb.

Sie wurde auf dem Forest-Lawn-Friedhof in Los Angeles, Kalifornien, neben ihrer Mutter Ruthie und ihrer Schwester Bobby beigesetzt. Auf ihrem Grabstein steht geschrieben: She did it the hard way, („Sie machte es auf die schwere Tour.“ oder „Sie ging den harten Weg.“), ein Ausspruch aus dem Film This 'N That.

1997 gründeten ihre Testamentsvollstrecker Michael Merrill, ihr Sohn, und ihre ehemalige Assistentin Kathryn Sermak die „Bette Davis Foundation“, die mit Collegestipendien junge Schauspieler und Schauspielerinnen fördert.

Bette Davis wird manchmal angegeben als Namensgeberin des Academy Award of Merit, der dann „Oscar“ genannt wurde. Sie soll beim Anblick der Trophäe gesagt haben, diese sehe von hinten so aus wie ihr damaliger Ehemann Harmon Oscar Nelson. Doch die Bibliothekarin der Academy of Motion Picture Arts and Sciences Margaret Herrick wird oft als offizielle Namensgeberin angeführt, die die Statue sah und deren Aussehen mit ihrem Onkel Oscar verglich.

[Bearbeiten] Filmografie

Grab von Bette Davis in Forest Lawn, Burbank

Bette Davis drehte insgesamt 102 Filme. In den letzten Jahren handelte es sich häufig um Fernsehfilme.

Hier nun eine Auflistung einiger ihrer Filme (die komplette Liste ist auf ihrer offiziellen Homepage zu finden):

[Bearbeiten] Literatur

  • Charlotte Chandler: Bette Davis : die persönliche Biografie. München : LangenMüller, 2008, ISBN 978-3-7844-3137-6
  • Charlotte Chandler: The Girl Who Walked Home Alone: Bette Davis, a Personal Biography. (Gebundene Ausgabe) Simon & Schuster 2006, ISBN 978-0-7432-6208-8
  • Charlotte Chandler: The Girl Who Walked Home Alone: Bette Davis, a Personal Biography. (Taschenbuch) Applause Books 2007
  • James Spada: Bette Davis: More Than a Woman. (Taschenbuch) Time Warner Paperbacks 2005
  • Ed Sikov: Dark Victory: The Life of Bette Davis. (Gebundene Ausgabe UK)Aurum Press Ltd 2007/ (Gebundene Ausgabe US) Henry Holt & Company 2007
  • Alexander Walker: Bette Davis: A Celebration. (Applause Legends), (Taschenbuch) Applause Books 2000
  • Laura Moser: Bette Davis (Life & Times). (Taschenbuch) Haus Publishing Limited 2005
  • Whitney Stine: No Guts, No Glory: Conversations with Bette Davis. (Gebundene Ausgabe) Virgin Books 1990
  • Boze Hadleigh: Bette Davis Speaks. (Taschenbuch) Barricade Books Inc.,U.S. 2005
  • Whitney Stine: I'd Love to Kiss You: Conversations With Bette Davis. (Gebundene Ausgabe) Pocket Books 1990
  • Randall Riese: All About Bette: Her Life from A-Z. (Gebundene Ausgabe) Contemporary Books Inc 1993
  • Roy Moseley: Bette Davis: An Intimate Memoir. (Taschenbuch) University Press of Kentucky; 2. Auflage 2003
  • Barbara Leaming: Bette Davis: A Biography. (Taschenbuch) Cooper Square Press 2003
  • Roger Baker: Bette Davis: A Tribute 1908-1989. (Gebundene Ausgabe) Gallery Books 1990
  • Lawrence J. Quirk: The Passionate Life of Bette Davis. (Gebundene Ausgabe) Robson Books Ltd 1990*
  • Jeffrey Robinson: Bette Davis: Her Film and Stage Career: The Definitive Study of Her Film Career. (Taschenbuch) von Proteus 1985
  • Christopher Nickens: Bette Davis. (Taschenbuch) Columbus Books Ltd 1985
  • Christopher Nickens: Bette Davis. A Biography in Photographs. (Broschiert) Dolphin Book. Doubleday & Company, Inc. 1985
  • Shaun Considine: Bette and Joan: The Divine Feud (Gebundene Ausgabe) E P Dutton 1989 / Taschenbuch iUniverse.com Oktober 2000 und Time Warner Paperbacks 2004
  • B. D. Hyman: My Mother's Keeper. (Gebundene Ausgabe) William Morrow & Co 1987 / Taschenbuch Time Warner Paperbacks 1990 > das "berüchtigte Buch" von Bette Davis' Tochter
  • Jerry Vermilye: Bette Davis. Ihre Filme, ihr Leben. (Broschiert) Heyne Verlag 1988

[Bearbeiten] Filmdokumentationen

  • The American Film Institute Salute to Bette Davis. TV-Dokumentation, USA 1977, 90 Minuten
  • Bette Davis - Ein im Grunde gutartiger Vulkan (Originaltitel: Bette Davis - A Basically Benevolent Volcano). TV-Dokumentation, GB/USA 1983, 60 Minuten
  • All About Bette. TV-Dokumentation von Susan F. Walker und David Ansen, USA 1994, 48 Minuten

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Bette Davis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Of Human Bondage (1934), archive.org

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen